Zum Inhalt springen

Lebenslanges Lernen? Langweiliges Lottern?


Student3185

474 Aufrufe

 Teilen

Die Leser über 30 werden es kennen: Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit.

Und die wirklich "alten" Menschen bestätigen, ja warnen uns sogar, dass sich dieser Effekt noch weiter beschleunigt und einem irgendwann plötzlich bewusst wird, kaum noch Zeit zu haben.

 

Sobald ihr im Beruf oder privat jeden Tag dasselbe macht und die Tage/Wochen/Monate anfangen sich zu gleichen, wird die Zeit dahinrasen. Ich selbst bin z.B.1996 an den PC gesessen und (gefühlt) eine Sekunde später im Jahr 2006 wieder aufgestanden.

 

Zum Glück lässt sich dieser Effekt auch wieder abbremsen. Das Kredo lautet: "Kampf der Routine".

Sobald ihr etwas Neues lernt, ein Hobby anfangt, einen neuen Freundeskreis aufbaut oder euch zumindest mit anderen Menschen beschäftigt, werden die Tage wieder deutlich länger. Versprochen.

Eine weiterer Leitsatz von mir zwischendurch:

Zitat

Es gibt über 7,000,000,000 Menschen auf der Welt. Und JEDER weiß etwas, was ich nicht weißt.

 

Wenn ich neue Mensch treffe, denke ich mir mittlerweile immer: "Mal gespannt, was ich von dir lernen kann."


Nach der Erkenntnis, in Nullkommanichts etliche Jahre am PC verdaddelt zu haben, fing ich an, Gewohnheiten zu verändern. Ich fing, anfangs noch etwas verhalten, Sport im Verein an, lernte neue Fähigkeiten und neue Leute kennen und ging dann immer regelmäßiger hin. Auf einmal sollte ich vertretungsweise eine Gruppe leiten, wurde kurze Zeit später Assistenztrainer, machte anschließend verschiedene Lehrgänge und Lizenzen und war plötzlich ein Vereinsmensch mit Aufgaben, Funktionen und Verantwortung. (und dabei wollte ich doch nur ein bisschen in Ruhe trainieren)

 

Viele weitere Sachen kamen noch hinzu, die Aufzählung würde allerdings den Rahmen des heutigen Blogeintrages sprengen...vielleicht dazu später mehr, evtl. im Zusammenhang mit den dann hoffentlich zahlreich vorhandenen Erkenntnissen aus dem Studium der Bildungswissenschaft.
Kurzum, die letzten 10 Jahre waren ereignisreicher, spannender, abwechslungsreicher und vor allem  l  ä  n  g  e  r, als die 30+ Jahre vorher.

Wenn euch also langweilig ist, dann lernt was oder macht irgendwas Aktives...aber verhockt eure wertvolle Zeit nicht vor irgendwelchen blöden Bildschirmen. Kein Mensch interessiert sich in 10 Jahren, wie gut Ihr in Fortnite gewesen seid, ob ihr alle Folgen von Germanys Next Topmodel auswendig kennt oder wie viele Follower und Likes ihr auf Instagram und TikTok hattet.

Sooo...wieder viel zu lange eingeleitet, sorry. Eigentlich sollte heute ja auf die im letzten Eintrag imaginär gestellte Frage von Frau Kanzler eingegangen werden. Als langer, stiller Mitleser hier auf fernstudium-infos.de ist mir der Account Kanzlercoaching schon oft aufgefallen. Starke Postings, gute Wortwahl und auch sehr oft an den richtigen Stellen kritisch, was ich persönlich klasse finde.

Sollte sich Frau Kanzler also irgendwann in diesen Blog verlaufen,... hier ich, Hallo,...großer Fan :)

 

Die von ihr mit am meisten gestellten Fragen gehen immer in Richtung: "Was wollen Sie damit überhaupt später machen?" oder "Was versprechen Sie sich davon?" oder "Wie sieht der weitere Plan dahinter aus?"


Es gibt bei mir bislang tatsächlich kein klares, zumindest kein kurzfristiges Ziel, das ich mit dem Studium verfolge. Ich will aktuell keinen anderen Job, bin super zufrieden und habe nicht vor, daran großartig etwas zu ändern.

 

Ich könnte mir vorstellen, dass ich irgendwann mal Unterrichts- bzw. Begleitmaterial erstelle (vielleicht so auf dem Niveau einer VHS oder einer Heilpraktikerschule) oder vielleicht auch nur Handouts für neue Mitarbeiter, für Azubis, Arbeitsanleitungen, umfangreiche Prozessbeschreibungen oder Schulungen in Sportvereine durchführe usw.

Bei manchen Themen könnte ich solche Sachen sicherlich schon jetzt verfassen, allerdings wird, und das ist auch gut so, keiner irgend ein Geschreibsel von jemandem haben wollen, der sich nicht "offiziell" auskennt. Also ohne akademischen Abschluss interessiert es erstmal keinen, was man von sich gibt.

Einen weiteren Plan hab ich noch im Hinterkopf, der aber erst so in fünf Jahren relevant werden dürfte. Wenn es soweit ist, werde ich nochmals darüber berichten. Die Grundlagen dafür muss ich allerdings jetzt schon schaffen.

