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Motivationsloch? - Pessimissmus den Kampf ansagen

Ida_Pfeiffer

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Was meint ihr, wenn man so überlegt, was stellt den häufigsten Grund dar, dass Menschen ihre gesteckten Ziele, Wünsche und Träume (sofern sie realistisch sind und durch eigenen Antrieb erreicht werden könnten) nicht erreichen? Es ist eine ganz einfache Antwort und gibt im wesentlichen zwei Gründe, von denen ich vermute, dass sie auch der Species Fernstudierender, Fernlerner, Fernabiturient nicht fremd sind. 

 

  1. Szenario: Voller Entschluss, Elan und Freude hat man sich angemeldet zum Fernabi, Hobbykurs, eine Sprache soll es sein, der Bachelor, der Master, eine Weiterbildung. Man ist angenommen worden. Es kommt der Brief mit den Zugangsdaten zum Campus und dann "DING DONG" steht er da, mit einem großen Paket in der Hand - der Paketbote (mit dem du übrigens über die nächsten Monate und manchmal Jahre ein turnusmäßige Freundschaft eingehen wirst). Aber zurück, er steht da und da hast du es in der Hand, dein ERSTES Studienpaket. Feierlich machst du es auf, schaust alles an, freust dich und dann? .... DANN fängst du einfach nicht an. Jeden neuen Tag denkst du morgen ist auch noch ein Tag und ich habe ja auch noch Monate und Jahre Zeit um das alles zu schaffen.  
    Zwei Gründe warum ein Vorhaben scheitert
    Der erste und einer der Häufigsten Gründe warum ein Vorhaben scheitern, ist dass einfach die Motivation fehlt zu beginnen. Morgen halt und Übermorgen ist ja auch nur das Morgen von Morgen. 
  2. Szenario: Es läuft. Mittlerweile kennst du den Paketboten beim Namen und überlegst dir schon, wie du dich für seine langen treuen Dienste bedankst und ob das herangewachsene Sixpack wohl mit deinem Studium oder Kurs zusammenhängt. Und während du so nachdenkend in die Luft starrend durch die Gegend läufst, stolperst du über das letzte Paket, brichst dir beide Arme, der Laptop ist hin, und das Hauptventil vom Wasserhahn hast du mit dem dir aus den Armen fliegende Studienpaket auch noch getroffen und deine ganzen Materialien sind unbrauchbar. Tja da hilft wohl nur erst mal eine Pause, bis alles wieder in Ordnung ist. Aus einer Woche werden zwei, drei, vier,  Grund 1 setzt ein, fünf, sechs, sieben, acht Monate.

    Der zweite Grund, warum ein Vorhaben auch bei anfänglicher Motivation hoher Motivation und guten Leistungen scheitert ist, dass die Motivation fehlt, weiter zu machen wenn es schwierig wird. Und schon beginnt er der Kreislauf aus Grund 1 und Grund 2 (siehe Grafik - Eigene Darstellung)

 

Da stellt sich ja dann die Frage und nun? Wie schaffe ich es denn entweder anzufangen oder durchzuhalten. Als ich im vorherigen Blog so leichtfertig geschrieben habe, dass ich das mal eben hier aufschreibe, habe ich mich das auch gefragt. 

 

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt dabei vermutlich die Frage: 

WARUM habe ich mich für das Studium, den Kurs, das Abi im Fernlernmodus entschieden bzw. überhaupt entschieden? 

  1. Bewusste Entscheidung
  2. Schnellschuss
  3. Gruppendynamik
  4. Das macht man heute so
  5. Familie, Arbeit etc. alles muss unter einen Hut passen
  6. Ergänzung zu meinem Beruf
  7. Kosten
  8. Dann habe ich mehr Freizeit
  9. ....

 

Auch ist die Frage von Bedeutung, ob es für einen persönlich überhaupt der richtige Weg ist. Das richtige Medium etc. Dazu sei an dieser Stelle auf die Checkliste Fernstudium von Fernstudium.de . Auch kann gerade bei der Frage der persönlichen Motivation und Willensstärke  auf den Willenstest der FUH hingewiesen werden.

