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Jobwechsel und Pause vom Fernstudium


parksj86

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Mein vorerst letzter Eintrag beantwortet die Frage, was genau ich denn nun mache: Ich wechsle in den (Boulevard-)Journalismus. Zukünftig arbeite ich als Online-Redakteur für das Nachrichtenportal einer sächsischen Zeitung. Zu Beginn meines Studiums hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich einmal Nachrichten "mache", weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, einen Einstieg zu finden. Ich arbeite zwar seit mehreren Jahren als Redakteur und Texter, aber für eine Zeitung oder ein Magazin (egal ob Print oder Online) zu arbeiten, ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. In der Regel setzen Redaktionen ein abgeschlossenes Hochschulstudium sowie ein Volontariat bei einer Zeitung, beim Radio oder Fernsehen voraus. Ausnahmen bestätigen die Regel und in Online-Redaktionen geht es je nach Zielgruppe auch oft ein wenig lockerer zu.

 

Ich freue mich sehr, dass es mit der Stelle geklappt hat. Da ich ein Nachrichtenjunkie bin und täglich 5-6 Webseiten großer Tageszeitungen scanne (plus die Artikel, die mir über Twitter oder Facebook ins Auge fallen), bringe ich ideale Voraussetzungen für den Job mit. Außerdem bin ich ein guter Beobachter und sehr neugierig, was mir sicher helfen wird, stets gut informiert zu sein und mein Wissen in Form von Newsbeiträgen weiterzugeben. Mit diesen Argumenten konnte ich offenbar auch im Bewerbungsgespräch punkten, zumindest hatten meine Gesprächspartner und ich ein sehr intensives und flüssiges Gespräch. Schon nach wenigen Minuten waren wir in der Marterie drin. Das kam mir aber sehr entgegen, denn ich kann besser über Lokalpolitik, Sport und Gossip reden als mich in auswendig gelernter Selbstreflexion zu üben.

 

Auch für meinen beruflichen Werdegang sehe ich meine neue Stelle als Schritt nach vorn an. Im Rahmen meiner aktuellen Tätigkeit habe ich mich zuletzt immer stärker zum Generalisten und Projektmanager entwickelt, der neben der Online-Redaktion und dem Online-Marketing (SEO/Newsletter) immer mehr Aufgaben im klassisch kaufmännischen Bereich übernimmt (z. B. IT-Dienstleister steuern, vorbereitende Buchhaltung, Vertrieb, Reportings, Business Development etc.). Natürlich freue ich mich über so viel Vertrauen seitens der Geschäftsführung. Allerdings ist meine Kernkompetenz das Schreiben bzw. die Kommunikationsarbeit generell. Ich sehe meine berufliche Zukunft deshalb auch eher als reiner Online-Redakteur, Pressereferent, oder politischer Analyst etc. Der Wechsel bietet mir die Chance, mich in meinem angestammten Tätigkeitsfeld weiterzuentwickeln und eine sehr viel größere Leserschaft zu erreichen. Zudem habe ich bislang nur für kleine Unternehmen gearbeitet (5-25 Mitarbeiter). Mein neuer Arbeitgeber ist sehr viel größer und zudem Teil einer (für mich) riesigen Mediengruppe. Auch das ist für mich eine neue Erfahrung, auf die ich mich freue. 

 

Zum Schluss noch ein paar Worte zu meinem Fernstudium. Ich habe meinen Master erst einmal für ein Jahr auf Eis gelegt. Ich möchte mich zunächst voll auf den neuen Job konzentrieren, ohne abends und am Wochenende vor meinen Unterlagen zu sitzen und in Prüfungszeiten täglich den Kopf voll mit Lernstoff zu haben. Da sich auch meine Arbeitszeiten ändern, ist dies sowieso nicht mehr ohne Weiteres möglich. Bis jetzt ist vorgesehen, dass ich das Studium nach diesem Jahr ordentlich beende. Mir fehlen ja nur noch ein Schein und die Masterarbeit. Allerdings bin ich beruflich jetzt an einem Punkt angekommen, an dem mir eine solch zeitraubende Freizeitbeschäftigung wie ein Fernstudium im Weg stehen könnte. Es ist mir nicht mehr möglich, meine geistigen Kapazitäten ein bis zwei Wochen lang nur mit Lernstoff zu blocken. Andere Menschen können das sicher gut trennen, ich kann das nicht. Das ist eine Erkenntnis aus mehr als drei Jahren Fernstudium.

 

Ich werde mich also in knapp einem Jahr entscheiden müssen und mich spätestens dann wieder an dieser Stelle bei euch melden. Bis dahin sehen wir uns im Forum!

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5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

SebastianL

Geschrieben

Hört sich gut an, Glückwunsch dann zum neuen Job!

 

Was das Studium angeht, wenn Du nur noch einen Schein und die Thesis brauchst, dann würde ich das durchziehen!

Wäre schade so kurz vor dem Ziel "aufzugeben".

Es ist allerdings Sinnvoll sich bei einem Jobwechsel erstmal auf den Job zu konzentrieren und dann, wenn man fest im Sattel sitzt, an das Studium anzuknüpfen.

Ich denke aber, meist überschätzt man den Aufwand zur Einarbeitung. Man kommt i.d.R. mit der Wochenarbeitszeit hin. Selten muss man 5-10% Mehrarbeit in Kauf nehmen und wenn dann nur über einen sehr begrenzten Zeitrahmen. Kommt natürlich immer auf persönliche Rahmenbedingungen an, aber meist wird einem ja auch Zeit zur Einarbeitung gelassen, die man dann auch nutzen muss.

 

Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg!

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Danke, das ist auch der Plan bis jetzt. Um die Einarbeitung mache ich mir relativ wenig Gedanken, allerdings ändern sich meine Arbeitszeiten in Richtung Schichtarbeit. Da muss ich erst mal sehen, ob ich dann noch die geistigen und zeitlichen Kapazitäten habe, um mich für die Thesis in die Bibliothek zu setzen. Zuletzt habe ich mich auch einfach nur noch durchgequält. Darum ist das Jahr Pause aus meiner Sicht auch keine doofe Entscheidung. 

 

Wenn ich danach wieder einsteige, ziehe ich es auch konsequent durch. Eigentlich hatte ich ja auch mal von einer Promotion geträumt :)

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Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job! Das hört sich sehr interessant an.

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Klasse, dass es mit dem Job geklappt hat - Glückwunsch :).

 

Wenn du Lust hast, kannst du gerne während deiner Studienpause im Blog dann und wann mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern, wie dann künftig dein Arbeitsalltag aussieht.

 

Wirst du teilweise auch selbst vor Ort sein, oder primär vom Schreibtisch aus arbeiten?

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Klar, das kann ich gerne machen. Gibt hier ja den ein oder anderen Nutzer, der sich für Medienstudiengänge interessiert. Ich arbeite künftig in den Redaktionsräumen in Leipzig. Dort entsteht gerade eine neue Lokalredaktion mit Büroräumen usw. Ich bin selbst gespannt, wie es wird und werde berichten.

 

 

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