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Improved Reading

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Servus

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So, ich hab ja versprochen, dass ich mich hier melde, sobald ich den Improved Reading Kurs gemacht habe, den ich im letzten Jahr hier gewonne habe (Nochmal vielen Dank an Markus an dieser Stelle!)

Dieses Wochenende war es so weit:

Samstag um 10 Uhr musste ich in Ingolstadt sein, also ca. 80 km gefahren sein. Das hieß aufstehen um 7:30 Uhr, gemütlich frühstücken und um 8:30 Uhr losfahren. Auf Gut Aufeld (dort fand der Kurs statt) angekommen stellte sich heraus, dass die anderen 11 Teilnehmer ungefähr in meinem Alter und alle männlich sind - fast nur Zivis, wie der Trainer später sagte.

An diesem ersten Tag ging es vor allem darum, das Tempo beim Lesen zu erhöhen, das Verständnis sollte dann am nächsten Tag folgen. Klang zunächst seltsam, wenn man gesagt bekommt: Lies einfach schnell und wenn du 60% von dem, was du gelesen hast, verstanden hast, ist es super *g* Zunächst einmal ging es darum, zu sehen, wo jeder einzelne startet, also zunächst einen Text lesen und Zeit stoppen. Daraus wurde dann berechnet (bzw. aus einer Tabelle abgelesen), wie viele Wörter das pro Minute sind. Anschließend mussten 10 Fragen zu diesem Text beantwortet werden. Aus diesen beiden Werten WpM (Wörter pro Minute) und Verständnis in % wurde dann die so genannte "ERR (Effective reading rate)" gebildet. Zwischendurch wurden die unterschiedlichsten Augenübungen gemacht, z.B. eine Spalte mit Wörtern (Buchstaben, Ziffern) und noch vier Spalten dahinter, in denen das erste Wort ein, zwei oder keinmal wiederholt wurde. Unsere Aufgabe war es, so schnell wie möglich die Wiederholungen anzustreichen und hinterher zu kontrollieren, wie viele Fehler wir hatten. Auch hier die Message: Mach lieber schnell und dafür mehr Fehler. Denn, so haben wir an diesem Wochenende zur Genüge gehört: Um zu lernen, muss man Fehler machen! Eine ähnliche Übung gab es auch mit Synonymen. Also in der ersten Spalte ein Wort und in den vier Spalten dahinter ein, zwei oder kein Synonym, das gefunden werden wollte - manchmal gab es Diskussionen ;)

Damit wir unsere Lesegeschwindigkeit verbessern können, müssen wir die drei Hauptlesefehler verhindern:

1) Subvokalisieren (leises Mitsprechen entweder mit Lippenbewegung oder im Kopf)

2) Regression (Zurückspringen im Text)

3) Mangelhafte Fixierung (Fixierung auf einzelne Worte)

Dazu bekamen wir einige Tips und Hilfestellungen sowie Erklärungen, wie unser Auge und Gehirn funktioniert und vor allem wie beide zusammenarbeiten, was auch sehr interessant war. Den Tag über wurden eigentlich immer diese Arten von Übungen - Augenübungen und Verständnistest - abgewechselt. Zwischendruch kam der so genannte "Reading Rate Controller" ins Spiel: Ein Gerät, das einen Balken in einer Schiene hat, den man von oben nach unten schieben kann. An diesem Gerät ist noch ein Rad angebracht, an dem man die Geschwindigkeit, in der sich der Balken runterbewegen soll, einstellen kann. Unser Trainer hat immer in den kurzen Pausen für jeden die passende Geschwindigkeit auf den Ergebnisbogen (in den alles eingetragen wurde) geschrieben. Nun sollten wir unterschiedliche Texte in dieser Geschwindigkeit lesen, bevor der Balken den Text verdeckt. (Hat man das jetzt verstanden? Falls nicht, bitte nochmal nachfragen, dann versuche ich nochmal, das zu erklären.)

Schon am Ende dieses Tages konnten wir sehen, dass wir Fortschritte machen und waren begeistert. Am Ende kam noch eine so genannte "Tachistoskop-Übung". Wer das "Augentraining" für den NintendoDS kennt: das Spiel Blitzzahlen, sowohl mit Wörtern als auch Zahlen. Für alle anderen: Für eine sehr kurze Zeit wurden Wörter und Zahlen eingeblendet und wir mussten versuchen, diese zu erkennen - hat auch überraschend gut funktioniert!

Um ca. 17:30 Uhr war dieser erste Tag des Kurses zu Ende und ich vollkommen im Eimer. Aber ich musste ja noch eine Stunde nach Hause fahren....zu allem Überfluss hatten wir abgemacht, uns am Sonntag schon um 9 Uhr zu treffen, da wir dann nachmittags früher fertig sind.

Am Sonntag musste ich also um die unchristliche Zeit 06:45Uhr aufstehen, um, wie unter der Woche auch, um 7:30 Uhr losfahren zu können *gähn* Das Aufstehen fiel mir ungewohnt leicht, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es heute weitergeht.

