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Positive Psychologie - ein Skript des Schreckens


DerLenny

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Ich hatte mit Positiver Psychologie schon im April begonnen, das Skript aber recht schnell beiseite gelegt, da es wieder eines von den Skripten ist, bei denen man sich wundert, dann prüft und dann aus den Kopfschütteln nicht heraus kommt. Oh, und laut Tutorin ist es auch wieder eine "Kleinteilige Abfrage Klausur."

 

Ich habe damals für die ersten Punkte der ersten Lektion schon eine kurze Mail verfasst, da mich der Inhalt so dermaßen... um.. frustriert hat, dass ich ds Skript echt nicht bearbeiten wollte.

 

In Kürze: Es beginnt mit Maslows Hierarchie der Bedürfnisse, oder, wie das Skript es nennt "der Bedürfnispyramide." Gut, umgangssprachlich hat sich der Begriff wohl durchgesetzt, aber in einem psychologischen Lehrbrief hätte ich da schon die korrekte Terminologie erwartet. 

Ist ja auch nicht so wild, wilder ist, dass sich das Skript innerhalb des gleichen Bereichs sowohl auf die frühen als auch auf die späteren Arbeiten Maslows zu diesem Thema bezieht und hier Dinge mischt. Bedürfnisse aus den frühen Arbeiten die Erklärungen (anteilig) aus den späteren. Nur passt das dann halt nciht so ganz zusammen und das Ergebnis ist dann halt leider nicht korrekt.

 

Auch ist die Quellenwahl etwas verwunderlich - es wird hier zum Beispiel aus "Betriebliche Kommunikation: Fachschulen und Berufskollegs" von Fein und Pini-Karadjuleski zitiert. Und irgendwie scheint mir das eine seltsame Wahl für einen psychologischen Hochschulkurs. 

 

Und noch schlimmer ist, dass einige Aussagen eben leider nicht korrekt sind.

Wie gesagt, die Kommentare habe ich im April eingesendet, hatte auch ein kurzes Gespräch mit dem Prof, der da viel genickt hat.

 

Aber scheinbar passt es für ihn.

 

Gut, dachte ich mir, evtl. ist das eine Ausnahme und der Rest passt besser.

 

Überraschung: Nope.

Die im Skript angegebenen Referenzen sind zu einem großen Teil nicht geeignet um die im Skript getätigten Aussagen zu belegen.

Ud oftmals wird auch verfälscht oder die Aussagen so seltsam wiedergegeben, dass man keine Möglichkeit hat, den eigentlichen Sinn zu erkennen ohne die original Quelle zu lesen.

 

Das ist auch bei einigen der "Kernpunkte" des Skripts so.

Als Beispiel sei hier mal "2.2 Flow Theorie nach Jackson et.al" genannt.

Das Skript schreibt "Sportler gehen in ihrer Konzentration in eine vollständige Absorption und geraten auf diese Weise in einen optimalen mentalen Zustand, um ihre Tätigkeit auszuüben (Jackson et al 2001, S. 130)."

 

Warum ist dieser Satz problematisch? Das ist der dritte Satz dieser Lektion. Um den Satz zu verstehen sollte man aber wissen, das sich "optimal" hier auf den oberen rechten Challenge-Skills-Quadranten bezieht.

 

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Und hier ist eben "oben rechts" optimal.

Die folgenden Absätze beziehen sich auch auf diesen (wenn auch aus einer anderen Quelle) ohne jedoch die Bedeutung von Skills und Challenge zu geben, die hier angelegt wird. Oder auch nur diese Grafik zu zeigen oder zu erwähnen.

 

Und dann werden Inhalte so wiedergegeben, dass sie nichts mehr mit der Originalaussage zu tun haben, man aber erkennen kann, was hier hätte gesagt werden sollen, wenn man das Original kennt.

Zitat

Um sich dem Flow-Konzept im Sport zu nähern, beziehen sich Csikszentmihalyi und Jackson (2000, S. 46) auf grundsätzliche Thesen:

  • Der menschliche Körper widersetzt sich den physischen Belastungen.
  • Der Sportler kann sich im Sport permanent verbessern.
  • Sport zu treiben ist immer mit einem Risiko verbunden.

