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Hello World!


MartinGS

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Hallo in die Runde!

 

Dies ist der erste Eintrag, den ich über mein berufsbegleitendes Promotionsvorhaben an der University of Gloucestershire in England verfasse.

 

Zunächst ein paar Worte zu meiner Person:

Ich bin (Stand heute) 30 Jahre alt, verheiratet, wohne in München und bin als IT-Offizier in der Bundeswehr tätig. In meiner aktuellen Verwendung bin ich seit Anfang 2018, in der ich mittlerweile ein Team an der Schnittstelle zwischen fachdienstlichen Vorgaben und der Realisierung von IT-Projekten leite.

 

Von 2011 bis 2015 habe ich an der Universität der Bundeswehr München Wirtschaftsinformatik (B.Sc.) und Technologiemanagement und Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) studiert. Für mich war schon früh klar, dass es damit nicht enden sollte und dass ich gerne noch ein Promotionsvorhaben anstoßen wollte. Daher bin ich auch bis heute eng mit der Professur verbunden, an der ich seinerzeit meine studentischen Arbeiten - quasi vom ersten Studienprojekt bis hin zur Masterarbeit - absolviert habe.

Mein ursprünglicher Plan war es, nach dem Masterstudium unmittelbar dort anzuknüpfen - doch aus vielerlei Gründen klappte das nicht: Das Forschungsprojekt aus meiner Studienzeit lief aus, es fehlten die organisatorischen Rahmenbedingungen, die passende Stelle an der Professur gab es nicht und daneben verschlug es mich in eine ziemlich arbeits- und reiseintensive Verwendung. So blieb (und bleibt) es bis heute lediglich bei einer Nebentätigkeit, dessen Inhalte jedoch nicht für eine Promotion in Frage kämen.

 

Vor dem Hintergrund wurde mir Stück für Stück klar, dass mein Plan nicht mehr realistisch war. Jedoch wollte ich die Zeit nicht ungenutzt lassen, bis ich mich inhaltlich neu orientiert und sich neue Rahmenbedingungen ergeben hatten. Nachdem ich mich im Erststudium v.a. auf die Informatik- und Informatik-nahen Inhalte konzentriert hatte, fiel der Entschluss, diese 'Zwischenphase' für eine betriebswirtschaftliche bzw. Management-Weiterbildung zu nutzen. Und so kam ich nach einiger Zeit der Marktsichtung und Abwägung der Alternativen zur WBH, wo ich bis zum März diesen Jahres Engineering Management (MBA) studiert hab (das ist zwar nicht Gegenstand diese Blogs - aber wer Fragen und Anmerkungen zu dem Studium hat, kann mich gerne via PN anschreiben).

 

Parallel zum Fernstudium an der WBH informierte ich mich dann über berufsbegleitende Promotionsmöglichkeiten in Deutschland. Hierbei bin ich auch auf die Blogs von @SebastianL, @Frantic oder @DerPate gestoßen, die einen individuellen und für sie passenden Weg gefunden hatten. Wie die drei Mit-Blogger auch, habe ich die Landschaft der anbietenden Hochschulen und Bildungsanbieter gesichtet. Welche Überlegungen hatte ich dabei?:

 

