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Alles suboptimal

Forensiker

205 Aufrufe

Hallo liebe Blogleser,

 

"scheiße" klingt jetzt im Blog-Titel nicht so schön. Aber so ist es.

 

Mein (geordnetes) Leben geht gerade den Bach herunter. Und der aufmerksame Blogleser wir es bestimmt gemerkt haben.

 

Was passiert gerade? Die Beziehung zwischen mir und meiner Frau ist in den letzten Monaten/Jahren immer schwieriger geworden.

 

Aber das sind Dinge, die nichts mit dem Studium zu tun haben. Ohne Studium wäre es gerade genauso bescheiden.

Vielleicht ist auch nur die Sicht meiner Dinge anders. Denn ich glaube, alles war schon immer so, wie es ist. Nur lasse ich mir

nicht mehr (alles) gefallen, da ich ein gewisses Selbstbewusstsein entwickelt habe. Ich möchte mich nicht mehr selbst schlecht fühlen, wenn es anderen schlecht geht. Ich bin ein autonomes Wesen mit eigenen Bedürfnissen und Gefühlen. Und das ist der Knackpunkt. Aber ich hätte es jetzt auch nicht mehr alles unverändert weiter laufen lassen können, dann wäre ich zugrunde gegangen.

 

Jetzt heißt es zu sehen, ob meine Frau und ich das Ganze gemeinsam überstehen, oder aber jeder alleine seinen Weg gehen muss. Wichtig sind mir vor allem meine Kinder. Das ist mein größtes Anliegen, dass sie unsere Probleme auch ohne größeren Schaden überstehen.

 

Bedeutet aber auch, dass ich meine Lebens-Schwerpunkte gerade anders setze. Damit geht es mit dem Studium nur nachrangig weiter, aufgeben möchte ich es aber nicht!

 

So long...

Euer Forensiker



1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

KanzlerCoaching  1.748
Geschrieben 12. August

Sie haben ja in den letzten Jahren nicht nur eine Entwicklung im Sinne von Wissenserwerb durchgemacht, sondern dabei auch Reflexionsfähigkeit, die Fähigkeit zur Einschätzung und Beurteilung von Situationen und auch Ihre Intellektualität weiterentwickelt und wohl enorm ausgeweitet. Das ist einerseits schön, entfernt aber fast zwangsläufig vom alte Umfeld. Mein Eindruck, Sie sind gerade voll in dieser Phase angekommen.

Beruflich sind Sie für Ihr Umfeld, Ihre Kollegen und vermutlich auf für die "Kundschaft" nicht mehr eindeutig. Sie wollen raus aus dem Alten und sind in einer neuen Rolle aber noch nicht angekommen. Das irritiert alle - und Sie müssen neue und angemessene Verhaltensweisen finden und erproben. Dass dabei manche Aktion in die berühmte Hose geht, das ist normal.

Das beste, was man Ihnen empfehlen kann: Lassen Sie die nächsten Anforderungen ruhig angehen und versuchen Sie, sich nicht auch noch selbst zu stressen. Und vielleicht finden Sie zusammen mit Ihrer Frau Alltagssituationen, die diese Veränderungen widerspiegeln und die eine gewisse Komik beinhalten, über die Sie zusammen lachen können.


TomSon  432
Geschrieben 12. August

Finde ich gut, dass du das Studium auch trotz der aktuellen Situation nicht aufgeben willst. Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit und hoffe, dass du mit deiner Familie eine Lösung findest, die für euch alle gut ist. 


Muddlehead  356
Geschrieben 12. August (bearbeitet)

Ich kann dich grundsätzlich gut verstehen und Frau Kanzler bringt es ziemlich auf den Punkt.

Bearbeitet 12. August von Muddlehead

Katze87  297
Geschrieben 12. August

Frau Kanzler hat die passenden Worte für solche ein Situation gefunden. Bleibt alles anders, Entwicklung bestimmt die Richtung. Stelle dir vor, ihr befindet euch beide auf einem Segelboot, der Wind muss stimmen, die Segel müssen richtig ausgerichtet sein & dann kommt ihr auch wieder in den sicheren Hafen. Sollte es nicht so werden, wünsche ich dir ebenso viel Kraft & Zuversicht. 


Markus Jung  3.816
Geschrieben 12. August

Zugrunde gehen ist ganz schlecht. Daher wichtig und richtig deine Themen anzugehen. Und aus eigener Erfahrung besser eher als später.

Alles Gute für den Weg der Klärungen und Entscheidungen, der vor dir liegt.