 

Um die Sätze hier zu verstehen, muss man wissen, dass es in der Quelle hier um die Herausforderungen ("Challenges") beim Sport geht. Was leider so nicht im Skript steht und der Begriff "grundsätzliche Thesen" ist hier auch ganz schlecht gewählt.

 

Vielmehr geht es hier um Quellen für Herausforderungen. Und davon werden eben drei genannt, die erste ist eben Sport zu treiben anstatt auf der Couch herumzulungern, obwohl körperliche Betätigung an sich schon anstrengend / herausfordernd ist. Die zweite ist, sich zu verbessern und hier in erster Linie im Vergleich zu den eigenen, bisherigen Leistungen - wobei es hier weniger um Leistungssport sondern um "Freizeitsportler" geht. Und drittens: Sport hat einen Risikofaktor. Im Original ist dieser aber nicht so betont: "In practically every sport some element of danger exists" (Jackson/ Csikszentmihalyi 1999, p.38). Und hier geht es dann auch eher um Thrill-Seeker.

 

Stellenweise werden auch Kausalitäten umgedreht:

Zitat

Sportler gehen in ihrer Konzentration in eine vollständige Absorption und geraten auf diese Weise in einen optimalen mentalen Zustand, um ihre Tätigkeit auszuüben (Jackson et al 2001, S. 130). Flow wird demnach als ein Trieb beschrieben, sich den jeweiligen Herausforderungen seines Sportbereiches zu stellen. 

 

Schaut man sich die Quelle an, so wird klar, dass es der "ideale Zustand" (eben Flow als oberer rechter Quadrant) dazu führen kann, dass der Sportler in der Tätigkeit aufgeht: "[Flow] is a state of concentration so focused that it amounts to absolute absorption in an activity" (Jackson et.al. 2001, p.130).

 

Wo das mit dem "Trieb" herkommt, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Auch ist Flow nicht auf Sport beschränkt, es wird in den Quellen nur als "ein Beispiel" genannt. 

Die hier gegebene Definition von Flow ist also falsch. Was echt seltsam ist, da in den beiden Quellen klare

Definitionen von Flow enthalten sind. Hier ein Beispiel aus dem zitierten Paper:

"Flow is an optimal psychological state that occurs when there is a balance between perceived challenges and skills in an activity (Csikszentmihalyi, 1990)." - (Jackson et.al. 2001, p.130).

(Sorry für die Form des Sekundärzitats - ich wollte einfach nur zeigen, dass eine gute Definition buchstäblich einen Satz vor der Referenz im Skript steht. Holla die Waldfee.)

 

In der gesamten Lektion geht es im Skript nur im Sport und nicht um "Flow an sich" - eigentlich ist damit das Thema der Lektion eigentlich schon verfehlt, da es laut Überschrift eben um den Flow-State an sich gehen sollte.

 

Und so geht das in den anderen Lektionen weiter. Das ist leider kein "umgekehrtes Cherry-Picking" - das ganze Skript ist auf diesem Niveau. 

 

Stellenweise werden auch Kritikpunkte komplett verschwiegen (bestes Beispiel hier: grit).

 

Es werden die wichtigen Punkte nicht erklärt, der Begriff selbst wird nicht definiert und nicht abgrenzt. Es ist ein im besten Fall ein oberflächliches Geschwurbel und im schlimmsten Fall schlicht und ergreifen falsch.

 

Innerhalb der einzelnen Lektionen scheint der rote Faden auch gerne mal verloren zu gehen. Anstatt einem didaktisch sinnvollen Aufbau zu folgen (von Bekannten zum Unbekannten, vom Einfachen zum Komplexen zum Beispiel) wird wild gesprungen. 

Stellenweise sind Formulierungen wirklich komisch, das Skript scheint bemüht zu sein den Inhalten durch rhetorische Floskeln und Appeal-to-authority mehr Bedeutung zu verleihen, anstatt einfach entsprechend wissenschaftlich zu belegen.

 

Ohm und habe ich erwähnt, dass man das dann auswendig lernen muss? Weil es eben kleinteilig abgefragt wird?

 

Es sind Skripte wie dieses, die mir den Spaß am Studium verderben und mein Vertrauen in die iu schmälern.