Also in weiser Voraussicht überall mal ein paar Türen hinstellen und schauen, welche sich dann später öffnen.


Unterm Strich ist für mich das schöne und entspannte an meiner aktuellen Situation, dass ich das Studium aus freien Stücken anfange. Aus rein privaten Interesse. Es ist kein Plan B oder C, es wird nicht vom Arbeitgeber bezahlt, dem ich dann Rechenschaft schuldig wäre, ich kann das alles jederzeit wieder sein lassen und es hängt überhaupt nix davon ab.

Übertrieben gesagt, also total polemisch gesprochen: wenn ich am 01.10. sehe, dass die Onlineplattform das falsche Farbschema hat oder dort Dozenten mit komischem Namen lehren, dann mach ich einfach irgendwo irgendwas anderes, mach mein Studien-Account dicht und es ist weiter nichts passiert.

Nächstes Mal dann eine Notiz zum Bewerbungsprozess an der FernUni Hagen.

 

Ich versuche, jeden Blogeintrag mit einem Musiktitel enden zu lassen. Im Regelfall unbekannte Stücke, die es wert sind gehört zu werden. Es müssen ja nicht immer die Charts sein oder Titel mit mehreren Millionen Aufrufen.
Lasst euch auf solche "Perspektivwechsel" ruhig ein, vielleicht entdeckt ihr ja den einen oder anderen Song, der euch weiterhin begleiten wird.

 

 Teilen

5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Also ich habe jede Menge in den letzten 30 Jahren gemacht, kann aber nicht unterschreiben, dass die Zeit deswegen weniger schnell vorbeigegangen ist ;-). Einzig, dass man die Zeit nicht absolut vertan hat, ist wohl dann richtig. Aber das liegt auch wieder im Auge des Betrachters. Fande die "Computer-Zeit" auch ziemlich interessant.

Link zu diesem Kommentar
  • Community Manager

Gerade die (lange) Einleitung fand ich spannend, besonders weil ich im Moment auch in einer Phase bin, in der ich in vielerlei Hinsicht ausprobiere anders zu leben. Die letzten Jahre habe ich sehr viel optimiert und manche Routinen etabliert, um effizient und zu arbeiten und zu leben, mich gesund zu ernähren etc. Das Leben selbst ist dabei etwas zu kurz gekommen und aktuell probiere ich mehr aus und kann nur bestätigen, wie gut und intensiv es sich anfühlt, mal etwas Neues auszuprobieren, etwas anders zu machen und auch mal aus der Komfortzone rauszugehen (das war bei mir zum Beispiel der Fall, als ich mit Online-Sprechunterricht für Englisch begonnen habe).

Link zu diesem Kommentar

Schöner Blog bisher - ist mal was anderes mit den eher philosophisch angehauchten Teilen. Mag es auch sehr, wenn Leute ihre persönlichen Lebenserfahrungen teilen. Ist grad für uns "Jüngere" immer spannend welche Weisheiten die "Älteren" so mitbringen. Ob man's für sich adaptiert - steht aber dann wieder auf einer anderen Karte.

 

Viel Erfolg mit deinem Studium!

Link zu diesem Kommentar

Auch ich lese gespannt hier mit.

Ich gehöre wohl zu den Menschen, die sich immer mal wieder vornehmen, das ein oder andere zu ändern oder neue Dinge auszuprobieren. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Eine der wesentlichen Änderung der letzten Jahre ist jedoch, dass ich mich selber weniger unter Druck setze und weniger versuche, um jeden Preis anderen zu gefallen. Damit bin ich sehr gut gefahren!
 

vor 12 Stunden, Muddlehead schrieb:

Fande die "Computer-Zeit" auch ziemlich interessant.

Was die Zeit vor dem Bildschirm angeht, muss ich aber @Muddlehead zustimmen: auch ich habe einige Jahre sehr intensiv mit „Daddeln“ oder auch mal „im Netz rumschlunzend“ verbracht, bereue dies aber nicht unbedingt, weil ich auch dabei interessante Menschen kennen gelernt und wichtige Dinge gelernt habe. Ist vielleicht auch Typ abhängig, ich brauche einfach auch manchmal Zeit für mich, ohne Kommunikation, ohne direkten sozialen Kontakt.

Link zu diesem Kommentar
vor 14 Stunden, Markus Jung schrieb:

, wie gut und intensiv es sich anfühlt, mal etwas Neues auszuprobieren, etwas anders zu machen und auch mal aus der Komfortzone rauszugehen 

Die meisten Menschen fragen sich eben: "Warum soll ich das machen?" 
Ich gehe da von der anderen Seite ran und frage: "Warum sollte ich das denn nicht machen?" 

Einfach machen, einfach probieren. Es kann doch gar nichts passieren. Im Worst Case hat man irgendwo ein bisschen Zeit und Geld liegen lassen, aber hat es dann wenigstens probiert und auf jeden Fall neue Erfahrungen gesammelt.

Die spätere Reue, etwas nicht gemacht zu haben als man die Chance hatte, ist deutlich schmerzhafter als wenn man beim Versuch, etwas Neues zu machen, feststellt, dass es doch nicht so ganz das Passende war :) 

 

Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden


×
×
  • Neu erstellen...