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schleichendes Desinteresse

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chillie

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Beinahe schon wieder eine Woche vorbei, diesmal habe ich noch keine 10 Stunden Workload zu vermelden, eher 3,5.

Dafür vermelde ich eine schleichende Abnahme von Interesse an meinem Studium. Immerhin habe ich die letzten Wochen gute Fortschritte erzielt, bei immer kürzeren Aufmerksamkeitsspannen, immer kürzeren (dafür eben häufigeren) Lernabschnitten und immer mehr Ablenkung.

So langsam gipfelt es darin, dass ich so viele Dinge habe von denen ich mich so leicht und gerne ablenken lasse, dass ich nicht mal ein leichtes schlechtes Gewissen habe.

Das schöne Wetter, Termine, Verpflichtungen und einfach Gedanken über die Zukunft und über privates sind so verlockend, dass mich an meinem Studium aktuell so gar nichts reizt.

Der Grund dafür liegt sicherlich nicht nur in der privaten Zukunft, aber wird zum Teil davon beeinflusst. Der Hauptteil liegt aktuell in der Arbeit.

Immerhin habe ich mich in den letzten 2,5 Jahren wiederholt dafür entschieden das Studium bei meinem Arbeitgeber durchzuziehen, trotz unterdurchschnittlicher Bezahlung und trotz (offensichtlich) nicht vorhandener Aufstiegschancen. Mein Grund war und ist die Nähe zu meinem Wohnort (spart immerhin Fahrtkosten) und die damit verbundene zeitliche Freiheit, wer in 4 Minuten Zuhause ist, kann leichter mit Überstunden jonglieren.

Nachdem ich bei meinem AG die Elternzeit von 2 Monaten angekündigt hatte, passierte aber plötzlich etwas. Aufgeschreckt davon, dass ich plötzlich 2 Monate fehlen würde, wurde wohl klar, dass viele Prozesse und Abläufe bisher gar nicht ohne mich geplant waren. Selbst bei 3 Wochen Urlaub findet sich auf meinem Schreibtisch ein großer Haufen an Aufgaben, die niemand anders erledigen will/kann/soll/darf/usw.

Von dieser "Schreckvorstellung" getrieben, wurde plötzlich über Zukunft gesprochen, über Entwicklung und Potential, über Dinge, die ich bisher niemals auf dem Radar hatte, da sie nicht zu allem passen was bisher in dem Unternehmen abgelaufen ist.

Vielleicht ist es ja wirklich gute Absicht, aber nun ist schon wieder April - 3 Monate sind vergangen und die Worte waren leer. Ich warte immer noch auf das Personalentwicklungsgespräch, ich warte immer noch auf die Hilfe ob ich für das letzte Jahr noch einen Zuschuss für das Studium bekommen kann, ich warte immer noch darauf, dass meine Ideen und Vorschläge ernst genommen werden, ich warte auf Unterstüzung meiner Cheffing ... und ich warte auch darauf, dass dafür die teilweise Fehlbesetzung vor Ort nicht mehr in Schutz genommen wird, sondern tatsächliche Personalentwicklung betrieben wird.

Nach der aufkeimenden Hoffnung, dass sich mein Studium in diesem Unternehmen doch bezahlt machen wird, ist nach 3 Monaten nicht mehr viel übrig. Ein großartig angekündigtes Projekt, an dem ich teilnehmen darf/soll entpuppt sich als Massenveranstaltung ... und meine Rückfragen zu o.g. Themen führen nur dazu, dass aktuell wieder andere Themen als Personalentwicklung vorne an stehen :( ... für die 2 Monate meiner Abwesenheit wird es auch keine Vertretung geben, für soetwas gebe es kein Geld - nun gut, das zeigt evtl. die Wertschätzung der Arbeit, denn alle anderen können mich wohl 2 Monate lang ersetzen.

Gerade in meiner jetzigen persönlichen Situation wollte ich einfach sehr gerne daran glauben, dass mir das Studium hier einen direkten Vorteil bringt und es sich lohnt. Es wäre einfach für 1-2 Jahre "angenehm", wenn ich hier vor der Haustür arbeiten könnte, etwas voranbringen und Spaß haben aber dennoch direkt, dank der zeitlichen Komponente, bei der Familie sein könnte, ganz ohne große Karriere sondern einfach

Sicherlich projiziere ich diesen Frust und diese Enttäuschung nun auf das gesamte Studium, weswegen ich aktuell auch so gar keinen Sinn in den Bemühungen sehe. Zusätzlich gibt es so viel mehr, mit dem ich mich viel lieber beschäftige.

