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Danke, danke, danke: Ohne Kommunikation und Organisation geht's nicht


Frank_Boernard

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Es ist eine Weile her, seit ich zuletzt über mein Studium "Organisation und Kommunikation" an der TU Kaiserslautern geschrieben habe – und im Grunde tue ich es heute auch nicht. Warum? Wartet's ab...

 

Was bisher geschah: Nicht ohne meinen Zoom-Stammtisch!

 

Schauen wir zunächst einmal kurz, was an wesentlichen Entwicklungen bisher passierte:

  • Von Beginn an war es etwas intransparent, welche Anforderungen gestellt werden, wie das Studium abläuft, was mich erwartet
  • Kurz vor dem Studium gelang es, sowohl eine Whatsapp-Gruppe, als auch einen Zoom-Stammtisch einzurichten
  • Die Einführungsveranstaltung war zunächst eine Black-Box, weil wir von einer synchronen Gestaltung mit Live-Konferenzen ausgingen, dann aber nur Videos vorfanden. Andererseits war sie inhaltlich vielversprechend und endete mit dem sehr guten Ansatz der Programmverantwortlichen, dass die Studierenden selber einen Fragenkatalog erstellen – der dann im Nachhinein für alle sichtbar beantwortet wurde.

 

Es hat dann eine Weile gedauert, bis die Antworten tatsächlich kamen. Allerdings lohnte sich das Warten: die Programmmanagerinnen haben ausführlich alle Fragen geklärt und sehr verständlich erläutert. 

Der zweite positive Punkt ist das von uns Studierenden selber initiierte, wöchentliche Treffen per Zoom. Während mich das erste Treffen nach der Einführungsveranstaltung noch schockte – einige waren schon sehr weit fortgeschritten in der Bearbeitung des Materials –, helfen wir uns jetzt doch sehr stark gegenseitig. Deshalb meinte ich in der Einleitung, dass ich gar nicht so richtig übers Studium schreibe: inzwischen ist der Zoom-Stammtisch die unverzichtbare Drehscheibe für das Vorankommen. Deshalb: DANKE, DANKE, DANKE für die Kommunikation und die Hilfe bei der Organisation (es muss viel passieren, bis ich in Großbuchstaben schreibe!).

 

Es wurde eine gemeinsame Literaturliste angelegt, wir tauschen uns bei Fragen aus – und zum Glück gab es auch Hinweise auf anstehende Termine. Ich hatte nämlich tatsächlich eine terminierte Anmeldung verschwitzt. Und erfuhr beim Stammtisch, dass es anderen auch so geht – trotz Terminübersichten auf der Online-Lernplattform.

 

Und wie geht's mir jetzt?

 

Insgesamt schätze ich es derzeit stichpunktartig so ein:

  • Es wird sehr viel Material zur Verfügung gestellt, das inhaltlich gut bis sehr gut ist. 
  • Ein pädagogisches Vorgehen ist erkennbar: von einfachen Handlungstheorien zu komplexeren Modellen zu pragmatischen Ansätzen beispielsweise. Auch das Studium insgesamt soll so aufgebaut sein, dass zunächst Theorien (Systeme, Netzwerke, Gesellschaft...) erschlossen werden, bevor es in die praktische Anwendung geht.
  • Die Fülle an verpflichtenden Leistungen ist erschlagend. Drei bis vier Einsendeaufgaben mit jeweils sechs zu beantwortenden Fragen, dazu ein Wahlpflichtmodul (benotet), ein Essay (benotet) und eine vorbereitende Aufgabe. Für eine der Fragen müssen zum Beispiel eine Software installiert, Daten recherchiert, ausgewertet und analysiert werden. Da kommt einiges zusammen. Man kann auch noch etliche Übungsaufgaben absolvieren.
  • Die Themen haben eine hohe Relevanz, sind spannend und bringen gedanklich weiter. 
  • Ohne den Austausch mit anderen Studierenden wäre es kaum zu machen.
  • Etwas schleierhaft ist mir, wie die Bearbeitung der Fragen ohne intensive Literaturrecherche funktionieren soll. Theoretisch kann man das wohl für die Einsendeaufgaben alleine auf Basis der Studienbriefe machen – aber in der Praxis suche ich doch stundenlang nach Journals und Publikationen.

