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Das Fernstudium der Zukunft


phoellermann

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Tja, wie sieht es wohl aus, das (Fern-)Studium der Zukunft. Ich selbst habe dazu in der Vergangenheit schon einige Vorträge gehalten und stelle mir vor, dass Arbeit, Lernen und Soziales immer weiter verschmelzen, dass digitale Lernmedien und -tools auf breiter Front Einzug halten, Studiengänge flexibler, partizipativer und für breitete Gruppe studierbar werden. In meiner Idealvorstellung sind Hochschulen zentrale, offenen Treffpunkten für Diskussionen, Experimente und gemeinsame Projekte, Räume für kreative Schaffensprozesse die einen gleichberechtigten Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden ermöglichen (und sich nicht als "Lehranstalten" mit starren Strukturen und engen Curricula für klar abgegrenzte Studierendengruppen verstehen).

 

Vielleicht bin ich damit ein wenig naiv und erwarte zu viel von der Institution Hochschule. Vielleicht wollen Studierende der Zukunft auch etwas völlig anderes und sind mit einer Druckbetankung im Hörsaal und Bulimielernen zufrieden. Vielleicht gibt es in 50 Jahren auch gar keine Hochschulen in der aktuellen Form mehr, weil die AI-gestützten Lernassistenten globaler Digitalkonzerne ihren Platz eingenommen haben. Aber all das lädt zum Spekulieren und Diskutieren ein und ich finde es unglaublich spannend, mit anderen Personen zu dieser Frage ins Gespräch zu kommen.

 

Ende letzter Woche haben wir uns deshalb auch entschieden, diese Fragestellung ins Zentrum einer Kampagne zu stellen und in nächster Zeit einen für alle offenen "Essay-Wettbewerb" auszurufen. Dort werden wir fragen, wie das Fernstudium der Zukunft für euch aussieht, welche spannenden Technologien oder Methoden ihr euch vorstellt und wie der typische Alltag eines (Fern-)Studierenden in 20 Jahren aussehen könnte. Die besten Beiträge werden dann von einer Fachjury bewertet und ausgezeichnet (und nette Preise für die Gewinner gibt es natürlich auch).

 

Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf die Ergebnisse... und wenn ihr mir schon jetzt eure Vorstellungen im Blog mitteilen möchtet, freue ich mich natürlich ganz besonders.

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6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ich fänd es gut, wenn in einem Fernstudium in 20 Jahren ebenfalls die Anfänge der Technik erklärt werden (z.B. wie es mit dem Internet Daheim angefangen hatte). So manchmal werden vermeintlich alte Dinge einfach gecancelt, weil es zu viel Stoff wäre. (Einfach mal als These meinerseits).

 

Und umgekehrt wäre es klasse, Fehler in den Skripten sehr zeitnah zu korrigieren. Aktuell, mit gedruckten Studienheften, gibt es leider noch immer Fehler, die bereits vor Jahren von Kommilitonen festgestellt wurden. Im digitalen Zeitalter sollte das doch schnell behoben sein.

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Markus Jung

Geschrieben

Ich stelle mir vor, dass das (Fern-)Studium der Zukunft vor allem noch viel individueller auf den einzelnen Lerner zugeschnitten ist - so dass er zum Beispiel einerseits ergänzende Materialien erhält, um Lücken zu schließen, andererseits bereits vorhandenes Wissen nicht nochmal durchgegangen werden muss. 

 

Fraglich ist für mich auch, ob es bei fortschreitender Technik überhaupt noch sinnvoll ist, feste Studiengänge anzubieten, oder ob diese nicht viel mehr auf die jeweiligen Anforderungen bezogen sein müssen und auch immer mehr berufsbegleitend erfolgen - wie es ja jetzt im Fernstudium oft schon so ist, also eine starke Verknüpfung von Studium und Praxis/Beruf.

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Vor Allem sollte Fernunterricht und Fernstudium wieder erschwinglicher sein. Preise von mehrerern zehntausend Euro beim Studium und 3 stellige Monatsbeiträge beim Fernunterricht, lassen diese Lernform zur Lernform der vermögenden Leute werden. Das Argument, es sei ja neben dem Beruf zählt heute nicht mehr, wenn viele Leute 3 Jobs haben, um über die Runden zu kommen. Hier sollte auch die neue Technik ansetzen. Institute wie Udemy und Lecturio machen es vor. Eine weitere Unsitte aus meiner Sicht ist, das man Preise massiv erhöht, wenn es auf eine staatliche Prüfung zugeht oder wenn ein und derselbe Lehrgang einmal von der Fernschule angeboten wird und einmal von deren angeschlossener Hochschul-Tochter. . Die Kataloge werden immer glänzender und dicker, das Direktmarketing ist massiv. Das kostet alles Geld. Fernlehrer werden aus Agenturen heraus gebucht. Alles sehr kostenintensiv. Hier sollte sich etwas ändern. Mehr online, weniger Papier und geringere Kosten, sind aus meiner Sicht die Zukunft. Früher konnte sich nur der Adel einen Hauslehrer leisten. Machen wir Fernstudium und Unterricht nicht  zur Ausbildung des Hochadels. 

