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2019 retrospektiv


Vica

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Wahnsinn, Leute, es ist Sylvester und
✭2019✭
neigt sich dem Ende zu. In der Rückschau war es ein wahnsinnig farbenfrohes, ereignisreiches und forderndes Jahr. Jeder Monat hatte es in sich und es blieb kaum Zeit, lange über die Dinge zu grübeln. 2019 umfasst bei mir Teile des 3., 4. und 5. Semesters. Im ersten Teil des Jahres dachte ich noch, dass ich den Master gar nicht in Regelstudienzeit abschließen können würde (kein Kitaplatz), im zweiten ergab sich die Möglichkeit dann doch und ich gab Gas.
...Das kann man ja über jedes Jahr sagen?? 
Hier ein Querschnitt des scheidenden Studienjahres :28_hugging:


Januar
Das Jahr startete Ende Januar mit dem Highlight, dass 15 ECTS aus einem nachgeholten Pflichtmodul klinische Psychologie auf dem Weg zu mir waren. Diese waren u.a. Voraussetzung zur Zulassung zum klinischen Masterschwerpunkt. Ich habe quasi auf dem gepackten Koffer gesessen, denn schon im Februar stand die erste Präsenzwoche an. Als es klappte, war ich furchtbar hibbelig. :D 

Februar 
Im Februar war dann besagte erste Präsenzwoche in Göttingen und ich war stolz, als sei ich irgendwo zu einem Komitee für Auserwählte unterwegs. Das erste Seminar war das Merkwürdigste, was ich (und alle anderen inklusive des Teams) wohl je erlebt haben - die Dozentin kannte sich in der Materie gar nicht aus (was man angesichts ihres Doktors erstmal nicht erwartet). Es war so ein Trauerspiel, dass sie in Tränen ausbrach und das Seminar abbrechen wollte. Die Zeit in Göttingen war cool, aber das erste Seminar ein Knall vor den Bug. Dennoch herausragend, wie wir das als Gruppe gemanaged haben und die eher labil wirkende Dame trösteten und ermutigten, nicht aufzugeben. Rückblickend frage ich mich, was aus der Ärmsten geworden ist - sie ist nirgendwo mehr aufzufinden, auch bei ihrer Alma Mater nicht. :38_worried:  


März 
Im März standen ein paar Verhandlungen mit den Fachbereichsleiter an, weil im Seminar nichts rübergebracht worden war, worüber man eine Klausur hätte füllen können. Die Verhandlungen zogen ein paar "Klassensprecher" der Gruppe durch, deren Mut in der Hinsicht echt bewundernswert war. Sie setzten nicht durch, dass wir nochmal klarer gebrieft wurden, sondern auch, dass die Kosten des Seminars für jeden rückerstattet wurden. Weiterhin stand im März an, sich einen Partner aus der Gruppe zu suchen, mit dem man eine PowerPoint Präsentation in der zweiten Präsenzwoche vorbereiten sollte. Diese fand dann Ende März statt. Zunächst war etwas misstrauische Stimmung, zumal das erste Seminar noch nachhallte. Im zweiten Seminar gab es zwei neue Dozenten und es wurde phänomenal gut. 

April
Ein Klausurmonat für mich - ich war froh, dass ich sie abhaken konnte. Damals gab es noch die Schnellstrecke zwischen Münster und Dortmund, die nun leider (für den Rest meines Studiums) gesperrt sein wird. Ein ziemlicher Luxus, dessen ich mir damals gar nicht bewusst war, so eine Direktverbindung! 

Mai
Im Mai wurden von der PFH weitere Goodies für das verkorkste Seminar 1 angekündigt (ein Webinar zu KiJu Psychologie, welches ich mir gerne angeschaut habe). Insgesamt schien man da echt bemüht, die Wogen zu glätten. Und: Es gab Klausurergebnisse zurück. Ich war zufrieden, merkte aber auch allmählich deutlich, dass sich so langsam Ermüdungserscheinungen einstellten - während das Thema zu Hause sitzen, Theorien pauken und Klausuren schreiben mir immer weniger zusagte, freute ich mich hingegen sehr auf die praktischen Teile des Studiums (Leute treffen, Seminare vorbereiten, Studieninhalte vor Ort besprechen usw.)

