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M1 - Kurs "Einführung in die Psychologie" - Rückblick und Kritik

Rosenthal

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Liebe Freunde der Fernbildung und Psychologie,

seit längerer Zeit mal wieder ein Update hier. Hauptberuf und Fernmaster in selbigem beschäftigen mich natürlich ordentlich. In Psychologie ist ein weiterer Schritt getan, ich habe den Kurs "Einführung in die Psychologie", der den Hauptteil des Einführungsmodul M1 im B.Sc. Psychologie an der Fernuni Hagen ausmacht, fertig bearbeitet. Aus M1 fehlen mir nun nur noch zwei Kapitel des Kurses "Psychologie und kulturelle Vielfalt". Für das nächste Semester steht dann die Bearbeitung von Modul M2 (Statistik) an. Davon habe ich bereits "Statistik I" bearbeitet. Die Klausurvorleistungen für beide Module sind auch bereits erbracht, sodass ich dann hoffe, im September endlich meine erste oder vielleicht sogar meine ersten beiden Klausur/en zu schreiben.

Meine Erfahrungen und Gedanken zum Kurs "Einführung in die Psychologie" möchte ich (wie auch schon vorher mit den Kursen "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" und "Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie") nun mit euch teilen (Stand des benutzten Materials: Wintersemester 2018/2019):

Struktur des Kurses:

Der Kurs besteht aus 16 Einheiten, die in Thematik und Aufbau genau dem "Gerrig" (früher "Zimbardo"), einem Standard-Lehrbuch der Psychologie folgen. Der Kurs deckt alle Grundlagenbereiche der Psychologie ab (Methodik, Biologische & Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, Persönlichkeitspsychologie & Diagnostik) und geht außerdem in zwei Einheiten auch auf die Grundlagen der Klinischen Psychologie ein. Ferne werden weitere Anwendungsgebiete zumindest angeschnitten (z.B. Gesundheitspsychologie im Zusmamenhang mit Emotionen & Stress oder Arbeitspsychologie im Zusammenhang mit Motivation).


Methoden und Materialien:

Im Grunde besteht der Kurs aus vier wichtigen Komponenten:

  • Online-Vorlesungen (Videos) mit zugehörigen Folien zum Download
  • Pflichtliteratur Gerrig
  • Quizzes zur Überprüfung der Kenntnisse
  • Foren zum Austausch mit Mitstudierenden und Lehrenden

 

Dass ich aus praktischen und persönlichen Gründen in diesem Studium nicht der kooperative Lerntyp bin und lieber für mich selbst lerne, ist aus den letzten Beiträgen schon deutlich geworden, daher kann ich wie immer zu den Foren nicht viel sagen. Die Quizzes habe ich als Kontrolle genutzt, wenngleich einige Fragen mir nicht besonders herausfordernd vorkamen (insbesondere die wahr/falsch-Fragen). Daher nun genauer zu den zwei anderen Teilen:

 

Pflichtliteratur:

Ich hatte mir "den Gerrig" schon vor Beginn des Stuidums besorgt. Mittlerweile gibt es schon wieder eine neue Auflage. Leider ist das Kapitel zu den klinischen Störungen mittlerweile schon wieder veraltet, da es noch auf dem DSM-IV-TR basiert. Das Buch ist im Vergleich zur Pflichtliteratur für die Forschungsmethodik und Statistik (siehe hier) optisch etwas ansprechender gestaltet und v.a. mehr bebildert und strukturiert. Hervorhebungen helfen beim schnellen Überblick. In der didaktischen Qualität nehmen sich beide nicht viel und das ist mir in einem akademischen Lehrgang dann auch wichtiger als Layout. Ich habe gerne darin gelesen und fand Erklärungen und Beispiele wunderbar!


