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...TROTZ Unmöglichkeiten

Ida_Pfeiffer

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“Hindernisse sollten Dich nicht aufhalten.

Wenn Du gegen eine Wand läufst, dreh Dich nicht um, gib nicht auf.

Finde heraus wie Du darüber klettern, hindurchgehen

oder außenrum gehen kannst.”

– Michael Jordan

 

Nach dem letzten Blog, ist es ja sehr still gewesen. Und ja @Tobse genau an die Filmszene hatte ich mich erinnert. Ich weiß jetzt auch, wie sich in Ping Pong Ball auf der Tischtennisplatte oder der kleine Ball im Kickertisch fühlt. 

 

Ich war wirklich einfach nur noch verzweifelt, da so etwas wie ein Studium bei Hartz IV nicht vorgesehen ist, zumindest dann nicht, wenn es grundsätzlich BAFöG förderungsberechtig wäre, ganz egal ob es dann real auch so ist. Die Gesetze sind noch nicht an dem Punkt angekommen, dass ein Fernstudium die Flexibilität ermöglicht, die dem allgemeinen Studenten abgesagt wird und ihn somit dem Arbeitsmarkt "nicht zur Verfügung stehend" deklariert.

 

Es sind sehr viele Horrorszenarien abgelaufen. Und viele viele Fragen. Letztendlich hat sich aber auch vieles geklärt, aus dem ich nun auch Rat an andere geben kann und möchte.

Wie ich heute weiß, gibt es Arbeitgeber, die Werkstudenten und wiss. Hilfskräfte komplett mit in der Sozialversicherung (inkl. Arbeitslosenversicherung) anmelden, dann gibt es die die darüber aufklären, dass die Freiwilligkeit besteht und dann gibt es die, die darauf vertrauen, dass man das alles selber weiß oder es für nicht wichtig ansehen.

 

Sogar das Jobcenter, dachte erst ich müsse doch ALG I bekommen, weil auch sie sahen, dass die Tätigkeit sozialversicherungspflichtig war. Ja war sie, pflege und rentenversicherungspflichtig nicht jedoch den wichtigen Teil Arbeitslosenversicherung. Deswegen wurden die EM-Rente auch nicht berücksichtigt und so bin ich in ALG II gerutscht. (ALSO bist du studentisch versichert oder übst nur eine Beschäftigung mit geringem Einkommen aus, empfehle ich durchaus sich Gedanken über freiwillige Beiträge in die AV zu machen).

 

Am Ende ist aber das Jobcenter der Argumentation des Arbeitsamtes gefolgt und weil ich da ansonsten trotz Studium berechtigt gewesen wäre, musste ich auch nicht so kurz vor Schluss alles hinwerfen oder wieder pausieren.

 

Und es ist noch etwas schönes passiert. Am Montag flatterte auf mein Drängen hin (geduldiges Warten habe ich im letzten Monat gelassen) die Entscheidung über den Widerspruch zur Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben rein. Die Ablehnung wurde aufgehoben. Gerade wird Art und Umfang der Maßnahme geprüft und ich habe allen Mut zusammengenommen und noch einmal (nun ja mit ganz anderen Argumenten) das Studium eingebracht. Ich bin mal gespannt, ob ich noch ein vollständiges Happy End bekomme. Aber egal was es wird, das ALG II wird ganz bald wieder durch Übergangsgeld von der Rentenversicherung abgelöst. Eigentlich sollte es ja egal sein ob A, B oder C zuständig sind, aber manchmal nervt es und raubt Ressourcen, die ich für das Studium gebrauchen könnte.