 

Literatur:

Jackson, S. A./Csikszentmihalyi, M. (1999): Flow in Sports, Human Kinetics.
Jackson, S. A./Thomas, P. R./Marsh, H. W./Smethurst, C. J. (2001): Relationships between Flow, Self-Concept, Psychological Skills, and Performance, in: Journal of Applied Sport Psychology, Jg. 13, Nr. 2, S. 129–153.
 

Bearbeitet von DerLenny

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22 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Luna-Sophie

Geschrieben (bearbeitet)

Oh man, das klingt nicht sehr professionell seitens der IU. Bei solchen Skripten würde ich mich mittlerweile echt fragen, für was ich eigentlich so viel Geld bezahle. Unfassbar... Skripte sind in einem Fernstudium immerhin die Basis, die Grundlage. Da muss die Qualität einfach stimmen. *kopfschüttel*

Bearbeitet von Luna-Sophie
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polli_on_the_go

Geschrieben

Umpf ....und dabei ist positive Psychologie eigentlich so was schönes.

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KanzlerCoaching

Geschrieben

vor einer Stunde hat polli_on_the_go geschrieben:

Umpf ....und dabei ist positive Psychologie eigentlich so was schönes.

 

Auch dazu gibt es geteilte Meinungen - und auch dazu würde ich in einem Skript in einer Hochschule Aussagen erwarten.

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vor 11 Minuten hat KanzlerCoaching geschrieben:

Auch dazu gibt es geteilte Meinungen - und auch dazu würde ich in einem Skript in einer Hochschule Aussagen erwarten.

 

Es gibt keine kritischen Hinweise im Skript. Die eigentlichen Inhalte werden allerdings auch nicht gut beschrieben.

Es basiert ziemlich stark auf einem einzelnem Buch (115 mal referenziert), zu dem ich auch keine allzu hohe Meinung habe, anstatt die verfügbaren Papers zu nutzen. Die angegebenen Quellen sind oft nicht geeignet, die Aussage im Skript zu belegen, oder geben die Quelle falsch wieder.

 

Aufgrund der geringen Tiefe des Skripts bei den Kernkonzepten wird viel Platz mit dem Auflisten von Dingen gefüllt um Material für die Klausur zu liefern.

 

Und das ganze noch mit einer sehr seltsamen Struktur.

 

Es ist jetzt nicht das schlechteste Skript, dass die iu so zu bieten hat, aber es ist scho... übel.

 

Um dem ganzen aber wieder etwas positives zu geben: Es sind Bestrebungen am Laufen die Qualität neuer Skripte sicherzustellen und Probleme in Skripten melden zu können. Es tut sich also definitiv was.

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Das wirklich Blöde ist ja, dass Sie Falsches lernen müssen für die Klausur. Und anschließend sich Mühe geben müssen, das ganz schnell wieder zu vergessen!

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vor 2 Minuten hat KanzlerCoaching geschrieben:

Das wirklich Blöde ist ja, dass Sie Falsches lernen müssen für die Klausur. Und anschließend sich Mühe geben müssen, das ganz schnell wieder zu vergessen!

 

Da ich meist einen Blick in die Quellen werfe, merke ich mir das meist eher als "so ist es richtig, im Skript steht aber X" - macht es leichter zu merken, ich tippe mal das kommt von der intensiveren Beschäftigung und durch den emotionalen Aspekt :)

 

Problematische finde ich, dass sich viele auf die Korrektheit des Skripts verlassen werden und mit "komischen Ansichten" aus dem Skript hervorgehen dürften.

 

Klar, wäre es mir lieber, die Prüfungsform wäre geschickter (eine Hausarbeit evtl.?), aber schriftliche Arbeiten sind mehr Korrekturaufwand und daher kein gern gewähltes Prüfungsformat.

 

Und so muß man eben recht sinnlose Liste lernen. Bin nicht sicher wie ich mit dem Kurs umgehe - habe mich ja mit einer Kommilitonin zusammen getan, weil ich mich alleine nicht dazu aufraffen konnte. 

 

 

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polli_on_the_go

Geschrieben

vor einer Stunde hat KanzlerCoaching geschrieben:

 

Auch dazu gibt es geteilte Meinungen - und auch dazu würde ich in einem Skript in einer Hochschule Aussagen erwarten.

