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Logikaufgabe ans Publikum

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chillie

61 Aufrufe

Liebes Publikum ... ich möchte euch folgenden Absatz vorstellen und bitten diesen nach eurer Meinung logisch zu bewerten:

Der Importeur (Anm.d.Red: der ausländische Käufer einer Ware) wird einer vollständigen Vorauszahlung bzw. einer Anzahlung des Kaufpreises jedoch nur dann zustimmen, wenn

  • sie branchenüblich ist
  • der Exporteur eine gute Marktposition aufweist
  • vergleichweise lange Produktions- und Lieferzeiten vorliegen und/oder
  • mit einem Kunden erstmalig Geschäfte abgeschlossen werden und man am Aufbau/Ausbau einer Geschäftsbeziehung interessiert ist

Warum ich das frage, löse ich gern nach 2-3 Antworten eurerseits auf.

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25 Kommentare


Empfohlene Kommentare

öhm ...

Also Vorauszahlung schreibt man nur mit einem 's' :D

Ansonsten - ich weiss ja nicht, klingt aber doch einleuchtend? Je nachdem, was es ist (also ob vollständige Vorauszahlung oder Anzahlung des Kaufpreises).

Aber was weiss ich schon ;) Von BWL hab ich nun wirklich keinen Plan :D

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ich würde meinen:

4., da Vorauszahlungen/Anzahlungen bei erstmaligen Geschäften üblich bzw. nicht unüblich sind :)

und (eventl.) 3., in dem Fall jedoch nur Anzahlungen

;)

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Das ist ein Problem asymmetrischer Information (hier in einer ex-ante Situation, also vor Vortragsabschluß). Lösungsansätze bietet die Principal Agency Theory.

In diesem Fall ist der Prinzipal am Abbau der Informationsasymmetrien interessiert und ist offensichtlich bereit, Kosten auf sich zu nehmen, um diese abzubauen. Warum er das macht spielt keine Rolle. Alle 4 Antworten könnten richtig und falsch sein.

Ist hingegen der Agent an einer langfristigen Beziehung interessiert, könnte er seinerseits durch Signaling dazu beitragen, die Asymmetrien abzubauen (dazu gibt es in der Frage aber keine Hinweise).

Volkswirtschaftlich betrachtet müssen Prinzipal und Agent daran interessiert sein, die Asymmetrien durch Signalling oder Screening abzubauen, da es ansonsten zu Wohlfahrtsverlusten in der Gesellschaft kommt, wobei die anfallenden Agenturkosten geringer sein müssen als die eventuellen Wohlfahrtverluste.

Wer tiefer einsteigen möchte, sollte das hier lesen:

http://www.ppge.ufrgs.br/giacomo/arquivos/ecop26/akerlof-1973-artigo.pdf

Dafür haben Stiglitz et al. dann auch den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften erhalten.

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Wie schon gesagt, es ist ein Absatz aus dem SB.

Herrn chillie stört dabei vor allem die Logik von Punkt 3 - warum ist ein Importeur bereit die Ware vor zu finanzieren, wenn die Lieferzeiten/Fertigungszeiten besonders lang sind? Dieses Interesse hat in dem Fall eher der Exporteur um seinen Finanzierungsbedarf zu decken.

Ebenso zielt Punkt 4 meiner Meinung nach ja auf die Sicht des Exporteurs an.

Die HFH hat mir unter anderem..

ich habe den Eindruck, daß Sie den Sachzusammenhang vielleicht etwas zu

kompliziert sehen

geantwortet ;) ... und es hat sich bewiesen, ich interpretiere mehr hinein als da steht.

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Dieses Interesse hat in dem Fall eher der Exporteur um seinen Finanzierungsbedarf zu decken.
Nicht unbedingt. Der Prinzipal (hier Käufer) könnte an langfristigen Beziehungen interessiert sein und daher investieren um Vertrauen zu erwecken (sog. Screening-Kosten).

warum ist ein Importeur bereit die Ware vor zu finanzieren, wenn die Lieferzeiten/Fertigungszeiten besonders lang sind?
Vielleicht auch weil er mit steigenden Rohstoffkosten rechnet (Stahlpreise sind bspw. im letzten Jahr explodiert!) und einem Preisanstieg bei vereinbarter Preisgleitklausel entgehen möchte.

