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Lernen mit viel Stoff und wenig Zeit - Strategien

Vica

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Liebe Leser. Was dem einen hilft, hilft natürlich dem anderen nicht und umgekehrt - so wie es auch nicht "die" Lernmethode gibt. Jeder Stoff hat seine eigenen Herausforderungen. Noch weniger hilft es, die Notizen anderer zu sehen. Dennoch, vielleicht inspiriert es auch jemanden bei der Bewältigung einer ähnlichen Art Stoff. 

Im Sinne von "Durchziehen!" lerne ich gerade für die Inhalte aus dem ersten klinischen Block. Hier waren sämtliche Störungsbilder aus dem Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychologie das Thema. Das Seminar dazu war ja nicht hilfreich und die Folien auch fehlerhaft, weswegen hier auch nichts vertieft wurde, sondern wir zu Hause wieder bei Adam und Eva anfangen.
Das Lernen für den klinischen Bereich ist recht anspruchsvoll - im Grunde lernt man den ICD-10 und DSM-IV-TR auswendig. Doch wie geht es am besten, etwas sperrige Bezeichnungen, Klassifikationen und Störungsbezeichnungen auf die Kette zu kriegen, zu behalten und nicht durcheinander zu werfen? So fühlt sich vermutlich ein Medizinstudent. 
Für große Kunstwerke bleibt kaum Zeit - simple Text-Notizen bringen mir persönlich hier in dem Fall auch nichts. 

Einer meiner Hauptfehler ist es auch, zu viele Notizen zu machen, zu viel raus zu schreiben, was am Ende kein Gewinn aus der Quelle ist. Da ich beim Lernen trotzdem ein visueller Typ bin und so am meisten hängenbleibt bei mir, haben sich für diesen Lernstoff mal wieder Mindmaps erwiesen. Wichtig war mir, nur ein Blatt pro Kapitel voll zu malen, der Übersicht halber. Ist echt schwer bei so viel Stoff und so ausladenden Bezeichnungen, darum habe ich mit Farben gearbeitet.

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Die Mindmaps sind darum hervorragende Stichwortgeber. Ich versuche, so wenig wie möglich an Definitionen drauf zu schreiben, sonst bräuchte ich mehrere Blätter - die ich am Ende garantiert wieder verschlöre. Sehr hilfreich fand ich die Maps nun im Sinne des täglichen Wiederholens. Man kann sie immer mal wieder zwischenzeitlich für 1-2 Minuten überfliegen. In längeren Lernphasen sind sie optimal, um zu den einzelnen Punkten etwas mehr zu schreiben oder - wie in meinem Fall - zu erzählen. Bei mir bleibt mehr hängen, wenn ich laut erzähle. Vielleicht findet sich ja auch ein interessierter Zuhörer im Umfeld? 🙂 Meine Kids jedenfalls lachen sich kaputt :D  

Bei manchen Störungsbildern finde ich es dann aber doch so schwer zu unterscheiden, dass sie mehr Aufmerksamkeit bedürfen - die kommen dann auf gesonderte Karteikarten. Eigentlich mag ich die nicht so, darum versuche ich es auch, sie knapp zu halten. Gebe mir da auch nicht die allergrößte Mühe mit ;) 
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Schlussendlich mache ich es noch so, dass ich Klausurfragen beantworte, bzw. in dem Fall die Reflexionsfragen zu den Kapiteln, die wohl einen ähnlichen Zweck erfüllen. Der Übersicht halber kommen die auf die Rückseite der Mindmap (da ich mich ja kenne und am Ende nämlich wieder nichts finde, was zusammengehört). Auch hier versuche ich, nur 1 Seite vollzuschreiben. Das Schreiben ist wichtig, da wir nicht nur MC-Fragen, sondern auch offene Beantwortungskonzepte in der Klausur haben werden. 
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Später versuche ich dann auch, über die Fragen auswendig zu referieren. Zu viel Schreiben kostet mich beim Lernen nämlich zu viel Zeit und die letzten Notizen sollten finde ich nicht erst am letzten Prüfungstag abgeschlossen sein :) 

Nächste Woche ist es schon so weit. Ob es etwas nützt, wird sich dann zeigen. Aber bisher habe ich das Gefühl, bleibt alles ganz gut hängen und ich merke schon, wie sich das mit dem Hirn verkabelt. 

Übrigens sieht das nach viel Arbeit aus, ist aber sehr schnell gemacht. Im Moment wende ich so 1-2 Lernstunden pro Tag auf PLUS zwischendurch immer mal wieder wenige Minuten auf die Karten + Maps schauen. 


