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Update Mai

SebastianL

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Heute gibt es mal wieder einen Erfolg zu melden! Ich hab mein AC (Assessment-Center) erfolgreich hinter mich gebracht.

 

Eins nach dem anderen. Ich hatte ja erzähl, das jeder, der bei uns Führungskraft werden möchte/darf durch das AC muss.

Im Vorfeld hatte ich ja 210 Fragen des BIP (Bochumer Inventar zur Berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung) durchgeführt als Selbstbeurteilung.

Da ging es hauptsächlich um "Frage?!" -> 6 trifft voll zu  ....5,4,3,2... 1 trifft gar nicht zu.

Danach musste ich dort 4 Stunden persönlich letzten Montag erscheinen, von 14 -18 Uhr.

In der Einladungsmail stand nur salopp "Im Laufe des Verfahrenstages erwarten Sie verschiedene Übungen, in denen Ihr Verhalten und Ihre Arbeitsweise beobachtet werden. Hierzu zählen unter anderem eine Fallstudie, eine Gesprächssimulation und ein Interview.". Mehr Informationen gab es dazu nicht.

Ich hatte im Vorfeld mich mit dem Buch "Assessment-Center erfolgreich bestehen: Das Standardwerk für anspruchsvolle Führungs- und Fach-Assessments" und dem Buch "Topfit durchs As­sess­ment-Cen­ter: Das neue Standardwerk für Fach- und Führungsassessments" gearbeitet (Affiliate-Links - Fernstudium-Infos.de erhält eine Vergütung). Das zweitere war für mich das bessere Buch, jedoch hat es nicht geschadet beide zu bearbeiten. Wenn die Zeit knapp ist, würde ich das zweite mehr empfehlen.

 

Anwesend waren ein Moderator, eine Führungskraft (mind. eine Ebene höher, in dem Fall 2 Ebenen höher) und einer vom Betriebsrat (nur passiv).

Es gab zwei Räume, einen wo der Moderator etc. drin gesessen sind und wo mich denen stellen musste und ein Zimmer, dass ich für mich alleine hatte.

Dort gab es ein Flipchart, Whiteboard, Pinwand, Moderationskoffer, Getränke, etc.

 

Es ging los, dass sich alle ausser mir erstmal kurz vorgestellt haben. Dann musste ich auch schon raus und hatte 10 Min. Zeit meinen Werdegang vorzubereiten.

Danach 10 Minuten diesen zu präsentieren, mit weiteren 10 Minuten Fragen zum "CV". Man sollte sich definitiv vorher Gedanken dazu machen, weil ich hatte schon eine klare Vorstellung wie es aussehen sollte und musste nur Karten erstellen für die Pinwand und diese Sortieren. Das habe ich auch sehr zügig gemacht und war nach 9 Min. fertig. Wenn ich mir noch überlegt hätte wie das aussehen sollte und welche Form, dann geht das daneben.

 

Das ging auch dann nach den Fragen zum CV direkt über in das Interview. Dort wurden 50 Minuten Fragen gestellt.

Nach der Beantwortung einer Frage, kam meist "warum?", "nennen Sie ein Beispiel aus ihrer Vergangenheit?", "wie sind Sie damit umgegangen?", "wie haben Sie das gelöst?", etc. Fragen waren sehr stark auf den Skalen:

- Interkulturelle Kompetenz

- Kommunikationsfähigkeit

- Ergebnisorientierung

- Veränderungsbereitschaft

- Kundenorientierung

- Teamfähigkeit

- Leistungsorientierung

- Führung

Fragen dazu waren z.B.

- Mit welcher Leitlinie des Unternehmens identifiziere ich mich am meisten und anschließend, warum?

- Was macht mich wütent und wie reagiere ich dann?

- Was macht mich Glücklich?

- Was sind meine Schwächen?

- Welcher ist ihr Führungsstil?

- Internationale Ausrichtung, bzw. Mitarbeiter aus anderen Ländern im Projekt, gut/schlecht?

- Was mache ich wenn ich Kritik bekomme oder unter Streß gerate?

 

Als das "Frage-Dauerfeuer" dann durch war, bekam ich einen Stapel Papier mit einr Case-Study.

Hatte 15Min. Zeit mich vorzubereiten und durfte dann anschließend 15min. Präsentieren (ich überzeuge die Kunden davon, wie toll mein Projekt ist).

Ich hatte angefangen den Stapel zu lesen und Notizen zu machen, bis ich festgestellt hatte, ich brauche locker 30Min. um alle Unterlagen zu sichten.

