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Skripte der iu (mal wieder) - PosPsy macht keinen Sinn


DerLenny

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Wenn ein Skript als Quelle "Research Gate" angibt, mit URL...

Und niemand merkt, dass das nur Müll sein kann... dann schaut man sich den Link an, und stellt fest, dass es das Abbildungsverzeichnis einer Dis ist, aber der Skriptautor wohl nicht auf die Idee kam, die Dis, aus der er zitiert zu lesen... dann merkt, dass das Bild in der Dis auch wieder ein Zitat ist.

 

Das Skript ist so absolut furchtbar.

Da sind sinnlose Einschübe drin. Ohne einen Bezug zum Skript herzustellen.

 

Oder sie sagen Modell X hat 4 Elemente. Um diese dann nicht zu beschreiben.

Dafür wird aber ein Modell Y mit 5-Elementen genannt, und dann deren 5 Elemente zu erklären, um ab da nur noch über X zu reden, ohne nochmal auf Y einzugehen, oder auch nur einen Hinweis zu geben, warum das jetzt genau da genannt wird.

 

Es gibt einen Abschnitt für A&O Psy Element- in der Dinge drin stehen, die nichts mit A&O Psy zu tun haben, dafür sind in einer anderen ektion, in der es um persönliche anwendungen gehen soll wieder Modelle aus der A&O Psy drin, etc.

 

Das Ding hat keinen roten Faden, der über die Lektionsüberschriften hinaus geht.

In den einzelnen Lektionen springt das Skript wild hin und her. Es werden Dinge genannt, aber nicht warum diese relevant sind/ welchen Zweck sie haben. Dafür aber immer wieder, dass die total gut empirisch überprüfbar sind und alles super wissenschaftlich ist und von bekannten und renommierten Professoren entwickelt wurde... WTF?

 

Das Skript PosPsy macht den Eindruck, als hätte jemand die erste Version abgegeben ohne vorher mal jemand drüber sehen zu lassen - und irgendwie wurde das dann an die Studis ausgegeben.

 

Durch das Vollplagiats Skript kann ich jetzt ja nicht sagen, es ist das übelste iu-Skript, aber es bemüht sich schon extrem so schlecht wie möglich zu sein.

 

Evtl. ist das auch eine Studie, um die Toleranzgrenzen von Studierenden zu testen.

 

Bearbeitet von DerLenny

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21 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Zitat

Evtl. ist das auch eine Studie, um die Toleranzgrenzen von Studierenden zu testen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

 

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DerLenny

Geschrieben (bearbeitet)

Das Skript macht mich echt ärgerlich.

Ich hab das Skript das erste Mal im April angefangen, dann frustriert weg gelegt und ne Mail an die Tutorin geschrieben.

 

Die hat die Mail an den Prof weitergeleitet.

 

Jetzt das Skript wieder rausgekramt.

 

Allein ein Blick ins Inhaltsverzeichnis sollte einen davon stutzig machen.

 

2.2 Flow nach Jackson 

...

2.8 Flow nach Cziksczentmihalyi

 

2.8 ist die Grundlage für 2.2

In 2.2 ist primär Material aus Jackson/ Cziksczentmihalyi enthalten.

Allerdings nicht die Informationen, die man brauchen würde, um das, was im Skript steht zu verstehen.

 

In 2.8 sind ein altes Modell und ein neues Modell referenziert- das Modell aus der in 2.2 referenzieren Literatur ist allerdings noch mal etwas neuer (und in 2.2 nicht angegeben).

 

Ab vielen Stellen fragt man sich "was hat das mit dem Thema des Skripts zu tun?" An anderen "was hat das mit dem aktuellen Thema zu tun" - hin und wieder auch mal in der gleichen Lektion.

 

Ich hab echt den Eindruck, dass das Skript nicht fertig ist, und der Inhalt noch mal unsortiert werden müsste.

 

Das Skript führt Wortschöpfungen ein, die so sonst nicht gebraucht werden, in sich wenig Sinn machen - und nicht definiert werden.

 

Modelle in ähnlichen Bereichen werden nicht von einander abgegrenzt. 

 

Die Belege sind stellenweise weird.

Ein Werk (sekundär) ist überrepräsentiert. Dieses Werk ist selbst eher schlecht belegt.

