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deprimierende Aussichten


unrockbar

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Ihr Lieben,

 

gestern unterhielt ich mich mit dem Chef zufällig auf dem Flur. Und nach ein paar merkwürdigen Fragen, ob ich sinnvoll finde, was ich hier arbeite, kam dann die "Bombe", dass nach mittlerweile 7 Jahren immer weiter befristeter Anstellung es leider keine Aussicht auf eine Dauerstelle geben wird. Höchstens wieder ein neues befristetes Projekt.

 

Jetzt bin ich diesen Zustand ja gewohnt und so ganz überraschend ist es nicht, aber bislang war man eher freundlich bedeckt oder dezent hoffnungsvoll vor jeder auslaufenden Befristung, dass sich eine Lösung findet. Jetzt wird einem bei jeder Gelegenheit erklärt, dass man sich keine Hoffnung machen soll. Es ist zwar noch ein bisschen Zeit bis zum Ende der Befristung, aber wenn der Wink mit dem Zaunpfahl sich eher wie eine auf die Zwölf anfühlt, wird es wohl höchste Zeit sich umzusehen. Aber leider wird der Master nicht rechtzeitig fertig werden.

 

Ich denke nicht, dass man es so ungeschickt gemeint hat, wie es ankam, aber auf dem Flur quasi schon mal im Vorfeld auf die Kündigung vorbereitet zu werden, ist schon uncharmant. Nach dem anfänglichen Impuls einfach gleich nach Hause zu gehen, habe ich mich dann am Abend direkt mal umgeschaut. Das war wahrscheinlich auch nicht intendiert, sondern eher ein freundlich gemeintes Update für die weitere persönliche Planung, was ja so weit im Voraus zumindest aller Ehren wert ist immerhin. Aber natürlich führt es direkt dazu, eher heute als morgen das sinkende Schiff zu verlassen.

 

Seit Tagen habe ich eine spannende Praktikumsstelle im Blick (muss noch ein Pflichtpraktikum fürs Studium absolvieren) und habe angestrengt hin und her überlegt, wie das klappen könnte. Aber neben Vollzeitjob einfach nicht möglich und von daher ad acta gelegt.

Die Idee hat jetzt aus gegebenem Anlass nochmal ungeahnten Auftrieb bekommen, da ein Sprungbrett nötig ist und dies womöglich als eines dienen könnte. Andererseits will ich die verbleibende Zeit auch nicht unnötig wegen eines Praktikums aufgeben. Ich finde leider keine gute Lösung für das Dilemma, außer Aussitzen bis zum Ende des Jobs und dann Praktika machen. Aber die spannende Praktikumsstelle ist leider jetzt ausgeschrieben.

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14 Kommentare


Empfohlene Kommentare

KanzlerCoaching

Geschrieben

Das ist wirklich deprimierend. Bis wann geht denn Ihre aktuelle Befristung?

 

Haben Sie sich denn auf die Praktikumsstelle beworben? Und um was für eine Stelle handelt es sich denn? Das würde ich auf alle Fälle tun und dann entscheiden, ob ich für diese Stelle den befristeten Job, bei dem das Ende vorhersehbar ist, aufgebe.

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TomSon

Geschrieben (bearbeitet)

Ich kann dir nur empfehlen, jetzt schon nach Tätigkeiten zu suchen, die du später mit dem Psychologie-Abschluss machen möchtest. Zumindest Tätigkeiten, die in diese Richtung gehen, um schon mal Arbeitserfahrung zu sammeln. Mein Eindruck der letzten Bewerbungsgespräche: Dass ich schon Erfahrung mit der Zielgruppe habe, hat sich mehrfach als Pluspunkt erwiesen.

 

Ansonsten weiß ich natürlich nicht, wie sehr du an der aktuellen Stelle hängst. Und zwischen Tür und Angel gesagt zu bekommen, dass bald Schicht im Schacht ist, ist jetzt auch nicht die feine englische Art, auch wenn es möglicherweise nicht böse gemeint war (aber das ist es ja oft nicht und tut trotzdem weh).

