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Vom nicht Vorankommen.


Anyanka

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Himmel, es ist ja nicht zu fassen, wie lange mein letzter Blogeintrag her ist. Nachdem ich in den dortigen Kommentaren ja schon um ein Lebenszeichen gebeten wurde, wird es wohl wirklich mal wieder Zeit für ein Update. 

 

Studium

Vor Weihnachten (lang ist's her) war ja eigentlich noch eine Klausur angedacht (Quantitative Forschungsmethoden), aber krankheitsbedingt musste ich diese erst verschieben, um sie letztendlich komplett abzusagen, weil ich mit dem Lernen im ganzen Weihnachtsstress nicht vorankam. 


Eigentlich war der Plan, neben meines Anerkennungspraktikums für besagte Klausur weiterzulernen. Irgendwie kam ich da aber überhaupt nicht mehr klar - mein Kopf war so voll mit neuen Dingen, die Zeit war so knapp, dass eigentlich nur noch am Wochenende was ging (ja, ok, abends theoretisch auch, aber da habe ich meistens nur noch alle Viere von mir gestreckt), und dementsprechend blieb nicht genug Lernstoff hängen, um nur im Entferntesten fit für die Klausur zu sein. Ich hab dann umdisponiert, das Modul gewechselt und mich an die Hausarbeit im Modul Offene Jugendarbeit / Jugendhilfe (gehört zu Wahlpflichtmodul A: Kinder- und Jugendhilfe / Jugendsozialarbeit I) gesetzt - und an der sitze ich immer noch, denn leider komme ich auch da nur sehr schleppend voran.

 

Ich frage mich wirklich, wie andere das schaffen, neben der Arbeit zu studieren - ich verlasse morgens das Haus, verteile die Kinder auf Schule und Kita, gehe arbeiten, sammel die Kinder wieder ein, fahre nach Hause, dann Hausaufgaben, Haushalt, Spielen, Freizeitaktivitäten der Kids, Abendessen, Einschlafzirkus - und zack ist es 20 Uhr und mir fallen schon fast die Augen zu. Zeit fürs Studium ist dann samstags und sonntags, aber die Motivation lässt arg zu wünschen übrig, und auch da möchten ja die Kinder mal was von einem haben. 

Nicht zu ändern, das wird die nächsten Monate so bleiben und die Prüfungsleistungen werden sich an einer Hand (oder 2 Fingern...) abzählen lassen. Ohne die Unterstützung meines Mannes würde nicht mal das regelmäßige Arbeiten klappen, er musste schon diverse Male Quarantäne- oder Krankheitstage der Kids mit Home-Office auffangen, was mir zusätzlich ein schlechtes Gewissen macht.

Unsere einzige Möglichkeit der Notfall-Kinderbetreuung fällt bis auf Weiteres krankheitsbedingt aus. Alles in allem - Chaos und Stress, und eine gute Gelegenheit, sich in Selbst- und Zeitmanagement zu üben. 

 

Das Praktikum

Das ist eigentlich großartig. Ich habe eine sehr erfahrene und hoch motivierte Anleitung, der die Ausbildung ihrer Praktikanten wirklich am Herzen liegt. Die Arbeit in den Ambulanten Erziehungshilfen ist sehr vielseitig und ich kann überall reinschnuppern. Zusätzlich habe ich seit kurzem auch die Möglichkeit, an zwei Tagen die Woche in einem weiteren Bereich mitzuarbeiten - eine Art "Intensivmaßnahme" mit Familien. Aus Gründen des Datenschutzes darf und werde ich hier keine Details veröffentlichen, aber auf jeden Fall gehe ich in der Arbeit wirklich auf. Einzig die Tatsache, dass ich aufgrund der Kinder nicht völlig flexibel in der Gestaltung meiner Arbeitszeiten sein kann, macht es mir manchmal ein bisschen schwer, aber das ist halt nicht zu ändern und wird auch noch viele Jahre so sein. Mein derzeitiger Arbeitgeber kommt mir da aber wirklich sehr entgegen und hat viel Verständnis, dafür bin ich dankbar.

 

Und sonst so?