 

Nach einem guten Start ins Fernstudium mit einigen Höhen und Tiefen, stand ich jetzt Anfang des Jahres immer wieder vor der Frage, weiter machen oder einfach als gescheitert abhaken. Als dann der Entschluss war weiterzumachen, ging es um die Frage, wann soll es los gehen. Und als auch das Formal geklärt war, hieß es wo sind bitte die Hefte und wie mache ich das jetzt. Nach zwei Jahren ist das Unterstützungsnetzwerk weg, die Studierenden sind oftmals weitergezogen, wie ging das noch mal mit dem Schreiben und kann ich das überhaupt noch ich möchte doch ERFOLGREICH sein.

 

Aber Moment mal, was heißt das eigentlich. Erfolg oder erfolgreich und wie kann mich das motivieren (wieder) in den Tritt zu finden. Bin ich mir meiner Motive bewusst und habe ich eine Entscheidung getroffen, egal welcher Art wird es notwendig das Ziel auszuloten. Aber was genau nehme ich. Oftmals legt man erst einmal Fest "Ein ERFOLGREICHER Abschluss". Aber was bedeutet für mich Erfolg, woran messe ich diesen?

 

Vielleicht nehme ich die gesellschaftliche Perspektive: Ich bin erfolgreich, wenn andere das so sagen und anerkennen - rein extrinsisch. Oder Erfolg ist, wenn ich danach ein gutes Einkommen habe, mir etwas Leisten kann. Und während ich da so lang gehe stelle ich fest, ja vielleicht erreiche so was, aber bin ich glücklich? Zufrieden? Oder muss ich noch höher schneller und weiter? Bin ich nur dann erfolgreich ich Studium, wenn ich von Tag eins zu den besten meines Studiengangs gehöre.

 

Ich denke, ihr merkt, worauf ich hinaus möchte. So eine Einstellung kann ein richtige Motivationsbremse sein. Okay magst du denken, aber ich möchte doch Erfolg haben, was ist es dann?

 

relaxing-hammock-beach.jpg.4de4899c43fd851c7c9b1c49381c0588.jpg(Quelle Bild)

Dazu habe ich eine ganz persönliche Aufgabe für dich, die dir auch vielleicht dabei helfen kann, dem Grund auf die Schliche zu kommen, warum deine Motivation gerade in der Karibik unter Palmen liegt und den Rückflug auf unbestimmte Zeit verschoben hat. Stelle dir doch einfach einmal vor Erfolg wäre so sicher wie ein bestimmtes Gefühl, nach dem du dich sehnst? Was wäre dann deine ganz persönliche Definition von Erfolg.

 

Bei mir war es "Erfolg ist, wenn ich zufrieden bin, mit Freude auf die Zeit zurückblicken kann egal, ob ich das von mir gesteckte Ziel als Erste erreiche oder lange nachdem der Vorletzte durch das Ziel gegangen ist. Es ist nicht abhängig davon, wie stolz jemand anders auf mich ist, sondern nur wie stolz ich auf mich selber bin. Es ist Selbstachtung und der Wunsch sich selber in dem wiederzufinden, was ich tue."

 

Das ist meine persönliche Definition, die mich jeden Tag motiviert. Ich habe mich mittlerweile abgekapselt, von dem Gedanken, dass ich zwei verloren Jahre im Studium hatte und mein Abschluss vielleicht nicht die gleiche Wertigkeit hatte und war so einfach frei, wie am ersten Tag, neu die Motivation zu finden anzufangen. Dabei haben mir ein paar Schritte geholfen. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei, das dir hilft nicht Übermorgen als das Morgen von Morgen zu sehen.

 

  1. Überprüfe, ob das gesteckte Vorgaben, wirklich auch dein eigenes Ziel ist. Ob es etwas ist, was du dir überlegt hast, abgewägt hast und möchtest.
     
