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Laborprüfung Molekularbiologie

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Marmotte

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So am Wochenende war ich mal wieder in Ellwangen zur Laborprüfung Molekularbiologie.

 

Beim PMT Studiengang ist es ja so, dass man für einige Module aus Naturwissenschaft, Produktion und Arzneimittelentwicklung Laborprüfungen ablegen muss, um zur Klausur zugelassen zu werden. Von den 7 Modulen habe ich aufgrund meiner Berufserfahrung aber 4 Labore anerkannt bekommen.

Die Labore finden immer in Ellwangen statt, was für mich eine Anreise von fast 4 Stunden und Durchfahrt Österreich (Vignette) bedeutet. 16 Uhr geht es Freitags los, bis ca. 21 Uhr. Am Samstag geht es dann von 8 bis 17 Uhr weiter. Meistens ist man aber schon etwas eher fertig.

Jedenfalls bin ich also Freitag nach Ellwangen gedüst. War auch rechtzeitig da und konnte mich im Hotel noch etwas entspannen. Wir waren nur 2 Teilnehmer, was sowohl Vor-und Nachteile hat. Die Experimente klangen super spannend. Ich war gut vorbereitet und habe mich wirklich auf das Labor gefreut. Am Ende war ich dann aber doch etwas ernüchtert.

 

Experiment 1: Konstruktion eines Vektors, der das Gen für das Grün-fluoreszierende-Protein der Qualle Aequoria Victoria enthält und Transformation von Escherichia coli.

Im Prinzip sollte das so funktionieren, dass man 2 Plasmide aufschneidet zusammen gibt und dann die Teile wieder verbindet. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bildet sich das gewünschte Konstrukt. Dann wollte man Escherichia coli Bakterien dazu bringen das neue Konstrukt aufzunehmen und das Fuoreszierende Protein herzustellen. Problem: Unser Vektorplasmid, also die DNA worin das Quallen-Gen eingebaut werden sollte war leer. Ohne diesen Vektor kann aber das Bakterium aber nicht wachsen, weil eine Antibiotikaresistenz auf dem Vektor sitzt und ohne diese die Bakterien im Selektivmedium mit Antibiotika nichts wachsen können. Dies ist übrigens eine der Erfolgskontrollen für das Experiment. Wir haben dann so getan als ob und zumindest in der Gelelektrophorese nachgewiesen, dass unser Plasmid A geschnitten wurde. Wir haben dann auch alle anderen Aktivitäten und Kontrollen durchgeführt und gespielt: was wäre wenn.... Unsere Professorin hat noch einen fertigen Vektor aus vorherigen Experimenten gefunden und wir haben dann versucht diesen in die Bakterien einzuschleusen. Doch auch hier konnten wir am nächsten Tag kein Wachstum feststellen. Da wir keine richtige Positivkontrolle hatten können wir nicht sagen ob es an den Zellen lag oder ob der Vektor vielleicht nicht in Ordnung war.

 

Experiment 2: Ein schon transformierter Stamm Escherichia coli sollte für uns die sogenannte Pfu-Polymerase produzieren, die wir anschließend isolieren wollten. Der Erfolg sollte mittels PCR und anschließender Gelelektrophorese überprüft werden. Problem: Die Bakterien sind nicht gewachsen. Unsere Professorin war schon seit Donnerstag dort um sie bis Freitag kultiviert zu haben, leider erfolglos. Das Wachstum haben wir bestimmt, indem wir die Trübung der Kultur gemessen haben. Damit wir überhaupt das Prinzip der Isolierung und Aufreinigung durchführen, hat unsere Professorin heimlich alte Kulturen zugefügt, damit wir Zellmaterial zum Isolieren und Aufschließen haben. Aber natürlich konnte hier bei der Kontrolle mit PCR kein positives Resultat erwartet werden. Leider hat auch die Positivkontrolle mit gekaufter Pfu-Polymerase nicht funktioniert was uns natürlich zu denken gab.

 

Zwar habe ich doch einiges aus dem Labor mitgenommen, etwas enttäuscht bin ich allerdings schon. Keine grün-fuoreszierenden Bakterien, keine vervielfältigte DNA - weder mit gekaufter noch mit selbst hergestellter Polymerase.

Der Bericht soll sich auf die Kontrollen fokussieren, die wir zwischen den einzelnen Schritten immer wieder gemacht haben. Aber auch hier ist vieles "hätte, könnte, sollte".

Ich habe den Bericht abgegeben und denke, dass es zum Bestehen des Labors sicher reicht. Alles andere hake ich jetzt hiermit ab und hoffe dass die nächste Gruppe mehr Glück hat als wir.


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4 Kommentare


Markus Jung

Geschrieben

Klingt mächtig kompliziert und so ganz kann ich mir nicht vorstellen, was ihr da gemacht habt - außer dass es nicht ganz so funktioniert hat, wie es eigentlich sollte.

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😂 für mich klingt das alles ganz logisch

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vor 53 Minuten, Marmotte sagte:

1f602.png für mich klingt das alles ganz logisch

Für mich auch :laugh:

Ich finde, so eine Beschreibung von einem Experiment klingt immer oftmals viel komplizierter als es dann in echt ist.

 

Laborpraktika Molekularbiologie hatte ich in Medizin auch schon. Sogar ganz ähnliche Versuche... Die Erfolgsquote war in unseren Seminargruppen auch nicht gerade berauschend - lag wahrscheinlich bei uns an einer Mischung aus teils unsterilen Arbeitsmaterialien, ungenauem Arbeiten und der geringen Probenmenge.

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Ich würde das auch gerne mal machen, mit mehr Zeit, so gut es geht sterilen Arbeitsbedingungen und der Möglichkeit mißglückte Versuche ordentlich zu wiederholen.

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      Ich bin aktuell wieder ganz der Alte und werde am Wochenende ein beachtliches Stück meiner Thesis fertig machen. Ich selbst darf mich nicht hängen lassen und habe zumindest im Vorfeld (auch in einem alten Blogbeitrag beschrieben) wirklich recht behalten mir diesen Betreuer auszusuchen und bin noch immer dankbar, dass er mich genommen hat und mir so den Rücken stärkt und mich motiviert.
       
      Desweiteren gibt es auch sonst noch Neuigkeiten, die Türe mir noch Wünsche zu erfüllen für die ich das Studium benötige, hat sich ein Stück geöffnet und eventuell kann ich da auch bald noch sehr schöne Neuigkeiten präsentieren. 2017 wird ein wichtiges Jahr um meine Zukunft zu gestalten. Ich werde dieses Jahr den Masterabschluß erhalten, ich werde vorraussichtlich das Promotionskolleg beenden um dann (wenn die Thesis Note passt) Ende 2017, Anfang 2018 Doktorant zu werden und beruflich werden sich (nach aktuellem Stand zum Bestandsjob) neue Türen öffnen. Es ist unglaublich wie schnell sich die Welt innerhalb ein paar Tagen drehen kann. Hoffen wir sie behält die Richtung bei.