 

Falls diese spannende Praktikumsstelle dich doch sehr reizt, würde ich nicht allzu lange fackeln. Möglicherweise lässt sich mit der Praktikumstelle verhandeln. Ich habe bei meinen letzten Bewerbungsgesprächen herausgehört, dass man, was den Anfangszeitpunkt angeht, doch noch verhandeln kann. Manchmal hätte man mich am liebsten gleich gehabt, ich habe dann aber um Aufschub gebeten. Das hat öfter geklappt als gedacht.

 

Insofern lohnt sich eine Bewerbung auch dann, wenn es nichts wird. Möglicherweise tun sich Verhandlungsspielräume auf, die du jetzt gar nicht erahnst.

Bearbeitet von TomSon
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unrockbar

Geschrieben

Ich bin ein bisschen paranoid ehrlicherweise, was ich alles ausplaudere. Aber die Wahrscheinlichkeit das jemand mitliest, der was mit den Angaben anfangen kann, ist natürlich auch gering 😅

 

@KanzlerCoaching die Befristung geht noch etwa 1 Jahr, also kein Grund direkt in Panik zu verfallen. Also jetzt ein Pflichtpraktikum und dann auf der Straße stehen oder abwarten, weiterstudieren und nach Befristungsende in Ruhe und im ALG 1 Bezug nach dem Pflichtpraktikum suchen. Kriegt man als Fernstudent eigentlich ALG 1 oder ist man dann auf einmal wieder im Studentenstatus? 🤔

 

Der eigentliche Plan war: Stelle bis zu Ende laufen lassen, solange so viel es geht weiterstudieren und dann ungefähr nur noch Praktikum, Projektarbeit und Masterarbeit noch offen haben. Was ich dann entspannt neben ALG 1 fertig mache und mir dann einen Job mit dem Psycho Abschluss suche.

 

@TomSon An der Stelle hänge ich tatsächlich sehr. Aber mehr wegen der Rahmenbedingungen. Ich habe die besten Kollegen der Welt, eine frei gestaltbare Arbeit, teilweises HO, guter Verdienst. Inhaltlich mach ich das alles gerne, aber kann mir auch nochmal was anderes vorstellen. Da habe ich mehr Angst davor, dass die Kollegen und der Verdienst düster aussieht, deswegen ist meine Motivation mich sofort wegzubewerben tatsächlich gering. Aber Lust und Neugier auf nochmal ganz andere Sachen ist definitiv vorhanden.

 

Nachdem ich die Praktikumsstelle schon abgeschrieben habe, habe ich auf Anraten mehrerer Leute und auch nach dem Flurgespräch doch einfach mal eine Bewerbung geschickt. Aber eher mit der Hoffnung, dass sich ein Lösung findet, bei der ich nicht vorfristig kündigen muss. Aber die Chancen schätze ich da gering ein :/ Da es aber wie die Faust aufs Auge passt (psychologische Diagnostik, Datenanalyse), was ich mal mit dem Abschluss anfangen mag, will ich so ungern die Chance vorbeiziehen lassen. Andererseits ist mein bisheriger Plan auch nicht unattraktiv gewesen, statt mich Hals über Kopf weiter mit Arbeit zuzuschütten.

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Wie lange würde denn das Praktikum gehen, wenn Sie die Stelle bekommen würden?

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Explorer

Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb unrockbar:

Kriegt man als Fernstudent eigentlich ALG 1 oder ist man dann auf einmal wieder im Studentenstatus? 🤔

 

Ich meine, du musst formal "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen". Aber das ist Hörensagen. Da würde ich mich noch mal an geeigneter(er) Stelle informieren.