 

Absätze die quasi nur aus "Autor X hat Y" erforscht bestehen sind keine Seltenheit. Ohne das Ergebnis der Forschung zu nennen, oder einen Bezug zum Skript herzustellen.

 

Man könnte beinahe meinen, die wurden nachträglich eingefügt, um ein paar Fragen mehr stellen zu können.

 

Die "WTF/min" Rate dieses Skripts ist verdammt hoch. 

 

Schnappt man sich dann aber Quellen zum gleichen Thema, macht es deutlich mehr Sinn. Dann vergleicht man das wieder mit dem Skript, und der Frust steigt - es gibt gute Quellen zum Thema, die werden aber ignoriert, Primärliteratur wird erwähnt - dient aber nicht als Referenz für die Studie - dafür wird wieder Sekundärliteratur genommen.

 

Wenn Primärliteratur genommen wird, dann ist das eher bei umstrittenen Themen.

 

Nach langen Infos zu einem Modell kommt als letzter Satz, der Autor räumt ein, dass es evtl nicht passen würde.

 

Kein Hinweis darauf, warum es dann im Skript steht, was die Probleme des Modells sind, etc.

 

Das Skript beharrt immer wieder darauf, wie super wissenschaftlich und empirisch belegt alles ist - ohne diese Belege zu geben.

 

Das Skript ist in sich widersprüchlich, nicht kohärent strukturiert und stellenweise nicht korrekt, stellenweise sind sie auch eigentlich korrekt übernommen, da im Skript aber Informationen fehlen, können sie vom Leser nicht korrekt interpretiert werden, etc.

 

Manche Sätze klingen als wären sie komisch übersetzt oder als hätte man die schlechte erste Version eines Absatz nie mehr gelesen und dann einfach stehen gelassen. Drum herum aber Dinge geändert, wodurch der Absatz in der Mitte einfach nicht mehr passt.

 

Das Skript schafft mich. 

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DerLenny

Geschrieben (bearbeitet)

Zitat

In einem Seminar zur Arbeits- und Organisationspsychologie hat sich die Studentin Lara Berger mit einer Kommilitonengruppe für ein gemeinsames Referat über die Einsatzmöglichkeiten der Positiven Psychologie in der Arbeitswelt gemeldet.

[...]
Um psychologische Theorien und Methoden in der Arbeitswelt zu implementieren, müssen diese empirisch untersucht und belegt sein. Erst eine solide Forschungsbasis ermöglicht es Geschäftsführern und Führungskräften, geeignete Interventionen in ihren Betrieben zielbewusst und effektiv anwenden zu können. [...]

Welchen Mehrwert die Konzepte der Positiven Psychologie zu bieten haben, hatten Lara und ihre Kommilitonen vorher nicht geahnt.

(Hervorhebung von mir)

 

"... zwei renommierte Psychologieprofesoren ..."

"Der nach wie vor weltweit renommierteste [...] Fragebogen ..."

"... des weltweit renommiertesten Testverfahrens... "

 

Und, mein Liebling:

Zitat

Die Studentin Lara Berger hat sich an ihrer Hochschule zu einem Vortrag aus der Reihe „Unternehmenspraxis aktuell“ angemeldet. Als Referentin spricht eine Organisationsentwicklerin aus einem renommierten deutschen Beratungsunternehmen über ihre Erfahrungen zur Implementierung positiver Ansätze in der Unternehmensführung.

 

Da die Referentin ihren Vortrag sehr praxisnah strukturiert hat, erhalten die Zuhörer einen interessanten Einblick in die vielfältigen Aufgaben einer Organisationsentwicklerin. 

 

 

Wenn ich jetzt zynisch wäre, würde ich ja annehmen, dass die Autorin des überrepräsentierten Werkes (115 Referenzen) auch die Autorin des Skripts ist, und hier evtl. mal dezent Werbung für ihre Beratertätigkeit macht.

 

So schüttele ich mich einfach nur, beisse mir ins Handgelenk, und quäle mich weiter.