Online-Vorlesungen:

Leider empfand ich die Online-Vorlesungen hingegen als weniger gut. Frau Dr. Walpurger ist sympathisch und spricht verständlich. Hin und wieder findet sie eigene anschauliche Beispiele. Das war es dann aber auch schon fast mit Positivem. Das klingt hart, aber leider war ich wirklich etwas enttäuscht. Zunächst liefern die Vorlesungen selbst nur äußerst wenig mehr als die Folien. Das mag noch in Ordnung sein, zusätzlich erklärte die Dozentin in den Vorlesungen aber schon öfter auch mal ungenau oder gar falsch. Dinge widersprachen sich mit der Pflichtliteratur. Ich fand es insgesamt schade, dass der Lehrstoff so deckungsgleich mit dem der Pflichtlliteratur war. In einer Vorlesung wäre doch Platz für individuelle Bespiele, Erklärungen und Schwerpunkte gewesen, anstatt (fast) alles aus dem Buch mit "durchzurattern", sogar die Grafiken wurden zu 90% aus dem Buch übernommen. Natürlich reduziert sich damit der Arbeits- und Lernaufwand. Aber ich finde: Wenn man schon diese Online-Vorlesungen hat, sollten sie auch effektiv und sinnvoll genutzt werden. Dann lieber kürzer und vorher die Grundlagen mit dem Buch erarbeiten. Sonst könnte die Fernuni da auch direkt wieder zurück zum klassischen Skript oder gar nur mit dem Gerrig arbeiten. So war zumindest mein Eindruck.

Was übrigens m.M.n. gar nicht geht: Unkorrigierte Folien und v.a. der Hinweis "Inhalt nicht mehr aktuell, im DSM-V gibt es einige Änderungen" ohne dass strukturiert der aktualisierte Lernstoff zur Verfügung gestellt wird. Auch wenn die Hagener Psychologiestudierenden ja ohnehin eher weniger in der klinischen Psychologie arbeiten werden, sollten sie da nicht mit "altem" Diagnostikwissen ins Studium starten. Schließlich sind grundlegende Kenntnisse der Störungsbilder auch in anderen diagnostischen Berufen der Psychologie wichtig.

Inhalt:

Der Inhalt des Kurses ist sehr umfangreich. Ich fand alle Themen spannend. Mich hat es lediglich gestört, dass Themen aufgenommen waren (einfach nur weil sie auch im Lehrbuch standen?), die an anderer Stelle bereits ausführlich und teilweise besser behandelt wurden. Das betraf v.a. die Forschungsmethodik, die eine eigene Einheit bekam, obwohl sie im Modul einen ganzen Kurs hat, den ich besser aufbereitet fand. Das hat mich etwas irritiert. Außerdem stelle ich mir die Frage, ob es wirklich nötig ist, diesen ganzen "Wust" an Stoff zu haben. Klar, für die Fernuni ist das Einführungsmodul sicherlich insgeheim auch ein kleines "Aussortiermodul" wie an vielen Präsenzunis auch. Und ja: Mit einem umfassenden Überblick in das Studium zu starten, kann sich sicher sehr lohnen, gerade in einem Fernstudium, bei dem zumindest im Teilzeitstudium die einzelnen Fachgebiete sehr weit auseinanderliegen und man vielleicht leicht den Überblick über die Gesamtzusammenhänge verlieren könnte ohne die umfassende Einführung. Ich fand den Rundumblick gut als Orientierung, aber das könnte m.M.n. "entschlackt" werden. Der Kurs "Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie" aus M1 und das Statistik-Modul M 2 machen es vor: Dort wird nicht die gesamte Literatur gelesen, sondern die Kapitel, die eben relevant sind. Da hätte man beim Gerrig auch das eine oder andere sicher für später lassen können.

 

Fazit:

Ich bin wieder um einiges Wissen reicher und das freut mich! Die Vermittlung hätte m.M.n. in diesem Hauptkurs des Einführungsmoduls aber noch einige Verbesserungsmöglichkeiten!

 

Meine Vorschläge:

  • Nicht der gesamte Gerrig als inhaltliche Grundlage, etwas reduzieren, dafür...
  • ...mehr Beispiele und eigene Erklärungen in den Online-Vorlesungen und...
  • ...Online-Vorlesungen verkürzen: Nicht eins zu eins erzählen, was ohnehin schon im Lehrbuch steht.
  • Und mein dringlichster Vorschlag: Warum nicht für einen Überblick zu jedem Fachgebiet der Psychologie jeweils die Professorin/den Professor des entsprechenden Lehrstuhls im Einführungsmodul zur Online-Vorlesung bitten? Das hätte mehrere Vorteile: Jeder Experte ist auf seinem Gebiet fit (Frau Dr. Walpurger wirkte hier und da nicht ganz sicher mit den Inhalten), die Studierenden lernen die anderen Lehrenden schon einmal kennen und die Professoren können schon einmal für "ihr" Gebiet begeistern.


