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Geologie I - Erfolg!

Azurit

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Wenn man mich kennenlernt, fragt man sich häufig: "Wie kann jemand, der so verpeilt ist, überhaupt lebensfähig sein?" Wer dann erfährt, dass ich vier Studiengänge parallel studiere, dem rollen beinahe die Augen aus dem Kopf. In der Tat bin ich ein sehr verpeilter Mensch und das macht ab und an auch vor dem Studium nicht Halt. Die ganze Zeit ging ich davon aus, dass ich meine Abschlussklausur zu Geologie I erst Ende September schreiben werde. Ich hatte sowieso nicht gerechnet, noch im August alle Kapitel fertig zu bekommen und daher gar nicht mehr in der Terminliste geschaut, ob es in diesem Semester noch einen Termin gibt. Kurz gesagt:

Am Mittwoch kam die E-Mail, dass am Freitag die Klausur ansteht!

Zunächst war ich etwas geschockt, erkannte dann aber, dass ich alle Kapitel zeitnah gelesen hatte und eigentlich ganz gut vorbereitet war. Wie beim letzten Mal hatte ich auch hier wieder 24 Stunden Zeit, die Klausur abzuschicken.

Am Freitag um 12 Uhr ging es dann los - nicht. Meine Hausärztin hat mir Antibiotika verschrieben, ich nahm die erste Tablette am Freitag Morgen und wurde von den Nebenwirkungen eiskalt außer Gefecht gesetzt. Kopfschmerzen, Übelkeit, der Kreislauf wollte nicht mehr, da ging ich erstmal wieder ins Bett. Um 12 Uhr war dann auch noch nichts zu machen. Um 14 Uhr hielt ich mich dann für einen zähen Hund und wollte das Ganze nun unbedingt durchziehen. Ich setzte mich also trotz allem hin und legte los...
Aufgabe 1 und 2 gingen locker von der Hand, aber dann kam Aufgabe 3. Hier musste ich das ungefähre Epizentrum eines Erdbebens finden. Die Schweden haben nur eine ziemlich andere Vorstellung von "ungefähr" wie wir hier in Deutschland. Im Prinzip stellt man verschiedene Berechnungen an und kann dann Kreise um die verschiedenen Messstationen ziehen. Am Schnittpunkt dreier Messstationen liegt dann das Epizentrum. Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass ich alles richtig gemacht hatte, aber die drei Kreise schnitten sich einfach gar nicht. Der Schnittpunkt des dritten Kreises lag ungefähr 100 km neben dem der anderen beiden. In Deutschland schon lange nicht mehr "ungefähr", in Schweden wohl ganz normal... Ich hing ewig an der Aufgabe und beschloss dann irgendwann, Multiple-Choice erstmal sein zu lassen und mich dem Essay zu widmen.

Das Thema des Essays war es, die als Koordinaten gegebene Stelle auf ihre geologischen Besonderheiten, Gefahren, Ressourcen usw. zu beschreiben - und zwar in eigenen Worten, aber mit Hilfe von Literatur. Als Beispiele waren einige gute Quellen genannt, man durfte sich aber auch eigene Quellen suchen. Höchstens 6000 Zeichen durften inklusive Quellenangaben geschrieben werden. Dank Konzentrationsmangel durch die Nebenwirkungen habe ich etwa drei Stunden für diese Aufgabe benötigt (insgesamt sind wir jetzt schon bei 5 Stunden am Stück). Ich war nicht wirklich zufrieden mit meinem Essay und hatte wirklich Angst vor einer (aus Deutschland gewohnten) schlechten Bewertung.

Nach dem Essay musste ich unbedingt eine Pause machen und erstmal essen. Laut meinem Freund sah ich auch schon aus, als wäre ich ziemlich am Ende. Aber der Kämpfer in mir wollte auf keinen Fall aufgeben. Ich wusste, dass ich am nächsten Tag wohl kaum früh aus dem Bett kommen würde und die Nebenwirkungen sich bei der nächsten Tablette am nächsten Morgen wohl eher verschlimmern als verbessern würden. Also zog ich das durch und setzte mich nach dem Essen um 9 noch einmal an den Computer, um die restlichen Multiple-Choice-Aufgaben zu lösen. Dank der Nebenwirkungen noch einmal zwei Stunden harte Arbeit. Bei manchen Fragen war ich mir dann auch nicht sicher und fand auch bei Google nichts Passendes, sodass ich eine Aufgabe sogar geraten habe... Nach dem Abschicken fiel ich nur noch ins Bett, da war gar nichts zu machen.

Am Samstag und Sonntag kamen mir dann die Zweifel, ob es wirklich eine gute Idee war, die Klausur zu schreiben. Ich hatte richtig Angst, dass ich meine Note nun für immer versaut hatte. Und heute kam dann das Ergebnis.

In der End-Klausur habe ich ein "C" geschrieben. Zunächst dachte ich wirklich, ich hätte mir die Note versaut - in der Zwischen-Klausur hatte ich immerhin ein "B". Die Endnote wird aus Zwischen- und End-Klausur gebildet. Da stand ich dann natürlich zwischen "B" und "C". Da ich aber in den kleinen Exams immer so gut war, wurde das Modul mit "B" bewertet. Das entspricht bei Umrechnung je nach Tabelle 1,3 oder 1,7 in deutschen Noten. Und "C" ist auch gar nicht so schlecht - in deutschen Noten immerhin eine 2.

Ich bin glücklich, das erste Modul ist abgeschlossen, beim zweiten Modul bin ich schon hart am Arbeiten und das Studium ist super!



4 Kommentare


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Beachtlich - herzlichen Glückwunsch. Den einzigen Vorteil sehe ich darin, dass du das Ganze zu Hause machen konntest. In einem Prüfungszentrum wäre es wohl kaum möglich gewesen.

 

Und gute Besserung.

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