 

Die "Empirie" des Skripts ist meist auf folgender Ebene:
Fragebogen zum Thema "Wie hungrig sind sie gerade?" - Ergebnis: Menschen mit einem großen Hunger-Wert sind empirisch nachgewiesen sehr hungrig. Es kann als Prädiktor für Nahrungsaufnahme gelten, wobei hier andere Aspekte (wie Anwesenheit von Nahrung, bzw. Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen) ebenfalls einen Einfluss haben können."
 

Knaller

Skript "Positive Psychologie", S.63:

Zitat

Es gilt als belegt, „dass erfahrene positive Emotionen in einer 3:1 Tipping-point ratio mit negativ erfahrenen Emotionen beginnen, das Leben positiv zu beeinflussen“ (Berning 2017, S. 37).

 

Bernin 2017 ist:

Berning, D. (Hrsg) (2017): Mediation und Konfliktkultur. Wie Top-Manager Konflikte lösen. Springer Gabler, Wiesbaden.

 

Auf S. 37 getht es um den Artikel:
"Individual-, kultur- und wirtschaftspsychologische Perspektiven auf die Entwicklung von Organisations und Wirtschaftsmediation" von Claude-Hélène Mayer und Christian Martin Boness.

 

Die referenzierte Stelle ist:
 

Zitat

Gleichzeitig ist für die Praxis längst bewiesen, dass erfahrene positive Emotionen in einer 3:1 tipping-point ratio mit negativ
erfahrenen Emotionen beginnen, das Leben positiv zu beeinflussen (Frederickson 2009). 

 

Frederickson, B. L. (2009). Positivity Top-notch research reveals the 3 to 1 ratio that will change
your life. New York: Crown Publishers

 

Kurzer Cringe über den Titel, dann weiter...

Da im Springer Buch keine Seite angegeben ist: Google Suche nach dem Titel. Im Buch dann nach "tipping" gesucht. 

 

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Referenz 11 ist leiter nicht im Buch enthalten.

Google Suche Lozada tipping point.

Ergebnis:

https://www.apa.org/monitor/2013/12/model-emotions
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WTF?!?!?!?!?!?

In 2013 wurde das Ding zurück gezogen.

 

In einem Lehrskript aus 2021 findet sich das Ding - allerdings braucht es Schnitzeljagd dafür, weil korrektes Zitieren an der @IU Internation. Hochschule nur für Studierende notwendig ist, Skriptautoren sich aber wohl im wissenschaftlich freien Raum bewegen und es wohl auch niemand interessiert, ob das Zeug stimmt, dass sie ihren Studenten beibringen.

 

WTF?

 

So, und wieviele Studierende machen sich wohl den Aufwand, durch die Referenzen zu wühlen? Und wieviele glauben den Schrott einfach?

 

Bearbeitet von DerLenny
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vor einer Stunde hat schwedi geschrieben:

Wenn ich Deinen ständigen Frust so lese, wundere ich mich eher, dass Du dort noch weiter studierst

 

Weil sich ein Wechsel nicht mehr lohnt, auch weil andere Hochschulen recht wenig der Kurse der @IU Internation. Hochschuleanerkennen - was bei der Qualität der Skripte auch irgendwie verständlich ist.

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@Science_Lover hast Du Infos, wie man bei einer Uni Fragen zu einer Dissertation stellen kann? Mir liegt hier eine Dissertationsschrift vor, die diverse Frage aufwirft. Nichts so wirklich offensichtliches, aber schon so, dass ich evtl. mal nachfragen wollen würde.

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polli_on_the_go

Geschrieben

vor 51 Minuten hat DerLenny geschrieben:

So, und wieviele Studierende machen sich wohl den Aufwand, durch die Referenzen zu wühlen?

Leider zu wenig. Ich bekomme das hier un da im Mentoring mit oder in der Whats App Gruppe WIAR, die ich moderiere. Ich kriege immer einen Kotzreiz, wenn Studierenden von anderen Studierenden empfohlen wird nicht die Primärquelle aufzusuchen, sondern einfach das Sekundärzitat in der eigenen Arbeit als Primärzitat anzugeben, steht ja alles im Luteraturverzeichnis, was man braucht.

 

Übrigens wusstest du, dass es Studien dazu gibt also sowohl zur Ziation als auch der Überrepräsentation?

