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Studienförderung über Deutsche Bildung geht das im Fernstudium

Ida_Pfeiffer

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...und lohnt sich das überhaupt. Manchmal folgt auf den Wunsch ein Fernstudium zu machen, die Ernüchterung der Kosten oder im Studium ergeben sich Umstände, die es notwendig machen sich um ein Stipendium oder eine Förderung zu bewerben. Doch leider ist die Stipendienlandschaft vielfach noch ausschließlich auf den Präsenzbereich ausgerichtet und wenn man sich sowohl aus politischen Förderungen raushalten möchte, als auch religiösen wird es schon schwierig.

 

Wer sich so ein bisschen durch meinen Blog gelesen hat, weiß ja auch, dass ich einiges Unternommen hatte, um nach einigen Rückschlägen vor Unterbrechung des Studiums das Studium aufrecht halten zu können. Leider bin ich bei den Stipendien rausgerutscht und zunächst auch bei der Deutschen Bildung 2013. Ein Jahr später habe ich mich erneut auf die Studienförderung beworben. Doch wie ist der Ablauf und worum handelt es sich eigentlich genau.

 

Die Deutsche Bildung ist eine Mischung aus Kredit und ideeller Förderung. Wird man in das Programm aufgenommen, wird eine Rückzahlvereinbarung über einen Zeitraum X mit Prozentsatz Y vom monatlichen Bruttogehalt festgelegt. Man kann immer zwischen drei Modellen wählen. 

 

Doch bevor es soweit ist steht da die Bewerbung. Das läuft alles über das Online Portal. Es sind nachweise über den Studiengang ebenso einzureichen, wie Infos darüber, was man mit dem Studiengang bzw. danach vor hat. Hat man die erste Prüfung erfolgreich durchlaufen und wird weiter zugelassen erfolgt ein persönliches Gespräch wo noch einmal Eignung, Motivation aber auch individuelle Aspekte zur möglichen Förderung geklärt werden.

 

Neben einer Einmalzahlung von Betrag X, den man über die individuelle Fördersumme festlegt erfolgt dann über einen Zeitraum X eine Monatliche Auszahlung. Dabei wird die genehmigte Fördersumme in monatlichen Tranchen bereitgestellt. 

 

Soweit so gut. Danach folgt das Angebot und man kann sich entscheiden. Doch was bekommt man in dem Paket. Nicht nur Geld sondern auch Webinare, Seminare ein jährliches Symposium, wie ich jetzt gesehen habe auch Bewerbungscheck und Bewerbungscoaching. 

 

Doch was ist, wenn der Rückzahlzeitraum beginnt und dann findet man keinen Job, beginnt einen Master oder wird wie ich während des Studiums krank. Ich bin zunächst in einen zweijährigen Zeitpuffer gerutscht, der für Berufsunfähigkeit, Krankheit, Jobverlust und Suche vorgesehen ist, in dem keine Raten fällig werden. Jetzt, als ich das Studium wieder aufgenommen habe, bin ich auf dem Papier ja im 10. Semester und somit für jemanden, der die Info "alles in Regelzeit" nicht hat, erst einmal deutlich über der Regelstudienzeit. Im September wäre ich obendrein auch noch am Ende des Zeitpuffers, der auch dafür greift, wenn man zu lange studiert, denn im Vertrag ist eine Überschreitung von max. einem Semester vorgesehen. Die Deutsche Bildung hat dann ein Sonderkündigungsrecht, dass die gesamte Fördersumme auf einmal in Rechnung stellt. Und nun?


Auch da hat sich die Deutsche Bildung, wie bisher immer sehr kulant gezeigt. Der Vertrag wird aktuell angepasst. Ich erhalte dadurch einen neuen Zeitpuffer, so dass ich auch ein neues Kapitel jetzt wirklich anfangen kann und nicht immer die Angst des fehlenden Zeitpuffers im Nacken haben muss. Auch habe ich nicht mehr den Druck wirklich im September fertig sein zu müssen, was für mich sehr positiv ist und etwas Entspannung reinbringt. Manchmal ist der Kontakt zwar etwas chaotisch (so waren mehrfach geschickte Nachweise nicht auffindbar) insgesamt aber doch persönlich.