Juni
Es war bereits sehr heiß (oh, wie vermisse ich das gerade!), doch ich hatte eine ziemlich fiese Erkältung :65_mask:- die einzige in diesem Jahr - und fuhr zur Klausur, bloß um sie abzuhaken. Bedenken hatte ich trotz Infekt nicht, weil ich gut vorbereitet war. Aber: Komplette Blackouts während des Schreibens irritierten und beängstigten mich gleichzeitig. Ich fragte mich, ob das etwas mit der im Mai festgestellten Studienmüdigkeit zu tun haben könnte. Also beschloss ich, den Rest des Studiums schnell durchzuziehen. 

Juli
Die dritte Präsenzwoche stand an, darüber eine Facharbeit, die in Partnerarbeit geschrieben wurde. Die Woche war wie immer sehr gut, tolle Dozenten und klasse Themen im Bereich psychotherapeutische Interventionen, alle aus erster Hand von echten (Psycho)therapeuten. Es kamen sehr neue Verfahren dran, auch interkulturelle Psychotherapie mit Sprachbarrieren oder z.B. tiergestützte Therapie mit Hund. Ich genoss diese Zeit sehr. Zurück daheim ließen meine Prüfungsnoten erstmals deutlich nach gegenüber früher. Das Ergebnis der Facharbeit wurde aber eine phänomenale 1,00. Ich bin so stolz drauf, dass ich sie mir nochmal privat habe binden lassen und ab und zu durchblättere oder interessierten Freunden/Familienmitgliedern gebe. Ich befasste mich erstmals mit möglichen Themen für die Masterarbeit, was mich erleichterte, weil damit die Zeichen auf Schluss standen. 

August
Da wir gegen jede Annahme via Losverfahren einen Kitaplatz für den Mini bekommen haben (auch noch in der, die er bei den Besichtigungen so unendlich gerne hatten), konnte ich mich erstmals mit Praktikaplatzsuche befassen. Leider an den Verhältnissen in der klinischen Psychologie gemessen, recht spät, denn 6 Monate Vorlaufszeit kann dies benötigen. Design für den Lebenslauf, Bewerbungsbilder machen lassen...sowas ist ehrlich gesagt gar nicht mein Ding, aber es war dann doch weniger schlimm, als gedacht. Dazu bald ein eigener Blog-Beitrag. Wir hatten eine Affenhitze, die mir sehr zu schaffen machte und ich versank bald wieder im Motivationstief, da ich noch für einige Klausuren zu lernen hatte, was mich annervte :68_sleeping:. Gefühlt blieb nichts hängen. Das äußerte sich somatisch in Verspannungen der übelsten Art, die eine tolle Thaimasseurin wieder komplett eliminierte. Viele wollen Reisen, Häuser und Shoppingtouren, gewönnen sie im Lotto. Ich würde garantiert jede Woche zur Thaimassage gehen! Schade, dass mir das finanziell kaum möglich ist. 
Danach hakte ich noch einen Angstgegner ab, die Testtheorie-Klausur, die ich nicht hätte fürchten müssen. Auch mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. 

September
...hat alles neu gemacht. Da mein Kleiner so begeistert von seiner Kita war, dass er gar keine ausgedehnte Eingewöhnungsphase brauchte, hatte ich nun den ganzen Tag bis 15 Uhr zur Verfügung. Ich schrieb ein paar Artikel für meinen Zeitungsjob auf Halde und sortierte mich neu: Ich wurde Student. Den ganzen Tag zum Lernen zur Verfügung zu haben, war etwas komplett Neues. Zu Hause nutzte mir das nichts - schnell ist es passiert, dass ich irgendwo zwischen Kaffee Nr.5 und YouTube hängen bleibe. Also ging ich wie jeder brave Student in die Uni vor Ort. Ich bekam eine Mensakarte und Internetzugang (was ich lieber habe bleiben lassen) und so eine Art Pseudo-Matrikelnummer sowie die Berechtigung zum Kopieren und Bücher ausleihen. Ich konnte so viel lernen wie noch nie und selten blieb etwas so gut bei mir hängen.
An meinen Klausurnoten änderte das nichts - sie hatten sich mittlerweile im Mittelfeld eingependelt und blieben dort auch hängen :closedeyes:. Früher hätte mich das enttäuscht. Heute bin ich auch dafür dankbar, denn "schlecht" definiere ich heute ganz anders. Mir gelang etwas Bemerkenswertes und sehr Nützliches: Sich von Perfektionismus freizumachen. 