Alle Teilnehmer haben es geschafft, um punkt 9 Uhr startbereit zu sein! :thumbup: Heute sollte also auch noch das Verständnis ins Spiel kommen. Wir haben verschiedene Techniken kennengelernt, mit den unterschiedlichsten Texten zu arbeiten. Natürlich macht es einen Unterschied, ob man eine Zeitschrift, einen Roman oder einen Studienbrief liest und jeder Text hat seine Eigenarten. So genannte "Sinnsignale" gibt es aber immer - Schlüsselwörter, Hervorhebungen, Überschriften, anhand derer man Hinweise über den Inhalt bekommen kann. Dann wurde uns eine Technik vorgestellt, die chillie im Großen und Ganzen hier bereits ausführlich beschrieben hat. Unser Trainer nannte sie "PQRST" mit den Punkten "Preview", "Question", "Read", "Summarize" und "Test". Von diesem Zeitpunkt an war unsere erste Aufgabe bei den Verständnistest immer, eine Preview zu machen - in wenigen Sekunden die Augen über den Text schweifen lassen, um eventuell schon Schlüsselwörter zu entdecken.

Wenn man bereits Fragen hat, die man beantworten soll, kann man auch den Text auf die relevanten Stellen "scannen" oder einen Text nur überfliegen (oder auch "skimmen").

Sehr wichtig für schnelles lesen mit guten Verständnis ist es, nicht die einzelnen Wörter, sondern Sinngruppen zu fixieren, z.B. Redewendungen wie "mit freundlichen Grüßen". Unser Gehirn nimmt "Grüßen" wahr und wir wissen, was davor steht. Die meisten Sinngruppen enthalten ein Schlüsselwort und mehrere Füllwörter, die wir nicht bewusst wahrnehmen müssen. Wir können ca. eine Breite von 3 - 3,5 cm scharf sehen und zusätzlich nehmen wir peripher noch viel mehr wahr. Wenn man das weiß und nutzen kann, erhöht sich automatisch (und mit viel Übung) die Lesegeschwindigkeit und das Verständnis. Ich habe es vor dem Kurs nicht geglaubt, aber es stimmt tatsächlich!

Fazit: Ich kann diesen Kurs nur empfehlen! Auch wer sowieso schon schnell liest, wird davon profitieren. Ich bin mit 303 WpM gestartet und mein Maximum heute waren 606 WpM bei einem Verständnis von 80%, bzw. 497 WpM mit 100 % Verständnis. Je nachdem ob man von einem Text alles verstehen muss/will oder ob es um einen Gesamtüberblick geht, kann man mit den Techniken spielen und so die Geschwindigkeit variieren. Ich werde mir wahrscheinlich auch ein Buch zum Thema "Speed Reading" zu legen. Denn wer schneller liest, versteht (bis zu einem gewissen Grad) mehr, als wenn er langsamer lesen würde, da das Gehirn besser ausgelastet ist und nicht so leicht abschweift. Ihr könnt euch ja auf www.improved-reading.de informieren. Es gibt auch ein Buch, in dem im Prinzip alle Inhalte des Kurses enthalten sind, inklusive Übungen. Es lohnt sich!


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10 Kommentare


Super, vielen Dank für den super Erfahrungsbericht

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Auch von mir vielen Dank für diesen interessanten Einblick!

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Klingt wirklich interessant. Danke für den ausführlichen Einblick!

Hab auf der verlinkten Website gleich mal den Test gemacht und bin auf 312WPM gekommen.

Kannst du ein bestimmtes Buch zu dem Thema empfehlen?

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Ein sehr interessanter Bericht. Vielen Dank, dass Du so ausführlich berichtet hast!

Was mich aber oft irritiert, ist, dass Abkürzungen wie PQRST verwendet werden. Warum auf englisch, frage ich mich da. Gerade in einem Themenbereich, wo es auf schnelles Verständnis ankommt, könnte man die Dinge doch mal auf Deutsch formulieren? Naja, dies nur am Rande, weil es mir gerade mal wieder so auffiel.

Ich werde mich wohl mal informieren, ob so ein Seminar auch in meiner Nähe angeboten wird.

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Oh, ganz schön ausgebucht und so ganz ohne ist der Preis ja auch nicht.

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Na die Studentenpreise gehen ja noch ziemlich gut im Verlgleich zu den normalen *g*

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Markus Jung

Geschrieben

Vielen Dank für diesen ausführlichen Erfahrungsbericht, der einen sehr guten Eindruck vermittelt. Finde ich super, dass du berichtest, ohne dass ich nochmals hätte nachfragen müssen :-)

Was mich noch interessiert: Eignet sich diese Lesetechnik nur für Papiertexte, oder kann man das auch am PC anwenden?

