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Update Mai


SebastianL

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Happy ersten Mai! Wieder ein Monat rum und es wird mal wieder Zeit ein Update zu posten. Das 2. Paper ist abgegeben und beim 3. Paper wurde das Abstract angenommen und ich muss am 13.05. abgeben. Das Paper ist geschrieben, geht nur noch um Feinheiten, die aber echt aufhalten. So arbeite ich derzeit mal an der Dissertation oder mal an den Papers oder auch an dem Buch für die WBH. Letzteres hätte ich mal besser nicht angenommen. Ich habe mittlerweile ein bis zwei Calls mit meinem Dr.-Vater um abwechselnd entweder über die Dissertation oder über das jeweilige Paper zu reden. Zusätzlich zwischendurch Termine mit meinem Betreuer und anderen Doktoranden für Feedback. Also Betreuer macht die grobe Richtung mit mir und mein Dr.-Vater schleift das dann mit mir, z. B., Konferenztauglich. Die anderen Leidensgenossen dann für Feedback und Tipps. Ich lerne dabei so unglaublich viel in dieser Zeit bzgl. Schreiben. Man glaubt gar nicht wie oft man etwas schreibt und man dann den Satz hört "das fällt vom Himmel", oder "ich weiß was Du meinst, das steht da aber so nicht". Auch ein, für mich bereits ein „running gag“: "wo steht das?", "woher hast Du das?", "brauchst Du das?" oder "warum ist das wichtig?". Der wissenschaftliche Diskurs ist hierbei total wichtig. Hier wird jeder Satz auf die Waagschale gelegt und mein Dr.-Vater hat das total perfektioniert. Jede Grafik muss nach einem Standard gemalt sein mit einer wissenschaftlich anerkannten Methode (z.B. UML ...). Krass finde ich es immer wieder, wenn ich meinem Dr.-Vater beschreibe was ich da genau mache und er sagt dann aus der Pistole schießt "ah ok, Du benutzt also die Methode x nach y" oder "schau Dir das Paper z von a, b et. al." an. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie die Emotionen schwanken. An einem Tag ist man total geknickt und wütend, weil gefühlt alles nicht passt. Man möchte an den Tagen direkt alles hinschmeißen, weil man gefühlt viel Arbeit "umsonst" gemacht hat und alles anders sein muss. Andererseits kommen nach solchen Tagen immer auch krasse Erfolgserlebnisse, wenn man mal was richtig gemacht hat. Ein Wechselbad der Gefühle, weil man ja auch fertig werden möchte und teilweise das Gefühlt hat "ich werde nie fertig". Man bekommt auch viel Feedback und auch logischerweise sehr unterschiedliches und widersprüchliches Feedback, aber ich habe gelernt das hier das Highlander Prinzip gilt, das Wort des Dr.-Vaters zählt am Ende, da er Erstprüfer ist. Wichtig ist aber auch das mein Betreuer zustimmt, denn der ist Zweitprüfer. Ich habe vier große Blöcke in Kap. 2, wovon ich jetzt ca. die Hälfte grob fertig habe. Das sind ca. 75 Seiten, wobei das Dokument (nur Inhalt Kap. 1+2 + Quellen) aus 116 Seiten besteht und ich derzeit 173 Quellen referenziere. Ich komm mit der Dissertation nicht so schnell voran, da ich nur am Wochenende jeweils ca. 4 Stunden (+/- 2) schreibe und die Nächte mit Paper und WBH-Buch verbringe. Ich denke aber, dass ich in ca. zwei Wochen dann nur noch die Dissertation habe und mit 28 Tage Urlaub auch mein selbstgelegtes Ziel von Mitte Sep. schaffe.

In der Arbeit ist auch einiges passiert. Wir haben zum 1.4. reorganisiert und ich bin nicht mehr Leiter und wollte mich auch nicht auf die neuen Positionen bewerben. Wir haben dabei die disziplinarische Führung mit der fachlichen Führung getrennt und die neuen Positionen beinhalten nur noch die disziplinarische Führung, was für mich nicht spannend ist. Da wir aber nicht genügend potentielle Führungskräfte haben, habe ich mich bereit erklärt eine Position Interim zu besetzen, während ich einen Service Hub für Workforce Management aufbaue. In dem Hub sind ca. 80 Personen, für die ich mir die Verantwortung teile und in der Linie um die 25 Personen. Zudem bin ich als Arbeitgebervertreter mit vier anderen zu einem Thema mit dem Sozialpartner vor der Einigungsstelle. Also wenn keine Betriebsratsvereinbarung getroffen werden kann und sich die Parteien nicht einig sind, dann gibt es diese Einigungsstelle. Da wird ein Richter bestimmt und der versucht dann die Parteien, notfalls mit einem richterlichen Spruch (Entscheidung) zu einer Vereinbarung zu bringen. Superspannend und auch da lerne ich gerade unfassbar viel. Man kann daraus schon lesen, dass mein Arbeitsleben nicht aus Eiern schaukeln besteht und auch durchaus sehr stressig ist. Mir machen aber abwechslungsreiche Themen, hohe Verantwortung und auf einer hohen Managementebene, wo man auch was bewegen kann sehr viel Spaß. Ich liebe es einfach etwas zu bewegen und positives Feedback zu bekommen. Ich habe mich jetzt dazu entschlossen meine Karriereplanung "anzuhalten" und mir keine Gedanken darüber zu machen bis Mitte Sep. Für mich ist Mitte Sep. alles so in der Arbeit weiter machen und die Dissertation (privat) abzugeben. Dann gehe ich zwei Monate in Elternzeit und kümmere mich nur und ausschließlich um meine Tochter und schaue dann Mitte Nov. weiter, bzw. mache mir dann Gedanken über wohin und was ich genau machen möchte. Bis dahin wird ggf. auch klar ob und was mit meiner Talent-Nominierung für eine leitende Position passiert. Ich mag meinen Arbeitgeber sehr, könnte mir aber auch einen Wechsel vorstellen, sollte ich irgendwann mal die Möglichkeit auf eine Abfindung zu bekommen, wonach es derzeit sehr schlecht aussieht (zu jung, gut ausgebildet, bekannt und zu gut).