Ja tut es und ja wäre wichtig. Ich habe wohl eher als "Konsument" gesprochen. Es ist sicher nicht immer alles für alle zu jeder Zeit richtig und dennoch empfinde ich persönlich diesen ansatz in der therapeutischen Zusammenarbeit (meistens) sagen wir mal statt "schön" bereichernd.

 

Dass aber nicht auf einschlägige Literatur von entsprechender Qualität zurückgegriffen wird ist schade, aber, auch wenn ich wohlmöglich gesteinigt werden, überrascht bin ich angesichts des Anbieters leider überhaupt nicht und da kommt nicht mal noch der Impuls zu sagen "da hätte ich mehr erwartet".

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Sie arbeiten ja an einer Lösung. Die werde ich wahrscheinlich nicht mehr mitbekommen. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass hier an einer Verbesserung gearbeitet wird.

 

Das es nicht wirklich toll ist, ist klar.

 

Idealerweise fällt sowas vor der Veröffentlichung des Kurses auf und wird korrigiert. WObei das bei dem Kurs glaube ich ne Menge Arbeit wäre.

 

Ich habe ja vorgeschlagen, dass der Modulverantwortliche (der im Skript vorne immer drin steht) schriftlich versichern soll, dass er mit seinem Namen für die Qualität des Skriptes steht, um eine Sicherung zu gewährleisten. Der Vorschlag wurde glaube ich nicht wirklich positiv aufgenommen, da eine geringe Wirksamkeit angenommen wird.

 

Da ich mir aber diverse Schnitzer in vielen Skripten nur durch "hat niemand, der fachlich versiert ist, gelesen"erklären kann, gehe ich schon davon aus, dass es einen großen Unterschied machen würde, insbesondere wenn dies unterschrieben werden muss und auch so im Skript enthalten ist.

 

Wäre IMO eine Low-Effort-High Reward Maßnahme.

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vor 12 Minuten hat KanzlerCoaching geschrieben:

Und was haben Sie und andere Studenten, die grade dieses Modul bearbeiten, davon, dass an einer zukünftigen Verbesserung gearbeitet wird?

 

Nichts.

 

Und ich stimme ihnen 100% zu. 

 

vor 12 Minuten hat KanzlerCoaching geschrieben:

Ich bewundere Ihre Geduld, viel Geld auszugeben für teilweise mangelhaftes Studienmaterial.

 

Ist eher Resignation.

Ich bin bald durch. hatte ja über einen Wechsel mehr als einmal nachgedacht, es würde sich aber einfach nicht rentieren.

 

Solange ich aber an der iu bin, kann ich mein Möglichstes tun, um auf die Verbesserungspotenziale hinzuweisen. Im vergleich zu meinen ersten Hinweisen geht die iu damit inzwischen anders um, was Hoffnung weckt.

 

Da ich es gut finde, dass die iu hier Anstrengungen unternimmt, sage ich das auch. Wenn mir Dinge nicht passen, sage ich das ebenso. 

 

Ich weiss aber auch (zu) gut, wie die Prozesse laufen und wo die Prioritäten liegen. Ich mache mir daher auch keine Hoffnungen, das hier kurzfristig etwas passiert.

 

Die Master werden an einer anderen Hochschule gemacht.

 

Mein Hauptkritikpunkt sind nicht die Fehler im Skript. Die können passieren. Ich kenne auch andere Hochschulskripte, und da sind auch bei staatlichen Unis gerne mal böse Schnitzer drin.

Mein Hauptproblem war bisher, dass das Melden von Fehlern und die nachvefolgung der Behandlung (wenn es eine gibt) eine Blackbox ist. IN de bisher sowas verschwindet.

 

Das soll anders werden, und das finde ich gut.

 

Es gab bis vor Kurzem noch einen Studiengang an der iu, den ich weiter empfohlen hätte. Hier hat aber der Studiengangsleiter seinen Hut genommen. 

 

Ansonsten muss sich eben jeder informieren und dann eine Entscheidung für sich treffen. Ich bin recht blind und blauäugig ins Studium gegangen. Sonst wäre es wohl auch nicht die iu geworden :)

 

Vielen anderen scheint es aber "gut genug" zu sein, oder es ist ihnen egal. 