  • Mit Hinblick auf die hohe Arbeits- und Reisebelastung war es mir wichtig, ein strukturiertes Format mit einer intensiveren Betreuung zu wählen. Leider habe ich in der Vergangenheit immer wieder Fälle erlebt, in denen Leute (sowohl berufsbegleitend, als auch in Vollzeit als WiMi vor Ort) viel zu lange an der jeweiligen Universität gesessen und über viele Jahre hinweg keinen oder nur sehr schwer einen Griff an ihren Promotions-Henkel bekommen haben. Seien es nun Mehrfachbelastungen (Drittmittelprojekt, Lehre, eigene Forschung) oder eine unzureichende Betreuung durch einen Mentor - solch widrigen Umständen wollte ich mich parallel zum Job nicht hingeben.
  • Auf dem Markt gibt es hierzu eine Menge Alternativen, die schon @Frantic in seinem Blog aufgeführt hat. Jedoch konnten mich viele einschlägige Anbieter nicht überzeugen.
    Insbesondere die DBA-Programme kamen aufgrund meiner geplanten thematischen Ausrichtung (--> Wirtschaftsinformatik mit deutlich höherem IT- und Fachanteil) nicht infrage. Auch die stark wirtschaftswissenschaftlich ausgelegten Programme der HFH mit der Universität Kaposvár, die FOM mit der UCAM oder das IFM mit der Mendel-Universität waren damit raus.
  • Am Ende waren im süddeutschen Raum die Hochschule München (Koooperation mit der University of Plymouth) und eben IHP-Online mit der University of Gloucestershire übrig, wobei beide Anbieter mit dem Standort München passten.
    Einerseits ist das Angebot der University of Plymouth gegenüber dem der University of Gloucestershire preislich deutlich attraktiver (mit aktuell 2700 GBP pro Jahr gegenüber 8700 GBP). Andererseits sprachen die konsequente Ausrichtung auf Berufstätige, z.B. mit dem Flying Faculty-Konzept (d.h. die Präsenzseminare werden vor Ort im Münchener Büro durchgeführt - außer im Falle einer Pandemie 😉), sowie einige Erfahrungsberichte aus meinem Bekanntenkreis für IHP-Online.

 

Nach einer Informationsveranstaltung im Februar, der Auswahl eines geeigneten Supervisors, der Ausarbeitung eines zwölfseitigen Proposals bis Ende Juni und den ersten Meetings über Skype und MS Teams dann stand für mich die Entscheidung fest, an die UniGlos zu gehen.

Natürlich wird der/ die geneigte Leser*in sich jetzt fragen: "Waaaaaaas?! PhD in England?! Und was ist mit dem Brexit??"

Hierzu habe ich mir zwischenzeitlich von der KMK ein Info geben lassen - nach dem Ende der Übergangsfrist zum 01.01.21 wird es ein Äquivalenzabkommen zwischen Deutschland und dem UK geben, sodass der britische Abschluss auch weiterhin als "Dr." hierzulande getragen werden darf. Abgesehen davon wird das UK weiter im Bologna-Raum bleiben, sodass britische Abschlüsse z.B. an deutschen Hochschulen ebenfalls anerkannt bleiben.

 

Diese Info ist natürlich nicht rechtsverbindlich und kann sich je nach Stimmung des Premiers auch kurzfristig ändern - allerdings bin ich mir sehr sicher, dass die zahlreichen Absolvent*innen britischer Abschlüsse im deutschsprachigen Raum genügend Lobby für die Angelegenheit haben. Falls ich hierzu eine Neuigkeit haben sollte, werde ich sie natürlich gerne hier teilen!

 

Wie geht es nun weiter?

Bereits Ende September fand das Webinar zum ersten PhD Module statt. Dies und die zugehörigen Erfahrungen bis heute werden Gegenstand des nächsten Eintrags werden.

 

Bis dahin, bleibt gesund!

MartinGS

 

5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

  • Admin

Schön, dass es jetzt einen weiteren Promotions-Blog gibt 🙂.

 

Ich wünsche dir und uns, dass bei deinem Vorhaben noch ausreichend freie Zeit bleibt, um uns regelmäßig mit Erfahrungen auf deinem Weg zu versorgen.

 

Interessant finde ich auch, aus Studierendensicht zu erfahren, wie die Zusammenarbeit mit dem IHP erfolgt, nachdem die Anbieter-Seite vor einiger Zeit in einem Interview mit mir dargestellt worden ist.

 

 

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Hi MartinGS,

 

es freut mich das du den Schritt gewagt hast.

