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Bei uns ist's auch schön :-)


Vica

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Thema des letzten Blog-Eintrags war eine Abwerbung durch eine Privatklinik. Sie waren bei einem öffentlichen Vortrag auf mich aufmerksam geworden und konnten sich gut vorstellen, mich mit ins Team zu holen. Ich fühlte mich gebauchpinselt, weil diese Klinik so eine Traumstelle gewesen wäre (früher) und ich als Fernstudi damals dachte, dass dies sowieso nie was wird. Nun kam gerade dieses Haus zu mir. Im Vorfeld des Vorstellungstermin hatte ich mich trotzdem nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert (beispielsweise war ich recht zaghaft in der Kontaktaufnahme). 
Dennoch kam der Termin zustande. Er war - obwohl dort ein ganzes Team an Leuten abgestellt war - auch sehr angenehm, eher vergleichbar mit einer Runde, die sich zu einem Feierabend-Bier getroffen hatte 😁 Die Zusage war natürlich erfreulich, aber nicht so verwunderlich, wenn man ja explizit ins Team eingeladen wurde.

 

Dennoch bleibe ich meiner alten Klinik treu. Ich verdiene dort wesentlich schlechter, die Stimmung ist auch im, naja, Enddarm, und die Personalstrategie derzeit intransparent, so dass man morgen vor der Tür stehen könnte; leistungsunabhängig. Ausbildungskosten und Fahrtkosten übernimmt mein AG auch nicht. 
Aber es gibt auch viel Gutes bei uns; das tolle Team, der leicht schrullige Oberarzt, meine kreativen Projekte - im Endeffekt auch die Patienten und die Störungsbilder bei uns, die mich mehr reizen. Auch die Verantwortungsposition ist etwas, was mir besonders gefällt. Vor allem ein gewisser Entfaltungsspielraum; obwohl ich mich neulich zu sehr aus dem Fenster gelehnt habe und mir ein blaues Auge vom Oberarzt geholt habe, indem ich für die Patienten eine Broschüre schreiben und in Druck geben wollte - aber das ist ok, da auch mal begrenzt zu werden. 😅

Will man Karriere machen, ist die andere Klinik deutlich besser. Erst Recht vom Lerneffekt. Wäre ich Patient, würde ich mich auch nur dort hingehen wollen. 
Aber auch zu Karriere-Bedingungen, arbeitszeittechnisch. Da mein gesamtes Tun und Machen aber auch immer an der Familie ausgerichtet ist, wäre das nichts für mich. Ist man single, kinderlos oder anderweitig flexibel, ist das sicher eher eine Funktion. :-) 
Kids und meine bessere Hälfte waren ein wenig enttäuscht über meine Entscheidung 😄 Sie sind meine größten Fans und das hätten sie mir auch gegönnt. Dennoch ist mir die Zeit mit denen zu kostbar. 

Meine Arbeitskollegen halten mich sogar für komplett irre, das auszuschlagen 😅. Viele möchten ja weg, aber schaffen den Absprung nicht. Vererben kann ich den freien Platz leider nicht, weil die Stelle eigentlich nicht vakant ist (das wurde auch direkt klargestellt).  

Ich denke auch, dass sich der Wechsel so relativ "kurz" nach der Einstellung in meiner Klinik nicht sonderlich gut im Lebenslauf macht. Das sieht ja auf den ersten Blick aus wie Probezeit nicht überstanden, illoyal oder hält nix lange durch.

Ich halte es daher für gut, zu bleiben und daran mitzuarbeiten, es bei uns etwas wertvoller machen. Zu tun gibt es ja viel.

Bleibt gesund & haltet zusammen.

LG

Feature Foto: Jim_Richer/pexels.com

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4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Eine Entscheidung für Dein Leben insgesamt, bei dem die Arbeit nur ein, wenn auch für Dich wichtiger, Teil ist. Gefällt mir. Und finde ich mutig und zeugt vom Vertrauen, dass sich immer wieder gute Wege für Dich finden werden.

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Finde ich total super, dass du dich für das entschieden hast, was jetzt im Moment für dich am besten passt! 👍

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Ich kann dich verstehen. Es ist doch manchmal schwierig, den Wechsel zu vollziehen, auch wenn die neue Stelle auch Verbesserungen verspricht.

 

Auch bei meinem Arbeitgeber gibt es Dinge, die wirklich nicht so schön sind und ich komme damit auch weniger gut klar. Ich suche schon nach Stellen, aber auch wenn die wirklich vielversprechend klingen, meist stimmt die eine oder andere Sache doch nicht, oder aber ich müsste meine Zelte hier sehr schnell abbrechen und die aktuellen Kollegen und Teilnehmer "im Stich lassen". Das fällt mir dann auch schwer.

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