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Eindrücke vom M6a-Tutorium - M6a Kapitel 5

Lernfrosch

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Dieses Wochenende habe ich am letzten Teil des dreiteiligen Präsenztutoriums zum Modul 6a (Testtheorie) teilgenommen.

 

Das Tutorium ging über drei Wochenenden (Sa. und So. jeweils fünf Std.). An jedem Termin wurden Teile des Studienbriefes durchgegangen, erklärt, besprochen usw.

 

Insgesamt war das Tutorium unglaublich hilfreich! 30 Stunden Testtheorie sind zwar ganz schön viel, aber dafür wurden die Inhalte gründlich besprochen und erklärt - und vorallem verständlich.

Es hat sich gelohnt daran teilzunehmen. Ich kann es bei dieser Dozentin jedem, der M6a belegt, uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

Dieses Wochenende stand Kapitel 5 - Evaluation psychologischer Tests an, ebenso die Vorbereitung auf die Klausur.

Vielleicht interessiert es den einen oder anderen, was diesmal so besprochen wurde. Grundlage ist wieder der Studienbrief zu M6a. Meine Notizen  aus dem Tutorium zu den Inhalten, die mir bisher im Studienbrief unverständlich waren und mir nun klarer geworden sind, stelle ich hier ein; evtl. nützt es auch noch jemand anderem ein wenig beim Lernen oder gibt einen weiteren Einblick in die Inhalte von Modul 6a.

 

Kapitel 5 - Evaluation psychologischer Tests

 

Gütekriterien

- klassische psychometrische Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)

- weitere allgemeinere Gütekriterien (z.B. Ökonomie, Fairness...)

 

Objektivität ist notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für Reliabilität

Reliabilität wiederum ist notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für Validität

 

Objektivität

(= Unabhängigkeit vom Testleiter)

3 Arten:

- Durchführungsobjektivität -> Instruktion

- Auswertungsobjektivität;  Punktzahl -> mehrere Rater -> ICC = Intraklassenkorrelation

- Interpretationsobjektivität: Werte interpretiert -> Normierung

 

Reliabilität

Gegenteil von Messfehler

Zuverlässigkeit, liegt zwischen 0 und 1 ( 0 = nur Messfehler; soll hoch sein, nahe 1)

Arten:

- interne Konsistenz:

Cronbachs Alpha (Korrelation zwischen Item -> Itemanzahl); aus hohem Cronbach Alpha kann man nicht auf Homogenität bzw. Eindimensionalität schließen; kann man bei homogenen Tests verwenden; bei geringem/ negativem Cronbach Alpha nimmt man Guttman-Lamda 2, bei geringem/ negativem Cronbach Alpha bei dichotomes Items nimmt man Kuder-Richardson 20 (KR-20)

Split-Half-Reliabilität als Spezialfall der internen Konsistenz

Retest-Reliabilität:

kann man bei heterogenen Test verwenden

Merkmal stabil

Beispiel: die Korrelation zwischen den Messwerten in einem heute durchgeführten Test und den Werten aus demselben Test, der nächste Woche nochmal durchgeführt wird; diese Korrelation ist die Retest-Reliabilität

- Paralleltest-Reliabilität:

kann bei heterogenen Test verwendet werden

Beispiel: es gibt zwei Tests A und B, eine Person bearbeitet nacheinander beide Tests, die Korrelation der Werte aus Test A und B ist die Paralltest-Reliabilität

- Interrater-Reliabilität:

Beurteilerübereinstimmung

ICC (= Intraklassenkorrelation): justiert (Varianz gleich i.S.v. Unterschiede bei einzelnen Ratern gleich) oder unjustiert (Varianz gleich und Mittelwerte gleich)

 

Was erhöht die Reliabilität?

- Items mit hohen Trennschärfen

- Testverlängerung (je länger der Test, desto höher die Reliabilität)

 

Spearman-Brown

zur Ermittlung der Reliabilität bei Verlängerung eines Tests

 

Cronbach Alpha

--- Formel (S.173)  ---

c / (c - 1) -> Itemanzahl

Rest der Formel in Klammern -> Kovarianzen, Korrelation zwischen Items

in der Klammer unterm Bruchstrich Sx^2 -> Testwertevarianz

 

Spezifische Objektivität (in der PTT)

Unabhängigkeit der Messwerte von der untersuchten Item- und Personenstichprobe

- Generalisierbarkeitstheorie: mehrere Varianzquellen; beruht auf varianzanalytischem Ansatz