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... das ist also gar keine Frage sondern eine Aufzählung! Die Klausurfrage lautet im klassischen HFH-Stil:

"Nennen Sie 4 Gründe warum der Importeur einer vollständigen Vorauszahlung bzw. einer Anzahlung des Kaufpreises zustimmen würde!".

Richtig?

-

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Angeregt durch die sehr informativen Ausführungen von Michael ist mir der Flugzeugbau eingefallen:

Dort sind die Produktions- und Lieferzeiten lang und die Ware ist sehr teuer. Um sich eine Option auf ein Flugzeug sichern zu können, wird der Importeur eine Anzahlung leisten wollen und müssen.

Erst dann fängt der Hersteller überhaupt an zu produzieren.

Oft ist die Ausstattung der Flugzeuge auch speziell auf die Wünsche des Kunden zugeschnitten.

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Chillie, das ist doch aus dem SB6 zu IUF, oder ?

Das IUF Päckchen habe ich vor zwei Wochen aufs Dach gebracht. Lieber SB6, Ruhe in Frieden ! Glücklicherweise kam in der Klausur nur eine Frage zur Fortfaitierung.

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Fang-Blog

Eigentlich nicht ... aber wenn mich mal eine Idee umtreibt und die nicht loswerde, auch die Antwort der Hochschule meine Verwirrung nur schürt... naja dann hilft es eben meine Verwirrung zu "externalisieren" :lol:

@Michael

Danke für die Anregung - durch meine fixe Idee bin ich genau darauf nicht gekommen.

@proggie

Ja... das isser - schon nach 11 Seiten die absolute Verwirrung :laugh:

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... das ist also gar keine Frage sondern eine Aufzählung! Die Klausurfrage lautet im klassischen HFH-Stil:

"Nennen Sie 4 Gründe warum der Importeur einer vollständigen Vorauszahlung bzw. einer Anzahlung des Kaufpreises zustimmen würde!".

Richtig?

Ganz sicher, dann aber auch für 10 Punkte *g*

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Ganz sicher, dann aber auch für 10 Punkte *g*

Nee, das gibt nur 4x2=8 Punkte :-)

Ich weiß nicht, ob Ihr Euch überhaupt mit dieser Principal-Agency-Theorie beschäftigt und ich glaube eher nicht, dass sie der Hintergrund dieser Frage ist. Diese Theorie war eine der wenigen Sachen, die ich mal interessant fand. Daher habe ich davon auch überhaupt was behalten.

Es gibt schöne Paper dazu, die einem sehr schnell vor Augen führen, wie kompliziert BWL sein kann. Zum ersten Mal bin ich im Rahmen eines Seminars zur Bankentheorie darauf gestossen worden. Da durften wir das Ganze mit dem Black-Scholes-Modell verbinden (was übrigens ebenfalls einen Nobelpreis bewirkt hat). Ein schöner Spass ...

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Nee, das gibt nur 4x2=8 Punkte :-)

Meinst du wirklich? Das ist zu durchschaubar ... wenn es 10 Punkte gibt hat man aber gar keinen Anhaltspunkt das man am besten 100% des Heftinhalts hinschreiben kann :D

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Chillie, ich habe genau an der selben Stelle eben 2 Mal nachgelesen. Aber ein "kurzfristige Lieferzeit" wäre ja sinnlos gewesen, dann könnte man ja noch warten. Die Beispiele die hier genannt wurden sind denke ich absolut einleuchtend. Rohstoffpreise, Flugzeugbau... bei sehr teuren Sachen ist es nicht immer leicht "auszulegen" und Jahre später erst das Geld zu erhalten. Aus dem eigenen Berufsfeld kenne ich es, dass es Anzahlungen gibt und der volle Preis dann gezahlt wird wenn die nötige Qualität erreicht ist.

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Ich habe mich etwas zu sehr von meinen bisherigen Jobs leiten lassen. Als Importeur hätten wir bei meinem alten Arbeitgeber sicherlich keinen Cent vorfinanziert (Textilgeschäfte mit Süd-Ost-Asien) - dort läuft alles über L/C oder wenn die Geschäfte ganz gut laufen Cash against Documents.

Aber im Investitionsgütergeschäft ist das sicherlich angebracht ... und nachdem nun der Groschen gefallen ist, für mich auch vollkommen nachvollziehbar :)

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