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Tag 3 nach der Katastrophe (die 2.)

unrockbar

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Heute mal etwas rein persönliches....

 

Ich kanns gar nicht fassen in so einem Deja Vu zu leben. Beinah auf den Tag genau wie vor einem Jahr, wieder ein Sonntag, wieder auf meiner Couch, ich nichts ahnend, bekomme ich zu hören "wir sollten mal über uns reden" .... okay schieß los, hab auch an dem einen oder anderen Punkt rumzukritteln, aber dass es direkt wieder so endet ...

Wieder verlassen worden ohne das es vorher eine kriselnde Phase gab, die einen wenigstens auf ein baldiges Ende vorbereitet hätte.

Es waren nur 10 Monate, aber die waren tausend mal besser als die 8 Jahre mit dem vorherigen... ich hasse es loszulassen, wenn es aus meiner Sicht keinen Grund dazu gibt. Streitet man sich den ganzen Tag, wird betrogen oder sonst irgendwas, dann ist klar so gehts nicht weiter. Aber nichts davon ist vorgefallen, von meiner Seite aus lief es top .... umso krasser fühlt es sich jetzt an loszulassen. An dem Grund kann man nicht mal arbeiten. An jedem Vorwurf - du zickst zu viel, zu wenig Zärtlichkeit, mehr unternehmen, whatever - kann man arbeiten, aber an einem Grund kann man nicht arbeiten: keine tieferen Gefühle entwickelt...

Fuck, das fühlt sich so mies an, so hilflos zu sein und nichts weiter tun zu können, als zu akzeptieren. Klar, wer will schon mit jemandem zusammenleben, der keine Gefühle für einen hat. Trotzdem wünsche ich mir irgendetwas tun zu können, um daran noch etwas zu ändern.

Ohne zusammengezogen zu sein, lebte ich aber nun quasi seit 8, 9 Monaten in seiner Wohnung. Mal abgsehen davon, dass ich mich in meinem eigenen Zuhause nicht mehr zuhause fühle, weil ich quasi nie anwesend war die letzten Monate, komme ich nun heim und niemand ist da, der auf mich wartet und sich freut, mich zu sehen. Ich sitze bis in die Nacht vor dem PC und empfinde es als sinnlos ins Bett zu gehen, da niemand mit mir kuschelnd einschlafen wird. Es wird nur ein neuer beschissener Tag beginnen. Das sind alles Sachen, die kannte ich aus der vorherigen 8 jährigen Beziehung nicht. Die letzten Monate haben ganz neue Maßstäne gesetzt und es schmerzt, dass es jetzt weg ist. In 2 Monaten wollte ich fragen, ob wir offiziell uns was zusammen suchen möchten... kam der Absprung quasi noch rechtzeitig...

Jetzt muss ich wieder über 1h pendeln (bin von seiner Wohnung aus 10min zur Arbeit gelaufen) oder ich nehme es jetzt auf mich, alleine umzuziehen. Was ich wohl tun werde. Aber wie ironisch ist das denn bitte, eben noch fragen zu wollen, ob wir gemeinsam umziehen wollen und nun alleine vor dieser Aufgabe zu stehen...

Scherbenhaufen, anstehender Umzug, ätzende Arbeit (wofür ich mich nur dank Privatleben irgendwie motivieren konnte, das war meine Kraftquelle), sieht ja positiv aus. Wo soll da Platz fürs Fernstudium sein? Mit Blick auf die anstehende Klausur wird mir schlecht.

Dass mir soviele Leute eine Schlafgelegenheit angeboten haben, falls ich mal was unternehmen will oder der Zug nicht fährt, bringt mich vor Rührung gleich wieder zum weinen. Dass mich seine Freunde so liebevoll aufgenommen haben, zerreißt mir fast das Herz. Wir haben uns immerhin im Guten getrennt, niemandem kann man einen Vorwurf machen und freundschaftliche Unternehmungen sind beiderseits gewünscht. Selbst Hilfe beim Umzug wurde mir von allen Seiten angeboten. Da ich das Pendeln so schnell es geht beenden will, wird der Umzug jetzt meine ganze Aufmerksamkeit bekommen. Das wollte ich sowieso schon lange machen, hatte es aber für Quatsch gehalten, mir selbst etwas zu suchen und dann 4, 5 Monate später wegen etwas gemeinsames wieder auszuziehen. Nun kann ich mir ja ganz unabhängig was suchen... yay...



5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

In 2 Monaten sieht die Welt wieder gut aus und von dem "Freunde bleiben" würde ich mal absehen.

 

Studierst doch Psychologie, also betrachte es nüchtern - vllt. hilft's etwas.

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Vica

Geschrieben (bearbeitet)

Ja, das ist ein hässliches Gefühl :( Das kann ich dir gut nachempfinden.  Da kann man im Moment auch nichts wirklich Tröstendes sagen, weil so was meistens Zeit braucht, aber du wirst dich daran gewöhnen. Ich wünsche dir, dass die Welt in ein paar Tagen oder Wochen wieder anders aussehen wird.  Das Studium ist ja schon mal der erste Schritt, das Leben attraktiver zu machen und der Umzug auch. Versuch dich auf die positiven Punkte daran zu konzentrieren. 

 

vor einer Stunde, Muddlehead schrieb:

 

Studierst doch Psychologie, also betrachte es nüchtern - vllt. hilft's etwas.


Na ja, das Psychologiestudium gibt einem da aber keine Problemlösungsstrategien an die Hand :( Im Grundstudium befasst es sich mit den verschiedenen Forschungsbereichen und deren Vertretern.
Das wäre Bestandteil der Psychotherapie und zu gewissem Grad auch Psychoanalyse, aber die spielen in Hagen keine Rolle. 


LG 

Bearbeitet von Vica

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Tut mir leid für Dich. Auf schlechte Zeiten folgen aber immer auch wieder gute Zeiten.

Jedenfalls drücke ich Dir die Daumen, dass Du jemanden findest, der Dich verdient hat und es zu schätzen weiß!

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Das liest sich schlimm! Traurige Musik, viel Alkohol und mit Freunden (am besten nicht seinen und nicht mit ihm) um die Häuser ziehen... das bringt zumindest Ablenkung.

Ich drücke auch die Daumen, dass es besser wird!

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Alles Gute für die nächste Zeit. Vielleicht hilft das Projekt Umzug zumindest dabei, dich etwas abzulenken. Und dir dein neues Reich so zu gestalten, dass du dich darin wohl fühlen kannst.

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