 

Validität

= Gültigkeit

3 Arten: Inhaltsv., Konstruktv., Kriteriumsv.

 

Inhaltsvalidität

Experten

- theoriegeleitet: rationale Testkonstruktion; Merkmal kann nicht direkt gemessen werden (z.B. "Extraversion"), latent, Aufgabenuniversum; Merkmal wird theoretisch definiert

- operational -> kriterienorientiert: Merkmal kann direkt gemessen werden (z.B. "Schnelligkeit"), manifest

 

Konstruktvalidität

Nomologisches Netzwerk; Hypo-deduktives Vorgehen

Korrelationen: konvergent oder diskriminant, faktoriell

- faktorielle Validität: Bestätigung der Teststruktur (CFA)

- konvergente Validität: Beziehung zu konstruktnahen und -fernen Außenvariablen; theoretisch erwartete Übereinstimmung (soll hoch sein)

- diskriminante Validität: empirische Abgrenzung zu theoretischen Konstrukten (soll niedrig sein)

 

Multi-Trait-Multi-Method Matrix (MTMM) (S.190f.)

Methode = z.B. Fragebogen; Trait = Konstrukt

- Monotrait-Monomethod = Reliabilität -> Werte in der Hauptdiagonalen

- Monotrait-Heteromethod = konvergente Validität (soll hoch sein) -> Werte in der Diagonalen in den einzelnen Methodenkästen

- Heterotrait-Monomethod = diskriminante Validität (soll niedrig sein) -> Werte im Kästchen mit denselben Methoden (die Kästchen, durch die die Hauptdiagonale geht), aber nur diejenigen, die nicht auf der Diagonalen liegen

- Heterotrait-Heteromethod = diskriminante Validität (soll niedrig sein) -> Werte in den Kästchen mit nicht gleichen Methoden (Kästschen, durch die die Hauptdiagonale nicht geht), aber nur diejenigen, die wiederum nicht auf der Diagonalen liegen

>> die diskriminante Validität soll niedriger ausfallen als die konvergente Validität

 

Zusammenhang Validität und Reliabilität

unsystematischer Messfehler senkt Korrelation

- Minderungskorrektur:

-- für theoretische Zwecke: doppelte Minderungskorrektur (wenn beide keine Messfehler hätten...); r = r12 / Wurzel aus (rtt1 * rtt2)

-- für Anwendungszwecke: einfache Minderungskorrektur (wenn einer keinen Messfehler hätte...); r = r12 / Wurzel aus rtt1

- Reliabilitäts-Validitäts-Dilemma

 

Kriteriumsvalidität

- Effektstärke d -> Mittelwertsunterschied zweier Gruppen

- Varianten der Kriteriumsvalidität nach Erhebungszeitpunkt (Kriterium jeweils in Bezug auf Testzeitpunkt):

-- retrospektiv: Kriterium in Vergangenheit

-- Konkurrent: Kriterium gleichzeitig

-- prognostisch/ prädikativ: Kriterium in Zukunft

 

Inkrementelle Validität (S. 196)

Delta R^2 -> Differenz der Werte R in Tabelle (Abb. 5.5)

Tabelle Abb. 5.5: R-Quadrat = Varianzaufklärung; Delta R^2 = Änderung in R-Quadrat

Beispiel dazu: Modell 1 mit R^2 = 0,125 und Modell 2 mit R^2 = 0,167; dann ergibt sich für f^2: f^2 = 0,167 / (1 - 0,125)

 

Messgenauigkeit bzw. Reliabilität (S. 210ff)

- Äquivalenzhypothese:

Standardmessfehler (= SEx)

zur Erinnerung: bei KTT ist "Testwert = wahrer Wert + Messfehler"

Standardmessfehler = Sx * Wurzel aus (1 - rtt)

Sx ist die Standardabweichung, rtt ist die Realibilität des Tests

hohe Reliabilität -> kleines Konfidenzintervall

niedrige Reliabilität -> großes Konfidenzintervall

Beispiel: IQ (Normalverteilung, SD 15) jemand erreicht im Test, dessen Reliabilität bei 0,99 liegt, einen Testwert von 103. Dann ergibt sich:

Standardmessfehler SEx = 15 * Wurzel aus (1 - 0,99) = 1,5

1,5 ist der Z-Wert;  in Tabelle nachsehen (oder wissen), dass diesem Wert die 1,96 zugeordnet wird

