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IU: Meine Wahl des Zeitmodells


Flo P.

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Hallo, guten Tag.

 

Ich habe es bereits angedroht und will hier einmal meine persönliche Entscheidung zum Zeitmodell an der IU erläutern. Eines vorab: Ich habe natürlich noch keine Ahnung, ob meine Entscheidung richtig war.

 

Grundsätzliches

 

Zur Vollständigkeit schauen wir doch nochmal, welche Zeitmodelle die IU für die meisten Studiengänge vorgibt. Da hätten wir Vollzeit (36 Monate), Teilzeit 1 (48 Monate) und Teilzeit 2 (72 Monate). 

Meine Wahl fiel auf die 48 Monate. Parallel dazu bleibt mein Vollzeitarbeitsverhältnis natürlich bestehen.

 

Das rechnet die IU

 

Im IU-eigenen Artikel zur Zeitplanung im Fernstudium heißt es: „Hast Du Dich für ein Fernstudium neben dem Beruf entschieden, kann der wöchentliche Lernaufwand – je nach Studiengang und Intensität des Lernpensums – zwischen sechs und 20 Stunden betragen.“ Das ist erstmal eine recht pauschale Aussage und bezieht sich nicht auf ein Zeitmodell oder einen spezifischen Studiengang. So viel zum Start.

 

Nun wollte ich eigentlich ein Organigramm der IU selbst verlinken, aber ich finde den Artikel einfach nicht mehr. Dies war eine Art Entscheidungshilfe der IU selbst. Inhaltlich sah es etwa so aus: Bist du nicht berufstätig und hast keine Familie? Dann Vollzeit. Bist du in Teilzeit berufstätig? Dann Teilzeit 1 ohne Familie und Teilzeit 2 mit Familie. Bist du in Vollzeit berufstätig? Dann Teilzeit 2, egal ob du eine Familie hast oder nicht. Die Empfehlung der IU an mich ist also ganz klar die Variante mit 72 Monaten, die ich bekannterweise jedoch nicht wählte.

 

Nicht zuletzt machen die beiden Teilzeitmodelle eine monatliche Differenz von satten 100 Euro Studiengebühren aus. Auch das sollte man nicht vergessen.

 

Das rechne ich

 

Ich gehe zum Start mal mit einem einfachen Dreisatz an die Sache. Unter Vollzeit definiere ich jetzt einfach mal einen wöchentlichen Aufwand von 40 Stunden in allen Wochen, in denen man auch etwas fürs Studium tut. Das ist natürlich jetzt höchst theoretisch. Das würde einem Aufwand von 30 Stunden pro Woche im Modell Teilzeit 1 entsprechen. Bei Teilzeit 2 sind es noch 20 Stunden.

 

Und nochmal das gleiche Spiel, wenn man mit 36 Stunden Wochenaufwand statt 40 Stunden rechnet. So kommen wir im Modell Teilzeit 1 auf 27 Stunden und im Modell Teilzeit 2 auf 18 Stunden pro Woche. 

 

Zur Geldrechnung habe ich mir nicht weiter Gedanken gemacht. Die Mehrbelastung durch die Studiengebühren kann ich stemmen und mir außerdem einen netten Teil davon von der Steuer zurückholen. Dies war also keine Entscheidungshilfe.

 

Zwischenfazit

 

So richtig schlau bin ich bis hierher noch immer nicht. Die ganzen Zahlen könnten nichts oder nur wenig mit der Realität zu tun haben. Dafür sind wir Menschen auch viel zu individuell. Je nach Studiengang dürfte es auch Unterschiede geben. Also müssen wir weiter überlegen.

 

Was ist denn Vollzeit?

 

Ein wenig mehr Zeit hole ich schon durch meine ganz individuelle Situation heraus. Ein Arbeitsverhältnis in Vollzeit könnte so aussehen, dass ich früh aufstehe, mit diversen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Weile unterwegs bin, auf Arbeit meine 8,5 Zeitstunden verbringe, der gleiche Weg wieder zurück und irgendwann am späten Nachmittag/Abend bin ich wieder zuhause. Dazu kommen dann noch Besorgungen, Verabredungen, Sport, etc. So stelle ich mir einen durchschnittlichen, deutschen Alltag vor.

 

Nun ist meine Situation ein wenig anders. Mein Arbeitsweg beträgt lediglich 18 Kilometer auf dem Land und dieser wird nicht mit Bus und Bahn, sondern mit dem Auto bestritten. Noch dazu fange ich in aller Herrgottsfrühe an (6.30 bis 15.00) und habe dementsprechend viel vom Nachmittag. Wenn ich jetzt also im Schnitt nur 10 Minuten weniger Arbeitsweg im Vergleich zum Durchschnittsdeutschen habe und noch dazu eine Stunde eher zuhause bin, dann macht das in Summe mal eben 6 Stunden und 40 Minuten pro Woche, die ich mehr Zeit für ein Fernstudium habe. 

