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MBA Review: über Ziele und Zielgruppen

Lernhilfentk

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So mittlerweile habe ich mich im Hintergrund etwas strukturiert, und ich hoffe, es kann jetzt geschmeidig losgehen...

 

Heute was zum Ziel und Zielgruppe des Studienganges. Der geneigte Leser wird feststellen, irgendwas ist da von BWL doch hängen geblieben. Wir betreiben also erstmal etwas Marktforschung und gehen mal auf die benannte Zielgruppe des Studienganges ein, und die Realität, dann das Ziel, und dann was damit so in der Realität passiert ist.

 

Die Zielgruppe:

In der Theorie: Unternehmer und Führungskräfte. Erster Studienabschluss erforderlich, Berufserfahrung, ein Projekt für das Studium und, man muss Leitung/ Führungskraft sein.

 

Bewertung: Macht auf jeden Fall Sinn. Allerdings ist die Hochschule eher im ländlichen Raum angesiedelt, es gibt viele Familienunternehmen, aber auch mittelständische Firmen in der Region. Der Markt für den Abschluss "MBA" muss da zum Teil erst geschaffen werden, so denke ich jedenfalls, auch wenn die Unternehmen vielfach zu den "Hidden Champions" gehören und oft auch auf dem Weltmarkt agieren.

 

In der Praxis: Ein Geschäftsführer, dann noch 8 weitere Studenten, von denen zwei im Laufe des Studiums abgesprungen sind. Die übrigen Studenten hatten alle den Begriff "Leitung" oder "Manager" im Namen. Von Mitarbeiterverantwortung für knapp 50 Leute bis hin zu Stellvertretende Leitung in verschiedenen Branchen war da alles dabei. Unterschiedliche Vorbildungen: Studenten der BWL, aus dem technischen Bereich, Pflege und eben Soziale Arbeit. Aus Unternehmen, in denen BWL und Management schon lange etabliert sind, bis hin zu denen, bei denen das noch nicht so ist. Also eine sehr bunt gemischte Truppe, die wirklich sehr verschieden vom Ausgangspunkt war.

 

Bewertung: Leider hat heute ja so ziemlich jeder den Begriff "Leitung" oder "Manager" im Namen. So war dann auch die Ausgestaltung in unserem Kurs sehr unterschiedlich. Und wenn man dann in Pausengesprächen auch noch mitbekommt, das manche Kommilitonen ihren Aufgabenbereich möglicherweise eher euphemistisch darstellen, und in der Fremdeinschätzung wahrscheinlich eher als Angestellter wahrgenommen werden würden... wird es dann interessant, wenn diese Truppe sich mal in der Vorlesung gemeinsam austauschen soll zu den im MBA präsentierten Lehrinhalten. Oder wie da der Austausch zu den Prüfungen gut gelingen kann. Ich nehme es mal vorneweg, es hat in diesem Kurs nicht gut funktioniert.

Mein Eindruck auch, dass manch einer gar keine Grundlagen hatte, um sich in Führung einzudenken, insbesondere im Bereich Mitarbeiterführung. Da diskutiert man dann über Dinge, bei denen jeder, der einen Betriebsrat oder ähnliches sein eigen nennt, weiß, brauche ich nicht zu diskutieren, kriege ich in der Realität einfach nicht umgesetzt (z.B. bestimmte Formen der Mitarbeiterbewertung).

 

Also daher: Grundsätzlich guter Ansatz, einen Studiengang für Führungskräfte anzubieten. Wird aber durch die aktuelle Praxis in Unternehmen, Titel zu verschleudern, leider völlig unterlaufen. Da müsste im Auswahlgespräch mehr gesiebt werden. Kann aber zum einen nicht wegen dem noch nicht existierenden Markt, siehe Teilnehmerzahl, zum anderen, ländlicher Raum: Man kennt sich ja auch. Kann man da wirklich jemanden ablehnen, der aus der Firma kommt, wo man mit dem Geschäftsführer vielleicht per Du ist?

 

Ich würde mir hier auf jeden Fall mehr Profilschärfe wünschen. Dazu ist es aber notwendig, sich nochmal über die Zielgruppe Gedanken zu machen. Meine Meinung: Das mit dem Führungskräfte-Ding macht zumindest zum jetzigen Zeitpunkt dort vor Ort keinen Sinn. Ich denke sogar, dass der Punkt dauerhaft relativ bescheuert ist. Stattdessen lieber für alle aufmachen, und dann den Stoff auch so ausrichten.

 

Das Ziel:

In der Theorie:

- persönliche Weiterentwicklung

- Wissen erwerben: betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, Projekte managen, Prozesse verstehen, Handlungsfähigkeit erlangen

- Netzwerk erweitern

- Wertschätzung durch höheren Abschluss

- Praktische Umsetzung des gelernten bereits im Studium bzw. Wissenstransfer, ins Unternehmen

 

Bewertung:

In diesem Punkt halte ich mich mal noch etwas zurück. Denn das ganze wird ja durch das gesamte Studium erbracht, und das werde ich ja noch in weiteren Schritten ein bisschen genauer betrachten. Klingen tut sowas ja immer schön:-)

Netzwerk und Praxisbezug waren für mich Hauptbeweggründe, dieses Studium zu wählen.