  2. Positives, zielorientiertes Denken - und das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Als Forscher Hoffnung definierten und das ist nuneinmal positives Denken, stellten sie heraus, Hoffnung habe mit der Überzeugung zu tun, dass man es schafft, seine Ziele zu erreichen (Hoffnungstheorie aus der Psychologie)
     
  3. Ja..., aber Liste:  Ich  bin mir sicher, dass es nicht nur mir so geht, dass egal, welches Ziel ich mir setze es irgendwo diesen Gnom gibt der sagt. Ja, aber aus den und den Gründen wird das nichts. Und ratet mal was seine Hauptnahrung ist? Richtig er knuspert gerne Motivation und das ununterbrochen. Um diese Zweifel ein wenig auszuräumen, kann man eine "Ja, aber  - Liste" machen. Setze dich hin und schreibe alle Gründe auf, warum du denkst, dass du dein Vorhaben nicht, oder nicht mehr erreichen kannst. Und dann finde "aber Gründe" die das widerlegen. Als Bsp. Grund warum ich das nicht kann: Ich bin zu alt um noch mal zur Schule zu gehen. Die "Ja, aber" Antwort: Ja, ich bin älter, ABER meine Lebenserfahrung und berufliche Erfahrung sind eine Ressource, die mir in der erfolgreichen Bewältigung des Studiums helfen können.  Vermeintliche Schwächen in Stärken umwandeln kann einfach so motivierend sein.
     
  4. Willenskraft, also der feste Wunsch und die Entschlossenheit die gesteckten Ziele anzustreben und zwar weil ICH das möchte, nicht irgendwer von mir erwartet (außer ich selber)
     
  5. Bereits zu Beginn, verschiedene Wege überlegen mein Ziel zu erreichen , so dass, wenn meine favorisierte Methode (Studienform, Studiengang, Hochschule, Fernakademie, Lernform, Klausurform) vielleicht nicht funktioniert, ich die Möglichkeit habe, es mit einer anderen zu versuchen, ohne direkt dem Gefühl versagt zu haben oder bei null anfangen zu müssen zu haben. Denn auch wenn sich dieses Aufdrängt darf man nicht vergessen, dass Lebenserfahrung einen nie ganz an den Anfang zurücksetzt, sonder nur an die letzte Weggablung. Vielleicht muss ich mich fragen, ob mein Ziel so, wie ich es heute geplant habe realistisch ist. Wenn nein, dann muss ich vielleicht erst ein Zwischenziel plan.
     
  6. Planvoll vorgehen. Bevor du direkt das große ganze sieht's, was bei einem akademischen Vorhaben teils unüberschaubar sein kann, wenn sich mit schrecken fragt, werden jetzt alle Pakete so groß, wie soll ich das nur schaffen? Dann stecke dir doch für das reine Anfangen einfach ein kurzfristiges Ziel. Vielleicht nur für die nächste Woche. Dabei könntest du folgendermaßen vorgehen
    a - Ziel aufschreiben (z.B. Kapitel 1 lesen und die Übungen bearbeiten)
    b- Enddatum festlegen (Ein Ziel ohne Zeitvorgabe gleicht nämlich eher einem Wunschtraum)
    c- Einzelne Schritte zum Ziel überlegen (Kapitel eins hat 7 Unterkapitel mit jeweiligen Zwischenübungen. Jeden Tag bearbeite ich ein Unterkapitel mit den Übungen)
    d- Hindernisse einkalkulieren (Welche Störungen können passieren, was ist wenn sich mein Dienstplan ändert, die Kinder krank werden oder unerwarteter Besuch kommt? Welche Strategien habe ich dann)
    e- optional mache einfach einen Vertrag mit dir, als kleine Verpflichtung.

 

Es gibt sicherlich noch vieles andere ergänzende und fühlt euch frei, eure Motivationsbooster in das Kommentarfeld einzutragen. Jedes Mal, wenn du überlegst aufzugeben oder dich einfach hinzusetzen, weil du glaubst das Ziel ist unerreichbar. Geh noch einmal in dich und überlege, warum du bereit warst loszugehen und dann steh auf und geh los.



2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Vielen Dank für deine umfangreichen Überlegungen, die sicherlich für viele Denkanstöße bieten können, die gerade im Motivationsloch festhängen.

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Ich hänge gerade tief im Motivationsloch. :o Ungeliebte Hausarbeiten treffen auf einen erschöpften Geist & verletzten Körper. Manchmal muss man auch einfach etwas geduldig mit sich sein und abwarten können, bis die Ressourcen wieder voll sind. Aber das muss ich dir ja glaube ich nicht erzählen...^_^ Auf jeden Fall hat mir die von dir zusammengestellte Checkliste geholfen, festzustellen, dass eigentlich motivationstechnisch alles im grünen Bereich ist. Dann kann ich hoffentlich bald wieder loslegen.

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