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

@worf1155 So wie ich dich verstehe, wünscht du dir ein primär vollautomatisiertes Studium, um dadurch Personalkosten zu sparen. Bist du bereit, auf die persönliche Betreuung zu verzichten und würde das dann nicht zu einem 2-Klassen-Fernstudium führen? - Es gibt ja schon teilweise Überlegungen, mit den normalen Studiengebühren nur eine Basis-Betreuung anzubieten und zum Beispiel für ein 1:1-Coaching zusätzliche Gebühren zu berechnen. Ich sehe sowas eher skeptisch, weil es damit doch denen irgendwo leichter gemacht wird, die bereit sind (wohlgemerkt beim gleichen Anbieter) mehr Geld auf den Tisch zu legen. Gerade im nicht-akademischen Bereiche gibt es ja schon Anbieter, die den gleiche Fernkurs sowohl mit als auch ohne Betreuung anbieten und auch mit und ohne gedruckte Materialien, jeweils zu unterschiedlichen Preisen. 

 

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phoellermann

Geschrieben

Am 16.2.2019 um 07:12 , Markus Jung schrieb:

@worf1155 Es gibt ja schon teilweise Überlegungen, mit den normalen Studiengebühren nur eine Basis-Betreuung anzubieten und zum Beispiel für ein 1:1-Coaching zusätzliche Gebühren zu berechnen.

 

Tja, das ist ein valider Punkt. Natürlich möchten wir unsere Programme auch möglichst günstig anbieten aber eine meiner Erfahrungen ist, dass das nur auf Kosten der Betreuungsleistungen und Qualität geht. Gerade die Betreuung durch Lehrkräfte und ein guter Service rund um das Studium ist kostenintensiv, ebenso die Entwicklung hochwertigen Lehrmaterials. Die Produktion eines Moduls kostet z.B. mindestens 15.000-20.000 Euro, gehst du von 30 Modulen pro Programm aus, bist du schon da bei mindestens 450.000 Euro. Dann kann ein Professor (rein kapazitativ) maximal 10 Module betreuen (min. 250.000 Euro an professoralen Personalkosten pro Programm / Jahr plus nochmal dasselbe an Tutoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern), Versand von Studienmaterial, Durchführung von Prüfungen (Raummieten, Korrekturzeiten, etc.)... da läppert sich schon einiges. 

 

Einer der O-Töne meiner USA Reise war: "Online programs are not cheaper to offer than regular on-campus programs". Das stimmt nach meinen Erfahrungen zwar nicht aber trotzdem lassen sich die Kosten nicht beliebig drücken... es sei denn, die Qualität der Lehre lässt massiv nach oder man wird über staatliche Gelder bezuschusst. Und die Marketingkosten sind im Vergleich dazu tatsächlich noch überschaubar.

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Klasse, dass du das Thema Kosten mal so offen ansprichst.

 

Die Kosten für die Erstellung des Lehrmaterials fallen ja einmalig an (und später dann die Kosten für die laufende Aktualisierung) und relativieren sich bei steigender Studierendenzahl oder dem mittlerweile oft vorkommenden "Recycling" die Module in möglichst vielen Studiengängen zu nutzen.

 

In der Betreuung kann man versuchen, viel zu automatisieren, Bots einzusetzen oder auch FAQ-Seiten etc. - aber die Qualität der Betreuung zeigt sich meiner Meinung nach gerade dann, wenn individuell und zeitnah auf die konkreten Anliegen der Studierenden eingegangen wird.

 

Was die Berechnung von zusätzlichen Gebühren angeht, sehe ich neben dem in meinem letzten Kommentar genannten Kritischen Aspekt auch, dass es die Einstellung seitens der Studierenden geben könnte, nur für die Leistungen zahlen zu wollen, die man auch in Anspruch nimmt. So war es in meinem Fernstudiengang so, dass für die optionalen Repetitorien vor den Klausuren eine Gebühr angefallen ist bei Teilnahme. Insgesamt glaube ich, dass der tatsächliche Betreuungsaufwand pro Studierendem sehr weit auseinander geht. Manche nehmen hier kaum Unterstüzung in Anspruch, während andere vermutlich fast täglich etwas haben.

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