Soweit erst einmal für heute. Das Studium bleibt weiter spannend! Nächstes Semester werde ich dann wohl zu den ersten gehören, die die "verkürzten" Klausuren in Psychologie schreiben und bin dementsprechend gespannt!

Demnächst melde ich mich sicher mit einer Rückschau zum Kurs "Psychologie und kulturelle Vielfalt".

Bis dahin sage ich erst einmal:
Bleibt neugierig und positiv!
Euer Pygmalion.



6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Bei den Vorlesungen habe ich mir zwei oder drei angesehen - dann gleich nur die Folien ausgedruckt und mir die Zeit des Anhörens gespart. :wink:

 

Die Stoffmenge wird in nachfolgenden Modulen und Klausuren nicht weniger.

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vor 26 Minuten, psychodelix schrieb:

Bei den Vorlesungen habe ich mir zwei oder drei angesehen - dann gleich nur die Folien ausgedruckt und mir die Zeit des Anhörens gespart. :wink:

 

Die Stoffmenge wird in nachfolgenden Modulen und Klausuren nicht weniger.

 

Tjaja, ich habe dann oftmals wirklich nur Geschwindigkeit auf 1,5 oder 1,75 gestellt und parallel die Folien bearbeitet, um zu sehen, ob irgendwo noch eine interessante Zusatz-Info kommt ;)

Zum Stoff: Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Mir war nicht die Stoffmenge zu groß, sondern die Themendichte. Mir wäre mehr Stoff auf weniger Themen (= insgesamt gleich viel Stoff) lieber gewesen. Aber das ist ja auch Geschmackssache. Ich habe parallel zu M2 (WHK) auch noch M3a und M3b bestellt und bin gespannt, da schon einmal "hineinzuschnuppern" zwischendurch und zu sehen, was mich demnächst erwartet.

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vor 13 Minuten, Rosenthal schrieb:

Mir war nicht die Stoffmenge zu groß, sondern die Themendichte. Mir wäre mehr Stoff auf weniger Themen (= insgesamt gleich viel Stoff) lieber gewesen. 

 

Ändert sich nicht in folgenden Modulen.

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Nur mal als Beispiel M7 (okay, das ist viel Stoff - mit das anspruchsvollste Modul und es kommt jede Menge Pflichtliteratur hinzu, die man sich selbst suchen muss).

Zeitplan M7 SS 2018.jpg

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Die Module decken wirklich alle viele Themen ab. Sie geben ja auch 15 Credits, das entspricht 2-5 Kursen an einer Präsenzuni. Trotzdem finde ich, es gibt "buntere" Module und welche, wo eher alles zusammenhängt. M1 soll ein Gesamtüberblick sein, da ist es ja klar, dass besonders viele verschiedene Themen vorkommen. Und bei M7 sind es Persönlichkeitspsychologie, Differenzielle und Diagnostik, das sind ja auch schon drei Bereiche.

Ich fand z.B., dass M2, M4, M6a und AF B eher weniger Themen abdecken und dafür mehr in die Tiefe gehen. Aber um das Lernen unendlicher Details, Begriffe und Modelle kommt man leider nicht herum.

 

vor 12 Stunden, Rosenthal schrieb:

Tjaja, ich habe dann oftmals wirklich nur Geschwindigkeit auf 1,5 oder 1,75 gestellt und parallel die Folien bearbeitet, um zu sehen, ob irgendwo noch eine interessante Zusatz-Info kommt ;)

 

Das mache ich auch immer so. Man merkt nach ein paar Modulen, dass es von Prof zu Prof variiert, was man einstellen muss, um gerade noch mitzukommen ;) 

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Am 10.3.2019 um 09:29 , ClarissaD schrieb:

Aber um das Lernen unendlicher Details, Begriffe und Modelle kommt man leider nicht herum. 

 

Das hatte ich auch nicht vor, sonst hätte ich wohl kaum ein Psychologie-Studium begonnen ;)

 

Am 9.3.2019 um 20:57 , psychodelix schrieb:

Nur mal als Beispiel M7 (okay, das ist viel Stoff - mit das anspruchsvollste Modul und es kommt jede Menge Pflichtliteratur hinzu, die man sich selbst suchen muss).

Zeitplan M7 SS 2018.jpg

 

Oh, vielen Dank für den Einblick! Sehr interessant! Da freue ich mich zumindest inhaltlich schon einmal sehr drauf. Aber klar: Nach wenig sieht das auch nicht aus ;)

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