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Abschluss Grundlagenfächer Elektrotechnik/Elektronik


brotzeit

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Hallo zusammen,

vergangenen Samstag schrieb ich die Klausur im Fach Elektronik Aufbau und fand sie ziemlich anspruchsvoll. Andere Module fielen mir wesentlich leichter. Dass dieses Modul kein Massenfach war, hat man auch daran erkannt, dass ich nur eine Altklausur fand und mich somit schwer auf die Prüfung vorbereiten konnte.

Im letzten Post berichtete ich über den Inhalt, der sich in Analoge Schaltungstechnik, Leistungselektronik und Digitaltechnik aufteilte.

Die letzten beiden Gebiete wurden überhaupt nicht abgefragt. Die komplette Klausur war auf analoge Schaltungstechnik ausgelegt. Glücklicherweise wiederholte ich die entsprechenden Hefte zuvor noch einmal, sodass ich im Großteil der Aufgaben nicht viele Schwierigkeiten hatte.

Es war aber auch eine Aufgabe dabei, die ich in der Zeit nicht lösen konnte. Ich finde in der Elektrotechnik muss man in den Aufgaben oft "sehen" was von einem gefordert ist. Die mathematischen Aufgaben sind immer mit einem Kniff zu lösen, d.h. wenn man es erkennt ist der Fall meistens in 3 Minuten erledigt.

Es ist wie bei einem Linearen Gleichungssystem mit 4 Unbekannten, indem sich mindestens eine davon sofort ergibt und man alle anderen daraus ableiten kann. Erkennt man es nicht, bleibt einem nur der Gaußsche Algorithmus und man weiß in der Prüfung direkt dass dies der falsche Weg ist. Er würde ewig dauern.

Ich ware relativ schnell fertig mit der Klausur und hatte noch 30 Minuten Zeit für die letzte Aufgabe, aber mir wollte die Lösung einfach nicht einfallen. Wie erwähnt, konne man das nicht lernen oder üben. Ich habe es einfach nicht gesehen. Der Rest sollte aber gepasst haben, hoffe ich.

Das war mein letztes ELT Grundlagenmodul und irgendwie ist es ein komisches Gefühl. Mittlerweile habe ich auch die Hälfte der ECTs erreicht, es sind im Moment 106 Punkte (Ohne die letzte Prüfung).

Für mein Studium habe ich mir nichts anrechnen lassen und habe jedes einzelne dieser Module gebraucht um mein derzeitiges Verständnis zu erreichen. Klar vergisst man in der Zwischenzeit relativ viel, aber ein wieder Einlesen geht wesentlich schneller als von vorne beginnen zu müssen. Vor allem kann an dem Punkt auf Nachschlagewerke zurückgreifen.

Wenn ich überlege, dass ich mir mindestens das erste Mathe-, Elektronik- und Grundlagenmodul der Elektrotechnik hätte sparen können, würde ich heute nicht über das Verständnis verfügen welches für die kommenden Fächer nötig ist.

Man lernt in der Berufsausbildung und während der Techniker-Weiterbildung ein wenig Formeln umzustellen und welche einzusetzen ist, aber versteht die Zusammenhänge nicht. Ich würde das mathematische Verständnis nicht mehr missen wollen, welches mir in beiden Modulen beigebracht wurde. Viele haben vor Physik, zurecht, großen Resepekt. Aber da sollte jeder einfach durch müssen, denn was man dort lernt kann sofort auf alle folgenden Module angewendet werden.

In Mathematik übt man das Auf- und Ableiten bis zum erbrechen, so lange bis man es nachts träumt. In Physik leitet man dann wieder auf und ab, weil man es hier dann in den verschiedenen Themengebieten braucht.

Jetzt in Elektronik Aufbau, genauer Leistungselektronik, musste ich die Mittelwerte von Tiefsetzstellern oder Mehrquadranten-Stellern berechnen (Integral). Der Punkt ist, weil ich das schon so oft gemacht habe, ist es mir super leicht gefallen die Übungsaufgaben zu lösen. Ich hatte es einfach mechanisch runtergespult, weil man eben "nur" die gelernten Gesetze anwenden musste. Das war jetzt nur eines von vielen Beispielen.

