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Sand im Getriebe


parksj86

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Nach längerer Pause mal wieder ein Update von mir. Kurz zur Erinnerung: Nach Abschluss meines Masterstudiums Governance an der FernUni hatte ich mich in einer mehr oder weniger spontanen Aktion in Geschichte Europas eingeschrieben. Teils aus Abenteuerlust, teils aus der Angst heraus, mir könnte langweilig werden.

 

Heute, nach 3 Semestern, muss ich konstatieren: Es ist nichts passiert. Ich habe noch nicht eine Prüfung abgelegt. Das liegt zum ein daran, dass mir die Herangehensweise an das Fach als Nicht-Historischer (habe keinen Bachelor in Geschichte oder Kulturwissenschaften) echt schwer fällt. Für Naturwissenschaftler, IT- oder Maschinenbaustudenten mag das komisch klingen, aber zwischen einem Fach wie Geschichte und Politikwissenschaft liegen gefühlt Welten. Die Fragestellungen und Methoden unterscheiden sich deutlich und ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich einen historischen Sachverhalt sozialwissenschaftlich auseinanderpflücken will, noch bevor ich überhaupt weiß, worum es den Autoren des Studienbriefes überhaupt geht. 

 

Hinzu kommt, dass ich seit unserem Umzug vor einem Dreivierteljahr noch weniger Zeit habe, ein paar Stunden täglich mit der Lektüre dicker Studienhefte zu verbringen. Meine Arbeit und mein Arbeitspensum ist da auch wenig hilfreich, zumal ich ja eigentlich keinerlei Druck habe, voranzukommen. Ich habe bereits einen Masterabschluss und mache das nur aus Jux und Dollerei. Insoweit zwinge ich mich auch nicht dazu, abends die Studienhefte herauszuholen. Das ist eigentlich schade, weil das Studienmaterial und der Studiengang bis jetzt aus meiner Sicht echt super aufgebaut sind, d. h. einer klaren Logik bzw. einem Lernziel folgen und die Geschichte Europas aus ganz vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachten. 

 

Hinzu kommt noch ein Fakt, der sich in der letzten Zeit irgendwie so ergeben hat: Ich habe gemerkt, dass ich nach dem ersten FernUni-Master eigentlich noch einmal etwas Praktischeres bräuchte. Klingt vielleicht etwas komisch, aber aktuell bräuchte ich eher ein Studium mit mehr Praxisnähe und Inhalten, die ich unmittelbar auch in meinem Berufsalltag verwenden kann. Das wäre auch ein entscheidender Faktor in Sachen Motivation. Versteht mich nicht falsch: Ich finde die FernUni und ihr Angebot klasse, doch etwas Abwechselung ist manchmal notwendig. 

 

Und daher hat sich in den letzten Wochen auch etwas ergeben: Ich habe mir einen Nebenjob gesucht (ja, ich habe vorhin von meiner mangelnden Freizeit erzählt, ihr habt richtig gelesen). Ab September übernehme ich Stundenweise den Gemeinschaftskunde-Unterricht in einer Fachoberschule (privat). Hat zum einen damit zu tun, dass ich mal ausprobieren wollte wie es ist, Lehrer zu sein. Zum anderen wollte ich mit meinem Master irgendetwas Gescheites anfangen. Und da eine Promotion für mich utopisch ist (jedes Studium, dass ich jetzt noch anfange, ist auch etwas Kompensation in dieser Hinsicht), habe ich eine alte Idee von mir herausgekramt. Noch ist nichts in trockenen Tüchern, aber es sieht aktuell wohl danach aus, dass es klappt. 

 

Und da ich die Pädagogik und das Lehrersein sicher nicht mit der Muttermilch aufgesogen habe, bin ich in den vergangenen Tagen auf die Suche nach etwas professionellem Input gegangen. Und siehe da: Ich habe mich für ein Zertifikatsstudium an der Hamburger Fernhochschule eingeschrieben (Ja, ich bin immer noch der Typ, der über zu wenig Freizeit gejammert hat, -_-). Modul Schulpädagogik. Zum einen wollte ich mal ein anderes Fernstudium ausprobieren, zum anderen soll mir die Weiterbildung helfen, nicht wie der letzte Volltrottel oder Nerd vor jungen Erwachsenen zu stehen und sie 45 bzw. 90 Minuten lang mit irgendwelchen Fachbegriffen, Daten und Sachverhalten zu erschlagen. Ich hatte mir vorher das Interview mit Silberpfeil hier aus dem Forum angesehen, die ja den Bachelor studiert hatte, aus dem das Modul stammt. Hat wesentlich zur Entscheidungsfindung beigetragen. Danke dafür! 

 

Na ja, das soll es erst mal gewesen sein. Ich melde mich bestimmt demnächst, wie es weitergeht.

Bearbeitet von parksj86

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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Silberpfeil

Geschrieben

Danke für die Blumen und schön, dass Dir das Interview weitergeholfen hat.

Falls es „ernst“ wird an der Schule, könnten die Didaktik und Methodik Module für Dich noch hilfreich sein.

VG 

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parksj86

Geschrieben (bearbeitet)

vor 2 Stunden schrieb Silberpfeil:

Falls es „ernst“ wird an der Schule, könnten die Didaktik und Methodik Module für Dich noch hilfreich sein.

VG 

Um ehrlich zu sein, habe ich die schon auf meiner imaginären To-Do-Liste ;) Werde erst mal gucken, wie es an der HFH läuft. Sollte ich mich nicht allzu doof anstellen und das Modul Schulpädagogik klappen, würde ich wohl weitermachen. Dann kämen erst mal Fachdidaktik Sozialkunde und dann die beiden Didaktik- und Methodik-Module dran. Furchtbar, wenn man im Kopf schon zehn Schritte weiter ist als im echten Leben ;) 

Bearbeitet von parksj86
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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Zitat

Klingt vielleicht etwas komisch, aber aktuell bräuchte ich eher ein Studium mit mehr Praxisnähe und Inhalten, die ich unmittelbar auch in meinem Berufsalltag verwenden kann.

 

Klingt für mich gar nicht komisch, sondern logisch. Gerade wenn es hier ja auch darum geht etwas „für sich“ zu tun, soll es ja auch Freude und Abwechslung bringen. 

 

Naja, mit Deinen neuen Plänen dürfte für Abwechslung gesorgt sein. Und wenn die Motivation da ist, findet sich oft auch eher Zeit, als wenn sich zu etwas gezwungen werden soll.

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