 

Ruben Miranda, Esther Garcia-Carpintero, Overcitation and overrepresentation of review papers in the most cited papers, Journal of Informetrics, Volume 12, Issue 4, 2018:1015-30,  https://doi.org/10.1016/j.joi.2018.08.006

 

Fong EA, Wilhite AW (2017) Authorship and citation manipulation in academic research. PLOS ONE 12(12): e0187394.  https://doi.org/10.1371/journal.pone.0187394

 

Das hier fasst es auch gut zusammen 

https://app.enago.com/homepage/i/26559/when-citations-go-wrong

 

 

 

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vor 2 Minuten hat polli_on_the_go geschrieben:

Übrigens wusstest du, dass es Studien dazu gibt also sowohl zur Ziation als auch der Überrepräsentation?

Nein, wusste ich nicht.... vielen Dank dafür.

Ich schau mir die Studien nachher mal an. Ich muss jetzt erst mal meinen Blutdruck runter bringen. Das Skript schafft mich wirklich.

 

Eine der ersten Dinge, die ich als Trainer gelernt habe und die mir später auch beim Unterrichten eingetrichtert wurde ist: Als Lehrer hat man die Verantwortung für das, was weitergegeben wird. Man ist ein Multiplikator. Und damit kommt Verantwortung. 

 

Mich ärgert und frustriert dieses Skript wirklich. Auf so vielen Ebenen.

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Science_Lover

Geschrieben

Hi Lenny. Tut mir echt leid, dass du dich da durchackern musst.

 

Ich fand deine Kritik an der Darstellung des "Losada ratio" als naive Person gar nicht so einfach nachzuvollziehen, aber wow dazu gibt es ja sogar einen ganz interessanten Wikipedia-Aufsatz.  https://en.wikipedia.org/wiki/Critical_positivity_ratio

 

Ich hatte das an anderer Stelle schon mal erwähnt und eigentlich ist es auch ohne den spezifisch von der IU formulierten Anspruch kritisch genug, gewinnt aber vor dem Hintergrund zusätzlich an Brisanz.

Aus der Stellungnahme zum Wissenschaftsrat zur Stellungnahme zur Institutionellen Reakkreditierung der IUBH Internationale Hochschule (IUBH), Erfurt (2021)

 

Zitat

"Die  IUBH  begreift  Studium  und  Lehre  als  Kernbereiche  ihres institutionellen Selbstverständnisses  und  Leistungsangebotes.  In  ihren Grundsatzdokumenten verleiht  sie  der  Überzeugung  Ausdruck,  dass  dem  Leistungsbereich  Forschung  ebenfalls eine hohe Bedeutung zukommt. Bei der Darstellung ihres Forschungsverständnisses bezieht sich die Hochschule auf Ernest Boyers modell of scholarship und  ordnet  u. a.  auch  viele  lehrbezogene  Aktivitäten,  etwa  den  Transfer  von  Erkenntnissen in  die  Lehre  einschließlich  der  Erstellung  von  Lehrbriefen  der  Forschung zu." https://www.wissenschaftsrat.de/download/2021/8813-21.pdf

 

 

Kommt aber leider auch an anderen Hochschulen vor. Wenn auch nicht immer so gravierend.

 

Hier ein kleiner Auszug aus einem Methoden-Skript an der Hochschule Fresenius onlineplus, dort werden die Autor*innen sogar genannt, aber auch das ist leider keine Qualitätsgarant, hilft aber manchmal zu verstehen woher es kommt (wegen der geringen Schöpfungshöhe und der Kürze und zum Schutz der Autorin Verzicht auf Nennung des Namens der Autorin).

 

Zitat

Definition
Irrtumswahrscheinlichkeit
Es handelt sich um die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Aussage irrtümlicherweise
getroffen wurde. Die Irrtumswahrscheinlichkeit ist während der Datenanalyse stets so
gering wie möglich zu halten.

 

[...]

 

Definitionen

Arithmetisches Mittel (Mittelwert)
Die Differenz aus der Summe aller interessierenden Werte geteilt durch die Anzahl derselbigen.

Standardabweichung
Angegeben wird, wie weit einzelne Messwerte vom Erwartungswert E (X), dem arithmetischen Mittel, entfernt sind. Die Standardabweichung (s) ist die Quadratwurzel der Varianz (s2). Dadurch ergibt sich ein sogenannter kritischer Wert.

