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Empirie und so


psycCGN

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Nachdem ich erst so intensiv für das Modul "Recht" gelesen habe, habe ich mich schwerpunktmäßig die letzten zwei Wochen an meine Hausarbeit für FOST II gesetzt, an anderen Hochschulen geläufiger unter der Bezeichnung "empirisch-wissenschaftliches Praktikum" ☺️

 

Als ich die Hausarbeit angefordert habe, erhielt ich zunächst ein grob gefasstes Thema. Nachdem ich mir zuerst der Eingrenzung des Themas sicher war, stellte sich allerdings eine Verunsicherung ein, als ich mit einem Bekannten (Psychologe) redete. Ich kann die Bedenken auch sehr gut verstehen. Es geht um die Big5. Sie vereinfachen so ein komplexes Thema wie "Persönlichkeit" schon ziemlich und sind zudem zu großen Teilen genetisch determiniert und damit ziemlich stabil über die Lebensspanne. Das ist natürlich etwas schwierig, wenn man dann den Bogen zu Prävention & Intervention schlagen möchte. Also habe ich wieder intensiv nachgedacht, habe schlaflose Nächte gehabt, konnte dann aber mein Thema weiter spezifizieren und habe nun ein passendes psychologisches Konstrukt.

 

Als nächstes habe ich wieder nach Studien gesucht. Ich fand wenige aktuelle Studien für den von mir zu untersuchenden Zusammenhang und viele sehr aktuelle Studien zur Wirksamkeit von Trainingsprogrammen. Google Scholar habe ich für die Suche sehr zu schätzen gelernt. Den Fragebogen habe ich als kostenlosen Download über researchgate.net in einer Studie zu seiner Evaluierung gefunden. Für das zweite Konstrukt gab es von der Hochschule eine Empfehlung, welchen Fragebogen ich nutzen könnte. Die Empfehlung habe ich natürlich gerne angenommen. Den Fragebogen konnte ich dann über das Leibniz-Institut für Psychologie ebenfalls kostenlos downloaden. Über APA PsycInfo habe ich auch ein paar Studien und Primärliteratur gefunden aber ich muss gestehen, dass der klassische Weg über diese Suchmaschine an anschließender Ausleihe über eine Unibibliothek für mich zur Zeit eher weniger in Frage kommt. Die Unibibliothek stellt leider auf unabsehbare Zeit wegen Corona keine Bibliotheksausweise aus und der einzige Bekannte, der an der Uni studiert, möchte mir leider nicht aushelfen. Zum Glück ist derjenige nur ein Bekannter 😅 Ich habe von anderen einen Tipp bekommen, wie sich die Studenten der TH hier in meinem Ort behelfen und werde mich so durchwurschteln. Zur Not muss ich dann Geld für Subito investieren.

 

Für meine Ausarbeitung habe ich nun schon das Methodenkapitel geschrieben. Lediglich die Stichprobe kann ich noch nicht beschreiben. Im Moment sammle ich schonmal Textstellen aus der bisher verfügbaren Literatur für mein Theoriekapitel. Ich muss gestehen, obwohl ich kein Problem habe "Alltagsenglisch" zu lesen, komme ich bei dem wissenschaftlichen Englisch eher langsamer voran. Ich erinnere mich an meine Professoren damals, die meinten, englische Literatur sei einfacher zu lesen als deutsche Literatur, da die Satzkonstruktionen einfacher sind, weil viele Studien nicht von Englischmuttersprachlern geschrieben werden. Hm, bisher habe ich Studien von EBEN Englischmuttersprachlern gelesen. Ich finde deren Art und Weise, wie sie die Sprache gebrauchen, nicht wirklich einfacher. Auch weiß ich bei manchen Fachbegriffen nicht, wie ich sie korrekt ins Deutsche übersetzen soll. Ich verwende dann das, was ich an deutscher Literatur finden kann, um die Fachbegriffe auf deutsch korrekt zu bezeichnen. Ansonsten leistet mir auch Google Translate ziemlich gute Dienste, wenn ich Artikel einfach nur schnell überfliegen möchte.

 

Die beiden Fragebögen habe ich zu einen Online-Fragebogen bei soscisurvey.de vereint. Ich habe mehrere Stunden abends daran gesessen, ihn fertig zu bekommen. Heute habe ich noch kleine Fehler ausgemerzt. Wie schön, dass es eine Pretest-Option gibt :)

Da einer der beiden ursprünglichen Fragebögen an Eltern mit Kindern im Alter von 2,5 bis 6,5 Jahren evaluiert wurde und eines der beiden Konstrukte getrennt an Männern und Frauen untersucht wird, habe ich mich zudem entschlossen, den Fragebogen nicht bei SoSciSurvey zu veröffentlich, da ich etwas Bedenken habe, dass meine Stichprobe dann zu klein ist. Also habe ich diese Woche mehrere Kitas angerufen und gefragt, ob sie mich unterstützen würden. Die Eltern dort sind ja genau meine Stichprobe. Die meisten Kitas wirkten offen und wollen sich den Fragebogen anschauen. Ein paar Kitas haben auch direkt gesagt, dass sich mein Vorhaben sehr interessant anhört. Also habe ich ein wunderbares Infomaterial entworfen. Dabei habe ich etwas an den wissenschaftlichen Postern orientiert. Ergebnisteil und Diskussion musste ich weglassen, da das ja erst am Ende der Untersuchung verfügbar ist. Infomaterial plus Link für den Pretest-Fragebogen habe ich heute an 12 Kindergärten verschickt und hoffe auf ein positives Feedback. Und während die Eltern fleißig die Fragebögen ausfüllen, widme ich mich meinem Theorieteil für die Ausarbeitung. 

 

Auf der Arbeit habe ich auch ein tolles Projekt mit den Kindern auf die Beine gestellt und man mag es kaum glauben, aber da Corona jetzt wieder wilder um sich schlägt, viele Kollegen zur Zeit fehlen und ich dadurch ausschließlich für meine Kiddies eingeteilt bin, habe ich genug Zeit, um einfach mal ein paar schöne Dinge mit den Kindern in Angriff zu nehmen, für die die Zeit sonst zu knapp ist.

 

Hm, ja. Ich glaube, das war es erstmal.

 

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

 

 

feature photo: pixabay.com

Bearbeitet von psycCGN

4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Nach dem Lesen habe ich echt gedacht, Du schreibst schon Deine Bachelorarbeit. Hast Du Dir für alle Deine Hausarbeiten so viel Arbeit gemacht? Ich bin erst am Anfang meines Psychologiestudiums und habe noch keine Erfahrung, welchen Arbeitsaufwand man aufbringen muss.

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  • Admin

Stimmt, geht ja noch gar nicht um die Abschlussarbeit. Hatte ich jetzt beim lesen auch eher vermutet...

 

Viel Erfolg wünsche ich dir auf jeden Fall und eine gute Note für deine Bemühungen.

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Hm, vielleicht lasse ich es einen zu großen Rahmen annehmen. Andererseits kann ich es als gute Übung für die Bachelor-Arbeit auffassen 😅

 

Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich einfach schauen, wo mich die Arbeit hinführt. Ich habe ja noch knapp über zwei Monate Zeit. Das anstrengendste wird jetzt der Theorieteil sein. 

Die statistische Auswertung geht mit der Software eigentlich relativ leicht von der Hand ☺️

 

Das ist jetzt übrigens meine erste Hausarbeit im Psychostudium. Ich hänge mich wahrscheinlich deshalb auch noch etwas mehr rein. Damals in meinem Erststudium hat der Aufwand für jede folgende Hausarbeit auch jedes Mal abgenommen ^^

 

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