 

Was ich schon mal sagen kann, Netzwerk habe ich erweitern können. Wir haben auch theoretisches Wissen erworben, und vieles besprochen.

Persönliche Weiterentwicklung, da habe ich eben die Erfahrung gemacht, das mich der Austausch mit anderen da immer sehr viel weitergebracht hat (an dieser Stelle kann auch noch mal gerne nach oben gescrollt werden :8_laughing:) . Wertschätzung durch höheren Abschluss, man wird sehen... im Moment mache ich häufig noch die Erfahrung, dass vielen Mitmenschen in freier Wildbahn (Profs der HFH zählen jetzt mal nicht) gar nicht so genau wissen, was das nun ist, so ein Master. Also Familie, bei mir auf Arbeit ... gut da ist auch der MBA im Sozialen Bereich so eine Sache, läuft da auch nicht jeden Tag einer rum....

 

Zur praktischen Umsetzbarkeit habe ich mich ja schon in einem Forum geäußert, aber hier auch noch ganz kurz:

Faktisch sitze ich heute in bestimmten Gremien, und kann das theoretisch erworbene Wissen nicht wirklich umsetzen. Meines Erachtens liegt es an der Form/Methodik der Wissensvermittlung. Die hängt aber wiederum an der Unterschiedlichkeit in Zielen und Zielgruppe zusammen... Also daher wichtig, diese zu verstehen.

 

In der Praxis:

Zunächst möchte ich aber an dieser Stelle noch mal auf die Unterschiedlichkeit bei den Kommilitonen eingehen. Die haben in der Realität nämlich sehr unterschiedliche Ziele gehabt. Ich versuche es mal so gut als möglich wiederzugeben:

- Titel erwerben

- Mehr Geld

- in der Zukunft Verantwortung übernehmen

- in der Zukunft mehr Verantwortung übernehmen

- in der Zukunft mehr Verantwortung übernehmen müssen

- mal über den Tellerrand schauen (ich z.B., weil sonst hätte ich das ganze ja auch Sozialmanagement machen können)

.....

 

Gepaart mit den unterschiedlichen Vorkenntnissen, sieht man schon, ist der Grundstein für spannende Vorlesungen gelegt, zumal sich das Institut auf die Fahnen geschrieben hat, auf Kundenwünsche einzugehen. Wie macht man das also, wenn die Kunden so weit auseinanderliegen? Wenn der eine sagt, Mensch, heute ist mir das schon wieder zuviel Input gewesen in der Vorlesung, will ja nur den Titel. Der nächste sagt, kenne ich schon alles. Und der nächste sagt, hab ich noch nie gehört.

 

Theoretisch braucht es da ein klares, transparentes Vorgehen, wie man zu den Entscheidungen kommt. Maßgabe wäre ja eigentlich der Modulkatalog. 

(Bewertung: Der ist aber, wenn ich den von Steinbeis mit beispielsweise BASA-online vergleiche, eher spärlich. Da steht für uns Studenten einfach nur der Titel des Moduls. Das Institut hat sich noch die Mühe gemacht, einzelne Inhalte in der Hochglanzbroschüre genauer aufzuführen. Dennoch, mehr sehe ich da nicht. Scheinbar gibt es da auch was für die Institute, ich hatte das aber nie gesehen.)

Da gibt es dennoch wohl Spielraum, und innerhalb dessen durften wir eben Wünsche formulieren.

 

Bewertung - auch wenn die weiter oben schon drin war:

Wie schon gesagt, da bräuchte es ein klares, transparentes Vorgehen. Denn Ziele von Studierenden werden immer unterschiedlich sein.

Zunächst sollte mal der Modulkatalog offen gelegt werden. Ein paar Ziele und Überschriften von Modulen und Themen reichen meiner Meinung nach nicht aus. Von Basa und Telekolleg, aber auch von der HFH bin ich gewohnt, das ich gesagt bekomme, was ich nach dem Modul jeweils kann. Auf der Homepage der Apollon steht das bei jedem Einzelzertifikat. Also sprich, die Kompetenzen offen legen. Sollte meines Erachtens bei einem Projekt-Kompetenz-Studium übrigens drin sein.

Dann die Inhalte, mit denen das erreicht werden soll - und dann kann ich ja als Student sagen, hoppla für mich ist das nicht stimmig, auf dem Weg erlange ich die Kompetenzen aber nicht.

Ich hatte das auch mal angesprochen an der Hochschule, und hatte auch exemplarisch mal gezeigt, wie das Basa löst - keine Reaktion. Zum Thema Kritikfähigkeit - später natürlich mehr...