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unrockbar

Geschrieben

vor 50 Minuten schrieb KanzlerCoaching:

Wie lange würde denn das Praktikum gehen, wenn Sie die Stelle bekommen würden?

In der Ausschreibung stand weder Beginn noch Länge. Die scheinen da flexibel zu sein, was halt so reinkommt. Das Pflichtpraktikum an sich wären 350h, also ca. 9 Wochen.

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Und was wäre, wenn Sie für diesen Zeitraum Ihren jetzigen Arbeitgeber um unbezahlten Urlaub bitten würde? Ich meine, die füttern Sie seit 7 Jahren mit befristeten Verträgen ab, da haben Sie ja eigentlich einen Gefallen gut.

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unrockbar

Geschrieben (bearbeitet)

vor 57 Minuten schrieb KanzlerCoaching:

Und was wäre, wenn Sie für diesen Zeitraum Ihren jetzigen Arbeitgeber um unbezahlten Urlaub bitten würde? Ich meine, die füttern Sie seit 7 Jahren mit befristeten Verträgen ab, da haben Sie ja eigentlich einen Gefallen gut.

Das wäre für mich schon eine gangbare Lösung. Aber der Arbeitgeber muss ja zustimmen. Der kann ja sagen, das geht nicht, weil unverzichtbar? Da habe ich leider widersprüchliche Aussagen nur gefunden. Ich habe zumindest keinen "dringenden" Grund, wie jemanden zu pflegen.

 

Auch eine 50:50 Aufteilung wäre für mich denkbar. Ansonsten wird es langsam zu lang, das geringere Gehalt und ein ewig gezogenes Praktikum zu kompensieren. Aber es müssen eben alle irgendwie einverstanden sein mit Teilzeit oder Freistellung. Da ist meine Hoffnung noch irgendwie gering, aber getraut hab ich mich ja erstmal. Kann nur sein, dass es am Ende nichts geholfen hat.

Bearbeitet von unrockbar
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KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich würde mich ums Praktikum bewerben und den Arbeitgeber bei einer Zusage einfach fragen. Natürlich muss er einverstanden sein, aber mehr als nein sagen kann er ja nicht. Und dann können Sie immer noch entscheiden, was Sie tun.

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FOM Alumni

Geschrieben

Vielleicht bin ich mit den Berufsjahren etwas zu verwöhnt geworden, aber heutzutage gibt es so viele gute Arbeitgeber, da würde ich mir keine Kettenbefristung antun wollen - also würde ich in deinem Fall schnell das Weite suchen und bei sowas nicht mitspielen (und im Zweifelsfall mache ich mich lieber selbstständig, ehe ich weiter bei einem AG bleibe, der nach 7 Jahren Treue beim Flurtratsch meine Kündigung anspricht - ich habe finanzielle Verantwortung, eine Hypothek abzubezahlen und nebenbei noch ein ganz kleines bisschen Selbstachtung, da kann und will ich mir sowas nicht erlauben).

Evtl. findest du auch einen Arbeitgeber, bei dem du eine (monetäre) Festanstellung bekommst und dir die Tätigkeit auf dein Studium anrechnen lassen kannst (das ging jedenfalls bei mir im Bachelor).

vor 21 Stunden schrieb unrockbar:

Ich bin ein bisschen paranoid ehrlicherweise, was ich alles ausplaudere.

Deswegen spreche ich Privates auch nur in den Communityabenden an - bei den 3 bis 4 Anwesenden ist es unwahrscheinlicher, einem aus meinen Netzwerken über den Weg zu laufen😉 LG

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TomSon

Geschrieben

Ich bin übrigens schon seit dem Lesen deines Beitrages etwas baff. Bei meinem letzten AG war die Regel: nach max. 2 Befristungen muss es einen unbefristeten Vertrag geben. Waren die vielen Befristungen bei dir projektbezogen, oder wie kann man das verstehen? 🤔 Ich weiß nicht, ob so viele Befristungen sonst rechtlich okay sind. (Wobei das jetzt ohnehin Makulatur ist. Vermutlich hättest du das vor 7 Jahren wissen müssen.)