Testwert = wahrer Wert + Messfehler

x + Z 1-(Alpha/2) * SEx = 103 +- (1,96 * 1,5) = 106 und 100 (>> es wurde die 1,96 zum Rechnen auf 2 gerundet)

>> der wahre Wert der Testperson wird im Intervall zwischen 100 und 106 liegen (95% Konfidenzintervall)

- Regressionshypothese:

Standardschätzfehler (t i Strich)

der geschätzte Wert liegt immer näher an Mittelwert als der gemessene Wert; Schätzung des wahren Wertes -> näher am Mittelwert

Standardschätzfehler ist immer geringer als Standardmessfehler

>>> eher überdurchschnittlich bzw. unterdurchschnittlich bei der Äquivalenzhypothese

 

Kritische Differenz

= so hoch muss die Differenz mindestens sein, damit man von einem wahren Unterschied ausgehen kann (und nicht von einem Messfehler)

Fall 1) 1 Test und 2 Werte

Fall 2) 2 Test und 1 Person; dasselbe Konstrukt

Fall 3) 2 Test und 1 Person; 2 verschiedene Konstrukte

steigende Reliabilität -> kleinere kritische Differenz

niederige Reliabilität -> große kritische Differenz

 

sollte man auswendig kennen:

- Tabelle 5.5 (S. 167): Richtlinien und Beurteilungssysteme für Test (z.B. DIN 33430, COTAN-System inkl.der exakten Werte vom S. 178 im Studienbrief)

- Cronbachs Alpha (S. 173f): wann wird es größer, wann kleiner

- Effektstärke d (S. 193)

- die anderen, bislang nicht genannten Gütekriterien (ab S. 198)

- wissen, dass von allen im Studienbrief genannten Maßnahmen nur "bogus items" die Validität verbessern können (S. 205)

- faking good und faking bad (S. 205)

- Testwerte sind immer nur Schätzwerte

- Tabelle 5.3 (S. 211): z-Werte und Vertrauensintervalle

 

- Ergänzung zu Kapitel 3, Raschmodelle (S. 85 oder so...): wissen, welche Parameter zu welchem Modell gehören und dass sich Antwortschwellen (CCC) absolut nie überschneiden, Logit-Einheit, 3-Paramter-Modell scheint - laut zwischen den Zeilen im Studienbrief stehend  - irgendwie doof zu sein und nicht wirklich empfehlenswert

- Unterschied unipolare und bipolare Skalen: unipolare ist es, wenn man mehr oder weniger zustimmen kann; bipolar ist es immer, wenn man ablehnen und zustimmen kann (starke Ablehnung - starke Zustimmung)

- zu Itemanalyse in der KTT: korrelative Kennwerte sind wichtiger als deskriptive Statistiken; Trennschärfen* sind wichtiger als univariate Eigenschaften**

*univariate Eigenschaften: Schiefe, Exzess, Schwierigkeit, Mittelwert, Varianz

** bivariate Eigenschaften: Trennschärfe (eigen, fremd)

 

 

 

Tipps für die Klausur (Auswahl):

- von der FernUni veröffentlichte Probeklausur durcharbeiten

- bei verneinten Fragestellungen: jede Antwortmöglichkeiten unabhängig von der Fragestellung als richtig oder falsch einordnen, erst danach nochmal wieder auf die Fragestellung schauen

- Alle Antwortmöglichkeiten einer jeden Aufgabe bis zum Ende durchlesen!!! Es ist zwar 1 aus 5, aber: Es gab schon häufiger Antwortmöglichkeiten im Stil von:

A..., B..., C..., D..., E alle genannten Antworten A, B, C und D sind richtig/ falsch.

Gab es auch schon:

Welche Zuordnung ist falsch? A..., B..., C..., D..., E Alle Zuordnungen aus A, B, C und D sind richtig.

 

 


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3 Kommentare


psychodelix

Geschrieben

Wenn ich das alles lese, wird mir noch schlechter, als jetzt schon bei M2. :(

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Das kann ich gut nachvollziehen, zumal ich ja die 6a-Klausur letztes Mal nicht bestanden hatte...

Aber das Tutorium war absolut super (und noch dazu kostenlos). Auch wenn man vom Studienbrief eher kaum etwas versteht, ist so vieles plötzlich verständlich geworden und ergibt einen Sinn. Die Dozentin hat das großartig gemacht. Wenn du die Möglichkeit hast, an einem Tutorium bei ihr teilzunehmen, kann ich das nur empfehlen. Es lohnt sich total und ein bisschen hat es sogar Spaß gemacht.