Die iu scheint auch ihr Marketing auf Gruppen zu legen, in denen die "mir egal"-Quote recht hoch sein dürfte. Das Konzept geht auf. Ich bin halt nur mit meinen Ansprüchen an der falschen Hochschule. Und zieh das jetzt eben noch durch.

 

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vor 44 Minuten hat DerLenny geschrieben:

Da ich mir aber diverse Schnitzer in vielen Skripten nur durch "hat niemand, der fachlich versiert ist, gelesen"erklären kann, gehe ich schon davon aus, dass es einen großen Unterschied machen würde, insbesondere wenn dies unterschrieben werden muss und auch so im Skript enthalten ist.

 

Schaden würde es sicherlich nicht, ob es viel brächte – da bin ich mir nicht sicher. Es gibt ja darüber hinaus noch Professoren, die die jeweilige Studiengangsleitung innehaben. Ganz naiv würde ich von außen das Qualitätsmanagement hier verantwortet sehen.

 

Ich habe aber auch den Prozess, wie die Kurse aufgelegt werden, noch nicht ganz verstanden. Klar ist, dass die Modulhandbücher teilweise schon existieren, bevor teilweise die Modulverantwortlichen engagiert werden. D.h. es wirkt, als dass ihnen bis auf die Kapitelbezeichnungen die Struktur bereits vorgegeben wird, die sie dann befüllen müssen. Grob könnte man also auch sagen, dass zur Akkreditierung das Exposé, aber nicht die eigentliche Arbeit (das Skript) vorgelegt werden müssen. Was natürlich nicht sehr geil ist.

 

Ganz praktisch, aber das ist reine Spekulation, würde ich darauf tippen, dass es schlicht an Know-How, Kapazitäten und Zeit mangelt, um die Skripte einer sauberen inhaltlichen Prüfung zu unterziehen. Ich kenne das aus meinem Berufsalltag, in dem ich sowas wie ein Studiengangsleiter bin. Wobei eine interne Peer-Review-Kultur hier sicherlich im Sinne aller wäre.

 

Ich bin in meinem Studiengang übrigens unterm Strich zufrieden, nach jetzt sechs belegten Kursen. Die Qualität schwankt, auch der Tiefgang. Aber wissend, dass alle und überall nur mit Wasser kochen, ist das für mich in Ordung. Richtig schlecht war bisher nur ein Kurs, bei dem ich auch den Autor für eine Fehlbesetzung halte. Aber irgendwas ist ja immer.

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schnitzelcoder

Geschrieben

Da die IU systemakkrediert ist, wird sowieso nur das interne Qualitätsmanagement von externer Stelle überprüft und nicht die einzelnen Studiengänge inklusive deren Inhalte.

Und da liegt meiner Meinung nach bei einer Hochschule die durchaus auch Richtung Profit orientiert ist der Hund begraben.

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Science_Lover

Geschrieben (bearbeitet)

vor 6 Stunden hat DerLenny geschrieben:

Ich habe ja vorgeschlagen, dass der Modulverantwortliche (der im Skript vorne immer drin steht) schriftlich versichern soll, dass er mit seinem Namen für die Qualität des Skriptes steht, um eine Sicherung zu gewährleisten. Der Vorschlag wurde glaube ich nicht wirklich positiv aufgenommen, da eine geringe Wirksamkeit angenommen wird.

 

Da ich mir aber diverse Schnitzer in vielen Skripten nur durch "hat niemand, der fachlich versiert ist, gelesen"erklären kann, gehe ich schon davon aus, dass es einen großen Unterschied machen würde, insbesondere wenn dies unterschrieben werden muss und auch so im Skript enthalten ist.

 

Ich finde das ja eigentlich total befremdlich, dass Modulverantwortlichen da ein Skript vorgesetzt wird, dass sie quasi unterrichten müssen. Wie steht es denn da mit der Freiheit von Lehre? 

 

Ist es nicht so, dass insbesondere Hochschullehre gewisse Freiheiten einräumen sollte und dass es durchaus innerhalb des Rahmens der durch ein Kern-Curriculum gesetzt wird eigene Lehrmeinungen und Schwerpunktsetzungen gibt. Wenn dann aber so ein striktes Skript vorgegeben ist, wo bleiben dann diese Freiheiten?

