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Tools zur Literaturrecherche


DerLenny

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Ich wollte hier kurz zwei Tools vorstellen, die ich bei der Literaturrecherche sehr nützlich finde.

Ich habe sie witzigerweise erst vor kurzem gefunden, als ich wegen meiner eigenen Visualisierungsprojekte etwas rumgestöbert habe. 

 

ConnectedPapers

Ausgehend von einem Paper werden damit verbundene Papers angezeigt. Dies basiert auf den Zitationen und Referenzen der einzelnen Artikel. Die Größe eines Knoten zeigt an, wie oft dieser zitiert wurde. Die Farbe gibt an, in welchem Jahr der Artikel erschien, wobei dunklere Farben neuere Artikel kennzeichnen. Artikel mit größeren Überschneidungen bei den Referenzen werden als inhaltlich nah beieinander gewertet.

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Bei Klick auf einen Artikel sieht man die Informationen inkl. Abstract und kann zum Artikel springen.

Das Tool ist kostenlos und kann ohne eine Registrierung genutzt werden.

ConnectedPapers Homepage

 

ResearchRabbit

ResearchRabbit geht einen Schritt weiter als ConnectedPapers. Es ist eine Anbindung an die Literaturverwaltung Zotero möglich. Allerdings ist die Visualisierung der verbundenen Artikel ausgehend von einem einzelnen Artikel etwas enger als bei ConnectedPapers.  Dafür kann man hiermit mehreren Artikeln arbeiten.

Der Workflow ist der üblichen Vorgehensweise bei einer Literaturrecherche sehr ähnlich. Man fügt Artikel einer Liste hinzu (oder übernimmt diese aus Zotero).

Hier habe ich eine Collection zum Thema Social Media Marketing von Netflix in ResearchRabbit importiert um das Interface zu zeigen.

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Die Visualisierung hier ist für alle Artikel in der Collection. Man kann auch nur einen oder einen Teil der Artikel visualisieren lassen. Grün steht für Artikel in der Collection, blau für Artikel, die noch nicht in der Collection sind.

Man kann sich die Artikel auch in einer Timeline anzeigen lassen:

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Sobald man auf einen Artikel klickt, kann man für diesen wieder alle Optionen nutzen, zum Beispiel um sich ähnliche Artikel, frühere oder spätere zum Thema anzeigen zu lassen.

Ebenso kann man sich Artikel eines Autors anzeigen lassen und bekommt so eine Idee von den Schwerpunkten seiner Forschung - auch diese kann man sich wieder auf die Timeline legen um den Verlauf zu sehen.

 

Ich finde es extrem hilfreich so in ein Thema einzusteigen. Für Forschungsprojekte ist es auch eine Möglichkeit den "Gap" zu finden, den man mit einer Arbeit füllen möchte.

 

ResearchRabbit ist kostenlos, erfordert allerdings eine Registrierung.

ResearchRabbit Homepage

 

Evtl. findet hier ja noch jemand die Tools nützlich.

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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Klingt ziemlich cool! Werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.

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polli_on_the_go

Geschrieben

Aber denke daran und dazu gibt es auch Studien, dass die Häufigkeit eines zitierten Artikels nichts über die Qualität aussagt, die Tendenz aber da ist häufig zitierte Studien häufiger zu zitieren. Ist richtig spannend, wenn man sich da ein wenig rein liest

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DerLenny

Geschrieben

vor 19 Stunden schrieb polli_on_the_go:

Aber denke daran und dazu gibt es auch Studien, dass die Häufigkeit eines zitierten Artikels nichts über die Qualität aussagt, die Tendenz aber da ist häufig zitierte Studien häufiger zu zitieren.

Genau in diesen Fällen finde ich die Tools sehr praktisch.

 

Nehmen wir mal einen Artikel wie Nyhan & Reifler 2010. Direkt neben dran wäre der Artikel mit dem Replikationsproblemen. Da neuer, ist dieser auch prominenter visualisiert.

 

In Fällen mit strukturellen Problemen wird der Artikel selbst um diese Informationen angereichert (Beispiel: Fredrickson & Losada 2005). Also wird auch dieser Fall gut abgedeckt, wenn die Autoren sich daran halten, Primärquellen zu nutzen. Aber auch wenn im Stille-Post-System referenziert wird, ist es so schneller möglich die Quellen zu finden, und so eine Argumentation zu prüfen, wobei hier dann noch immer ein gewisser Aufwand nötig ist.

 

Inhärente Probleme der Publikationsveröffentlichung (Bias zu positiven Ergebnissen, etc) können natürlich auch nicht von Tools gelöst werden, deren Zweck es ist, die publizierten Informationen übersichtlich darzustellen. 

 

Ich nutze die Tools um einen ersten Einblick zu bekommen und die manuelle Arbeit (Referenzen prüfen, ähnliche Artikel finden, etc) etwas einfacher zu machen.

 

Referenzen:

Fredrickson, B. L., & Losada, M. F. (2005). Positive affect and the complex dynamics of human flourishing. American psychologist, 60(7), 678.

Nyhan, B., & Reifler, J. (2010). When corrections fail: The persistence of political misperceptions. Political Behavior, 32(2), 303-330.

 

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