Zum Inhalt springen

Akademische Sprunghaftigkeit?


psycCGN

391 Aufrufe

 Teilen

Um ganz schnell auf den Punkt zu kommen: Die Apollon Hochschule hat seit kurzem einen Master in Psychologie mit dem Schwerpunkt auf Beratungspsychologie im Programm, den ich anscheinend auch mit meinem Lehramtsstudium studieren kann. Mir drängt sich nun also immer wieder die Frage auf, ob es nicht lohnenswert ist, auf diesen Master umzusatteln.

 

Seit ich mit dem Bachelor in Psychologie anfing, haben sich ein paar Dinge geändert, wodurch dank der Apollon der Bachelor in Psychologie gar nicht mehr so wichtig für mich ist. Den Bachelor habe ich ursprünglich angefangen, weil ich sehr damit geliebäugelt habe, aus dem Schuldienst auszutreten. Und mit einer grundständig neuen Qualifikation hätte ich einfach bessere Chancen gehabt, als mit meinem Lehramtsstudium. Raus aus dem Schuldienst möchte ich nun aber nicht mehr. Stattdessen ist eher der Wunsch da, in meiner derzeitigen Arbeit positive Veränderungen anzuregen und über den Tellerrand hinaus zu blicken. Außerdem hat sich zu Beginn meines Psychologie-Studiums sehr schnell der Wunsch entwickelt, die Psychotherapeutenausbildung zu machen. Auch das hat sich in den letzten zwei Jahren geändert. Auf meiner Arbeit bin ich ja mitten im Geschehen drin und neben der psychologischen finde ich auch die pädagogische Perspektive überaus bedeutsam. Von daher empfinde ich die Psychotherapeutenausbildung für mich nicht mehr wirklich als erstrebenswert.  Mit beiden Aspekten (kein Berufswechsel und keine Ambition Psychotherapeut zu werden) stellte sich mir in den letzten Monaten immer wieder die Frage, ob es der Bachelor in Psychologie sein muss. Aus diesem Grund habe ich schon sehr entschleunigt, um auch wieder mehr ein normales Leben zu haben. Und nun kommt auch noch die Apollon Hochschule mit ihrem neuen Master um die Ecke.

 

Inhaltlich bin ich froh, mit dem bisherigen Studium psychologische Grundlagen aufgebaut zu haben. Wenn ich mir jedoch das weitere Studium anschaue, gibt es aber nicht mehr viele Module, die mich allzu sehr reizen. Es sind aber auch nicht mehr allzu viele offen stehende Module. Werfe ich einen Blick auf den Master der Apollon, sehe ich eine Fülle von Modulen, die ich in meiner praktischen Arbeit nutzbringend einbinden könnte. Auch die möglichen Vertiefungen "Beratung und Intervention in der Schulpsychologie" sowie "Paar-, Familien- und Erziehungspsychologie für Beratung und Therapie" treffen bei mir voll ins Schwarze. Auf der einen Seite überlege ich, ob es nicht lohnenswerter wäre, in den Master einzusteigen. Auf der anderen Seite ist es aber auch unbefriedigend, etwas unvollendet zurück zu lassen. Trotzdem empfinde ich den Bachelor momentan aus den oben genannten Gründen als kleine Last. Die bisher investierte Zeit und das Geld sollen mir egal sein. Ich habe in den letzten Jahren inhaltlich viel aus dem Studium mitgenommen aber für die weitere Zukunft möchte ich mich zielgerichteter fortbilden. Naja, ich würde sagen, dass ich für mich mal wieder eine kognitive Dissonanz gefunden habe, mit der ich mich beschäftigen kann. Man hat ja sonst nichts zu tun 😅 Ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dass ich nach zweijähriger intensiver Beschäftigung einen Tapetenwechsel brauche und sich mein Fokus dann umorientiert. So ein 120 ECTS Master käme mir diesbezüglich auch mehr entgegen, als ein 300 ECTS Bachelor 😂

Bearbeitet von psycCGN

 Teilen

12 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Explorer

Geschrieben

Wie sagt der BWLer so schön: Die Kosten sind versunken. Nicht nur monetär, auch gemessen in Lebenszeit. Dass du etwas unfertig zurücklässt, würde ich nicht als Makel sehen. Du führst ja sehr gute Gründe dafür auf.

