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Können wir Gruppenarbeiten bitte abschaffen?


unrockbar

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Ihr Lieben,

 

ich hatte es bestimmt schon mal irgendwo erwähnt, falls nicht: ich hasse Gruppenarbeiten.

Meine Erfahrungen damit sind eigentlich durchgehend schlecht, wenn es sich um Zwangsgruppen handelt.

 

Ich hatte auch schon sehr gute Gruppenarbeiten, aber die sind immer freiwillig zusammen gekommen. Meine Study Buddy aus dem ersten Semester zum Beispiel. Es gab keinen Zwang das mitzumachen, hat bei uns aber funktioniert. Auch bei der Bachelorarbeit, haben wir uns zu 4. zusammengefunden und uns über die Theorie ausgetauscht, Kritikpunkte für den Fazit Teil etc., weil wir Bock hatten und engagiert waren. Nicht, weil man uns gezwungen hat uns zu treffen.

 

Aber im Master Psychologie sind ja nun die Kompetenzübungen als Prüfungsvorleistung Pflicht und dabei handelt es sich meistens um Gruppenarbeiten. Dieses Mal ist die Aufgabe also, einigt euch als Gruppe auf eine Workshop Übung und stellt diese dann am Tag X live vor. Und man merkt, dass niemand so richtig die Aufgabe ernst nimmt und jeder mit so wenig Aufwand wie möglich da durch will. Seh ich ein, will ich natürlich auch. Aber wenn jeder denkt, der andere wird schon machen, macht keiner was und niemand kommt durch. Also muss sich am Ende immer ein Volltrottel finden, der mehr als so wenig wie möglich macht, damit alle anderen so wenig wie möglich machen können.

 

Und mich nervt das übelst ab, dass ich im Urlaub mich abends an den Laptop setze und Zeug recherchiere und vorschlage und begründe, während andere nur ein paar Links in das Dokument kotzen, so nach dem Motto: ich hab wenigstens mal kurz gegoogelt, aber durchlesen ob das sinnvoll ist, könnt ihr ja machen. Während also niemand sich meine Vorschläge wenigstens mal angeschaut hatte, hatte niemand anderes einen konkreten Vorschlag gemacht, den ich meinerseits mal anschauen konnte.

 

Um die Übung dann vorzustellen, hätte es wirklich keiner Gruppe bedurft. Aber wenn jeder alleine arbeitet, werden es wohl einfach zu viele. Und dann kommt wieder das übliche Gesäusel von Teamfähigkeit. Aber wenn Teamfähigkeit heißt, dass irgendjemandes Schmerzgrenze nunmal zuerst erreicht wird und die Person sich dann für alle in Gang setzt, dann verzichte ich. Ist halt wie beim Putzplan in der WG. Hängt da halt so rum, aber wer zuerst den Dreck nicht mehr ertragen kann, wirds dann schon machen.

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17 Kommentare


Empfohlene Kommentare

DerLenny

Geschrieben

Einen Kapitel der Arbeit zu  Motivationsverlusten und Effekten in Gruppenarbeiten?

Additive Aufgaben sind ja wirklich die potentiell schlimmste Variante wenn es um Effekte bei Gruppenarbeiten geht. Geringere Chance auf Köhler Effekt, dafür soziales Faulenzen, Entbehrlichkeitseffekte und Trotteleffekt.

 

Dazu Effektivitätsverlust durch Kommunikationsoverhead. 

 

Ich hatte eine gute Gruppenarbeit bisher, bei den anderen hat man sich eben arrangiert.

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ClarissaD

Geschrieben

Amen. Ich kann das alles so unterschreiben, ich hasse mittlerweile auch jede Art von Gruppenarbeiten. (Ich mag nicht mal freiwillige Lerngruppen, ist einfach nicht so mein Ding).

 

Und das erinnert mich sehr an das Sozialpsychologie-Modul, da ging es doch auch um verschiedene Prozesse bei Gruppenaufgaben. Ich glaube, du beschreibst hier sehr schön den Trittbrettfahrer-Effektsoziales Faulenzen und den daraus folgenden Gimpel-Effekt.

 

(Sorry, das nützt dir jetzt auch nichts, aber ich dachte, es ist doch schön, wenn man das Wissen aus dem Studium mal auf ein reales Beispiel anwenden kann ;) )

 

Viel Kraft noch und lass dich nicht zu sehr ärgern! 

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polli_on_the_go

Geschrieben (bearbeitet)

Oh ja, bei uns ist das auch schwieig. Wir haben ja immer wieder Gruppendiskussionen, wo man zusammengewürfelt wird und die prüfungsrelevant sind. Augen zu und durch klappt nicht immer und selber feswegen durchzurauschen ist ja auch keine Alternative. Das Problem zu 90% merkt man so was bei Präsentationen. Hilft dir nicht aber ich drücke dir die Daumen. Oft denke ich auch, dass man mit der Benotung bei Gruppenarbeiten nicht mehr in Sippenhaft genommen werden sollte, dann wäre es halb so wild...putze ich halt mein Zimmer und mein Fach im Kühlschrank und schaue, dass mein Besuch sitzen kann.