 

Und zu M2: Ich bin da in die Klausur reingegangen mit dem Eindruck gar nicht genug zu wissen. Das war alles noch so... verworren. Ich erinnere mich noch, dass ich mit vielen Begriffen total unsicher war, was die eigentlich bedeuten, wie man die auseinanderhält und vorallem wofür man was braucht (Varianz, Korrelation, r, t-Test, Z-Werte, Quartile, Signifikanz...).

Die Klausur empfand ich zwar als schwierig, aber es war machbar. Rückblickend würde ich jetzt sagen, dass die Klausur anspruchsvoll, aber vom Niveau her eigentlich doch angemessen war. Ich weiß aber auch noch, dass mir das damals ganz anders vorkam...

 

Wann ist denn die M2-Klausur? damit ich dir in der Zeit die Daumen drücken kann ;)

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psychodelix

Geschrieben (bearbeitet)

Zitat

Wann ist denn die M2-Klausur? damit ich dir in der Zeit die Daumen drücken kann ;)

 

Lieb von dir! :001_wub: Am 2.9. Wie (fast) immer von 14-18 Uhr.

 

Nachtrag: Bei M1 hatte ich auch nicht wirklich einen Plan. :lol:

bearbeitet von psychodelix
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      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!



       
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Teil 1: Es fährt ein Zug nach Hagen 


      Am Montag und Dienstag war es so weit: In Hagen an der FernUni selbst fand das zweitägige Pflichtseminar zum MM2 Kurs „Gutachtenerstellung und Kommunikation“ statt. Alles, was diesen Kurs studiert, muss also persönlich dort antanzen, egal woher er kommt  Wie der Name schon sagt, lernt man in diesem Kurs eigentlich alle wichtigen Schritte bei der Erstellung eines Gutachtens kennen. Die Teilnahme am Seminar ist unerlässlich, andernfalls darf man die Hausarbeit nicht mitschreiben und ohne Hausarbeit ist auch kein Bestehen von MM2 möglich (für Inhaftierte, Kranke und anderswie Verhinderte gibt’s dann Alternativen, scheinbar in Form von Übungen, die zum Thema Aktenanalyse eingereicht werden müssen).  
      Das erste Seminar fand von 12:15 bis 18 Uhr statt, das zweite von 9:00 bis 18:00. 
      Ich war auch mit von der Partie und schildere mal meine Eindrücke gebündelt, in diesem Teil zunächst mal nur, was die Anreise betrifft! Viele beschäftigen sich nämlich im Voraus lange damit, wie sie dort hinkommen und wie es wohl sein wird, zumal Hagen nicht in ihrem "Revier" liegt und Neuland ist, was dem ein- oder anderen neben freudigen Erwartungen auch Muffensausen beschwert hat. 
       
      Anreise
      Hier habe ich natürlich Glück, dass ich nur 1 Stündchen von Hagen entfernt wegwohne. Trotzdem waren die Zugverbindungen zumindest mit den Fernzügen recht mysteriös, teilweise mit 2x umsteigen. Glücklicherweise habe ich eine Bummelzug-Verbindung mit dem National Express erwischt, bei dem ich 0x umsteigen musste. Macht nach Adam Riese 4 Fahrten, wofür ich wohl um die 70€ bezahlt habe. Beschweren kann ich mich hier wirklich nicht: Die National Express Züge waren pünktlich wie die Maurer, fahren stündlich jeweils in der 22.Minute und boten viel Platz und Beinfreiheit. Im Internet liest man viel Kritik, was sich aber mehr auf die Varianten im Mutterland England zu beziehen scheint. Da kann ich also nur sagen: Daumen hoch. 
       