 

Die Frage, die sich manch einer stellt ist lohnt sich das denn, oder zahle ich am Ende drauf. Nach meiner alten Vereinbarung und wäre alles gut gelaufen hätte ich das bei dem vorraussichtlichen Verdienst und dem Prozentanteil nicht getan sondern weniger zurückgezahlt, als ich erhalten habe bzw. maximal genau gleich. Jetzt musste ich mich entscheiden, was ich mache, lasse ich alles, wie es ist, habe aber keinerlei Puffer mehr oder nehme ich ein neues Angebot an. Da die Laufzeit insgesamt dadurch vom Zeitpunkt der Auszahlung gesehen länger ist, wird es sich dann leider nicht mehr so rechnen, wie ursprünglich, sondern egal wie viel oder wenig verdiene, werde ich leider einen guten Batzen oben drauf legen müssen.

 

Eine solche einkommensabhängige Förderung birgt also auch Risiken, die mit in die Berechnung einfließen sollten. Nun muss es ja nicht jedem so ergehen, wie mir, dass am Ende dieses Szenario eintritt und man die Förderung umstellen muss. Rückblickend kann ich als Fazit nur sagen, dass ich mich auch wieder auf die Förderung einlassen würde. 


Doch da wäre noch die Frage, was ist denn wenn ich einen Master machen wollte, wie sieht es dann aus, dann Verdiene ich ja vielleicht nicht so viel oder kann nicht so viel zurückzahlen und dann ist der Puffer schon wieder um. Nein das ist er nicht. Die Deutsche Bildung unterstützt die weitere Bildung der geförderten. Und das heißt, während eines Masters würde alles einfach pausieren ohne dass man in den Zeitpuffer rutscht. Im Gegensatz zum KfW ist das Wirklich ein Vorteil, denn beim Bildungskredit interessiert es keinen, was nach der Förderung kommt, sondern nur, wann Zeitpunkt x nach Ende der geförderten Maßnahme ist.

 

Was man sich bei der Deutschen Bildung bewusst machen sollte ist, dass es sich um eine längerfristige Bindung handelt (Rückzahlung über X Jahre zum Prozentsatz X) es aber eben Mechanismen gibt, die dafür sorgen, dass die Rückzahlmodalitäten sozial verträglich sind und auch Situationen berücksichtigen, die eben passieren können, wie Jobverlust, zu geringer Verdienst, Krankheit oder das Masterstudium. 

 

Mein Fazit: Eine gute Alternative zum Studienkredit der KfW mit einem guten Portfolio an Individueller Förderung und sich den Bedürfnissen des Studierenden anpassend, ABER eben ein Arrangement auf Zeit, dass sich gerade, wenn eine lange Krankheit dazu kommt am Ende ggf. nicht Rechnet, sobald man aus der Rückzahlphase rausrutscht, das sollte man einfach im Hinterkopf behalten und doch auch da wird man nicht alleine gelassen. Ach ja, über die Rückzahlung erfolgt die Vergabe der neuen Förderungen, also sehe ich es jetzt als eine Investition in die Bildung von Menschen, die vielleicht nur so ein Studium stemmen können :D

 



5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Vielen Dank für deine umfangreichen Erläuterungen  zu dem System. Also handelt es sich hier im Grunde um einen Studienkredit?

 

Weißt du, wer hinter der Deutsche Bildung AG steckt? Ist das ein für sich agierendes kommerzielles Unternehmen? Oder steckt da eine Bank hinter? Oder sind ggf. sogar staatliche Stellen beteiligt (wird ja so ein bisschen durch das "Deutsche" suggeriert - ich vermute allerdings, dass das eher Marketing ist ;))?

