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Tassilo Weller

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Erlebnisse während des Verfassens der Hausaufgabe zum 29. Lernheft (Philosophie bei Laudius)


tassilok

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Während des Verfassens der Hausaufgabe zum 29. Lernheft des Kurses Philosophie beim Anbieter Laudius, habe ich eine Achterbahnfahrt der Erkenntnissuche erlebt, die mich schwindlig gemacht hat. Sowas hab ich in dieser Intensität bisher nur während dieses Fernkurses erlebt. Im Lernheft ging es um die Frage, warum die Angst zum menschlichen Dasein gehört.

 

Meine Antwort dreht sich dabei um die Ambivalenz des Menschen und seine Fähigkeit gegensätzliche geistige Kräfte in einen Antrieb seiner Handlungen zu verwandeln. Angst und Hoffnung sind solche gegensätzlichen Kräfte. Zusammen führen sie neben anderen Kräften zu dem, was Menschen antreibt. Der homo viator ist das Menschenbild, dass diese ambivalenten Treibjagd thematisiert. Der Mensch sucht nach seiner Vervollständigung mit der Auflösung der Ambivalenzen, die ihn auf dieser Suche nach vorwärts tragen und treiben. Es ist wie die Jagd nach dem eigenen Schwanz. Würde man ihn fangen und kräftig zubeißen, wäre Schmerz die Folge und die Erkenntnis, dass das Erreichen des Ziels ein massives Problem darstellt und keine Lösung. In diesem Sinne könnte das Paradies auch der Hölle entsprechen, sobald wir es betreten.

 

Ich habe wie üblich versucht, meine eigenen Erkenntnisse ins Verhältnis zu den Inhalten des Lernheftes zu setzen. Dabei geht es in der Theorie, die ich zu entwickeln versuche darum, ein Medium zu schaffen, dass Ambivalenzen als zentrales Element der Schaffung von Erkenntnis nutzt. Dies geschieht durch die klare Formulierung einer Vorstellung und gleichzeitig die Verbindung dieser Vorstellung mit ihren Widersprüchen. Das Ganze findet in einem Zusammenspiel von bewussten und unterbewussten Konstrukten statt. Dadurch entsteht ein spielerisches Streiten zwischen der absoluten Wahrheit und ihrem Widerspruch. Während des Schreibens wurde mir schwindlig, weil sich plötzlich ein extremes Gefühl von Klarheit in mir breit machte. Ich konnte den anthropologischen Kern meines Konzeptes in einer schwindlig machenden Klarheit denken und mir bewusst machen.

 

Kierkegard sprach vom Blick in den schwarzen Abgrund der Zukunft und der Fähigkeit und den Zwang, dieses Schwarz mit den Farben unserer Fantasie zu füllen, wodurch wir durch die Angst mit unserer eigenen Freiheit konfrontiert werden. Ich denke, dass es nicht nur der schwarze Abgrund der Angst ist, in den wir blicken, sondern auch der leuchtende Horizont der Hoffnung. Diese Spannung treibt uns vorwärts.

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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Ich glaube, mit diesem Kurs hast Du einen Volltreffer für Dich gelandet, so viel wie er Dir an Erlebnissen und Erkenntnissen bringt. 🙂 Danke, dass Du uns daran teilhaben lässt.

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Spannend - aber auch ganz was anderes und vermutlich deutlich weniger philosophisch, aber gut zu Deinen anderen Aktivitäten wie Deiner eigenen Software passend.

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