Es liegt sogar auf der Hand, dass es absolut gegen das steht, was ich mit dem Studium erreichen wollte ... immerhin habe ich nie geplant bei meinem AG eine Karriere zu machen. Aber dennoch hat mir die letzte Woche so richtig die Motivation geraubt ...

Andere suchen zu Ostern Eier im Garten... ich versuche es mit meinen Gründen dafür, das Studium wieder ernster zu nehmen, mal gucken ob der Osterhase da helfen kann.


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8 Kommentare


Trotzdem ein schönes Osterfest für euch ... auch wenn der Blogeintrag alles andere als "osterlich" klingt.

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Danke wünsche ich natürlich allen Bloglesern dennoch :)

Immerhin scheint das Wetter (wenigstens hier) besser zu sein als gemeldet.

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Auch von mir (aus verscheidenen Gründen auch exterm unmotviert) ein schönes Osterwochenende, meinses verbringe ich nein ich versuche zu lernen, da ich am Donnerstag mal wieder eine Klausur schreibe, eigentlich hätte ich bei der Menge an Stoff gleich zwei schreiben können (müssen), nur hänge ich immer mehr durch und vergammle viel Zeit mit normalen Leben ;) Ich sage mir zwar immer ist doch egal wann ich fertig bin, nur will ich es endlich hinter mir haben.

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hmmm, hört sich ja nicht so doll an :mad:

ich denke, dass es wahrscheinlich auch daran liegt, dass man bei dir Erwartungen geweckt hat, die aber nicht erfüllt wurden...vorher hattest du ein genaues Ziel: studieren und dann weg. Dann hat sich zunächst der Nachwuchs angekündigt (das allein ändert schon die Prioritäten im Leben ganz gewaltig) und dein AG schien wach zu werden...:)

Und da wäre es bequem gewesen, in der Firma bleiben zu können, bis sich das Familienleben zumindest eingependelt hat - also nicht zu viele Veränderungen auf einmal.

versuch doch einfach, mal wieder deine Erwartungen an deinen AG runterzuschrauben. Konzentrier dich im Moment auf dein Privatleben und auf UNL und lass den Rest auf dich zukommen

Frohe Ostern und viele bunte Eier :rolleyes:

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Ach Chillie, wart mal ab bis der kleine Wurm da ist, da werden deine Prioritäten sich ganz verschieben und damit wirst du nicht einmal unglücklich sein.

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Hallo chillie,

das ist natürlich eine sehr traurige Situation. Keine Wertschätzung zu erfahren, kombiniert mit keinen Aufstiegschancen und schlechter Bezahlung -- so etwas schlaucht auf Dauer sehr! Auch wenn man sich dann immer überlegt „wenigstens kann ich so in Ruhe studieren“ ist man doch die meiste Zeit im Beruf unglücklich.

Ich bin in einer ganz ähnlichen Situation wie du. Als Gegenmaßnahme habe ich die Flucht nach vorne angetreten und werde in ein paar Wochen eine ganze andere Stelle antreten: mehr Stress, weniger konstante Arbeitszeiten und in der Probezeit werde ich im Studium auch kürzer treten müssen. Aber das ist es mir wert! Lieber studiere ich ein halbes Jahr länger und bin dafür im Beruf zufrieden.

Ich drücke dir die Daumen, dass du die letzten Zeit noch durchhältst und deine Motivation beibehältst. :)

Viele Grüße

Umlaut

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Warte ab, bis zu 2 Monaten zu Hause warst. Ein Baby ist eine komplette Umstellung. Zwar eine sehr schöne, ich möchte sie nicht missen. Aber, zumindest als Mutter, stehst Du ab sofort ganz weit hinten. Wenn Du alles in der Reihe hast, würde ich mich umsehen. Aber erst dann. Bei einem Arbeitgeber zu bleiben, der alles verspricht und nichts hält, ist demotiverend genug. Ich bin froh, wieder einen Arbeitgeber gefunden zu haben, wo mir die Arbeit Spaß macht. Aber Lernzeit habe ich aktuell höchstens 4 - 5 Stunden die Woche, und das meist am Wochenende. Ich arbeite daran, dass sich dies ändert.

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