 

So, ich schreib dann mal an meiner Dissertation weiter, nochmals Happy 1st Mai und bis Juni

Sebastian

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4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Du wirst es schon schaffen. Weiterhin gutes Gelingen. 👍🏻

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SebastianL

Geschrieben

vor 5 Stunden hat Aramon geschrieben:

Du wirst es schon schaffen. Weiterhin gutes Gelingen. 👍🏻

Danke!

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Zitat

Ich komm mit der Dissertation nicht so schnell voran, da ich nur am Wochenende jeweils ca. 4 Stunden (+/- 2) schreibe und die Nächte mit Paper und WBH-Buch verbringe.

 

Ich bin immer wieder beeindruckt, wie du es schaffst, neben Familie, Vollzeit-Job und Diss noch eine Schippe drauf zu legen - Chapeau, dass wir uns demnächst auch auf ein Buch von dir (als Co-Autor?) freuen dürfen!🤓

Was mich interessieren würde: Kannst du denn Synergieeffekte zwischen den Buchinhalten und deiner regulären Forschungsarbeit schaffen oder handelt es sich bei der Monographie eher um Basics? Was wird dann der thematische Gegenstand des Buchs sein? Und welche Zielgruppe sprichst du damit an? Sehe ich hier etwa auch akademische Ambitionen in der Lehre und Forschung als Postdoc? 😏

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SebastianL

Geschrieben (bearbeitet)

Mit dem Buch kann ich leider keine Synergien heben. Das ist thematisch weiter weg von meiner Dissertation. Das Buch ist ein Lehrbuch für ein Modul der Wilhelm Büchner Hochschule und wird nicht öffentlich. Ich nehme es als Erfahrung mit. Postdoc ist für mich finanziell extrem uninteressant. Das einzige was theoretisch interessant wäre, wäre direkt als Professor mit einer Verbeamtung einzusteigen. Da kann man ja mal mitnehmen was man mitnehmen kann an Erfahrung, um die dann ggf. irgendwann vorweisen zu können. Das "Problem" dabei ist nur, das ich einen ordentlichen Batzen Geld abgeben muss und man nicht direkt verbeamtet wird, sondern Probezeit dazu kommt. Wenn ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber eine ordentliche Abfindung bekommen würde, wäre das sicherlich interessanter. Bei W3, was einem Uni-Prof. entspricht, müsste ich dafür aber noch Habilitieren und das mache ich Stand jetzt auf gar keinen Fall mehr. 10 Jahre Nebenbei reichen, ich will nicht noch mind. 5 weitere Jahre Habilitieren. Und W2 ist einfach zu weit entfernt von meinem jetzigen Gehalt und der Chancen irgendwann auf eine Leitende Position. Prof. sein lohnt sich zwar in der Rente/Pension und in Freizeit/Nebentätigkeit und Prestige, aber ich bin z.Z. nicht bereit einen solchen Einschnitt im Gehalt hinzunehmen. Ausserdem wenn mann mal an einer FH ist, ist der Wechsel zu einer Uni sehr schwer, weil der Anteil an Prof. erhöht werden soll, nicht "gewildert" werden soll. Daneben kommt noch, das nur eine Staatliche im Paket mit einer Verbeamtung in Frage kommt. Bei einer privaten macht das keinen Sinn, da man dann angestellter ist zum "gleichen" Gehalt, aber alle Vorteile eines Beamten, einschl. Zulagen nicht bekommt. So ist das auch ein Problem mit dem Nebentätigkeit, erstens die 40+h/Woche im Gegensatz zum Prof. und zweitens sieht es eine Firma mit der Konkurrenz nicht so gerne, wenn man auch an einer anderen Hochschule aktiv wird. Als Verbeamteter Prof. darf man unbegrenzt einer Nebentätigkeit nachgehen.

Bearbeitet von SebastianL
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