 

 

Zu den Definitionen werden direkt keine Quellen angegeben. Nur wer sich irgendwie anders damit auseinandergesetzt hat, kann erkennen, dass die Irrtumswahrscheinlichkeit als statistischer Fachbegriff sich eben nicht ganz pauschal auf die Wahrscheinlichkeit mit der irgendeine Aussage getroffen wurde bezieht und dass die "Differenz aus der Summe [...] geteilt durch die Anzahl" ein wenig konfus ist und dass eben bei der Standardabweichung mindestens ein "im Durchschnitt" fehlt, damit es irgendwie zur passenden Definition wird.

 

Noch ein Zitat aus dem Skript:

Zitat

 Bis zu diesem kritischen Wert sind alle Nullhypothesen anzunehmen und Ihr Forschungsergebnis ist signifikant. Das bedeutet, ab diesem kritischen Wert ist die Alternativhypothese anzunehmen und ihr Forschungsergebnis trifft zu (vgl. auch Eid et al., 2017, S. 223).

 

(Eid, M., Gollwitzer, M., & Schmitt, M. (2017). Statistik und Forschungsmethoden: mit Online-Materialien (5. Aufl.). Weinheim ; Basel: Beltz.)

 

Eid (2017) Seite 223:

 

Zitat

Liegt der empirische Wert (in unserem Beispiel) rechts von diesem kritischen Wert und ist somit größer als der kritische Wert, so ist die Wahrscheinlichkeit des empirischen Ergebnisses oder eines noch extremeren Ergebnisses unter der H0 kleiner als das vorher festgelegte α-Niveau. Das Ergebnis ist dann signifikant; die Nullhypothese kann abgelehnt werden.

 

Fehler passieren. Aber ausgehend von der Art der Fehler entsteht auch hier der Verdacht, dass die mit Erstellung und Korrektur befassten Menschen, das Thema nicht ausreichend durchdrungen haben.

 

Das ist ärgerlich.

 

Wenn ich mir allerdings ein extrem günstiges Fahrrad kaufe und das mit einem auf meine Bedürfnisse zugeschnittenen Fahrrad aus einer Edelschmiede vergleiche, dann wird mir das günstige Produkt wohl auch irgendwie falsch erscheinen und auch hier wir spätestens beim Schaltvorgang wohl ein hohes WTF/Schaltvorgang Niveau erreicht werden. 

 

Irgendwann ist hier wahrscheinlich auch der tipping point erreicht und dann können weder Fahrrad noch Studienbrief noch als irgendwie nützliches Produkt bezeichnet werden sondern einfach nur als Ramsch.

 

Meine naive Vermutung ist, dass die Verbraucherschutzzentralen eine Instanz sind, um Kund*innen weiter zu helfen und festzustellen ob hier mglw. sogar schon von Verbrauchertäuschung zu sprechen ist.

 

Gutes Durchhalten Dir. Und danke dass du diese Erfahrungen hier teilst.

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Science_Lover

Geschrieben (bearbeitet)

vor einer Stunde hat DerLenny geschrieben:

@Science_Lover hast Du Infos, wie man bei einer Uni Fragen zu einer Dissertation stellen kann? Mir liegt hier eine Dissertationsschrift vor, die diverse Frage aufwirft. Nichts so wirklich offensichtliches, aber schon so, dass ich evtl. mal nachfragen wollen würde.

 

Ich habe hier leider auch keine wirklich belastbaren Infos.

 

Mir scheint es aber nicht so, dass die Universitäten irgendwie Interesse und Kapazitäten haben, auf eher vage Fragen zu antworten.  Deswegen wird bei VroniPlagWiki dokumentiert und erst wenn sich der Verdacht kaum wegwischen lässt treten die an die Hochschulen ran und auch dann werden Hochschulen nicht immer aktiv (obwohl es ihre eigenen Satzungen vorschreiben).

 

Du kannst dich natürlich durch die Ordnungen der verleihenden Hochschule wühlen, da sollte es auch eine Promotionsordnung geben und mglw. wird darin festgehalten wer bei Verdacht auf Fehlverhalten anzusprechen ist. Aber auch hier wirst du ein paar Belege für einen Verdacht beifügen müssen.