Ich weiß, meine Kritik über hohe Anrechnungen für nicht akademische Abschlüsse kommen hier im Forum nicht sehr gut an. Aber wenn man das macht, muss einem klar sein, dass man die Prüfungen möglicherweise besteht, aber die Inhalte nicht verstanden hat.

Ich finde auch, dass einige Personen die das machen tatsächlich davon ausgehen, dieses nötige Wissen zu besitzen. Das ist aber meistens einfach nicht der Fall, obwohl es die Anrechnung suggeriert.

Ich glaube aber, dass dieser Umstand nicht die Idee der HS an sich ist, sondern z.B. Akad einfach mitziehen muss, weil ihnen sonst die Kunden an die anderen privaten HS abwandern welche eben diese hohen Anrechnungen anbieten.

Ich habe so viel die letzten beiden Jahre gelernt und würde freiwillig auf nicht eines der Module verzichten. Jedes davon hat dazu beigetragen mein Fachgebiet besser zu verstehen.

Ohne diese Grundlagen ist man teilweise nicht in der Lage Standardliteratur zu lesen bzw. zu verstehen.

Ich habe gelegentlich immer noch Nachholbedarf, weil einige der Themen in den Grundlagenmodulen nicht behandelt wurden. Sowas muss ich dann nacharbeiten. Ich könnte es auch einfach ignorieren und das würde in der Prüfung zu keiner schlechteren Note führen, aber Verstehen geht anders.

Ein Appell an alle interessierte: Macht es nicht! Lasst es euch nicht anrechen! Wenn ihr einen Gewissen Teil schon beherrscht spricht nichts dagegen ihn einfach zu überspringen. Ihr spart mit einer Anrechnung keine Zeit und seid auf Altklausuren angewiesen!

Wenn es wie in Elektronik Aufbau keine gibt, wird es euch ultra schwer fallen und seit in der Prüfung auf den Faktor Glück angewiesen. Denn man muss hoffen, dass die Prüfung sehr ähnlich zur Musterklausur ist.

 

In meinem nächsten Modul Mechatronische Wandler geht es um Elektromotoren aller Art, sowie Tauchspulen-Aktoren und alle möglichen Grundlagen zu Sensoren. Super interessant! Auch hier benötigt man die Grundlagen aus dem E-technik Modul zum Magnetismus, Vektorrechnung, Integrieren, Differenzieren usw...

Von diesem Modul möchte ich aber erst im nächsten Blogpost in ein paar Wochen berichten.

Ich mache jetzt erstmal eine Woche frei und greife nach Ostern wieder an.

Schöne Feiertage schon mal

Bis bald

 

 

Bearbeitet von brotzeit

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2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

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Markus Jung

Geschrieben

Ich denke, es gibt viele Argumente für und gegen Anrechnungen und ähnlich und noch mehr ja auch bei der Diskussion zum Direkteinstieg in den Master, die wir kürzlich hatten.

 

Je nach Anbieter bieten Anrechnungen ja neben der Zeitersparnis auch deutliche finanzielle Vorteile.

 

Deine hier beschriebenen Überlegungen finde ich sehr plausibel, gerade was die Aneignung von Grundlagen angeht und auch, diese einzuüben. Auf der anderen Seite denke ich, dass es auch auf die individuelle Situation ankommt, was jemand schon gemacht hat und mitbringt und auch was die beruflichen Ziele sind.

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brotzeit

Geschrieben (bearbeitet)

Am 12.4.2022 um 14:42 schrieb Markus Jung:

Ich denke, es gibt viele Argumente für und gegen Anrechnungen und ähnlich und noch mehr ja auch bei der Diskussion zum Direkteinstieg in den Master, die wir kürzlich hatten.

Ja das stimmt. Ich wollte meinen Standpunkt hier nur nochmal erklären. An diesem Thema werde ich mich zukünftig nicht mehr beteiligen, aber es hat mich im Moment einfach beschäftigt.

Bearbeitet von brotzeit
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