Ich will ehrlich sein - die letzten 2-3 Monate waren hart. Ich habe immer einen (vielleicht zu) hohen Anspruch an mich selbst und schnell ein schlechtes Gewissen, wenn ich anderen zur Last falle. Beides hat dafür gesorgt, dass ich zeitweilig ziemlich am Limit war - aus Frust, im Studium rein gar nicht voranzukommen, im Chaos zu versinken und auch noch meinem Mann ziemlich viel abzuverlangen, damit ich überhaupt arbeiten kann. So langsam habe ich mich ein bisschen damit abgefunden, dass eben nicht alles gleichzeitig geht und man irgendwo Abstriche machen muss - und da ich letztere aus Prinzip nicht bei der Zeit mit meinen Kindern mache, liegt eben das Studium ziemlich brach. Damit werde ich leben (müssen), wenn ich nicht irgendwann im Burn Out enden will. Trotzdem versetzt es mir immer wieder einen Stich, wenn andere eine Klausur erfolgreich bestehen oder schon ihre Bachelor-Arbeit planen.

 

Und dann die deprimierende Lage in der Welt, die ich - wie sicher jeder - als belastend empfinde. Das helfen wollen, aber nicht helfen können. Das Leid und die Ungerechtigkeit. Kindern erklären zu müssen, was Krieg ist. Warum Krieg ist.
Da sollten so läppische Dinge wie Stress und Studium ja sowieso hintenan stehen.  

Irgendwie alles schwer zu ertragen. 

 

So, ich bin erstmal wieder raus, verspreche aber, mich zwischendurch zu melden. Vielleicht gibt es ja irgendwann tatsächlich mal wieder was Handfestes zum Thema Studium zu berichten? 
Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

Bearbeitet von Anyanka

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6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Lukas

Geschrieben (bearbeitet)

Ich finde, dass du doch gerade ordentlich im Studium voran kommst: Vielleicht nicht ‚wie gewohnt‘ durch Skripte lesen und Prüfungen ablegen, aber das Praktikum trägt sicher ordentlich zur Erweiterung deiner Kompetenzen bei, oder? 😉

 

Unabhängig davon finde ich es auch völlig ok, wenn das Studium (bekanntlich ein Marathon und kein Sprint) manchmal etwas langsamer voran geht. Wichtig ist, dass man sich die Kräfte gut einteilt um irgendwann anzukommen. Und wenn gerade deine Kräfte woanders gefragt sind, ist das meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung. Vielleicht sorgt ja auch der kommende Frühling mit den länger werden Tagen schon dafür, dass du bald Abends noch ein bisschen Energie für das ein oder andere Modul findest.

 

Ich habe auch im Februar die Klausur in ‚Quantitative Forschungsmethoden‘ geschrieben und es war eine Katastrophe, ich habe jetzt schon Panik vor dem Moment, wenn ich die Mail bekomme, dass eine neue Note eingetragen wurde 😅🙈

Bearbeitet von Lukas
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ClarissaD

Geschrieben

Ich schließe mich einfach mal an: Dein Praktikum gehört doch zum Studium, also kommst doch sehr wohl voran. Und es ist toll, dass es dort so gut läuft! Das lässt für die Zukunft ja Gutes erhoffen.

 

Ich denke, wer es schafft, (Vollzeit-)Job, Studium und Kinder unter einen Hut zu bringen, hat wahrscheinlich einen Partner, der den größten Teil der Familienarbeit erledigt. Ich finde auch die Formulierung etwas komisch, dass dein Partner dich bei der Kinderbetreuung "unterstützt" - es sind doch auch seine Kinder und er ist auch für deren Betreuung zuständig! 

 

Wenn ich da rechts in die Spalte gucke, ist da doch schon ein sehr großer Teil grün - ich finde, du kannst stolz auf dich sein, was du in den letzten Jahren, trotz erschwerter Bedingungen mit Corona, geschafft hast! Wenn es jetzt mal etwas langsamer mit den Prüfungen vorangeht - who cares? Irgendwann wird ja auch dein Praktikum vorbei sein und spätestens dann wird es doch auch wieder schneller gehen? Diese Dreifach-Belastung ist ja zum Glück ein überschaubarer Zeitraum.

 

Ich wünsche dir viel Kraft und Spaß und weniger unnötige Selbst-Zweifel :)

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