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Tassilo Weller

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Kurs Philosophie abgeschlossen, Zertifikat erhalten.


tassilok

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Ich habe mein Zertifikat erhalten. Damit habe ich den Kurs Philosophie bei Laudius abgeschlossen. Meine Abschlussnote ist 1 Plus. Das Zertifikat habe ich erhalten, weil ich am Ende des Kurses eine Abschlussarbeit geschrieben habe. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, nur ein Zeugnis zu erhalten, in das eingesandte und bewertete Hausaufgaben eingeflossen waren. Auch hier hatte ich 1 Plus erreicht. Für mich ist das Zeugnis und auch das Zertifikat nur eine Nebensache. Meiner Meinung nach kann der Kurs nur eine Unterstützung in den systematischen Einstieg in die Philosophie bieten. Er stellt für mich keine allumfassende philosophische Ausbildung dar. Wesentlich wichtiger war für mich, philosophische Anregungen für meine eigenen Thesen zu erhalten, an ich seit fast 15 Jahren arbeite. In meinen Thesen geht es um die philosophische Reflektion eines technologischen Konzept, dass dem Bereich der künstlichen Intelligenz zugerechnet werden kann. Ich bin der Meinung, dass für die künstliche Intelligenz eine philosophische Reflektion absolut unumgänglich ist, da die künstliche Intelligenz tiefer in den Bereich des menschlichen Denkens eindringt als bei vorherige Technologien. Der Kurs hat mir hier wertvolle Dienste geleistet und mich weitergebracht in Richtung eines wissenschaftlichen Werkes in Bezug auf meine eigenen philosophischen Überlegungen.

 

Die Qualität der Lernhefte habe ich als sehr gut empfunden. Die Seitenanzahl war genau richtig. Jedes Lernheft hatte um die 16 Seiten effektiven Text, also ohne Inhalts- und Literaturverzeichnis. Am Ende jedes Lernheftes fand sich eine Selbstlernaufgabe zu den Inhalten. Außerdem musste bei jedem Lernheft eine  Hausaufgabe eingeschickt werden, die bewertet wurde. Insgesamt habe ich im Laufe des Lehrgangs knapp 79 Seiten Hausaufgaben geschrieben. Ich hatte immer wieder Aha-Erlebnisse, vor allem während des Verfassens der Hausaufgaben.

 

Im Folgenden will ich einen Themenauszug des Kurses geben. Im ersten Lernheft ging es um die Frage, warum Menschen philosophieren. Dann ging es um die philosophische Anthropologie, also die philosophische Betrachtung des Menschen. Sie stellte eine wichtige Grundlage des gesamten Kurses dar. Es wurden in den folgenden Lernheften verschiedene Menschenbilder präsentiert, wie der politische, der rationale, der spielende, der ökonomische oder der Werkzeug benutzende Mensch. Es wurde sehr deutlich, dass sich der Mensch eigentlich nicht definieren lässt, ohne sich in Widersprüche zu verfangen. Wer sagt, dass der Mensch so oder so ist, muss eigentlich sofort die gegenteilige Vorstellung nennen, will er objektiv bleiben. Man spricht hierbei von Ambivalenz. Der Mensch ist ein Meister der Ambivalenz. Dann ging es um das Verhältnis von Natur und Kultur. Es folgte ein Lernheft über die Ethik und ein sehr interessantes Lernheft über Sozialanthropologie. Darin ging es beispielsweise um den Sozialdarwinismus, der besagt, dass die Kultur so gestaltet werden muss, dass es eine Verdrängungswettstreit gibt und die Besten diesen Wettstreit für sich entscheiden können. In dieser Vorstellung steckt ein naturalistischen Fehlschluss. Der Fehlschluss besagt, dass ein moralisches System genutzt wird, um den Menschen zu einem bestimmten Verhalten zu bringen bzw. das Verhalten zu rechtfertigen. Vorgegeben wird aber, ihn nur zu beschreiben anhand von Naturgesetzen. Hier kommt der Machtmensch zum Vorschein, der instrumentalisieren will und diese Instrumentalisierung hinter natürlichen Gesetzmäßigkeiten versteckt. Es geht beim Sozialdarwinismus nicht darum, den Menschen zu beschreiben, sondern ihn zu instrumentalisieren bzw. sein Verhalten zu rechtfertigen, ohne die Rechtfertigung hinterfragen zu müssen. Man spricht dabei von der kulturellen Überformung des Menschenbildes. Weiter ging es mit Glück, Hoffnung. Angst, Utopien, Wissenschaftstheorie und vieles mehr.