 

So ist dann leider bei mir ein unschöner Eindruck hängen geblieben. Mein Eindruck war, das Kommilitonen mit engerem Kontakt zum Institut (enger auch in Bezug auf den Arbeitgeber, siehe oben), häufiger zuerst vor der Vorlesung gefragt wurden, was inhaltlich gemacht werden sollte - sofern es eine Abstimmung im Vorfeld gab. Wie gesagt, ein ganz persönlicher Eindruck, genährt durch Formulierungen wie "Herr ... hat vorgeschlagen, wir könnten noch das Thema ... anschauen". Dann gab es noch Abstimmungen im Vorfeld, bei denen uns Überschriften, aber kein Kompetenzerwerb dargelegt wurde - hat das eigentlich den Begriff Abstimmung verdient? (übrigens, angesprochen, keine Reaktion vom Institut, stattdessen ausgelacht worden von Kommilitonen - wieder keine Reaktion vom Institut. Wenn da steht M&A, dann denke ich ist die Frage gerechtfertigt - abgesehen davon das jede Frage grundsätzlich okay ist- was ich nach der Vorlesung kann: Durchführung, wissen auf was ich achten muss wenn´s mir passiert, kann ich da jemand beraten, oder kenne ich die Definition? Weshalb da gelacht wurde mit dem Hinweis, da steht´s doch...naja. Zielgruppe halt).

Weiterhin war mein Eindruck, dass das eigentliche Entscheidungsverfahren nicht klar geregelt war. Der der am lautesten schreit, bestimmt was läuft?

Wie ist das mit Mehrheitsentscheidungen, wenn dann einer oder zwei von sieben abgehängt werden - bei immerhin 20.000€ Lehrgangsgebühr?

 

FAZIT: Klarere Zielgruppe, transparentes Vorgehen tun Not. Nennt man das nicht auch Marketing?;) Gut das wir das im Unterricht hatten. Irgendwie hätte ich erwartet, dass die Hochschule das auch betreibt. Ob das ein reines Problem des Institutes ist, kann ich so nicht beurteilen. Die haben sich den MBA ja auch quasi eingekauft. Könnte also sein, dass das Thema Zielgruppe ein SHB- Thema, zumindest im MBA ist.

Das Thema Abstimmungsverfahren ist sicher ein Thema des Institutes. Denn die schreiben sich das ja auf die Fahnen mit den Kundenwünschen.

Im Bachelor haben die das Problem so sicher auch nicht, da ist ja klar, die Leute sind in ihrer Unkenntnis nicht so stark ausdifferenziert. Daher werden die Wünsche nicht so stark auseinandergehen. Aber im MBA, da sieht es einfach anders aus....

 

Ich denke man sieht da schon, wo die Probleme im weiteren gelegen haben könnten....



3 Kommentare


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Danke für deine Bewertung. Wenn ich es richtig verstanden habe stört es dich, dass die (obwohl sehr kleine) Studierendengruppe sehr heterogen war, sowohl was die Vorkenntnisse als auch was die Ziele mit dem Studiengang anging und dass auf Wünsche der Studierenden nur sehr einseitig eingegangen wurde. Passt das so in etwa?

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Und wie geht es dir mit deinem Abschluss? Du hast ja schon geschrieben, dass du mit der Note nicht so ganz zufireden bist, weil du sie nicht nachvollziehen kannst. Habe ich das richtig interpretiert? Aber bist du im Großen und Ganzen zufrieden, dass du dich für einen MBA und nicht für einen anderen Master entschieden hast, auch wenn es bei der Uni jetzt nicht so ganz passend war?

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@Markus: in diesem Blogeintrag ja. Allerdings kommt da noch ein ganzer Rattenschwanz hinterher, und das genannte Thema ist eigentlich so eine systematische Ursachensuche für die entstandenen Probleme.

 

@Lumi: Nach wie vor wie gehabt geht es mir mit dem Abschluss, wobei ich mich mittlerweile etwas abreagiert habe, und daher auch sicher differenzierter und wertfreier schreiben kann. Klarer wird es mit den folgenden Blogbeiträgen, an denen man sicher auch sehen kann, was da eigentlich alles schief gelaufen ist. Und von daher: ich glaube die Formulierung "nicht nachvollziehen" trifft es nicht ganz. Ich behaupte, wäre weniger schief gelaufen an der Hochschule, hätte ich bessere Leistungen bringen können.

MBA vs. Master, ich denke das muss die Zeit zeigen. Ich habe jetzt ja auch keine direkten Auswirkungen im Job durch den Master, daher kann ich da jetzt auch nicht wirklich was zu sagen...ich persönlich glaube an den Wert, wobei der Master of Arts bei uns einfach üblicher ist. Ich setze aber eben darauf mich von der Maße abzuheben...man wird sehen ob das funktioniert.

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