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Neun es ist kein Kredit und auch keine Bank. Um es leichter zu machen hier ein paar kurze Infos

 

1. Wer ist die Deutsche Bildung:

  • Unternehmen, das sich auf Studienförderung spezialisiert hat.
  •  Zur Studienförderung gehört das Förderprogramm WissenPlus, das Studenten von A bis Z unterstützt: Beim erfolgreichen Studieren. Beim Kontakte knüpfen und Bewerben. Und beim Berufseinstieg.
  • keine Bank. Das Geld für die Studienfinanzierung wird aus Studienfonds bereitgestellt. An diesem Studienfonds beteiligen sich Investoren, die sich für Bildung engagieren. Derzeit sind das fünf Unternehmerfamilien.
  • Das Unternehmen Deutsche Bildung ist die Schnittstelle zwischen dem Studienfonds und den Studenten. Sie wählen die Studenten aus. Betreuen die geförderten Studenten während ihrer Förderzeit. Und organisieren die Rückzahlungen an den Studienfonds, um wieder neuen Studenten ihren Traum vom Studium zu ermöglichen - unabhängig vom Einkommen der Eltern.

2. Fördert die Deutsche Bildung Fernstudierende

  • Ja, Staatlich anerkannte Fernstudiengänge mit einem akademischen Abschluss ab dem dritten Semester.

3. Ist die Förderung Zweckgebunden

  • Jaein.
  • Das Geld nach eigenem Ermessen für alle Kosten verwenden werden, die rund um das Studium entstehen: Lebenshaltungskosten, Studiengebühren, Lernmaterialien oder studienbezogene Umzüge.

4. Ist die Förderung vom Einkommen der Eltern abhängig

  • nein
  • Herkunft oder das Einkommen der Eltern spielen keine Rolle.
  • Man braucht für die Rückzahlung auch keine Bürgen

5. Kann ich das von der Steuer absetzen?

  • Die Studienförderung  der Deutschen Bildung zählt als "Kosten für das Studium". Diese können  von der Steuer abgesetzt werden, das heißt: Einen Teil zurückbekommen.

  •  

    Die Höhe der Rückerstattung hängt vom späteren Einkommen ab und weiteren Kosten, die man geltend macht.

    Zitat

    Unsere Erfahrungen mit geförderten Absolventen haben gezeigt, dass die Rückerstattung zwischen 6 und 22 Prozent der gesamten Rückzahlsumme lag. Die Anerkennung hängt auch vom zuständigen Finanzamt ab. 

     

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vor 14 Stunden, Ida_Pfeiffer schrieb:

es ist kein Kredit

 

Es funktioniert wie ein Kredit winking face.

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vor 2 Stunden, Markus Jung schrieb:

 

Es funktioniert wie ein Kredit winking face.

Ich mag jetzt nicht diskutieren, ist mir auch zu mühseelig, aber ein Kredit ist nun mal anders, auch sind es flexible Raten verdiene ich mehr zahle ich mehr verdiene ich weniger zahle ich weniger zurück, hat sich während der Rückzahlphase mein Einkommen verändert habe ich z.B. weniger verdient als der Berechnung für die Rate zugrunde lag, wird die Differenz wieder zurück an mich ausgeschüttet.


Auch ist das Bewerbungsverfahren nicht das eines Kredits. Ich denke, dass es natürlich schwer ist erst mal zwischen einem Studienfonds und Studienförderung und Krediten wie der KfW zu unterscheiden. Da ich aber letzteres für die Krankenpflegeausbildung hatte und somit beides hab kann ich nur sagen ein Bildungskredit funktioniert definitiv anders.

 

ABER es ist eben auch kein Stipendium wo ich nichts zurückzahle. Man muss das einfach vorher wissen. Einen Kredit kann ich in der Rückzahlung auch nicht einfach von der Steuerabsetzen. Das am Rande. Ideelle Förderung gibt es meist auch nicht und auch nicht, dass dieser sich so sozial anpasst, wie in dem Model. Natürlich kann es sein, dass man ordentlich drauf zahlt, weil man viel verdient. Aber auch anderes ist denkbar.

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Danke für deine zusätzlichen Erläuterungen.

 

Ich stimme dir zu, es gibt Abweichungen zu einem klassischen Bankkredit, was die Rahmenbedingungen und Rückzahlungsmodalitäten etc. angeht. 

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