Vica  1.271
Geschrieben 14. August (bearbeitet)

Ich kann dazu nur ein Anekdötchen aus meiner Bachelor-Zeit bringen. 
In ähnlicher Weise ging mir das mit meiner damaligen besten Freundin auch. Jetzt keine PiPaPo-Feier-Freundin, sie gehörte seit 30 Jahren praktisch mit zur Familie und unsere Freundschaft hatte schon einige Hürden wie Entfernung etc. problemlos überstanden. Andererseits war die Rollenverteilung in der Freundschaft auch irgendwie klar. 
Mit meinem Studium änderte sich alles. Erst ging es langsam los, mit Anzeichen, bei denen man noch denkt, man redet sich was ein. Aber daraus erwuchsen schließlich Konflikte, die im Prinzip nur unterm Teppich liefen und nie richtig verbalisiert wurden. Es war seltsam und irritierend. 

Schließlich kam der Knall und alles war Schall und Rauch. Nach täglichem Kontakt war die totale Kontaktsperre ihrerseits wie ein kalter Entzug.  

Witzigerweise habe ich darauf genau so reagiert wie du oben, ich bin auch fest davon ausgegangen, dass hier wohl jemandem nicht gefällt, dass ich nicht mehr nur einstecke und meine Bedürfnisse jetzt auch klar machen kann (Stichwort Rollenverteilung). Die neu zugewonnene Selbstsicherheit schien ihr nicht zu gefallen.


Es dauerte lange und war wirklich ein Prozess, bis ich erkennen konnte, dass es an den Punkten liegt, die Frau Kanzler aufgezählt hat.  Man wird ein anderer Mensch und entwickelt Punkte und Eigenschaften, wegen denen einen Partner/Freunde/wie auch immer ursprünglich gar nicht ausgesucht hatte.  

Ein anderer Punkt ist, dass das Fernstudium den Partnern denke ich schon viel abverlangt. Mal eben Kinder frei halten, mal eben Partner teilen mit dem Studienmaterial...  

Manchmal kann man nicht viel tun, aber wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, kann man oft auch noch nach Salz und Tequila fragen. So habe ich z.B. das Auseinanderdriften von Freundschaften zum Teil meiner Projektarbeit in Sozialpsychologie gemacht und meine beste Note ever drauf bekommen!  Das war eine tolle Beschäftigungstherapie und eine gute Methode der Bewältigung.

Auf dass euch der Schritt in die nächste Stufe gelingt!  

LG

Bearbeitet 14. August von Vica

KanzlerCoaching  1.748
Geschrieben 17. August

  Am 14.8.2018 um 10:38 , Vica schrieb:
Es dauerte lange und war wirklich ein Prozess, bis ich erkennen konnte, dass es an den Punkten liegt, die Frau Kanzler aufgezählt hat.  Man wird ein anderer Mensch und entwickelt Punkte und Eigenschaften, wegen denen einen Partner/Freunde/wie auch immer ursprünglich gar nicht ausgesucht hatte.

Das, was Sie beschreiben, kenne ich auch. Dass man die Erfahrung macht, dass Beziehungen zerbrechen, bei denen man gedacht hat, dass sie für die Ewigkeit sind.

Dazu muss man gar nicht studieren, es reicht, wenn man das berufliche Umfeld wechselt, einen neuen Partner kennenlernt, der sich in einem gedanklich ganz anderen Rahmen bewegt und mit dessen Meinungen und Einstellungen man sich natürlich beschäftigt und auf einmal ganz neue Farben sieht in der Welt.

Es gibt viele Menschen, die diese Veränderungen von Freunden oder Partnern oder Familienangehörigen als "Verrat" ansehen, als Verrat an der gemeinsamen Basis. Dass diese Basis dadurch auch wachsen kann, kann und will nicht jeder sehen.

Ich halte es in diesem Zusammenhang für wichtig zu beobachten, wo und wie und warum die eigenen Veränderungen stattfinden. Erstens, damit man weiß, wovon man sich weg bewegt, zweitens, damit man nicht (quasi aus Versehen 😉 ) sich zu so einem Vollignoranten entwickelt, den man früher vehement bekämpft hat und drittens und vor allem, damit man sich nicht mit Schuldvorwürfen quält, die so nicht angemessen sind.

Forensiker  1.386
Geschrieben 20. August

Danke @alle. Mehr kann ich hier im Moment nicht schreiben.

Bearbeitet von Markus Jung

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