 

Aktuell steht bei der UNI auch noch eine Entscheidung zu einem Antrag auf Nachteilsausgleich für die letzten beiden Klausuren aus und die Thesis. Der Prüfungsausschuss tagt aber erst nach Ende des Urlaubs des Vorsitzenden Ende des Monats. Auch wenn ich mich Schritt für Schritt zurückkämpfe und versuche meine Konzentration und Leistung weiter zu steigern, gibt es da noch das ein oder andere Überbleibsel meiner Erkrankung. Ich durfte lernen, wie wichtig Pausen im Studium sind und was es bedeutet seinen persönlichen Pausenrhythmus zu finden. Alles dauert länger als vorher, weil es mehr Unterbrechungen braucht in denen ich einfach mal nichts tun muss. Nichts heißt in dem Fall nichts (keine Musik, nicht Handarbeit, nicht was anderes Lesen). Aktuell wechseln sich Arbeitsintervalle von 15-20 Minuten mit Pausenintervallen von 10 Minuten ab. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber mir macht das Studium wirklich wieder Freude und ich bin immer noch Froh so sehr dafür in den letzten Monaten gekämpft zu haben.

 

 



8 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Schön, dass du weiter daran arbeitest, dass Unmögliche möglich zu machen und es dabei Fortschritte gibt :).

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Das sind ja wirklich, zumindest teilweise, gute Nachrichten und ein - viel zitierter - Lichtblick. Freut mich sehr für Dich! :thumbup:

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 in denen ich einfach mal nichts tun muss. Nichts heißt in dem Fall nichts (keine Musik, nicht Handarbeit, nicht was anderes Lesen). 

 

Darf ich fragen, wie du dieses "nichts" machst? 

 

Mir geht es mitunter so, dass eigentlich nichts mehr geht. Dann wirklich nichts zu machen, finde ich aber oft so schwer, dass ich es überdecke mit irgendwelchen intensiven Eindrücken (Film zum Beispiel), was eher gegen die Regeneration arbeitet.

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Ja klar.  Es ist gar nicht so leicht. Ich suche mir eine Stelle, wo keine Uhr ist kein Laptop kein nichts. Erlaubt ist aus dem Fenster schauen.

 

Dann sitze ich da und mache etwas aus der Achtsamkeit. Der Mensch (ausgenommen Männer -> Video folgt) kann nicht verhindern, dass er denkt, aber du kannst anerkennen ja da komm ein Gedanke, das ist so und ihn ziehen lassen, nicht dich daran aufhalten. 

 

Mir helfen insbesondere Atemtechniken aus der Atemtherapie Vollatmung, Rückenatmung etc. Am Anfang ist es schwer sich zu beruhigen. Vor allem, wenn man sich selbst überholt. Im Prinzip machst du durch intensive Eindrücke ja eine Überstimulierung, die dann ja dazu führt, dass die Nervenbahnen durch einen anderen Reiz überlagert sind. Ähnlich dem Gate Control Mechanismus in der Schmerztherapie. Aber wirklich entspannt wirst du danach wohl eher weniger sein.

 

Man muss das nichts tun tatsächlich üben.

 

So und nun zum Thema Nichtsbox (Achtung könnte Elemente von Humor und Ironie enthalten sowie eine Dosis Stereotypen)

 

 

 

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Ich glaube, die Nothing-Box ist bei mir etwas klein geraten, aber ich werde sie mal suchen gehen ;).

 

Vielen Dank für deine Erläuterungen. Also läuft es wieder mal auf die Achtsamkeit hinaus und der schwierigste Schritt ist vermutlich, diesen einen Schritt zu tun (also PC etc. aus und hinsetzen und schauen, was sich so tut) und dann auch erstmal auszuhalten, dass sich diese Überstimulation erstmal schlecht anfühlt, bevor es dann langsam ruhiger werden kann.

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Das war missverständlich ausgedrückt von mir.

 

Gemeint war: Häufig setze ich halt noch einen drauf, wenn ich eh schon überstimuliert bin, um dieses Gefühl der Überreizung dann nicht zu spüren, eben weil sich das schlecht anfühlt. 

 

Wenn ich mich statt dessen achtsam verhalte, spüre ich diese Überstimulation aber erstmal sehr deutlich und dies gilt es auszuhalten, bevor dann durch die Achtsamkeit eine Beruhigung eintreten kann.

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