 

Eine Frage, die mir beim Lesen noch aufkam: Müsste es denn überhaupt ein akademisches Studium sein, mit all dem Stress um Prüfungen und Abschlussarbeit – oder würde es nicht im Sinne des normalen Lebens für dich auch genügen, ein paar gute Fachbücher zu den Themen zu lesen, oder kleinere Formate zur Weiterbildung zu nutzen (wie Workshops, Zertifikate o.ä.)? Denn wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir ja ohnehin primär um den persönlichen Erkenntnisgewinn. In deinem Job wird dir aber niemand den weiteren akademischen Abschluss honorieren, oder?

Link zu diesem Kommentar
psycCGN

Geschrieben (bearbeitet)

vor 43 Minuten schrieb Explorer:

Müsste es denn überhaupt ein akademisches Studium sein, mit all dem Stress um Prüfungen und Abschlussarbeit – oder würde es nicht im Sinne des normalen Lebens für dich auch genügen, ein paar gute Fachbücher zu den Themen zu lesen, oder kleinere Formate zur Weiterbildung zu nutzen (wie Workshops, Zertifikate o.ä.)? Denn wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir ja ohnehin primär um den persönlichen Erkenntnisgewinn. In deinem Job wird dir aber niemand den weiteren akademischen Abschluss honorieren, oder?

 

Hmm, daran habe ich auch schon gedacht. Ich finde, so ein Studium bietet gute Impulse, eine intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik, eine gewisse Struktur und auch einen gewissen Tritt in den Allerwertesten, um mit den Büchern etc. voran zu machen. Ich weiß auch nicht, was die Zukunft für mich bereit hält. Irgendeine Bescheinigung über etwas Erreichtes wäre in den nächsten 31 bis 34 Jahren ja vielleicht doch noch nützlich. Also ganz überzeugt vom rein autodidaktischen Lernen bin ich noch nicht. Das soll nicht heißen, dass ich nicht irgendwann so weit bin ^^

 

In Bezug auf Fortbildungen gibt es ein breit gefächertes Angebot, welches vom Bundesland kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Es sind meist aber immer nur wenige Stunden pro Fortbildung und dementsprechend ein Kratzen an der Oberfläche. Bei Zertifikaten fällt mir gerade nur die systemische Beratung ein. Das kostet zwar nicht so viel wie ein Studium, aber einen guten Batzen an Zeit und Arbeit muss man trotzdem investieren. 

 

Was das liebe Gehalt angeht, so bin ich fest eingestuft und eine zusätzliche Qualifikation im psychologischen Bereich wird daran nichts ändern. Bei einem pädagogischen Master mit Schulbezug könnte es anders aussehen, wenn hier in NRW die Lehrer mit Masterabschluss im bisher gehobenen Dienst tatsächlich höher eingruppiert werden, als diejenigen mit dem Staatsexamen. 

Bearbeitet von psycCGN
Link zu diesem Kommentar
Explorer

Geschrieben (bearbeitet)

Es stimmt schon, das Studium hängt einem mit seiner Struktur halt permanent die Karotte vor die Nase, der man folgen kann. Mir hat das auch geholfen. Andererseits habe ich manchmal die Zeit vermisst, mich mal mit anderen Dingen befassen oder einzelne Themen vertiefen zu können. Ich habe mir zwar immer vorgenommen, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, aber Teil des "Anreizsystems" war eben für mich doch auch, Credit um Credit wegzuschaufeln. Und wenn dann mal die vorgegebenen Inhalte zu einem Thema nicht hielten, was Titel und Modulbeschreibung versprachen, was bei mir leider häufiger vorkam, war die Ernüchterung schon groß. Da freue ich mich jedenfalls schon darauf, demnächst (es steht "nur" noch die Thesis aus) wieder freier zu sein.