Oktober  
Der letzte Präsenzblock stand an. Er wurde durch einen überraschenden Bombenfund, welcher relativ zentral war, in zwei Teile gesplittet: Vor der Entschärfung bei der PFH, während der Evakuierungsmaßnahmen an der Uniklinik, die wohl außerhalb des Evakuierungsgebietes stand. Da aber praktisch die ganze Stadt gesperrt wurde, mussten viele Kommilitonen ihre Hotels verlassen. Fernzüge für pendelnde Studis wie mich kamen gar nicht mal in die Nähe. Da haben wir alles mögliche versucht, sogar einen "Bombengruppe" haben wir in WhatsApp gegründet, um uns als abzustimmen, wie wir eventuell von allen Seiten an diesem Tag reinkommen könnten. Doch die Zustände erinnerten eher an Independence Day, als alle aus der Stadt flüchten (nun ja, so dramatisch war es nicht, aber ich stelle mir das logistisch ähnlich herausfordernd vor :D ). Die Bahn lachte nur müde auf Nachfragen, ob man eventuell mit Schienenersatzverkehr eine Chance hatte. Andere Kommilitonen boten uns sogar an, uns mit dem Auto abzuholen von Bahnhöfen in der Pampa, die noch angefahren wurden. Letztlich aber doch zu viel Chaos. Zum Glück war es gar keine Bombe und somit ist auch nichts passiert. Ich fand es echt schade, dass die Seminare nun zu Ende waren, es war ein Abenteuer in einem Studentenleben, in dem man sonst eher an die eigenen vier Wände gebunden war. 

November
Hier verschickte ich erste Bewerbungen für KJP/PP-Ausbildungsinstitute und bekam so positives Feedback zurück. Es bereitete mir große Freude, mich mit dem Leben NACH dem Studium zu befassen. Ich recherchierte, fasste Bewerbungen zusammen und besuchte doch nochmal Göttingen zusammen mit einer Freundin aus dem Seminar, um dort an einem freiwilligen TAges-Seminar in multivariaten Verfahren teilzunehmen.  

Dezember
Die ganze Beschäftigung mit der Zukunft führte aber dazu, dass ich beinahe in der Gegenwart absoff: So setzte ich eine wichtige Klausur in den Sand und war mir sehr sicher, sie nochmal schreiben zu müssen. :001_unsure: Allerdings war das zum Glück nicht der Fall und die Note war so gut, dass ich immer noch hoffe, nicht verwechselt worden zu sein. Eine Verwechslung gab es vielleicht in einer ganz anderen Klausur, die ich zurückbekam: Sozialpsychologie. Das war die einzige Klausur in diesem Jahr, die wie am Schnürchen lief, aber die Note so schlecht, dass ich es kaum glauben kann. Sicherheitshalber habe ich Klausureinsicht beantragt und kann diese nun Mitte Januar durchziehen. Bin sehr gespannt, ob ich mich einem Fehler der Korrektur gegenübersitzen sehe oder der eigenen völligen Unfähigkeit, was ich mir aber in dem Fall ausnahmsweise nicht vorstellen kann. 
 
  ✭2020...?✭
Im kommenden Studienjahr steht so viel auf dem Plan, wie noch nie: Praktikum (3 Monate), Masterarbeit, Kolloqium (aah), Ende des Studiums (September), hoffentlich ein Ausbildungsplatz (KJP) und vielleicht (HOFFENTLICH!!) dessen Start, was aber möglicherweise erst im Jahr 2021 der Fall sein könnte, da mein Master gegen Ende des Jahres ausläuft...ob das so hinhaut kann ich nicht absehen, ich plane lieber mittelfristig. Schon ein paar Haken, die man dransetzen könnten, wären wohl super. 
Mein größter Wunsch ist, dass privat alles so bleibt, wie es ist: Denn nur die stabile Basis und die Gesundheit geben einem den Rückhalt, den man benötigt. 🙂
Wünsche euch allen einen guten Rutsch, Spaß, Neugierde, neue Möglichkeiten und genügend Raum für alles im neuen Studienjahr!:thumbup:

LG

Feature Foto: cottonbro | pexels.com 

2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Zitat

Mein größter Wunsch ist, dass privat alles so bleibt, wie es ist: Denn nur die stabile Basis und die Gesundheit geben einem den Rückhalt, den man benötigt.

Dann möchte ich dir genau das für das kommende Jahr wünschen. 🥂 🍀

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Zitat

Wünsche euch allen einen guten Rutsch, Spaß, Neugierde, neue Möglichkeiten und genügend Raum für alles im neuen Studienjahr!:thumbup:


Das wünsche ich Dir auch - alles Gute für 2020! 🥳

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