 

Die Lernhefte umfassten 529 effektive Seiten. Offiziell war angegeben, dass man ungefähr 8 Stunden Zeit pro Woche investieren müsse für das Studium der Lernhefte. Ich habe mich durchschnittlich 10,45 Stunden damit beschäftigt. Meine durchschnittliche Lernzeit betrug 0,71 h / Woche. Ich hatte anfangs 1 Stunde / Woche geplant, bin aber mit meiner Leistung zufrieden. Der Kurs war auf 9 Monate angelegt. Begonnen hatte ich am 09.12.2020. Am 24.03.2022 habe ich meine Abschlussarbeit eingeschickt. Ich habe also knapp 15 1/2 Monate benötigt.

 

Was mir die Arbeit wesentlich erleichtert hat, waren eigene Fragen zu den Texten. Hierzu habe ich ein selbst entwickeltes Karteikartensystem benutzt. Ich musste darin keine eigenen Kontrollantworten zu den Fragen schreiben, sondern habe einfach die entsprechende Textstelle zur Frage markiert. Für die Kontrolle von späteren Antworten auf die Frage, konnte ich mir die Textstelle anzeigen lassen. Auf diese Art und Weise konnte ich wesentlich mehr Fragen formulieren, als mit klassischen Karteikarten, da der Lesefluss kaum unterbrochen wurde. Ich habe sozusagen gelesen, markiert, Frage formuliert und weiter gelesen. Dies hat dazu geführt, dass ich 2764 Fragen zum Kurs formulieren konnte. Am Ende jedes Kapitels habe ich die Beantwortung der Fragen wiederholt. Dies habe ich nach dem Lernen jedes Lernheftes noch zweimal durchgeführt und anschließend die Hausaufgabe bearbeitet. Zu allen Fragen habe ich 9265 Antworten gegeben. Ich habe die Lernhefte also viermal durchgearbeitet, einmal durch das lesen und dreimal über die Beantwortung eigener Fragen zu den Texten. Letztendlich habe ich pro Lernheft-Seite durchschnittlich 5 Fragen formuliert.

 

 

Die Bewertung durch den Tutor ging sehr schnell. Er hat sich höchsten 3 Tage Zeit genommen. Wobei das nur bei 2 Lernheften vorkam. In der Regel war die Bewertung am nächsten Tag in meinem Postfach des Online-Portals. Die Bewertung enthielt eine Musterlösung und in meinem Fall einen kurzen Satz vom Tutor, indem er meine Leistung lobte, aber nicht inhaltlich oder formal auf meine Hausaufgabe einging. Die Abschlussarbeit wurde nicht vom Tutor bewertet, der die Hausaufgaben bewertet hat, sondern von anderen Tutoren. Zum Zertifikat erhielt ich keinen Kommentar zu meiner Arbeit, nur das Zertifikat mit der Note. Das Portal ist sehr altbacken. Es erinnert mich an das Portal der ILS vor etlichen Jahren. Im Vergleich dazu macht das Portal der AKAD, dass ich für den Kurs nutze, den ich momentan absolviere, einen wesentlich moderneren Eindruck. Das Portal von Laudius bietet die klassischen Bereiche, also Posteingang, Download der Lernhefte, einen Bereich zur Einsendung und Bewertung der Hausaufgaben, eine Bibliothek und ein Forum. Das Forum ist mäßig frequentiert. Ich habe es gelegentlich genutzt. Die Themen befassen sich neben den Inhalten und dem Ablauf des Kurses auch viel mit Alltagsphilosophie.

 

Ich hatte dafür einen Monat Zeit. Die Aufgabenstellung erhielt ich per Mail und meine Ausarbeitung sandte ich ebenfalls per Mail ein.

 

Ich kann den Kurs mit gutem Gewissen als Einstieg in die Welt der Philosophie weiterempfehlen.

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