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P2-Klausur "Praktische Philosophie"

Lernfrosch

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Am Freitag fand die Klausur im Modul P2 "Einführung in die Praktische Philosophie" aus dem Bachelorstudiengang Kulturwissenschaften statt.

 

Die Klausur dauerte vier Stunden. In dieser Zeit mussten von sechs Fragen drei beantwortet werden; als Richtwert wurden drei bis vier Seiten pro Frage veranschlagt. 15 Blatt/ 30 Seiten liniertes Schreibpapier und 2 Blatt Konzeptpapier wurden zusammen mit den Aufgabenstellungen, Klausurhinweisen und einem Formblatt (Name, Matrikelnummer, Unterschrift etc.) ausgeteilt. Hilfsmittel durften nicht benutzt werden.

 

Etwa sechs Wochen vor der Prüfung wurde bekanntgegeben, welche Kurse des Moduls für die Klausur relevant sind. Dieses Semester waren das zwei Einheiten aus dem Einführungskurs ("Einführung in die Ethik" und "Rechtsphilosophie") sowie der Kurs zur Tierschutzethik.

 

Zum Einführungskurs wurden vier Fragen gestellt, von denen zwei beantwortet werden sollten:

1) Wertethik

2) Existenzphilosophie am Beispiel Kierkegaards

3) Hegels Rechtsbegriff

4) Kelsens Beitrag zur Rechtsphilosophie + eigene Stellungnahme

 

Zum Vertiefungskurs gab es zwei Fragen, von denen eine ausgesucht werden musste:

1) Gegenwärtige Diskussionen in der Begründung des Tierschutzes; Vorzüge und Nachteile der einzelnen Positionen

2) ethische Fragen bei Tierversuchen

 

Vom Schwierigkeitsgrad entsprachen die Aufgaben den Übungsaufgaben, die das gesamte Semester über in Moodle im Zwei-Wochen-Rhythmus gestellt worden waren. Dort hatte man die Möglichkeit, seine Lösung zur Übungsaufgabe abzugeben und hat dann nach ein paar Tagen eine individuelle Korrektur des Textes erhalten können.

Von der Thematik her waren die Klausuraufgaben exakt den klausurrelevanten Schwerpunkten zuzuordnen und stellten keine wirkliche Überraschung dar.

 

Ich habe mich im ersten Teil ziemlich schnell für Kierkegaard entschieden.

Ich hatte zunächst überlegt, ob ich als zweites Kelsen oder Hegel auswählen soll. Meine Wahl ist dann auf Kelsen gefallen.

Im zweiten Teil stand meine Wahl direkt fest; moderne Begründungen des Tierschutzes.

Kierkegaard fand ich schon beim Lernen ganz interessant, auch wenn ich seine Meinung nicht vollständig teilen kann. Seine Ideen finde ich zumindest beachtenswert und es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen. Hegel und Kelsen fand ich auch beide sehr spannend, wenn auch beide sehr unterschiedlich sind. Aber einerseits fällt es mir leichter, Kelsens Ansichten in eigene Worte zu fassen und andererseits stellt Kelsen mit seinen Ansichten eine sehr extreme Position dar und fordert die in der Aufgabenstellung gewünschte Auseinandersetzung förmlich heraus. Bei der letzten Aufgabe habe ich die Tierversuche ausgeschlossen, weil mir die Begründungen im Studienbrief nicht so ganz überzeugend erschienen und ich mich etwas schwer tue, das dann auch noch in eigene Worte zu fassen. Daher blieben nur die modernen Begründungen. Ich hatte gehofft, dass nach den klassischen Begründungen gefragt werden würde und war dementsprechend nicht ganz so gut vorbereitet. Ich habe mich daher in der Klausurantwort ausschließlich auf einige Aspekte von einigen wenigen moderne Positionen bezogen und die als Beispiele ausgegeben und sonst eher allgemeiner geschrieben.

 

Zumindest formal betrachtet bewegen sich meine Klausurantworten im Rahmen. Insgesamt habe ich 13 Seiten geschrieben, wobei ich jede Frage auf einer neuen Seite begonnen habe und man daher gut eine ganze Seite als Leerraum abziehen kann.