 

Aber vielleicht bekommst du das ja besser geregelt als ich! All die Punkte, die für ein Studium an sich sprechen, sehe ich auch so und deine Beschreibung lässt es klingen, als wäre der Master jetzt genau das Richtige für dich.

 

Du wirst schon die richtige Entscheidung fällen :-).

Bearbeitet von Explorer
Link zu diesem Kommentar
polli_on_the_go

Geschrieben (bearbeitet)

Also, natürlich kannst du jetzt springen. Und duie Gründe klingen auch plausibel, ABER ich werfe mal rein, dass es ein neuer Master ist. Soll heißen Kinderkrankheiten nicht ausgeschlossen. Ich habe damals mit dem PGM am Tag 1 angefangen. Würde ich sowas an der Apollon noch mal machen. Ja, denn ich habe die Kommunikation mit meiner Dekanin und der Hochschule bei aufkommenden Kinderkrankheiten als jederzeit transparent erlebt. So gab es z.B. für uns eine Ausnahmereglung für das erste BGM Seminar oder auch, eine bei den Wahlpflichtfächern. Denn es kann sein, dass Module mit denen du aktuell liebäugelst noch nicht im Print sind und die Apollon hat kein Problem damit (ich habe das glaube ich schon mal geschrieben) wenn Autoren schlechte Qualität liefern, die Hefte nicht zu drucken und den Weg über Nachbesserung oder auch Neuvergabe zu gehen, was ggf zu Verzögerungen führt oder eben dann zum Ausweichen auf Akternativlitertur.

 

Aber wenn du sattelfest bist, keine Angst vor einem möglichen Rodeo hast warum nicht? Eine Möglichkeit wäre ja auch den Bachelor erst mal nur zu Pausieren, wobei je nachdem wo du ihn machst keine Ahnung ob das geht und wie es dann mit Kpndigungsfristen aussieht.

Bearbeitet von polli_on_the_go
Link zu diesem Kommentar
  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Wie viele Module hast Du denn noch im Bachelor? Und wie lange planst Du bis zum Abschluss, wenn Du Dich jetzt ran hältst? Gibt es ein Thema für die Bachelorarbeit, das Dich reizt und auf das Du Lust hast?

Link zu diesem Kommentar
unrockbar

Geschrieben

Ein 300 LP Bachelor? Sowas gibts? Bei 300 LP hat man doch BA + MA schon zusammen fertig 🤔

 

Ich denke mir, wenn dir der Abschluss nichts nützt und die noch kommenden Themen auch nicht mehr spannend sind, wofür dann die Lebenszeit investieren.

Der Master klingt zwar auch nicht als würde es sich beruflich besonders lohnen (im Sinne von neuer Job, anderes Gehalt? Die Master Lehrer werden ja für Ihren Lehramtsmaster so eingruppiert und nicht, weil sie irgendeinen Master haben, oder?). Aber wenn es dich interessiert, klar mach das.

 

Mein Präsenzmaster war auch ein Beratungsmaster. Ich würde sagen, hat sich kein bisschen gelohnt. Weil man stundenlang über die wirklich dürftige Theoriebasis von Coachings etc. philosophiert, aber nichts praktisch lernt. Ich würde stattdessen so eine große Beratungsfortbildung als systemischer Berater machen, da man dort wirklich was praktisches lernt statt nur Bücher zu lesen, wie ein guter Berater sich theoretisch verhalten sollte.

Aber das muss ja nicht auf den neuen Master zutreffen (befürchte es aber, weil Studium nun mal Studium ist😕).