 

On my way to LA... äh, zum Essay

 

Erarbeitet habe ich bisher zum einen einen ersten Entwurf für meine Essay-Fragestellung. Das lief in zahlreichen Schritten:

  • Es gibt ein Heft zum Thema Essay mit Anforderungen und Tipps.
  • Man kann seine Gedanken in einem Forum für die Studierenden posten, wo sie dann von den anderen Studierenden kommentiert werden.
  • Wir haben auch beim Stammtisch darüber diskutiert.
  • Optional kann man das Formular mit Titel, Fragestellung und Kurzkonzept auch per E-Mail an die Organisatoren schicken (was ich gestern getan habe).
  • Dann reicht man es ein.
  • Das Konzept wird genehmigt oder abgelehnt.
  • Man arbeitet nach.
  • Nach der Genehmigung arbeitet man sein Essay (Umfang sechs Seiten) aus und reicht es ein.

 

Ich muss dabei betonen, dass die Kommunikation mit den Organisatoren (Programmmanagerinnen) sehr gut und konstruktiv läuft. Das hilft wirklich.

 

Ein bisschen Stückwerk: Die Einsendeaufgaben

 

Parallel zum Entwurf für mein Essaythema habe ich die erste Einsendeaufgabe bearbeitet. Sechs Fragen, von denen eine aufgrund von Fragen der Studierenden wegen eines Fehlers von der Uni umformuliert wurde.

Für mich ist das Arbeiten sehr gewöhnungsbedürftig, weil ich bisher in Studien gewohnt war, eine Frage gründlich, ausführlich und mit Bezug zu Wissenschaft und Praxis zu beantworten. 

Jetzt ist es ziemliches Stückwerk. Man beschäftigt sich in einer Frage mit dem Rational-Choice-Ansatz und politischer Partizipation, dann in der nächste Frage mit Gesellschaftsmodellen... kurz, knapp, vielfältig. Eine Seite Minimum, drei Seiten Maximum pro Frage. Ich muss mich daran gewöhnen. Auch an den Gedanken, dass diese Einsendeaufgaben wohl das Lernen leiten und zudem ermöglichen sollen, selber seinen Lernerfolg zu kontrollieren. Ich finde es gar nicht schlecht – aber auch anstrengend, weil man seine Aufmerksamkeit ständig neu fokussiert.

Ambivalent für mich auch, dass es keine Benotung gibt. Ich bin gespannt, ob die Rückmeldung qualifiziert erfolgt – oder doch nur "bestanden" oder "nicht bestanden".

 

Der ganz kleine und unfaire Vergleichstest

 

Im Vergleich fällt mir zum letzten Studium an der University of Bolton allerdings einiges auf - vielleicht kommentiert ihr, ob ihr das auch so erlebt:

  • Das Credo an der UoB und an der Steinbeis Hochschule war, den Studierenden ein optimales Arbeiten und gute Ergebnisse zu ermöglichen. Dazu gehörte eine sehr umfangreiche Bibliothek ebenso wie der Zugriff auf eingereichte Arbeiten früherer Studierender. Wir haben es immer als äußerst hilfreich empfunden, erfolgreich eingereichte Einsendeaufgaben, Thesen etc. zu studieren. Es kam niemand auf die Idee, dort abzuschreiben, denn...
  • An der UoB reichte man seine Aufgaben ein und bekam eine Plagiatsprüfung. Man konnte dann nacharbeiten. Das war ebenfalls sehr hilfreich, weil man dann gleich den Text optimieren konnte und sah, wo man unabsichtlich identisch formuliert hatte. Zudem ließ sich checken, ob man alle Quellen korrekt angegeben hatte. Dadurch wurde die Arbeit – wenn man sich die Mühe der Nacharbeit machte – besser. Und zwar verdient besser.
  • An der TU Kaiserslautern geht es wohl eher um Selbst-Studium und Chancengleichheit. Man soll sich die Themen selber erarbeiten, alle bekommen das gleiche (größtenteils wirklich gute) Material. Es gibt keine "Musterlösungen", Beispiele oder Ähnliches.
  • Während der Kontakt zu den Profs an der UoB und bei Steinbeis direkt war, gibt es diesen am Distance and Independent Learning Center (DISC) der TU Kaiserslautern zu den Einsendeaufgaben und anderen, "kleineren" Leistungen nicht. Verständlich angesichts der Studierendenzahl und den niedrigen Kosten – aber natürlich auch etwas schade.

 

 

 

 

Foto: Gordon Johnson auf Pixabay 

Bearbeitet von Frank_Boernard
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