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Faszination Psychologie - Rosenthal und Pygmalion

Rosenthal

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Liebe Freunde der Fernbildung und Psychologie,

nachdem ich ein paar Worte zu meinen Arbeitstechniken im Fernstudium bis jetzt verloren habe, möchte ich heute darüber schreiben, wie es dazu kam, dass ich mich für Psychologie interessiere - und warum mein User und Blog so heißen, wie sie heißen.

Menschen in ihrer Vielfalt haben mich schon immer interessiert. Ich war meistens nicht derjenige, der sozial initiativ auf andere zuging, sondern der zuguckte und v.a. -hörte und sich eher nach und nach in Gruppen einbrachte. Dabei fielen mir schnell zwei Dinge auf: Menschen sind manchmal seltsam. Aber manchmal auch total logisch. Diese Ambivalenz ließ mich nicht los und als ich irgenwann im Verlauf meiner Schulzeit dahinter kam, dass Psychologie eben nicht - Klischee komm raus, du bist umzingelt! - aus Couchgesprächen und Klecksinterpretation besteht, sondern sich genau mit diesen Themen beschäftigt, war mein erstes Interesse geweckt: Die grundsätzlichen menschlichen Eigenschaften, in denen wir uns alle stark ähneln auf der einen Seite (Allgemeine Psychologie), die individuellen Unterschiede auf der anderen Seite (Persönlichkeitspsychologie). Die biologischen Wurzeln als Grundlage (Biologische Psychologie), die soziale Situation (Sozialpsychologie) und das Lebensalter (Entwicklungspsychologie) als entscheidene Einflüsse darüber hinaus. Erst nach und nach entwickelte sich dann bei mir auch die Faszination in Bezug auf die Möglichkeit, diese Erkenntnisse zu nutzen, um unser Zusammenleben und das Schicksal des Einzelnen in der Arbeit, der Schule, der Familie etc. positiv zu beeinflussen und Menschen zu helfen (psychologische Anwendungsfächer).

Ich begann also, mich neben meinem ersten Studium mit Psychologie zu beschäftigen. Meine Beschäftigung bestand v.a. im überfliegenden Lesen einiger Fachbücher und im Hören der wunderbaren Podcasts von Eskil Burk (hier seine Website). Er geht dabei extrem wissenschaftlich vor, referiert zu Studien, erklärt die Experimente und schaffte es doch gleichzeitig, mich dafür zu begeistern. Unter den vielen psychologischen Phänomenen zog mich eines ganz besonders in seinen Bann: Der Rosenthal-Effekt, benannt nach einem seiner Entdecker Robert Rosenthal. Er gab einer Gruppe von Studenten ganz gewöhlniche Ratten, die ein Labyrinth bewältigen sollten, um eine Futterquelle zu finden. Diese Ratten waren alle gleich und wurden zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt. Der einen Gruppe von Studenten erzählten die Versuchsleiter, ihre Ratten wären besonders klug, der anderen das genaue Gegenteil. Was geschah? Obwohl die Ratten sich in der Realität natürlich nicht unterschieden, wurden die als "klug" bezeichneten und von den Studenten so wahrgenommenen Ratten immer besser, während sich die anderen kaum verbesserten. Dieser Effekt, dass positive Erwartungen eines "Lehrers" die Leistungen eines "Schülers" beeinflussen können, wurde dann auch in vielen anderen Situationen nachgewiesen, u.a. im Schulkontext. Da ich in meinem Beruf immer auch in lehrender Funktion tätig war und im Moment v.a. mit Kindern und Jugendlichen arbeite, ist dieser Effekt definitiv bis jetzt mein Favorit in der Psychologie. Tatsächlich gehe ich selbst auch bei meiner Arbeit so vor, dass ich den Kindern und Jugendlichen immer viel zutraue und ihnen diese, meine positive Erwartung spiegele. Und was soll ich sagen? Es funktioniert wunderbar (wobei das natürlich nur ein "gefühlter" Zusammenhang ist, ein Kausalschluss ist hier ohne Experiment natürlich rein wissenschaftlich nicht zu ziehen^^).

Ein andere Name für diesen Effekt ist "Pygmalion" in Anlehnung an die griechische Mythologie. Pygmalion war dort ein Bildhauer, der sich in eine Frauenskulptur verliebte, die er selbst erschaffen hatte und sie dadurch zum Leben erweckte. Und da ich auch sehr an der Antike interessiert bin und mir der Name gefällt, habe ich den Blog so genannt. Der Grund für die Wahl meines Usernamens ist aber banaler: Eigentlich wollte ich mich auch als User "Pygmalion" nennen, aber der Name war leider schon vergeben ;)


Das mal als kleine "Geschichte" zwischendurch. Gerade bin ich dabei, die Kurse zur Forschungsmethodik und kulturellen Vielfalt im Einführungsmodul M1 abzuschließen und will mich dann dem Rest des Psychologie-Einführugnskurses widmen, den ich noch nicht bearbeitet habe. Dann werde ich hier in Zukunft auch wieder konkreter auf meine Studium eingehen und z.B. meine Erfahrungen mit den beiden bereits absolvierten Kursen mit euch teilen.

Bis dahin sage ich erst einmal:
Bleibt neugierig und positiv!
Euer Pygmalion.



2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Mit dem Rosenthal Effekt habe ich mich im ersten Semester beschäftigt und fand das auch sehr spannend!

Viel Erfolg!

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Cool! Ich hoffe, er taucht im Studienverlauf noch ab und zu mal wieder auf ;)

Vielen Dank!

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