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Stimmt, Calimerah. Die Studentenpreise hatte ich noch gar nicht gesehen. Habe wohl zu schnell gelesen :laugh:

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@m..e.l.l.a Mit den Büchern hab ich mich noch nicht genauer beschäftigt. Ich werde mal längere Zeit in einem Hugendubel verbringen ;) Das Buch, das man auf www.improved-reading.de bestellen kann, enthält alle Inhalte des Kurses, ich hab das mal durchgeblättert und es sieht gut aus. Der Trainer hat das Speed Reading von Thomas Buzan (ich glaube, er hieß Thomas) empfohlen.

@Markus Darauf ist er leider nicht genauer eingegangen. Aber generell kann man diese Technik auch am PC anwenden. Ich habe vorhin nochmal den Test auf der Seite gemacht und ich finde es am PC schwieriger als auf Papier. Mit etwas Übung klappt das aber auch am PC, denke ich. Es ist anstrengender für die Augen, das hat der Trainer auch erwähnt. Aber er meinte, man könnte diese Techniken auch für E-mails beispielsweise nutzen.

@Lanja Es werden allgemein sehr viele englische Begriffe verwendet. Ich denke, das liegt daran, dass das Konzept aus Amerika kommt und erst seit 2002 auch in Deutschland angeboten wird.

Nach dem Kurs erhält man übrigens (wenn man das möchte) 4-5 Mal in einem Abstand von jeweils 2 Wochen noch Tips, damit man nicht alles wieder vergisst. Außerdem bekommt man ein Zertifikat auf dem der Fortschritt erkennbar ist.

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      Von der Pate in Von Zuhause aus an der Merseyside studieren 8
      als Fernstudent ist man zu einem nicht geringen Teil Einzelkämpfer. Gerade in der Thesis kommt dies nochmal verstärkt hinzu, denn ausser dem Betreuer hat man ja eigentlich mit sonst Niemandem mehr zu tun. Ich habe ja in meinem letzten Blogbeitrag von meinem Problem bei der Thesis, bedingt durch mein berufliches und privates Umfeld, geschrieben. Seitdem sind ein paar Sachen passiert. Die Auflagen um die Verlängerung zu bekommen habe ich erfüllt. Mein Proposal ist fertig. Das Proposal ist für meine Master Thesis das, was das Expose für die Dissertation ist. Mein Betreuer hat mein Proposal erhalten und war sehr zufrieden, er hatte nur 3-4 kleine Anmerkungen die ich heute noch ausarbeite und dann passt es so. Durch das Proposal habe ich auch schon die theoretischen Grundlagen für meine Thesis fast fertig. Ich muss noch ein paar Dinge weiter ausarbeiten, aber das ist alles überschaubar. Mein Betreuer hat mir Mut gemacht und eventuell brauche ich die Fristverlängerung garnicht. Aber soweit möchte ich noch nicht denken, es steht ein Haufen Arbeit vor der Tür. Aber und das macht mir Mut, ich kenne den Betreuer aus einem Modul, als er dort mein Prof war und er hat einen sehr hohen Anspruch, seine erste Rückmeldung ist für mich auf jeden Fall ein Zeichen das ich, wenn ich so weiter mache, die Chance habe das Ergebnis zu erzielen, welches ich mir wünsche. Ich spüre endgültig das Tief hinter mir gelassen zu haben. Diese Woche habe ich jeden Tag bis frühs um 3 - 4 Uhr am Proposal gearbeitet und war den ganzen Tag voller Energie. Am WE werde ich etwas mehr schlafen und weiter an der Arbeit bleiben und wenn ich dann doch die Verlängerung brauche (sie nehmen zu können befreit mich) werde ich mich deswegen auch nicht verrückt machen.
      Ich bin aktuell wieder ganz der Alte und werde am Wochenende ein beachtliches Stück meiner Thesis fertig machen. Ich selbst darf mich nicht hängen lassen und habe zumindest im Vorfeld (auch in einem alten Blogbeitrag beschrieben) wirklich recht behalten mir diesen Betreuer auszusuchen und bin noch immer dankbar, dass er mich genommen hat und mir so den Rücken stärkt und mich motiviert.
       
      Desweiteren gibt es auch sonst noch Neuigkeiten, die Türe mir noch Wünsche zu erfüllen für die ich das Studium benötige, hat sich ein Stück geöffnet und eventuell kann ich da auch bald noch sehr schöne Neuigkeiten präsentieren. 2017 wird ein wichtiges Jahr um meine Zukunft zu gestalten. Ich werde dieses Jahr den Masterabschluß erhalten, ich werde vorraussichtlich das Promotionskolleg beenden um dann (wenn die Thesis Note passt) Ende 2017, Anfang 2018 Doktorant zu werden und beruflich werden sich (nach aktuellem Stand zum Bestandsjob) neue Türen öffnen. Es ist unglaublich wie schnell sich die Welt innerhalb ein paar Tagen drehen kann. Hoffen wir sie behält die Richtung bei.