Aufgabe war, dass ich in der Automobilbranche bin (also Branchenfremd) und dort Teilprojektleiter. Es gab 5 Themenbereiche zur Auswahl:

- Change Management

- BWL

- Marketing

- Connected Car

- Prozessoptimierung

Und dazu sollte ich in den 15Min.:

- Mir einen Überblick verschaffen

- Mich für eins der 5 Themen entschließen

- Messbare Ziele definieren

- Chancen, Risiken, Stärken und Schwächen aufzeigen

- Meilensteinplan erstellen

 

Ich fing dann also mal an zu lesen und mir Notizen zu machen, bis ich festgestellt hatte, das 5Min. rum ist, ich erst 3 Seiten gelesen hatte und noch gefühlt 20 vor mir waren. Dann dachte ich mir, dass schaffst Du so niemals und habe die anderen Seiten überflogen, bzw. mir nur die Grafiken angesehen und mich für ein Thema entschieden. Dabei waren weitere 5Min. rum und ich hatte nur noch 5Min. Zeit für die eigentliche Präsentation. Hab dann auf dem Whiteboard ein Blatt Ziele, eins für die SWOT-Analyse und ein weiteres für die Meilensteinplanung erstellt. Die Zeit hat gerade so ausgereicht, dass ich nach 14Min. an der Türe geklopft hatte und fertig war. Nach der Präsentation wurden kontroverse Fragen gestellt. Ich hatte mich für Change Management entschieden und zwei Bereiche als Prototyp (Eine Produktionslinie zur Auswahl mit einer Menge an F&E-Mitarbeiter) zusammen zu legen (F&E und Produktion). Da waren dann die Fragen:

- Warum nicht auch noch Marketing zusammenlegen?

- Warum sollte man das machen, also was bringt uns das?

- die gemeinste Frage: Was kostet es? (in den Unterlagen waren nur "2"-EUR-Werte (UmsatzGewinn der letzten 5 Jahren).

 

Als das dann durch war bekam ich ca. 3 Seiten über einen Mitarbeiter. Ich habe mit ihm ein Personalgespräch (Kritikgespräch) und da stand dann alles mögliche über ihn drin. Das er sehr fleißig ist, seit 8 Jahren in der Firma, etc. Auch das er immer mehr macht als er sollte, was ein Problem ist, da er Deadlines reißt. Das zweite Problem ist, das er in einem anderen Bereich einen Kollegen beleidigt hat (Nichtsleister, soll mal seinen Job machen, etc.). Da hatte ich 10 Min. Zeit die Unterlagen zu sichten und mich darauf vorzubereiten. Ich ging dann in den Raum, der Moderator ist raus und kam im Rollenspiel in mein Büro. War schon sehr seltsam, der war nett und karismatisch und dann ging er raus und war nur auf Konfrontation aus. Ich hatte dann angemerkt, er solle mal mit dem Kollegen ("Nichtsleister") einen Kaffee trinken gehen, um rauszufinden, warum er aus seiner Sicht immer nicht die geforderten Dinge erledigt. Er hatte dann gleich giftig geantwortet "Dann gehe Du doch mit ihm Kaffee trinken!". Nur um mal zu verstehen giftig er reagiert hatte.

 

Danach gings für 20Min. raus, kam rein und ich durfte Selbstreflektieren was gut/schlecht war. Danach wurde mir mitgeteilt was gut/schlecht war und es endete mit einem "Sie haben Bestanden".

 

War eine interessante Erfahrung und es hat Spaß gemacht. Jedem der hier durch muss, kann ich nur empfehlen Sich ordendlich darauf vorzubereiten und sich mit den Fragen aus dem Buch zu beschäftigen. Ich sag mal "Wenn Sie den Job haben, was werden Sie die ersten 100 Tage machen?". Die Frage klingt einfach, aber mit dem Zeitdruck und dem Druck grundsätzlich, muss man sich damit schonmal auseinandergesetzt haben, wie die Frage zu beantworten ist und was hier gefordert wird. Wenn man das in dem Test macht, verliert man. Die Bücher sind wirklich empfehlenswert und die sollte man, mind. eins davon, besser beide, durcharbeiten. Und ein Tip von dem Chef meines Chefes: Versucht Spaß daran zu haben und es als Herausforderung zu sehen, anstatt als ein "Notwendiges Übel". Und seit ihr selbst, gerade bei dem Persönlichkeitstest sind so viele Kontrollfragen drin, dass Lügen auffällt. Auch an dem Tag selbst ist es sehr wichtig so zu sein wie man ist, nicht so zu tun als ob. Das fällt auf und wirkt nicht gut.

 

Ich hoffe ihr habt mal einen guten Einblick auf ein Assessment-Center bekommen. Ich darf mich jetzt ab Juli/August (Chefs müssen den Zeitpunkt noch klären) auf meine neue Rolle als Leiter freuen.

 

Nächstes Mal geht's wieder um die Promotion 😉



3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Wirklich spannender Bericht - da werde ich ja schon beim Lesen nervös 😉.

 

Glückwunsch, dass du bestanden hast 👍. Finde ich gut, dass es gleich das Ergebnis gab.

 

Ich habe auch mal bei einem AC mitgemacht - aber nur als Rollenspieler und war da unter anderem der Böse 😉.

 

Wenn dein Arbeitsalltag dann künftig ähnlich aussieht, stelle ich mir das aber anstrengend vor...

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