      Bahnhof Hagen
      Den Zustand von Bahnhöfen finde ich schon ganz interessant, für den Fall, dass man sich mal ein Zug verzögert und man sich dort etwas die Zeit vertreiben mag. Der Hagener Bahnhof ist jetzt nicht unbedingt in Schönheit getaucht und etwas heruntergekommen, also ein Einkaufszentrum à la Hamburg braucht man da nicht erwarten. Ich habe aber einen ReWe to go, eine Bäckerei mit Café und einen größeren Zeitschriftenladen gesehen, außen dran ist auch ein McDonald’s. Somit ist wohl etwas vorhanden, um sich ein wenig aufzuhalten. Auf den Gleisen selbst gibt's die üblichen Getränke- und Keksautomaten. Muss zugeben, dass ich diesmal auch selbst heiße Getränke gezogen habe, was ich ja sonst nie mache. Aber bei -6 Grad am Abend erscheint so ein heißer Zitronen-Instant-Tee plötzlich doppelt attraktiv  
       
      Stadt Hagen
      Die geht ja neben ihrem Highlight - der FernUni – etwas unter. Für alle, die es interessiert: Sehr hügelig (ja, als Westfale und Fast-Holländer findet man sowas interessant ), schon aus der Ferne sieht man, dass sie in Hügelketten eingebettet ist. Eine Fahrt durch die Straßen dort geht wirklich über Berg- und Tal. Noch viele Reste der Schwerindustrie sind sichtbar, nicht nur an verrußten Häuserwänden. Eine typische Pott-Stadt eigentlich, obwohl sie auch noch zu Südwestfalen gehört.  Sie ist wohl nicht der Anlaufpunkt für große Shoppingtouren – die Kommilitonen, die sich hier abends die Zeit vertreiben wollten, waren jedenfalls nicht sehr angetan. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich neben der Taxifahrt durch die Stadt nicht viel gesehen habe. Die FernUni selbst befindet sich nicht im Stadtkern. 
       
      Erreichbarkeit FernUni
      Vom Bahnhof aus ist die FernUni noch gute 4-5 km außerhalb (diverse Routenplaner werden sich da nicht so ganz einig) gelegen. Es gibt Busse, die dort hinfahren (allerdings teilweise mit Umsteigen verbunden – die busreisenden Kommilitonen fanden es nicht so prall) und etwa 20 Minuten brauchen. Zu Fuß kann man auch gehen und braucht etwa 40 Minuten (Zitat Kommilitone, der ansonsten Berufssportler ist). Eigentlich gehe ich auch furchtbar gerne zu Fuß und die Zeit macht mir auch nichts aus, jedoch nicht im achten Monat und auch nicht mit dicker Angina und schon gar nicht bei -4 Grad Tageshöchsttemperatur.
      Derlei Spekulationen habe ich mir gleich geschenkt und bin Taxi gefahren. Die Taxistände befinden sich vom Bahnhof aus links und benötigen gute 10 Minuten. Eine Fahrt kostet genau 12€. Habe vier Fahrten gehabt in den zwei Tagen und immer exakt diesen Preis bezahlt. Die Taxen fahren einen direkt bis vor die Mensa, wo das Hauptgebäude ist. 
      Die Rückreise von der FernUni zum Bahnhof ist schon etwas komplizierter. Die Busse fahren zu knapp, wenn man zwischen 18:05 und 18:30 einen Zug kriegen muss und einen eigenen Taxistand gibt’s dort nicht. Demnach mussten wir über „Taxiruf Hagen“ selbst ein Taxi ordern, welches auch tatsächlich 5 Minuten später da war (Anreiseweg wurde nicht berechnet)! Wir fuhren zum Teil zu viert oder zu dritt zurück, was die Fahrt natürlich sehr billig machte. Und so bekam wirklich jeder seinen Zug. 
       
      Unterbringung und Übernachtungsmöglichkeiten
      Für Leute, die von weit außerhalb kamen, kamen natürlich nur Übernachtungen in Frage. Derlei gibt’s in Hagen schon, auch in unmittelbarer Nähe: Das Campus-Hotel z.B. direkt gegenüber, welches beliebt war bei Leuten, die mit Familie angereist waren. Weiterhin gibt’s ja noch die Bildungsherberge, die sehr beliebt ist und preislich unschlagbar sein soll, aber mit 29 Zimmern natürlich schnell ausgebucht war (Sich auf die Warteliste setzen lassen lohnt sich, viele sagen kurz vorher nämlich ab wegen Krankheit etc.). Eine normale Jugendherberge soll auch noch existieren. Ich hatte auch mal kurz bezüglich Hotels geschaut und da gab es noch einiges zu haben, selbst in Business-Hotels mit vier Sternen ist was Günstiges zu haben, wenn man rechtzeitig bucht. Ein paar Angebote diesbezüglich hatte ich glaube ich über Trivago gesehen – gibt’s aber bestimmt auch bei ähnlichen Anbietern. 
      Im nächsten Beitrag gibt’s Infos zum Ablauf des Seminars ;-)