Größere Sorgen macht mir, ob nächsten Samstag auch wirklich mein Zug nach Dortmund fährt. Bei den Seminaren hat sich der Samstag immer als Problemtag erwiesen, was unter anderem daran lag, dass ein Zug mal so eben einfach entfällt - nach Auskunft am Schalter deswegen, weil sich das personaltechnisch nicht immer lohne, wenn nur ein geringes Fahrgastaufkommen erwartet wird (hallo, geht's noch?). Also schau ich mich schon mal nach Alternativen um ;) 

Beste Grüße 



7 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ich finde Mindmaps toll und nutze sie für alle möglichen Zwecke. Leider bin ich aber zu faul, sie optisch so schön zu gestalten wie Sie es machen. Obwohl sie dadurch effektiver würden!

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Ich drück die Daumen, dass dein Zug am Samstag fährt 🤞, spare mir aber das Drücken für die Klausur, denn wie man sieht, bist du ja optimal vorbereitet. 😉

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In meinem Erststudium habe ich auch gerne Mindmaps eingesetzt, um den Stoff für mich zu "verdichten". Bunt waren sie auch, aber nicht so schön wie diese. Bei den Bildern werde ich ein bisschen nostalgisch. Zeitweise habe ich übrigens auch mal mit einer Software experimentiert. Aber am Ende hat es sich als effektiver erwiesen, Mindmaps von Hand zu zeichnen. Es dauert ein bisschen länger, aber es bleibt auch mehr hängen.

 

Ich finde das toll, hier etwas darüber zu lesen, wie andere Studierende lernen. Würde mir gut gefallen, wenn so etwas auch in anderen Blogs mehr thematisiert würde. Viele Lerntechniken sind ja nicht an ein bestimmtes Fachgebiet gebunden. Darum sind solche Inhalte potentiell für viele Leser relevant.

Bearbeitet von kurtchen

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Sehr schöner und interessanter Blogeintrag.

Das sieht echt super aus. Kannst Du mir bitte auch welche erstellen? Ich würde Dir dafür sogar einen Kaffee brühen *lach* 😅

 

Zitat

Einer meiner Hauptfehler ist es auch, zu viele Notizen zu machen, zu viel raus zu schreiben, was am Ende kein Gewinn aus der Quelle ist. Da ich beim Lernen trotzdem ein visueller Typ bin und so am meisten hängenbleibt

Das kommt mir sehr bekannt vor, leider.

 

 

Zitat

Wichtig war mir, nur ein Blatt pro Kapitel voll zu malen, der Übersicht halber. Ist echt schwer bei so viel Stoff und so ausladenden Bezeichnungen, darum habe ich mit Farben gearbeitet.

Dem stimme ich zu. Es sieht sehr geordnet aus, jedoch frage ich mich, ob ich mich zu diesem Mehraufwand hinziehen lassen kann. 
Wie viel Zeit hast Du für das alles ungefähr investiert?

 

 

Zitat

 [...] kommen dann auf gesonderte Karteikarten. Eigentlich mag ich die nicht so, darum versuche ich es auch, sie knapp zu halten. 

Mir gefällt der Zeitaufwand, um das alles zu bekritzeln, auch nicht so wirklich, aber für mich sind Karteikarten eine sehr effiziente Methode, um das Gelesene in den Kopf zu bekommen (und zu behalten).

 

 

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Sehr beeindruckend, wie du mit dem Stofflernen umgehst. Daumen hoch!

 

Du könntest bzgl. Reise auch mal auf Mitfahrgelegenheit.de schauen - vielleicht bietet sich ja was an.

Bearbeitet von thewulf00

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Vica

Geschrieben (bearbeitet)

Am 18.4.2019 um 07:42 , flowergarden schrieb:

Wie viele Wochen beginnst du denn im Vorfeld mit der Klausurvorbereitung?

@flowergarden:  

Meine Optimopti-Lernzeit sind 6 bis 8 Wochen vorher :) Bei allem, was ich länger ansetze (z.B. 12 Wochen vorher) verzettel ich mich leider, was das regelmäßige Wiederholen angeht und vergesse zu viel. 😕
Sehr lange Vorlaufzeit nehme ich nur da in Anspruch, wo mir schon die Grundlagen fehlen, etwa Statistik (Angstgegner). 
 
Eigentlich bin ich auch ein Typ für Auf-den-letzten-Drücker-Lernen. In den letzten 2 Wochen vor der Klausur bleibt dann auch am meisten hängen. Da kommt dann meistens das richtige Tempo zustande. 

Bei dieser Klausur war aber keine Zeit für weites Ausholen, da erst 3 Wochen zuvor der Lernstoff eingegrenzt werden konnte. Die Folien aus dem Seminar der Dozentin waren leider fehlerhaft und dadurch aufgehoben und zwischendrin neue Materialien angeboten worden. 

LG  

PS: Der Klausurstoff blieb diesmal fast zu 100% hängen. Trotzdem hatte ich leider mit einem Blackout zu kämpfen :D 

Bearbeitet von Vica

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