 

Ich glaube du kommst nicht drum rum deinen Fragen da soweit allein nachzugehen bis sich doch irgendwas offensichtliches auftut. Vielleicht findest du ein paar neugierige, idealistische Mitstreiter*innen.

 

Viel Glück!

Bearbeitet von Science_Lover
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Fuer Faelle wissenschaftlichen Fehlverhaltens sollte es einen Ombudsman geben, eigentlich an jeder Hochschule. Insofern sollte der Ansprechpartner nicht das Problem sein (ein erster google-Treffer war https://www.uni-bonn.de/de/forschung-lehre/qualitaetssicherung/gute-wissenschaftliche-praxis-in-der-forschung - so etwas sollte es ueberall geben). Inwiefern die allerdings taetig werden und wann, kann man schwer sagen. Ich hoffe, es ist in letzter Zeit etwas besser geworden, aber dass wegen Verdachstsmomenten etwas passiert, wuerde ich nicht garantieren. Aber probieren kann man es. Sonst waere Vroniplag eine Option. Ich hatte damit nie etwas zu tun, aber so wie ich es verstehe, koenntest Du mit einem Anfangsverdacht einen "Fall" starten. Wenn sich mehr findet, wird das irgendwann oeffentlich. Aber eine Garantie, dass sich jemand die Arbeit macht gibt es natuerlich nicht.

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vor 1 Minute hat stefhk3 geschrieben:

Fuer Faelle wissenschaftlichen Fehlverhaltens sollte es einen Ombudsman geben, eigentlich an jeder Hochschule

 

Die iu hatte eine Ombudsperson, hat aber kürzlich mitgeteilt, dass diese Stelle nicht mehr besetzt ist.

 

Und um falsche Annahmen zu vermeiden - die Fragen bzgl. der Dissertation haben nichts mit Plagiaten zu tun, und betreffen (soweit ich aktuell weiss) die iu auch in keiner Weise - nur falls es darum gehen sollte.

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Ich bin in der Tat davon ausgegangen, dass um eine Promotion an einer Universitaet geht. Und ich dachte, es geht um Faelle wissenschaftlichen Fehlverhaltens, egal ob Plagiat oder anderes (also Datenfaelschung oder so). In jedem Falle waere der Ombudsman der Ansprechpartner. Wenn Du jetzt sagst, es geht nicht um wissenschaftliches Fehlverhalten, dann ist mir unklar, was Du erwartest. Welche Art von Fragen hast Du dann, und warum sollte die Universitaet die beantworten?

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Gute Fragen. Die ich gerne beantworte sobald ich etwas mehr Infos habe - die ich mir aber erst besoffen muss.

 

Die Infos von @Science_Lover waren da schon sehr hilfreich. Ich muss nur noch etwas nachforschen. Wenn ich das etwas habe, Teile ich es mit.

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Science_Lover

Geschrieben

vor 3 Stunden hat polli_on_the_go geschrieben:

Ich kriege immer einen Kotzreiz, wenn Studierenden von anderen Studierenden empfohlen wird nicht die Primärquelle aufzusuchen, sondern einfach das Sekundärzitat in der eigenen Arbeit als Primärzitat anzugeben, steht ja alles im Luteraturverzeichnis, was man braucht.

 

Übrigens wusstest du, dass es Studien dazu gibt also sowohl zur Ziation als auch der Überrepräsentation?

 

Ruben Miranda, Esther Garcia-Carpintero, Overcitation and overrepresentation of review papers in the most cited papers, Journal of Informetrics, Volume 12, Issue 4, 2018:1015-30,  https://doi.org/10.1016/j.joi.2018.08.006

 

In dem Paper geht's ja um das Zitieren von Reviews. Das scheint mir legitim. Aber vielleicht wird das in der Community auch kritisch diskutiert. Konnte leider nur Abstract lesen. Ich würde das auf jeden Fall nochmal vom Nutzen von Sekundärzitaten abgrenzen, die entstehen, weil Leute sich nicht die Mühe machen das Orginal zu suchen.

 

Ist aber trotzdem sehr interessant :-)

 

Danke.