Bearbeitet von polli_on_the_go
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TomSon

Geschrieben

Erinnert mich sehr stark an das eine Modul, das ich auf einer Stippvisite an einer schwedischen Uni auch absolvieren musste. Aufgabe war klar, wir hatten uns auf ein GoogleDocs-Dokument geeinigt, um darin die Aufgabe gemeinsam zu lösen. Was macht der erste mit dem GoogleDocs-Dokument? Setzt Katzenbilder und irgendwelche bescheuerten Zitate rein... zur Aufgabenstellung nichts, nada, niente, nüscht! Zum Abgabetermin habe ich mich dann erbarmt und ein paar Lösungen beigesteuert. Aber am Ende haben ich und eine andere Mitstudentin das Projekt gewuppt. Der Katzenbild-Zitate-Typ war verschwunden. 😡😡😡💥

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unrockbar

Geschrieben

vor 56 Minuten schrieb polli_on_the_go:

Oh ja, bei uns ist das auch schwieig. Wir haben ja immer wieder Gruppendiskussionen, wo man zusammengewürfelt wird und die prüfungsrelevant sind. Augen zu und durch klappt nicht immer und selber feswegen durchzurauschen ist ja auch keine Alternative. ... Oft denke ich auch, dass man mit der Benotung bei Gruppenarbeiten nicht mehr in Sippenhaft genommen werden sollte, dann wäre es halb so wild.

Das ist ja schrecklich. Das wäre mein persönlicher Super GAU. Zum Glück liefen alle Gruppenarbeiten immer so ab, dass es nur ums bestehen ging für die Prüfungszulassung oder auch mal eine gemeinsam geschriebene Hausarbeit, wo aber jeder einen eigenen Part zur Bewertung verfasst hat (Methode, Theorie, Auswertung, etc.). Spoiler: Ich habe nicht nur meinen, sondern noch einen weiteren Teil geschrieben, da die entsprechende Person kurz vorher doch keine Lust mehr hatte und wir alle befürchtet haben, eine Hausarbeit ohne Auswertung abzugeben uns allen nicht zugute kommt...

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unrockbar

Geschrieben

vor 40 Minuten schrieb TomSon:

Was macht der erste mit dem GoogleDocs-Dokument? Setzt Katzenbilder und irgendwelche bescheuerten Zitate rein... zur Aufgabenstellung nichts, nada, niente, nüscht! Zum Abgabetermin habe ich mich dann erbarmt und ein paar Lösungen beigesteuert. Aber am Ende haben ich und eine andere Mitstudentin das Projekt gewuppt. Der Katzenbild-Zitate-Typ war verschwunden. 😡😡😡💥

Was zur Hölle 😵 Vielleicht machen wir ein Best of Horrorgruppenarbeiten.

 

Ich denke mir zumindest auch jedesmal: dieses Mal machste nix, lehne mich in diesem Modul auch zurück. Und die Strategie hatte leider noch nie Erfolg. Es artet immer aus in "wer zuerst zuckt", weil Fristen näher rücken und niemand sich verantwortlich fühlt. Breche dann anscheinend als erstes zusammen in dem Beamtenmikado und bewege mich leider immer zuerst.

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DerLenny

Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb polli_on_the_go:

in dem Moment hätten wir alle eigentlich ne 5.0 kassieren müssen, stattdessen wurde er aus der Gruppe entfernt und muste alleine weiter machen. Wollte dann seinen Textteil noch gegen unsere spätere Datenauswertung einer der Umfragen tauschen (die Rohdaten hat er noch bekommen) und war beleidigt, dass wir seinen Text nicht wollten.

 

Wait, what?

Die Geschichte ist Bühnenreif. Ernsthaft.

 

vor 1 Stunde schrieb polli_on_the_go:

haben dann nur noch knapp die Hälfte der Zeit mit der Hälfte der Gruppenmitglieder für die doppelte Arbeit gehabt (150 seiten am Ende) und sind aber mit ner 1.0 belohnt

 

Krass! Gratuliere!

 

vor 1 Stunde schrieb polli_on_the_go:

Braucht kein Mensch.

Naja, Gruppenarbeiten haben ja schon ihren Sinn, wenn die Aufgabe besser / geschickter in ner Gruppe zu lösen ist. Häufig ist dies aber einfach nicht der Fall.

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Muddlehead

Geschrieben (bearbeitet)

Ein Grund wieso alle anderen Anbieter für meinen Master damals rausgeflogen sind. Gruppenarbeit ist einfach Müll - Punkt.

Bearbeitet von Muddlehead
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polli_on_the_go

Geschrieben

vor 2 Stunden schrieb DerLenny:

Ernsthaft

so was bon..Hinterher haben qir darauf auch angestoßen. Wir hatten beide Bock.