Insgesamt habe ich die ganzen vier Stunden genutzt. In den ersten 15 Minuten habe ich meine Fragen ausgewählt und mir zu jeder Notizen gemacht. Dann habe ich die Antwort zur ersten Frage geschrieben und anschließend kurz Pause gemacht - insgesamt etwa 45 Minuten. Danach ging es weiter mit Frage 2 und nochmal einer kurzen Pause - ca. 65 Minuten. Und im Anschluss dann die letzte Frage, für die ich die gesamte noch zur Verfügung stehende Zeit benötigt habe. Dass ich von Frage zu Frage mehr Zeit benötigt habe, lag zum einen beim jeweiligen Thema - entweder habe ich mehr geschrieben oder brauchte länger zum Überlegen. Zum anderen lag es auch einfach daran, dass so langes Schreiben am Stück irgendwann anstrengend werden kann ;)

Die Schwierigkeit der Klausur lag weniger in den Fragestellungen selbst; die waren sehr klar, kurz und präzise formuliert. Die Schwierigkeit lag eher darin, philosophische Ansätze in eigenen Worten in sprachlich und inhaltlich angemessener Art und Weise darzustellen. Ob mir das gelungen ist oder meine Ausführungen doch zu unpräzise und nicht detailliert genug sind, kann ich nicht so richtig einschätzen. Ich denke, einiges wird schon erwartungsgemäß sein, anderes nicht. Ich warte mal die Ergebnisse ab - es geht ja nur darum, ob die Klausur bestanden ist; die Note interessiert nicht, weil ich die erfolgreiche Absolvierung dieses Moduls (= mind. 4,0) als einen Teil zur Voraussetzung für den Masterstudiengang Philosophie benötige.



18 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Wow, das klingt soooo interessant. Vielleicht mach ich das auch mal. In Bildungswissenschaft haben wir auch Teile von Philosophie und das ist für mich immer sehr spannend. Vor allem die Ethikfragen scheinen sehr interessant zu sein.

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Mir erschließt sich bisher noch nicht der Unterschied zwischen "praktischer" und "theoretischer" Philosophie. Kommt wohl noch. 

 

Hat das einen bestimmten Grund (Klausurterminüberschneidungen), dass du erst P2 gemacht hast?

 

Freie Antworten finde ich zwar besser, aber vier Stunden am Stück schreiben ist für mich auch sehr ungewohnt.

Dass die Übungsaufgaben gut vorbereiten sollen, habe ich auch schon gelesen.

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Am 11.9.2017 um 08:43 , psychodelix schrieb:

Hat das einen bestimmten Grund (Klausurterminüberschneidungen), dass du erst P2 gemacht hast?

Ich fand die Themen in P2 laut der Beschreibung im Studienportal einfach interessanter und wollte das daher zuerst machen ;)

 

Am 11.9.2017 um 08:43 , psychodelix schrieb:

Mir erschließt sich bisher noch nicht der Unterschied zwischen "praktischer" und "theoretischer" Philosophie. Kommt wohl noch.

Stark vereinfacht:

Theoretische: beschäftigt sich mit dem Verstehen der Welt aus reinem Erkenntnisdrang heraus

Praktische: beschäftigt sich mit dem Handeln; dem wie man handelt und der Interaktion mit der Welt

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Ich lese schon eine Weile hier in den Blogs und kann nur sagen, "Hut ab", was Du alles so bewerkstelligst :)

 

Ich überlege, ob ich Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Philosophie an der FU studieren soll und wollte Dich deshalb fragen, wie Dir die Skripte und die Aufbereitung der Thematik gefallen haben. Nachdem ich einmal in die Skripte reingeschaut habe, war ich zunächst von der theoretischen Komplexität etwas erschlagen :13_upside_down:

 

Ich wünsche Dir weiter so tollen Erfolg.

 

LG Sabine

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vor 13 Stunden, SabiS schrieb:

Nachdem ich einmal in die Skripte reingeschaut habe, war ich zunächst von der theoretischen Komplexität etwas erschlagen :13_upside_down:

 

DAS ist Hagen als Universität. :wink:

Wobei man den Stoff auch "studentenfreundlicher" schreiben könnte, ohne am Inhalt einzubüßen.