 

Und  wenn es eine* Modulverantwortliche* gibt, wofür ist der*die eigentlich verantwortlich? Da müsste doch eigentlich die Korrektheit oder zumindest die Einarbeitung von Korrekturen in das zentrale Lehrmedium dazugehören. Oder? 

 

Und steht es dem*der Modulverantwortlichen nicht frei, entsprechend des eigenem wissenschaftlichen Anspruchs einfach Warnhinweise für das nicht selbst verfasste Skript an die Studierenden raus zu geben? Und natürlich auch entsprechend darauf zu verzichten falsche Inhalte zu prüfen.

 

Ich halte die Entkopplung von Skriptautorenschaft und Modulverantwortung für grundsätzlich problematisch, auch wenn mir klar ist, dass der Hochschulbetrieb wie er von Fernstudienanbietern angeboten wird, wohl anders kaum zu realisieren ist.

Bearbeitet von Science_Lover
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vor 12 Minuten hat Science_Lover geschrieben:

Ich finde das ja eigentlich total befremdlich, dass Modulverantwortlichen da ein Skript vorgesetzt wird,

 

In der Regel überreichen das ja die  Tutoren, nicht der Modulverantwortliche.

 

In Bezug auf die Festlegung der Themen kann ich dir das wenig sagen, habe aber auch schon anteilig auch von den Modulverantwortlichen gehört, dass sie nicht so happy mit den Inhalten/ der Inhaltsauswahl sind.

 

Zu den restlichen Fragen habe ich leider keine Antworten.

 

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Science_Lover

Geschrieben

Zum Verständnis: Dir ist nicht bekannt wer dieses Skript verfasst hat?

 

Mir ist gar nicht so richtig klar, wie der Korrekturprozess verlaufen kann. Denn ich gehe davon aus, dass die*der Verfasser*in das Skript abgegeben hat und irgendwie versichert hat, dass das was da nun drin steht auch stimmt.

 

Du bist jetzt der Meinung, dass das nicht stimmt. Und ich kann das anhand deiner Beispiele hier nachvollziehen. Trotzdem könnte es ja sein, dass der*die Verfasserin der Meinung ist, ihre Darstellungen seien korrekt. Hier würde dann im besten Falle die Debatte anfangen, die mglw. sogar für beide Seiten einen Erkenntnisgewinn ermöglicht.

 

Aber so versteh ich das bisher: Dieses Skript hat keine Autorenschaft?

 

Wenn jetzt deinem Hinweis folgend die Sache korrigiert wird (von wem eigentlich, das müsste ja irgendwer sein, der*die spezifische ausreichend Expertise aufweist, und nicht irgendeine Content-Abteilung) und dann der*die nächste Studierende kommt und just die Stelle kritisiert und meint, dass es doch anders sein müsste, dann dreht sich doch das ganze Ding im Kreis. Es muss doch jemanden geben, der*die die Autorenschaft für dieses Skript übernimmt und dann auch Stellung dazu beziehen kann, ob es sich hier um einen Fehler handelt oder um eine andere wissenschaftliche oder auch didaktische (von wegen für den Bachelor reicht es auch bisschen gröber) Auffassung. Und nur die Person kann doch dann die Korrektur vornehmen oder eben nicht.

 

Vielleicht versteh ich das auch falsch. Aber es muss doch eine*n Autor*in geben, der*die dazu Stellung bezieht und eigentlich sollte diese Person ja auch ein Interesse daran haben, ihren Namen auf diesen Lehrbrief zu schreiben und du müsstest doch etwas über den fachlichen Hintergrund der Autorin erfahren können um das Geschriebene in einen Kontext zu bringen. Und natürlich auch um Nachfragen zu stellen. Oder erstellen da Ghost-Writer Lehrbriefe?

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vor 7 Stunden hat Science_Lover geschrieben:

Zum Verständnis: Dir ist nicht bekannt wer dieses Skript verfasst hat?

Der Autor wird nicht genannt.

Die iu schreibt die Autorenstelle aus, jemand bewirbt sich.

