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Zwei auf einen Streich: Seminare zu WIN01 und INT01

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Umlaut

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Am Samstag war ich in den Räumen der AKAD FH Stuttgart um die Seminare zu WIN01 und INT01 zu besuchen und eine Prüfungsvorleistung in INT01 zu besuchen. Beide Seminare wurden von dem selben Dozenten gehalten. Aufgrund des guten Wetters gab es wohl einen großen Schwund unter uns Studenten: anstatt 18 kamen nur 11 zum ersten Seminar. Der Dozent ist ein sehr netter, lustiger Mensch aus der Praxis, der aber leider einen Tick zu leise spricht, so dass man sehr angestrengt zuhören muss. Insgesamt hat sein Art des Erzählens mehr an eine Sammlung an Anekdoten erinnert, als an Unterricht, den man aus der Schule gewohnt ist. Vielleicht kommt mir das aber auch nur so vor, denn dieses Fernstudium ist mein erster Kontakt mit der akademischen Welt und somit habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Zudem muss man ihm auch lassen, dass er sich bemüht hat noch mal wichtige Punkte zu betonen, denn zum einen ist der Stoff aus WIN01 sehr umfangreich (so ziemliches jedes Thema wurde einmal angesprochen) und zum anderen bestanden die anwesenden Studenten aus BWL- und IBC-Studenten auf der einen und Wirtschaftsinformatik-Studenten auf der anderen Seite und man er konnte es somit keiner Gruppe wirklich recht machen. Besonders gut gefallen hat mir, dass er sich viel Zeit für die Fragen der Studenten genommen hat. Genau dafür sollte ein Seminar auch da sein. Um das Seminar etwas aufzulockern, zeigte er uns Lochkarten, einen Sund-Einschub-Server (war das schon ein Blade?) und andere Hardware. Da es keine Prüfungs-(vor-)Leistung gab, endete das Seminar nach vier Stunden und alle anwesenden Studenten, von denen einige nicht ein Wort gesagt hatten, erhielten sechs ECTS gutschrieben. Die Note für dieses Seminar wird durch die Bewertung der Einsendeaufgabe bestimmt.

Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Interaktion und auch Herausforderungen gewünscht. Ich fahre doch nicht 200 km und verbringe vier Stunden in der Hochschule, nur um mir etwas erzählen zu lassen! Ich möchte auch etwas aus dem Seminar mitnehmen.

In INT01 waren wir immerhin 18 Studenten; nur wenige Studenten aus WIN01 wollten die Gelegenheit nicht nutzen und das Seminar direkt im Anschluss besuchen. Der Dozent ging recht schnell seine Folien durch und fragte hin und wieder ein paar Begriffe ab. Er erzählte auch weniger Anekdoten, dafür bekamen wir alle später eine Aufgabe. Er teilte uns am Ende seiner Folien in vier Gruppen auf, die alle einen anderen Aspekt mit Zusammenhang mit dem Online-Shop einer imaginären Firma zu bearbeiten hatten. Jede Gruppe bekam 30 Minuten um die Aufgaben zu bearbeiten und anschließend jeweils 10 Minuten zum präsentieren. Die Motivation der Studenten war sehr unterschiedlich und somit auch die Qualität der Ergebnisse. Ich habe es mir nicht nehmen lassen etwas mehr zu erzählen und auch am Flipchart zu präsentieren, da ich die Aufgabe als wohltuende Abwechselung vom passiven Zuhören sah.

Anschließend erzählte uns der Dozent von der anstehenden Prüfung, welche ja nach Studienordnung als Test oder Klausur gezählt wurde. Er sagte ganz offen, dass er diese Art von Prüfung nicht leiden kann, da es dabei um reines Auswendiglernen und möglichst wortgleiche Wiedergabe von Texten geht. Die größten Probleme mit dieser Prüfung hätten offenbar Informatiker, besonders, wenn sich diese mit dem Thema Internet schon gut auskennen würden, da diese dann nicht sorgfältig genug lernen würden. Er sprach auch ganz offen von der Seite www.fernstudenten.de und den dort verfügbaren Lernkarteikarten. Anschließen hatten wir 90 Minuten Zeit um mit diesen Karteikarten, die von anderen Studenten erstellt worden waren, zu lernen. Unser Dozent druckte sogar extra für die armen Studenten, die nicht von diesen Karten wussten, Seiten aus.

Dies war nun wieder der Punkt, an dem ich sehr enttäuscht war. Ich opfere einen ganzen Tag für die beiden Seminar und dann soll ich einfach noch mal vor Ort lernen, anstatt Wissen zu vertiefen oder Fragen zu klären? Ich hatte öfters zwischendurch Fragen gestellt, die dann aber nicht in der gewünschten Tiefe beantwortet wurden, um die anderen anwesenden Studenten nicht zu verwirren. Also so habe ich mir das Seminar ganz bestimmt nicht vorgestellt. Aber wie gesagt, vielleicht habe ich einfach nur eine falsche Vorstellung und es gibt einfach Seminare, die so ablaufen...

Kurz vor der Prüfung gab es dann noch einmal eine große Verwirrung, als die Klausuraufsicht sagte "Ich hoffe, Sie haben alle Ihre Taschenrechner dabei". Offenbar war ein Taschenrechner als erlaubtes Hilfsmittel angegeben. Nur wenige hatten tatsächlich einen dabei und somit reichten die Handvoll Rechner der Aufsicht nicht aus um alle Studenten zu versorgen. Somit sollten sich immer zwei bis drei Studenten einen Rechner teilen. Zum Glück wurde schnell klar, dass es bei den Aufgaben nichts zu rechnen gab. Der Test bestand aus vier Detailaufgaben, bei denen Begriffe abgefragt wurden, die man möglichst wortwörtlich nach der Lerneinheit beantworten sollte. Es gab zwei Komplexaufgaben, von denen man nur eine bearbeiten musste. Dort wurde ein Zusammenhang benannt, den man erläutern sollte und halt möglichst gut die Textstelle der Lerneinheit zu diesen Thema rezitieren sollte.

Mit den Aufgaben kam ich ganz gut zurecht. Ich habe zwar sicherlich das ein oder andere Stichwort vergessen, aber ich müsste einigermaßen bestanden haben. Immerhin war der Test mal eine gute Übung um uns Erstsemester auf die Prüfungen bei der AKAD vorzubereiten.

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1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

Ich kann dich ziemlich gut verstehen - ich denke an deiner Stelle hätte ich mich da auch geärgert, wenn so ein Seminar zur "Gleichmacherei" wird.

Andererseits hast du so immerhin einen guten Einstieg gehabt - so leicht kann es ja nicht das ganze Studium weiter gehen :)

Interessanter Bericht, danke dafür.

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