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polli_on_the_go

Geschrieben

Am 6.5.2022 um 15:10 schrieb Explorer:

 

Ich meine, du musst formal "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen". Aber das ist Hörensagen. Da würde ich mich noch mal an geeigneter(er) Stelle informieren.

Wenn du vollzeit Studierst, d.h.mehr als 20 Wochenstunden nein. Es gibt nur wenige Ausnahmen z.B. dass du kurz vor Ende bist nur noch deine Thesis finalisierst. Das ALG I kennt das Fernstudium in dem Sinne nicht. Hier kommt es drauf an, was die FU dir bescheinigt. Bei der Apollon konnt man z.B. damals die Flexibilität und freie Zeiteinteilung entnehmen, da war es kein Problem.

Auch würdest du dich aktuell wenn du selber kündigst einer Sperrzeit von 3 Monaten aussetzen, in der du dich selber krankenversichern musst. Es gibt keinen Grund, der die Kündigung rechtfertigt. Wenn es ganz blöd liefe und du sogar auf ALG ii wegen der Sperrfrist angewiesen wärst, dann wäre die Hilfebedürftigkeit obendrein selber herbeigeführt und du würdest dich ersatzpflichtig nach §34 SGB II machen. Hier wurde zwar nachgebessert und die Sozialwierigkeit und Herbeiführen von Hilfebedürftigkeit enger gefasst, aber eine 30% Sanktion gäbe es theoretisch. Theoretisch deshalb, weil ein Moratorium gerade läuft bis zur Einführung des Bürgergeldes.

 

Also aus der Sicht einer Leistungssachbearbeiterin, keine gute Idee deine Stelle nicht voll auszuschöpfen, zumal in einem Jahr viel passieren kann. Aus Sicht einer Studentin, kann ich verstehen, dsss man sich eine einmalige Chance aus der sich ein berufliches Sprungbrett geben könnte, nicht gehen lassen möchte.

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polli_on_the_go

Geschrieben

vor 7 Stunden schrieb TomSon:

Ich bin übrigens schon seit dem Lesen deines Beitrages etwas baff. Bei meinem letzten AG war die Regel: nach max. 2 Befristungen muss es einen unbefristeten Vertrag geben. Waren die vielen Befristungen bei dir projektbezogen, oder wie kann man das verstehen? 🤔 Ich weiß nicht, ob so viele Befristungen sonst rechtlich okay sind. (Wobei das jetzt ohnehin Makulatur ist. Vermutlich hättest du das vor 7 Jahren wissen müssen.)

Ja man kann bis zum sankt nimmerlandstag mit Sachgrund befristet werden. Probleme machen nur sachgrundlose Befristungen.

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unrockbar

Geschrieben

Ihr Lieben, nochmal vielen Dank für die vielen Kommentare.

@KanzlerCoaching Bewerbung hatte ich nach dem Verfassen des Blogeintrags abgeschickt 🙂

@FOM Alumni bislang gab es ja noch die Hoffnung auf Entfristung, da das Projekt in der 2. Förderphase ist und danach verstetigt werden muss oder es muss auslaufen. Die Zeichen scheinen jetzt also auf auslaufen zu stehen. Was aber eben erst jetzt so langsam durchzusickern scheint.

@TomSon genau es handelte sich zuerst um eine Elternzeitvertretung und dann um ein Projekt, dass mehrfach verlängert wurde. Da es jetzt mit der Weiterförderung ein Ende hat und sich keine Dauerstelle zu ergeben scheint, ist dann auch Ende mit den Befristungen. Sonst hätte es sicher weiterhin eine gegeben ... oder ein neues Projekt.

@polli_on_the_go danke für deine Ausführungen dazu 🙂

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