Namentlich genannt wird aber immer das Modulverantwortlichy.

 

Bei Hinweisen geht das idealerweise über mehrere Zwischenstellen ans Korrekturmanagemnent.

 

Manchmal bleibt es auch vorher stecken.

Das Beispiel, wo die Autoren der im Skript zitierten Sekundärliteratur ihre Bücher anpassen, bevor die iu auch nur eingesteht,das hier ein Fehler sein könnte, habe ich ja schon genannt.

 

Aber auch in dem Fall bedeutet dass nicht zwangsläufig, dass dann auch das Skript angepasst wird.

 

Hatte bisher zweimal den Fall, dass aus Sekundärliteratur zitiert wurde, und diese fehlerhaft war.

In beiden Fällen war die Reaktion der Autoren der Sekundärliteratur "besser" als die der iu.

 

vor 8 Stunden hat Science_Lover geschrieben:

Oder erstellen da Ghost-Writer Lehrbriefe?

 

Für Studierende ist nicht direkt ersichtlich, wer das Skript geschrieben hat.

 

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Science_Lover

Geschrieben

Wenn hier Hunde begraben liegen, dann eventuell auch an der Stelle wo die Autorenschaft eines Skriptes nicht angegeben wird.

 

Ein Schelm wer böses dabei denkt? Die Ghostwriter-Angebote für Hochschulen gibt es ja offensichtlich.

https://1a-ghostwriter.com/fuer-hochschulen-bildungstraeger-dozenten/

 

Wenn keine Autor*innen genannt werden, scheint es mir schwer für die Hochschule sich gegen den Vorwurf hier würden Ghostwriter (z.T. Texter*innen eben ohne den spezifischen Sachverstand fürs Themengebiet, das lässt sich ja alles nicht prüfen) beauftragt, zu entkräften. Wenn dieser Vorwurf erhoben werden würde.

 

Schon deshalb sollte die Hochschule ein Interesse daran haben Lehrbriefe mit Autorenschaft herauszugeben. Wurde eigentlich jemals irgendwie begründet, warum die Autor*innen nicht genannt werden?

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Die Autoren stellen werden ganz normal ausgeschrieben.

Autoren bewerben sich, werden dann ausgewählt und beauftragt.

 

vor 2 Minuten hat Science_Lover geschrieben:

Wurde eigentlich jemals irgendwie begründet, warum die Autor*innen nicht genannt werden?

Diese Frage habe ich bisher noch nicht gestellt.

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Nadja_studiert_Informatik

Geschrieben

Ja, das Thema hatten wir schon im Forum mit den Autoren der Skripte. Ich finde es auch sehr schwierig, dass es da nicht mehr Transparenz gibt.

 

Was genau sind eigentlich die Aufgaben der „wissenschaftlichen Leitung“? Weiß das Jemand?

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Die Qualität der Scripte und Inhalte bei der IUBH halte ich ebenfalls - als noch Student des gleichen Studienganges - für problematisch. Sehe das genauso wie DerLenny. Zuviel wischi waschi. Mit der Wilhelm-Büchner-Hochschule habe ich vergleichbare Erfahrungen gesammelt - da wurden nach Jahren die Scripte mit den gemeldeten Fehlern nur teilweise oder gar nicht korrigiert. Das muss doch wirklich nicht sein...

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Am 5.8.2021 um 13:26 schrieb Nadja_studiert_Informatik:

Was genau sind eigentlich die Aufgaben der „wissenschaftlichen Leitung“? Weiß das Jemand?

Sorry, ich hab den Kommentar gerade erst gesehen .

Ich bin mir da nicht 100%ig sicher. Ich tippe mal, zum einen ist es die "offizielle Stelle" die die belange des Kurses behandelt. Dazu gehört Freigabe des Lehrbriefs und der Klausurfragen an der iu.

Das ist etwas intransparent, als Studierender hat man in der Regel auch selten Kontakt zum MV, hier ist das Tutory die primäre Anlaufstelle.

 

vor 29 Minuten schrieb der_alex:

Mit der Wilhelm-Büchner-Hochschule habe ich vergleichbare Erfahrungen gesammelt

Evtl. ist das ja der "normale" Qualitätsstandard?

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