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polli_on_the_go

Geschrieben

vor 27 Minuten hat Science_Lover geschrieben:

 

In dem Paper geht's ja um das Zitieren von Reviews. Das scheint mir legitim. Aber vielleicht wird das in der Community auch kritisch diskutiert. Konnte leider nur Abstract lesen. Ich würde das auf jeden Fall nochmal vom Nutzen von Sekundärzitaten abgrenzen, die entstehen, weil Leute sich nicht die Mühe machen das Orginal zu suchen.

 

Ist aber trotzdem sehr interessant :-)

 

Danke.

Es waren beispiele. Es gibt eine anerikanische Studie zu dem ungeprüften übernehmen von Zitatbelegen auch wenn diese fehlerhaft sind. Nur zum schwarz ärgern finde ich die gerade nicht.

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KanzlerCoaching

Geschrieben (bearbeitet)

vor 6 Stunden hat DerLenny geschrieben:

Gute Fragen. Die ich gerne beantworte sobald ich etwas mehr Infos habe - die ich mir aber erst besoffen muss.

 

Na denn "Prost"! Wie viele Gläser wovon brauchen Sie denn dazu?

 

;-)

Bearbeitet von KanzlerCoaching
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vor 11 Stunden hat KanzlerCoaching geschrieben:

Na denn "Prost"! Wie viele Gläser wovon brauchen Sie denn dazu?

 

🙃 

 

Hatte das auf dem Handy getippt, und dann muss die Autokorrektur zugeschlagen haben...

 

😅

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IU Internation. Hochschule

Geschrieben

Hallo @DerLenny
vielen Dank für deine Nachrichten zu diesem Thema. Wie bereits letzte Woche per E-Mail angekündigt, gehen wir dem gerade nach, prüfen deine Hinweise und setzen uns zeitnah mit Dir dazu in Verbindung.

 

Viele Grüße
Dein Team der IU Internationalen Hochschule

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@IU Internation. Hochschule

Vielen Dank - nur bin ich etwas verwirrt - in den Erwähnungen ging es eigentlich darum, dass an Skripte geringere Anforderungen bei der Quellenwahl gelegt werden, als an die Arbeiten der Studierenden. Das ist ein eher generelles Thema, dass jetzt zwar auch für dieses Modul relevant ist, allerdings nicht nur. Und in der E-Mail ging es ja um dieses konkrete Modul.

 

Hier mal nur ein paar Beispiele (für dieses Skript) die ich noch im Kopf habe: 

  • Eine Abbildung wurde aus einer Dissertation übernommen, ohne diese korrekt anzugeben. Da die Abbildung in der Dissertation aus einer anderen Quelle stammt, ist dies nochmals ärgerlicher.
  • Das Sekundärliteratur genutzt wird, ist ja nichts neues n den Skripten. Dies sorgt für Fehler in vielen Skripten (Kommunikationspsychologie wäre hier mein bestes Beispiel, wobei dies ja natürlich hier auch zutrifft). In diesem Skript sind es aber oft nicht mal Sekundärquellen, sondern man muss durch 4 oder oder 5 Quellen hüpfen um zur eigentlichen Quelle zu kommen. Das zeugt nicht von Sorgfalt.
  • Oft scheint das inhaltliche Verständnis nicht ausgeprägt zu sein, oder die Sorgfalt nicht hoch genug. So werde in zwei unterschiedlichen Skripten das gleiche Experiment auf unterschiedliche Weise falsch beschrieben. Oder die Belege passen nicht zur getätigten Aussage.
  • Einige der Quellen wurden schon von Tutoren in anderen Kursen "verrissen," weil diese nicht zitierwürdig sind (für eine Hausarbeit), in Skripten scheinen sie aber den Anforderungen zu genügen.

 

Dadurch entsteht bei den Studierenden der Eindruck, dass sowas OK ist, "weil es die Skripte ja auch tun." Daraus ergibt sich, dass entweder die Studierenden nicht die Ansprüche erfüllen, die (zumindest noch in BWIR) vermittelt werden, oder ihre Einstellung zu den Skripten ändern müssen.

 

Und das scheint ein systemisches Problem zu sein. 

Wenn euch wissenschaftliches Arbeiten wichtig ist, dann sollte es gelebt werden. 

 

It's not enough to talk the talk, you have to walk the walk.

 

 

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