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Modul 2.2: Was lange währt ...


parksj86

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Ich hatte ja noch versprochen, über meine Erfahrungen im Modul 2.2 zu berichten. Dazu muss man sagen, dass ich das Modul zweimal hintereinander belegt habe, ohne die Prüfung zu absolvieren. Immer kam etwas dazwischen, dass mich daran zweifeln ließ, ob eine vernünftige Prüfungsvorbereitung möglich ist. Letztendlich habe ich in diesem Winter die Zähne zusammengebissen und die mündliche Prüfung einfach abgelegt - mit Erfolg! 

 

Grundsätzlich ist im Modul 2.2 eine mündliche Prüfung oder eine Hausarbeit möglich. Ich habe mich für die Mündliche entschieden, da sie meinem Lerntyp mehr entgegenkommt und sich die Vorbereitung besser mit meinem Berufsleben vereinbaren lässt. Außerdem hatte ich vor dem Modul bereits die zwei  verpflichtenden Hausarbeiten geschrieben und erst eine (von zwei möglichen) Mündlichen abgelegt. Ich kann nur jedem raten, die Hausarbeiten nicht bis zum Ende des Studiums vor sich hinzuschieben. Das erzeugt einen unnötigen Druck, vor allem wenn die Module nicht so sehr den persönlichen Interessen entsprechen. 

 

Zu den Skripten und Kursen kann ich nur sagen, dass es im Falle von "Regieren jenseits etablierter Demokratien" gar nicht so leicht ist, einen roten Faden zu finden (ich spreche jetzt nur für mich). Das einen daran, dass es in diesem Themengebiet wenige klassische Theorien gibt, die sich nutzen lassen. Vieles von dem, was Wissenschaftler sich einst ausdachten, gilt mittlerweile als überholt und Erkenntnisse basieren viel auf Praxiserfahrungen und Empirie. Wer nicht sofort die ein oder andere Eingebung hat, wie man die vielen Aspekte für sich ordnen und in ein Hausarbeits- oder Prüfungsthema gießen kann, könnte sich in all den englischen und deutschen Texten verlieren. 

 

Das zweite Problem ist nur eines für diejenigen, die mit der englischen Sprache hadern. Vor allem der Kurs "Good Governance", aber auch vertiefende Literatur zur Entwicklungspolitik und Demokratisierung, findet man vor allem aus dem englischsprachigen Raum. Ich persönliche finde ja, dass wissenschaftliche Texte in englischer Sprache verständlicher geschrieben sind als in deutscher. Wer aber generell nicht gut übersetzen kann, und sei es nur für einen selbst, wird kein Spaß an diesem Modul haben. Das gilt aber für das gesamte Governance-Studium. 

 

Zu den Skripten selbst kann ich noch sagen,dass der Aufbau (es gibt eine Empfehlung, in welcher Reihenfolge sie zu lesen sind) durchaus Sinn ergibt. Vor allem das letzte Skript, der jüngst überarbeitete Afrika-Kurs, hat mir sehr geholfen, die Materie zu begreifen. Dort vereinigen sich die Themen Entwicklungspolitik, Good Governance und Demokratisierung und werden anhand von Beispielen verständlich erklärt. Ich kann nur empfehlen, sich bis zu diesem dicken Skript durchzukämpfen, auch wenn es manchmal etwas verwirrend ist (weil ökonomische mit politikwissenschaftlichen Theorien vermischt werden und die Perspektiven auf einmal abrupt wechseln). 

 

Zur Prüfung selbst: Wer eine mündliche Prüfung ablegen will, muss bis spätestens eine Woche vor dem Prüfungstermin (den man sich im Sekretariat von Prof. Stoiber holt) ein Thesenpapier einreichen. Herr Prof. Stoiber gibt ca. 2 Monate vor dem Prüfungszeitraum ein Blatt mit Themen heraus. Aus diesen Themen (die sich auf die Skripte beziehen) muss man sich zwei heraussuchen und dazu Thesen formulieren (keine Hypothesen!). Wichtig: Die Thesen müssen auf "externer" Literatur basieren, nicht nur auf den Skripten. 

 

Ich habe eine These zum Kurs "Good Governance" und eine weitere zu einem themenübergreifenden Gebiet "Institution Building, State Building und Nation Building" formuliert. Hier kamen mir meine Kenntnisse in der Neuen Institutionenökonomik sowie über Governace allgemein zugute. Generell basiert das Thema Good Governance auf der Neuen Institutionenökonomik, von daher sollte man Begriffe wie "Transaktionskostenökonomie" oder "Princal-Agent-Ansatz" zumindest mal gehört haben. 

 

Zum Thesenpapier kann ich nur sagen, dass man viel Liebe darin investieren sollte. Es lohnt sich, weil es einfach die Basis für die Prüfung bei Herrn Prof. Stoiber ist. Wenn es im Thesenpapier schon argumentative Lücken gibt, muss man diese in der mündlichen Prüfung zweifelsfrei aus dem Weg räumen können. Das erfordert zum einen eine solide theoretische Fundierung der eigenen Thesen und zum anderen eine empirische. Allein auf Basis einer Theorie zu argumentieren funktioniert genauso wenig wie seine These anhand eines praktischen Beispiels (z. B. die Demokratisierung in Afrika anhand der Entwicklungen in Ägypten oder sowas). Beides muss stimmen und in diese Richtung wird in der Prüfung auch nachgehakt. 

 

Ich hatte mein Thesenpapier etwas zu theoretisch aufgebaut, konnte in der Prüfung dann aber meine Thesen anhand von aktuellen Beispielen "durchspielen". Nachfragen bin ich zum Teil etwas ausgewichen, weil mein theoretisches Fundament das auch zuließ, was später auch angesprochen wurde. Nichtsdestotrotz konnte ich mir eine sehr gute Note sichern, womit ich "sehr zufrieden" bin ( :D). 

 

Jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt zum Kompetenznachweis mit den zwei Buchstaben. 

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