Bearbeitet von psychodelix

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Ja, du hast schon recht, das zeichnet Hagen wohl in jedem Fach aus :51_scream:

 

Wobei ich finde, dass einem der Einstieg so etwas schwerer fällt :42_confused:

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Am 16.9.2017 um 09:36 , SabiS schrieb:

(...) wie Dir die Skripte und die Aufbereitung der Thematik gefallen haben.

Die P2-Skripte fand ich insgesamt ziemlich gut aufbereitet.

 

Beschäftigt habe ich mich vorallem mit dem Hauptkurs, der die Grundlage des Moduls bildet. Wenn man einmal verstanden (wirklich verstanden ;)) hat, was es mit dem Freiheitsbegriff auf sich hat, dann lesen sich die Studienhefte recht gut. Es gab zwar auch Stellen (z.B. Fichtes Rechtsphilosophie), die ich überhaupt nicht verstanden habe, aber das lag weniger am Text als daran, dass ich die Idee des jeweiligen Themas noch nicht ganz erfasst habe.

Den Kurs zur Tierschutzethik fand ich größtenteils auch nachvollziehbar geschrieben - eine Ausnahme bildete lediglich das Kapitel zu den Tierversuchen.

 

Die Themen sind teilweise sehr komplex. Aber in Moodle werden zu den Studienbriefen alle zwei Wochen Übungsaufgaben im Stil einer Klausuraufgabe eingestellt. Diese kann man (freiwillig) beantworten und seine Antwort einstellen - nach ein paar Tagen erhält man eine individuelle Korrektur. Zusätzlich kann man natürlich auch so jederzeit Fragen zu den Inhalten stellen.

Ich hatte mir in den letzten zwei Wochen vor der Klausur die relevanten Studienhefte genommen und mir zu jedem Thema stichwortartige Notizen gemacht. Ich hatte dann von jedem Thema die grundlegenden Ideen übersichtlich beieinander und habe dann nur noch mit meinen Notizen gelernt.

 

Die P1-Skripte sind erst vor ein paar Tagen bei mir eingetroffen, sodass ich mich damit noch nicht näher beschäftigten konnte und noch nichts dazu sagen kann.

Bearbeitet von Lernfrosch

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vor 2 Stunden, Lernfrosch schrieb:

Aber in Moodle werden zu den Studienbriefen alle zwei Wochen Übungsaufgaben im Stil einer Klausuraufgabe eingestellt. Diese kann man (freiwillig) beantworten und seine Antwort einstellen - nach ein paar Tagen erhält man eine individuelle Korrektur.

 

Die P1-Skripte sind erst vor ein paar Tagen bei mir eingetroffen, sodass ich mich damit noch nicht näher beschäftigten konnte und noch nichts dazu sagen kann.

 

Das mit den Übungsaufgaben, die auch individuell korrigiert werden, finde ich SEHR gut!

 

Aber wieso hast du die P1-Skripte schon? Ich habe noch nichts bekommen. :sad:

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vor 20 Stunden, psychodelix schrieb:

Aber wieso hast du die P1-Skripte schon? Ich habe noch nichts bekommen. :sad:

Versandbeginn war am 12.09. - war wohl Glück, dass die Materialien gleich beim ersten Durchgang an mich rausgeschickt wurden.

Die PDFs zu den Kursen sind auch bereits verfügbar.

Veranstaltungsbeginn ist aber erst am 2.10.

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vor einer Stunde, Lernfrosch schrieb:

Die PDFs zu den Kursen sind auch bereits verfügbar.

Veranstaltungsbeginn ist aber erst am 2.10.

 

Ich weiß und die pdfs habe ich mir auch schon runtergeladen - ist aber zu viel zum Ausdrucken.

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vor 13 Minuten, psychodelix schrieb:

 ist aber zu viel zum Ausdrucken.

Ich habe die Seiten grob nachgezählt: irgendwas zwischen 875 und 880 (inkl. Inhaltsverzeichnissen usw.)