Link zu diesem Kommentar
ClarissaD

Geschrieben

Mein Gedanke ist auch, dass eine systemische Beratungsausbildung besser passen könnte, wenn du wirklich anwendbar Beratung lernen willst. Ich mache das gerade und empfinde es gegenüber dem Fernstudium geradezu als "Urlaub". Zumindest im Moment (bin noch im ersten Jahr) hält sich das Theoriestudium wirklich sehr in Grenzen, stattdessen lernt man Handwerkszeug und beschäftigt sich sehr viel mit realen Fällen. Der Aufwand ist auch absolut nicht mit einem Studium zu vergleichen.

 

Ansonsten würde ich das mal ganz nüchtern gegenüberstellen: Wie viel hast du im Bachelor schon, wie viel fehlt dir noch und wie interessant/uninteressant findest du die einzelnen Module? Dasselbe für den Master.* Und auf dieser Basis würde ich das dann entscheiden. Der Master bei der Apollon klingt ja auf den ersten Blick wirklich interessant, aber auch darin wird es ja Module geben, die dir nicht so zusagen.

 

Und ist das mit den 300 ECTS vielleicht ein Tippfehler? Ich sehe auf der SRH-Webseite nur einen normalen Bachelor mit 180 ECTS.

 

*(Ich habe mir den Master bei de Apollon gerade mal angesehen und gedacht, dass du dir darin vielleicht auch einiges aus dem Bachelor anerkennen lassen könntest? Einige Module klingen ja eher wie die Grundlagenfächer im Bachelor.)

Link zu diesem Kommentar
polli_on_the_go

Geschrieben

vor 13 Minuten schrieb ClarissaD:

Ich habe mir den Master bei de Apollon gerade mal angesehen und gedacht, dass du dir darin vielleicht auch einiges aus dem Bachelor anerkennen lassen könntest? Einige Module klingen ja eher wie die Grundlagenfächer im Bachelor

eher unwahrscheinlich außer im rep. Bachelor ist vielleicht für andere HS Master aber soweit mir bekannt nicht an der Apollon, die ja selber auch einen Bachelor hat.

Link zu diesem Kommentar
TomSon

Geschrieben (bearbeitet)

Wenn der Bachelor nichts ist und ein Studienabschluss im psychologischen Bereich dich nicht weiterbringt, würde ich das Studieren an der Stelle sofort einstellen. Eine Beraterausbildung bringt mehr. Ich kenne die Apollon nicht, es gibt ja mittlerweile auch an der Euro-FH einen Master, der sich mit psychologischer Beratung auseinandersetzt. Aber ein akademisches Studium ist in den meisten Fällen theoretisch und wenig praktisch und was du für die Beratung benötigst sind praktische Fertigkeiten.

 

Wenn es dir um was Handfestes im beraterischen Bereich geht, ist eine Beraterausbildung das Richtige. Spar dir das Geld für weitere Abschlüsse, die dich nicht weiterbringen. Brich ab, mach irgendwo eine Beraterausbildung (dauert ja auch 2 bis 3 Jahre) und quäl dich nicht durch irgendwelche Hausarbeiten, Klausuren oder sonstiges, von denen du nicht profitierst und die dir wohl auch keinen Spaß machen.

 

Meine Meinung.

Bearbeitet von TomSon
Link zu diesem Kommentar
  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Bachelor durchziehen, aber den Aufwand und Anspruch dafür reduzieren und dann weitersehen klingt für mich nach einem guten Plan. Und auch mal schauen, wie die berufliche Situation dann nach der Versetzung ist.

Link zu diesem Kommentar
psychodelix

Geschrieben

Ich lese mir das alles die nächsten Tage noch in Ruhe durch, habe jetzt drei Wochen frei / Urlaub.

 

Beratend kann ich mir für mich auch sehr gut vorstellen. Habe den Blog abonniert. 😉

Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden



×
×
  • Neu erstellen...