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Acht-ung


chillie

450 Aufrufe

Achtung Achtung ... dieser Blog ist schon seit Jahren nicht in Betrieb. Sicher ist er eingerostet, hier und da ist was nicht mehr ganz so frisch, ein paar Kratzer hat er auch.

Acht Jahre nachdem Abschluss Dipl. Kaufmann (FH) ist dieser Blog einfach nicht mehr der neuste. Aber irgendwie gilt das ja auch für den Autoren, der hier in nicht mehr ganz so naher Zukunft die 4 vorne dran stehen hat.

 

Offensichtlich plagt mich so eine Art Mini-Fernstudium-Midlife-Crisis. Da aber meine Zugangsdaten noch funktionieren, dachte ich - warum nicht mal wieder etwas hier rein tippen.

 

Inzwischen hängt meine Diplom-Urkunde gar nicht mehr über meinem Schreibtisch, irgendwann habe ich sie mal weggepackt. An der Stelle hängt nun eine andere Urkunde, einer meines Arbeitgebers. Platz 1 in Kategorie "blablablubb". Daran sieht man schon, irgendwann verblasst auch etwas der Stolz auf das Studium.

 

Acht Jahre nach dem Abschluss habe ich immer noch nicht den Arbeitgeber gewechselt, aber insgesamt 3x die Verantwortung. In den acht Jahren stand der Dipl. Kfm. (FH) auf keiner einzigen Visitenkarte und in keiner Signatur. In den acht Jahren hat mich immer noch keiner nach meiner akademischen Bildung gefragt ... tja, was heißt das? War es vergebens?

 

Das hat sich zum Glück nicht geändert, nein war es nicht. Ich fühle mich immer noch sehr gut damit aufgehoben, was ich damals gelernt habe. Ich habe gelernt zu lernen, ich habe gelernt mich selbst zu hinterfragen und selbstkritisch zu bleiben. Natürlich habe ich auch gelernt mit meinen Zielen und Aufgaben eigenverantwortlich umzugehen. Nicht erst seit Corona sondern jetzt schon fast 4,5 Jahren arbeite ich 80% im Homeoffice und komme damit super zurecht. Ich schaffe mehr, bin kreativer und hatte nie das Gefühl mit meinen Problemen allein zu sein. 

Das war sicher das größte "Learning" aus dem Fernstudium.

 

In den letzten Monaten kommt noch eine Kleinigkeit dazu, obwohl ich kein Pädagoge bin konnte ich meinem Sohn den ein oder anderen Tipp geben. Sich selbst motivieren, kleine Pakete packen und Dinge aufschreiben hat damals geklappt, das geht auch für Schüler.

 

Ich bin ja auch nicht wirklich der gleiche Mensch wie vorher. Ich sehe oft parallelen zum Fernstudium, zum Frust, den Richtungswechseln die am Ende alle gepasst haben, den vielen vielen Stunden. Ich bleibe ein Fernstudent, oder eben ein Ex-Fernstudent. Etwas, das meine Werte geprägt hat. Große Worte ... sicherlich, alles andere wäre - bei dem Aufwand den ich dafür betrieben habe - aber auch scheinheilig. 

 

Dieses Jahr habe ich tatsächlich ein paar mal nach Masterstudiengängen gesucht. Der Hintergrund ist albern und wieder nicht zugleich. Mein Arbeitgeber hat umstrukturiert, die Hierarchien wurden flacher, damit sinken allerdings auch (wenigstens rein rechnerisch) die Zwischenstationen. Nachdem mir mehrere Menschen immer wieder erzählen, dass ich doch das Zeug zum Geschäftsführer haben könnte, wurde aus diesem Framing so eine Art Halbgate-Idee. Nichts das ich groß forciere, aber etwas, das ich mir vorstellen kann. Da ich glücklich und zufrieden in meinem Job bin, habe ich hier keinen Druck, fragte mich aber schon, ob denn nicht eine andere Bildungsstufe sinnvoll wäre.

 

Da kein Druck und kein Ziel habe ich es bleiben lassen. Vor über 10 Jahren war ich auch 10 Jahre jünger, hatte 10 Jahre weniger Verantwortung und 10 Jahre weniger Verpflichtungen. Wer in meinem Alter so ein Studium anfängt hat definitiv meine Respekt, ich könnte mir das mit meinem jetzigen Job einfach nicht vorstellen. Seit 1,5 Jahren versuche ich mit viel Energie "gesund" zu arbeiten, nicht immer einfach. Neben Familie und Job nochmals 10-15h pro Woche zusätzlich Zeit investieren ... nachdem ich es habe sacken lassen war das fast schon Horror. Respekt wer es tut - ich lasse es mal bleiben.

 

Dennoch habe ich - so Corona will - tatsächlich nächstes Jahr mal wieder mit Weiterbildung zu tun. Mein Arbeitgeber "spendiert" mir im Zuge der Personalentwicklung ein Seminar am SGMI Sankt Gallen Management Institut. Das erste mal seit 2012, dass ich eine externe Weiterbildung mache, etwas das nicht direkt für den Job ist. 

 

Ganz ehrlich, ich freue mich - denn, wie oben schon geschrieben, ich bin Fernstudent. Ich habe mich damals dafür entschieden und ich hab dafür gebrannt. Vielleicht ändert es ja meinen Horror vor einem Fernstudium, vielleicht festigt es den Horror auch. 

 

Mal sehen, was nach 10 Jahren sein wird oder nach 12 ... das Fernstudium habe ich nun mal, das nimmt mir keiner mehr. Spannend ist, was in Zukunft noch passiert.

3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

  • Admin

Schön, erneut von dir zu lesen 🙂 und zu erfahren, dass du noch immer von deinem Fernstudium profitieren kannst.

 

Die Leser hier profitieren auch immer noch von deinen Beiträgen im Blog und in vielen Foren-Beiträgen.

 

Und wer weiß, vielleicht wirst du ja doch nochmal ein aktiver Fernstudent, es gibt ja zahlreiche sehr flexible Konzepte, bei denen es auch mit überschaubarem wöchentlichen Zeitaufwand voran geht.

 

Dir weiter viel Erfolg auf deinem Weg und alles Gute für die nächsten Schritte.

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Ein Lebenszeichen! 😍

 

Im Sinne deiner Tradition: "Du merkst, dass du im Fernstudentenleben angekommen bist (und nie mehr davon los kommst), wenn du auch 8 Jahre nach deinem Abschluss an dieses Forum denkst". 😜

Wir könnten uns ja mal überlegen, ob wir hier eine Wette starten, ob du nach deiner Weiterbildung in St. Gallen doch nochmal die Kurve kriegst und einen Master startest. Wenn der Kopf wieder etwas gefordert wird und daran eventuell sogar Gefallen findet... Wie Markus schon sagt, der Markt hat sich vermutlich seit deinem Abschluss etwas gewandelt, was die Vereinbarkeit von Studium und Beruf betrifft... Ich bin gespannt! :-)

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Du sprichst mir aus der Seele! Das meiste trifft ebenso auf mich zu, nur das es bei mir erst 6 Jahre her ist.

 

Dein Blog hat mir bei der Entscheidung für die HFH geholfen, dann war ich mit dir zusammen im Forum und jetzt höre ich wieder was von dir. Das hat mich gerade richtig gefreut, so „gute alte Zeiten „ -mäßig.

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