Auf dem Lieferschein stand 2,3 kg und ich hatte in der Lieferung nur P1 dabei ;)

Bearbeitet von Lernfrosch

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vor 12 Minuten, psychodelix schrieb:

Was kommt zu Community ins Haus?

1 Studienbrief mit ca. 130 Seiten oder so in der Art. Dazu noch zweites Studienbriefchen mit etwa 20 Seiten (wenn es überhaupt so viele waren?).

Die anderen 2 Kurse sind Video-Vorlesungen.

Also sehr überschaubar.

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@Lernfrosch

Vielen Dank für die detaillierte Beschreibung von P2, das macht mir Mut :5_smiley:

 

Ich wünsche Euch beiden schon jetzt viel Freude bei der Auseinandersetzung mit den neuen Studienbriefen und Inhalten:thumbup:

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Am 18.9.2017 um 20:32 , Lernfrosch schrieb:

Die P1-Skripte sind erst vor ein paar Tagen bei mir eingetroffen, sodass ich mich damit noch nicht näher beschäftigten konnte und noch nichts dazu sagen kann.

 

Meine sind heute angekommen. :smile:

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@Lernfrosch

 

Zitat

Vom Schwierigkeitsgrad entsprachen die Aufgaben den Übungsaufgaben, die das gesamte Semester über in Moodle im Zwei-Wochen-Rhythmus gestellt worden waren. Dort hatte man die Möglichkeit, seine Lösung zur Übungsaufgabe abzugeben und hat dann nach ein paar Tagen eine individuelle Korrektur des Textes erhalten können.

Von der Thematik her waren die Klausuraufgaben exakt den klausurrelevanten Schwerpunkten zuzuordnen und stellten keine wirkliche Überraschung dar.

 

Hatten die Klausuraufgaben Ähnlichkeit mit den Moodleaufgaben?

Werden die Schwerpunkte für die Klausur explizit genannt? Wo?

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Am 28.9.2017 um 20:59 , psychodelix schrieb:

Hatten die Klausuraufgaben Ähnlichkeit mit den Moodleaufgaben?

Ja, sowohl was die inhaltliche Ausrichtung als auch die Komplexität betrifft.

Ich erinnere mich z.B. an eine Übungsaufgabe, in der man den Ansatz von Kierkegaards Ethik darstellen sollte. In der Klausur gab es eine Aufgabe, in der man die Grundlagen der Existenzphilosophie am Beispiels Kierkegaard erläutern sollte.

Oder es gab auch eine Übungsaufgabe, in der Kelsens Rechtspositivismus erläutert und im Hinblick auf die vernunftrechtliche Sicht eingeordnet werden sollte. In der Klausur wurde nach Kelsens Beitrag zur Rechtsphilosophie  gefragt und nach der Kritik daran.

Bei Hegels Rechtsbegriff und den Themen aus dem zweiten Kurs (Tierschutzethik) war es ähnlich.

Nur zur Wertethik gab es, glaube ich, keine Übungsaufgabe.

 

Am 28.9.2017 um 20:59 , psychodelix schrieb:

Werden die Schwerpunkte für die Klausur explizit genannt? Wo?

Die relevanten Kurse werden etwa sechs Wochen vor der Klausur bekanntgegeben; das erfährt man über das Studienportal und in Moodle. Schwerpunkte sind die Themen, die in diesen Kursen behandelt werden.

Zuvor bekannt ist, dass in P2 zwei Kurseinheiten des Einführungskursen relevant sind sowie ein weiterer Kurs.

Die Übungsaufgaben beziehen sich daher zunächst nur auf den Einführungskurs. Nach Bekanntgabe der genauen Kurse werden dann dazu Übungsaufgaben bereitgestellt.

 

In P1 gibt es auch bereits eine Aussage zum Einführungskurs - ich folgere daraus, dass Inhalte dieses Kurs auf jeden Fall klausurrelevant sein werden und dass der zweite relevante Kurs ein paar Wochen vor der Klausur genannt wird. Ich vermute, dass in P1 dann im Laufe des Semesters noch weiter auf konkrete Themen bzw. Kapitel eingegrenzt wird ;)

 

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