Und ohne Kinder, ohne Sportverein und andere zeitliche Verpflichtungen, ist nochmals etwas mehr Zeit übrig. 

 

Die Entscheidung

 

Bei aller Abwägung und Rechnerei war die Entscheidung schlussendlich das reine Bauchgefühl. Womöglich kann man sich auch leichter vier Jahre lang motivieren und unter Druck setzen als satte sechs Jahre. 

 

Nicht zuletzt gibt es noch zwei Sicherheiten seitens der IU. Einmal ist das der Wechsel des Zeitmodells während des Studiums (dazu später nochmal ein Gedanke) und das kostenlose Verlängern der Studienzeit um 12 Monate. Wenn ich insgesamt 60 Monate durch meinen Dreisatz von oben jage, komme ich übrigens auf 21,6 bis 24 Wochenstunden im Schnitt. 

 

Der abschließende Gedanke

 

Gottes Willen, so lang sollte dieser Beitrag eigentlich gar nicht werden. Eine Sache müssen wir jedoch noch einrechnen und das ist die Anfangsmotivation. Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass man auf neue Projekte anfangs sehr viel Lust hat und super motiviert ist. Irgendwann nimmt das ganze Spektakel jedoch mehr oder weniger ab. 

 

Und genau hier wird die Möglichkeit, das Zeitmodell während des Studiums zu wechseln, interessant. Sollte man aus Zeit- und/oder Geldgründen vom 48- auf das 72-Monatsmodell wechseln wollen, so ist das eine realistische Option, sein Studium zu retten. 

 

Andersherum funktioniert es nicht. Niemand wird ein Studium anfangen, sich nach dem ersten Motivationsschub förmlich zu Tode langweilen und dann freiwillig auf ein kürzeres Modell wechseln. Ihr könnt mich gern korrigieren, aber ich halte das für unrealistisch. 

 

Ende der Geschichte

 

Und ja, das waren im Groben meine Gedanken zu dem Thema bis zum Zeitpunkt des unterschriebenen Studienvertrags. Ob diese Entscheidung richtig war, kann ich euch in frühestens vier Jahren beantworten. Wenn ich kompletten Bockmist gemacht habe, wird das umso eher auffallen. Das gilt selbstverständlich nicht nur für den Zeitaufwand, sondern auch für den Inhalt des Studiums selbst. An ein, zwei Punkten im Modulhandbuch (das ich im letzten Artikel vergessen habe zu loben!) habe ich schon etwas geschluckt. Lassen wir uns überraschen. Ich gehe da nach wie vor sehr offen an die Sache heran. 

Am 25. März geht es los.

 

Bis dahin euch noch eine gute Zeit!

 

Macht’s gut.
 

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7 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Pandamond

Geschrieben

Ich finde es sehr toll, dass du dir Zeit nimmst das Zeitmanagement genauer zu untersuchen. Ich hatte einen ähnlich Schluss gefasst und bereue es auch nicht.

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Ich denke mit dem Teilzeit 1-Modell machst du erstmal nichts verkehrt. Wenn du feststellst, dass dir das Studium leichter von der Hand geht und du schneller voran kommst, kannst du ja, wie beschrieben auch noch zum Vollzeit-Modell wechseln. 
 

Ich z.B. habe zwei Teilzeitjobs (gesamt ca. 30 Stunden/Woche mit 3-Schicht-System) und studiere in Vollzeit und komme damit gut hin. Wie du schon geschrieben hast, ist es aber auch immer von der Person und dem zu bearbeitenden Modul abhängig, ob man im ‚Zeitplan‘ bleibt oder nicht. Ich werde sehr wahrscheinlich auch etwas in die kostenfreie Verlängerung rutschen (wenn man bei Vollzeit von einem Modul pro Monat ausgeht, müsste ich eigentlich streng genommen sogar schon fertig sein, da mir ein Semester (6 Module) angerechnet wurde). Aber auch das ist bei der IU zum Glück kein Problem. Du bist komplett frei in deiner Zeiteinteilung, weil es in den meisten Kursen keine Fristen oder ähnliches gibt. Wenn man mal mehr Zeit zur Verfügung hat und/oder die Module einem liegen, kann man dadurch aber auch gut Zeit wieder ‚aufholen‘. So habe ich z.B. im letzten Sommer auch mal vier Module in zwei Monate  abschließen können.

 

Ich wünsche dir einen guten Studienstart!