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psychodelix

Geschrieben

Ich habe es schon immer gehasst und auch in M 6b - experimentelle Statistik - war ich alles andere als begeistert.

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Alanna

Geschrieben

vor 28 Minuten schrieb psychodelix:

Ich habe es schon immer gehasst und auch in M 6b - experimentelle Statistik - war ich alles andere als begeistert.

 

Und ich bin aus besagten Gründen sehr froh, dass ich M6 noch kurz vor der Teilung abschließen konnte...

 

So richtig schlechte Erfahrungen habe ich mit Gruppenarbeiten bisher nicht gemacht, aber die waren auch alle im Rahmen von Präsenzseminaren. Das ist ja noch mal eine ganz andere Sache, weil der Spaß auf wenige Stunden begrenzt ist. Trotzdem mag ich es einfach lieber, wenn ich eine eigenständige Leistung erbringen kann und auch (nur) für diese benotet werde. Eine (virtuelle) Gruppenarbeit über mehrere Wochen oder sogar Monate stelle ich mir absolut gruselig vor!

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psychodelix

Geschrieben

vor 2 Minuten schrieb Alanna:

Und ich bin aus besagten Gründen sehr froh, dass ich M6 noch kurz vor der Teilung abschließen konnte...

 

M3 (Lernen, Motivation, Emotion) habe ich noch als ein Modul gemacht, das wurde dann auch aufgeteilt.

 

Irgendwie habe ich zwei Jahre zu spät an der FU Hagen angefangen. 😐

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unrockbar

Geschrieben

@psychodelix @Alanna

M6b war eine gemischte Erfahrung tatsächlich für mich.

Einerseits war die Aufgabe so umfangreich, dass es ohne Aufteilung auf mehrere Leute gar nicht machbar war. Und daher war es auch ein tagesfüllendes Pensum über 2-3 Monate dieses Modul. Also anders als mörderanstrengend kann ich es nicht bezeichnen, aber da habe ich zumindest am meisten gelernt.

 

Die Gruppe war so riesig (15 Leute), dass ich es nicht zwingend sinnvolle Gruppenarbeit nennen würde. Allein der Aufwand für halbwegs alle einen Termin zum Besprechen zu finden, quasi unmöglich. Aber da sie so groß war, haben sich 2-3 weitere Leute gefunden innerhalb der 15, die richtig Bock hatten. Von und mit denen habe ich tatsächlich viel gelernt. Wenn man den Frust ignorieren kann über die Leute, die mittendrin noch abspringen, war es sehr bereichernd.

 

Mit den gemischten Gefühlen gehe ich auch ins MM7 Projektmodul. Klingt nach ebenso viel Aufwand mit ebenso viel Gruppenbezug. Ich versuche, es noch so weit es geht nach hinten zu schieben.

Allein die Tatsache, dass wer angemeldet ist, es durchziehen muss oder durchfällt (abmelden nicht möglich), macht mir etwas bange. Offensichtlich haben es viele abgebrochen und das ist für die Verbleibenden anscheinend ein kaum zu händelnder Verlust, sodass die Regel eingeführt werden musste. Na dann ...

 

@DerLenny Da ich die ungeteilte Version nicht mehr kenne, keine Ahnung 😄

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Alanna

Geschrieben (bearbeitet)

Zitat

Warum ist es geteilt schlechter?

 

Ich musste nach fast zehn Jahren ernsthaft mit meinem Gedächtnis kämpfen und noch mal in meine alten Unterlagen schauen. Ich erinnere mich kaum an M6, das auch bei uns eine Gruppenarbeit enthielt (das hatte ich wirklich total vergessen), aber ich erinnere mich genau daran, dass ich eine Bekannte, die ein oder zwei Jahre nach mir angefangen hatte, wegen der Teilung bemitleidet habe.

 

Wir haben in unserer Gruppe ein Experiment am PC durchgeführt. Jeder musste eine Mindestanzahl an Versuchspersonen rekrutieren, am eigenen PC die Übungen absolvieren lassen, die erhobenen Daten aufbereiten und dem Gesamtdatensatz beisteuern. Auch die Datenanalyse musste erst mal jeder selbst duchführen und die Ergebnisse hochladen. Das heißt, ein großer Teil der Aufgaben wurde eigenständig abgearbeitet. Für die Erstellung des Berichts und des Posters haben wir dann Kleingruppen gebildet. Bei der ganzen Sache sind wir sehr engmaschig betreut worden. Ich denke, wenn jemand sich komplett zurückgelehnt hätte, wäre das recht schnell aufgefallen.

Bearbeitet von Alanna
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Alanna

Geschrieben

vor 5 Stunden schrieb unrockbar:

Die Gruppe war so riesig (15 Leute)

 

Laut Modulhandbuch waren wir in M6 max. acht Personen pro Gruppe. Und ich glaube, in unserer Gruppe ist auch zwischendurch keine abgesprungen.

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