 

Ich bin mal gespannt wie es bei dir weiter geht war damals auch beim Dr. Polke, nur die Kosten haben mich abgeschreckt.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg und freue mich von dir zu hören.

 

VG

Frantic

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Ich freue mich auch darauf einen weiteren Promotionsblog auf der Seite zu haben. Wir können uns ab und an austauschen, wenn Du möchtest. Auf jeden Fall werde ich einer Deiner Blogleser sein.

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Das trifft genau meinen Nerv. Nach meinem Abschluss wollte ich nie wieder was mit einer Uni zu tun haben und jahrelang an einer Doktorarbeit zu arbeiten, kam gar nicht in Frage. Mittlerweile reizt mich das Thema immer mehr, das doch irgendwann mal noch anzugehen. Aber hab tatsächlich keine Vorstellung davon, wie das nebenberuflich aussieht, wenn man nicht als Promovent an einer Uni arbeitet. Bin daher sehr gespannt.

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Vielen Dank an alle für das positive Feedback! 😄


@SebastianL: Auf das Angebot werde ich gerne zurück kommen!

 

@unrockbar: Freut mich zu hören, dass ich dein Interesse wecken konnte. Ich werde natürlich versuchen, so wie gut wie möglich meine Impressionen wiederzugeben (siehe hier auch den nächstne Blogeintrag). Soviel aber vorweg, weil ich das bereits aus den letzten fünf Jahren mitnehmen konnte:

 

Eine berufsbegleitende Promotion ist ein zweischneidiges Schwert.

Einerseits genießt man den Vorteil (natürlich je nach Konstellation), unmittelbare Anwendungsbezüge zum jeweiligen Berufsumfeld herstellen zu können. Auf die Weise können - wenn der Arbeitgeber im Boot ist und mitspielt - Forschungsdaten aus dem "echten Leben" gesammelt werden, bspw. über Interviews. Zudem ist es in der Praxis sehr gerne gesehen, wenn man das ganze berufsbegleitend durchzieht. Das hat mehrere Gründe:

  • Man bleibt weiterhin voll im Berufsleben verankert und hat keine (unmittelbaren) Karrierenachteile,
  • durch die 'research on the job' entwickelt man sich parallel zum Fachexperten in einem jeweiligen Gebiet, was insbesondere bei Innovationsprojekten der Organisation zugute kommen kann, und
  • man vermeidet den vielfachen Verdacht, jahrelang im berühmten Elfenbeinturm zu sitzen, weil man eben nicht fernab der realen Probleme "irgendwelche" abstrakten Dinge tut.

Zusätzlich dazu spannt man sich mit der Zeit von alleine (quasi als Nebenprodukt) ein Netzwerk aus Industrieexperten und -praktikern auf, wodurch man sowohl mit akademischen, als auch privatwirtschaftlichen Karriereambitionen profitieren kann (ihr wisst ja: Connections schaden nur dem-/derjenigen, der/die sie nicht hat).

 

Andererseits kann einem bei einer berufsbegleitenden Promotion der wissenschaftliche Bezug schnell abhanden kommen, wenn man sich nicht ständig selbst dazu konditioniert, über den Tellerrand der eigenen Organisation hinaus zu schauen - ansonsten läuft man Gefahr, die Scheuklappen mit der Zeit enger zu stellen. Dadurch, dass man nicht vor Ort in der Hochschule sitzt, fehlen der 'akademische Flurfunk' und auch der laufende Austausch mit anderen wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen.

Darüber, dass so ein Projekt parallel zum Beruf eine Mehrfachbelastung darstellt, brauchen wir wohl nicht weiter zu diskutieren - das haben Fernstudiengänge per Definition an sich.

 

Insofern bin auch ich gespannt, wie sich die nächsten Monate und Jahre entwickeln werden - nicht zuletzt, weil sich im nächsten Jahr eine Versetzung von München nach Koblenz ansteht.

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