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DerLenny

Geschrieben (bearbeitet)

Ich hatte da mal was zu geschrieben... wenn du am rechnen bist, dann hilft dir das evtl. weiter:

 

TLDR;

Bis 55 Monate ist VZ deine beste Wahl

Von 56-61 Monate ist TZ1 deine beste Wahl.

>61 Monate: TZ2

 

So rein von dem, was ich so mitbekomme, liegt der Mittelwert an Aufwand pro Woche bei den VZ Studis bei etwa 20-25h pro Woche, und die Prüfungsleistung erfolgt dann nach etwa 80-90h Aufwand.

Manchmal ein bissi mehr, manchmal etwas (oder deutlich) weniger.

 

Kurse mit Workbooks liegen meist eher so bei 20-30h - du liest das Skript unter der Woche und schreibst dann das WB am Wochenende.

Bei Kursen mit Klausur erstellst in der ersten Woche deine Lernkarten (Anki würde sich da anbieten) und paukst die dann bis zur Klausur durch.

 

Das sind aber Werte aus den Studiengängen Medien- & Wirtschaftsinformatik, Informatik, Medien- und Kommunikationsdesign, Game Design, Psychologie und Kommunikationspsychologie.

Kann sein, dass es sich in Elektrotechnik etwas anders verhält, da habe ich keine Berührungspunkte.

Bearbeitet von DerLenny
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vor 23 Stunden schrieb Lukas:

Ich z.B. habe zwei Teilzeitjobs (gesamt ca. 30 Stunden/Woche mit 3-Schicht-System) und studiere in Vollzeit und komme damit gut hin.

 

vor 22 Stunden schrieb DerLenny:

So rein von dem, was ich so mitbekomme, liegt der Mittelwert an Aufwand pro Woche bei den VZ Studis bei etwa 20-25h pro Woche

 

Danke euch für eure Erfahrungswerte. Das weckt ja Hoffnung. :-) 

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DerLenny

Geschrieben

Hajo, das packst.

 

Hab mir mal ein paar der Skripte aus deinem Studiengang angesehen (die Mathekurse und Grundlagen der Halbleiterphysik), die machen so beim Querlesen nen guten Eindruck, auch wenn gerade Halbleiterphysik gerne mal in die Auflistung von Sachverhalten abrutscht ohne die Verbindungen der einzelnen Punkte immer klar aufzuzeigen. Evtl. ist das aber auch gewollt, damit in späteren Kursen das Zeug einfach abgerufen werden kann, und dann da die Verbindung hergestellt wird.

 

Bin gespant, was du so berichten wirst.

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Nadja_studiert_Informatik

Geschrieben

Am 20.3.2022 um 18:25 schrieb DerLenny:

Bei Kursen mit Klausur erstellst in der ersten Woche deine Lernkarten (Anki würde sich da anbieten) und paukst die dann bis zur Klausur durch.

Ich mache das gar nicht so. Ich nehme mir ein paar Wochen Zeit zur Bearbeitung des Skripts, da ich auch die Sekundärliteratur lese und mich über mehrere Quellen informiere. Wenn es die Möglichkeit gibt, jeweils etwas Praktisches zum Thema zu machen, mache ich das auch. Wenn ich dann das alles gemacht und verstanden habe, lerne ich noch circa eine Woche auswendig und schreibe dann die Klausur. Ich habe sonst nicht den Eindruck viel zu lernen. Für die meisten Module finde ich einen Monat auch viel zu wenig. Ich mache lieber mehrere Sachen parallel, aber dafür über einen längeren Zeitraum.

 

Muss aber jeder rausfinden für sich…

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DerLenny

Geschrieben

vor 18 Minuten schrieb Nadja_studiert_Informatik:

Ich mache das gar nicht so. Ich nehme mir ein paar Wochen Zeit zur Bearbeitung des Skripts, da ich auch die Sekundärliteratur lese und mich über mehrere Quellen informiere.

Wie gehst du mit den.. um.. Unterschieden von Skript und Lehrmeinung um?

Oder hast du das Glück, dass bei Dir die Skripte passen?

Hab gerade wieder den Fall, dass das Skript die Sekundärliteratur falsch zitiert und die Sekundärliteratur die Primärliteratur falsch zitiert und das Ergebnis ... um.. "interessant" ist. Lektion 1, sehr bekannte Formel /Sachverhalt. Den Kurs gibbet seit 2 Jahren.

 

Das oben gegebene Beispiel war das Vorgehen der .. um... "glücklichen und schnellen" Studis.

 

Mein Lernalltag sieht eher so aus:

Ich lese das Skript, wundere mich, schlage nach und hab dann eine Menge Spaß mit mit Tutor und QM. Oder schreib halt einfach die Klausur, weil es eh keinen großen Sinn hat, auf eine zeitnahe Anpassung der Skripte zu hoffen.

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