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Sabine Kanzler-Magrit im Interview: "Ich schreibe nicht immer politisch korrekt!"

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Fernstudienakademie

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Sabine Kanzler-Magrit hat im Frühjahr 2011 den Bewerbungsratgeber „Die Perfekte Bewerbung. Das persönliche Erfolgskonzept bei der Jobsuche“ veröffentlicht.

Im ersten Teil dieses Interviews hat die Autorin erzählt, wie es überhaupt zu diesem Buchprojekt kam und welche persönlichen Ziele sie mit diesem Ratgeberbuch erreichen wollte.

Nun also Teil zwei des Interviews:

Anne Oppermann: Bewerbungsratgeber gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer. Was macht das Besondere an Deinem Buch aus? Was ist sein Alleinstellungsmerkmal?

Sabine Kanzler-Magrit: Das Besondere ist, dass es (eigentlich) kein richtiger Ratgeber ist. Es beschreibt nicht (bis auf wenige Ausnahmen), was ein Bewerber tun sollte und wie er es tun sollte. Es bildet vielmehr den gesamten Beratungsprozess zum Thema „Berufliche Neuorientierung und Bewerbung“ ab, regt zu Bestandsaufnahmen an, zur Beschaffung von Informationen ganz auf die individuelle Situation bezogen. Und es überlässt die Verantwortung dem Leser, dies alles zu bewerten und damit das angemessene und Erfolg versprechende Vorgehen zu finden. Denn Menschen und ihre Lebenswege sind so unterschiedlich, da kann sich keiner anmaßen, für den andern zu wissen, was richtig ist.

A.O.: Wie bist Du bei der Entwicklung dieses Alleinstellungsmerkmals vorgegangen?

S.K.: Ich wusste eigentlich von Anfang an, was ich will, weil ich natürlich die meisten gängigen Bücher des Wettbewerbs gelesen habe. Und ich wusste, was mich da gestört und was mir gefallen hat.

Um mein Wissen zu aktualisieren, habe ich alle einschlägigen Bücher, derer ich habhaft werden konnte, noch mal zusammengesammelt und mir die Gliederungen notiert, wenigstens in groben Zügen. Dabei habe ich festgestellt, dass diese Gliederungen eigentlich alle sehr ähnlich aufgebaut waren. Meine Frage an mich: Wie gehe ich in einer idealtypischen Beratung vor? Wie finden wir – Kunde und ich – gemeinsam heraus, was eigentlich das zu Grunde liegende Ausgangsproblem ist, das bearbeitet werden muss? Mit was für Kunden habe ich es denn zu tun gehabt in den vergangenen Jahren?

Daraus habe ich dann meine Gliederung entwickelt. Zusätzlich weiß ich durch verschiedene Internetforen, dass der Großteil der Bewerber nicht wirklich weiß, wie so ein Einstellungsverfahren tatsächlich abläuft und welche Überlegungen firmenseitig mit herein spielen. Diese Teile habe ich dann in einem informativ-unterhaltenden Leseteil bearbeitet.

A.O.: Auch Du als Autorin trittst ja in gewisser Weise in den Wettbewerb mit den Autoren der anderen Bewerbungsratgeber. Was ist das ganz Besondere an Dir? Was ist Dein „Alleinstellungsmerkmal“ als Autorin?

S.K.: Schwierig, das selbst zu beurteilen. Denn neben den inhaltlichen Fragen betrifft das ja auch den eigenen Schreibstil. Ich fange mal mit dem Inhaltlichen an; das ist einfacher.

Mein Lebenslauf ist gespalten. Im ersten Teil ist er von Tätigkeiten in einem pädagogischen Umfeld geprägt und das mit Menschen, die eher an den Rändern der Gesellschaft zu finden sind als im wohlsituierten Zentrum. Diese Erfahrung gibt einem einen sehr unverstellten Blick auf die Welt: auf die Stärke von Menschen, mit Widrigkeiten zurecht zu kommen, auf die Fähigkeit und die Kraft von Kindern und Jugendlichen, mit schlechten Voraussetzungen etwas aus dem eigenen Leben zu machen. Das zu erleben zeigt auch, wo man scheitern kann und was die Konsequenzen davon sein können. Und es lehrt einen eine eindeutige Sprache. In so einem Umfeld ist das zwar oft die Faust, die auf die Nase donnert, aber das kann man ja auch ein bisschen sozial angemessener machen.

Womit wir beim schwierigen Teil, dem Schreibstil wären. Ich glaube, ich schreibe nicht immer so „politisch korrekt“ wie die Wettbewerber. Und ich versuche, auch bei schwierigen Themen das Komische heraus zu arbeiten. Das ergibt dann oft überraschende Wendungen und Sichtweisen für den Leser. Ich bin der Überzeugung, dass so etwas den eigenen Reflexionsprozess anregt.

A.O.: Was wirst Du noch dafür tun, um Dich und Dein Buch bekannter zu machen?

S.K.: Das Klappern und die selbst geschriebene Lobhudelei ist nicht so mein Ding. Auf alle Fälle werde ich das Internet nutzen, überall dort, wo ich aktiv bin, das Buch kurz vorzustellen. Und dann werde ich die persönlichen Kontakte zu Menschen nutzen, die zum Thema in Zeitungen publizieren, und denen ein Exemplar schicken mit der Frage, ob sie das nicht besprechen möchten.

Zu guter Letzt: Ich schreibe eine regelmäßige Kolumne für eine Jobbörse/Personalberatung. Die wollen in ihrem Newsletter auf das Buch hinweisen, ein Interview abdrucken etc.

Ja, und dann schau'n mer mal. Was ich auf keinen Fall tun werde: Mir positive Kritiken bei Amazon bestellen. So etwas ist zwar üblich, aber ich finde das unwürdig.

A.O.: Danke für Deine interessanten Antworten! ;-)

Was mich jetzt wirklich interessieren würde: Mit diesem Interview hat Sabine Kanzler-Magrit ja schon eine ganze Menge in Sachen Buch- und Selbst-PR gemacht: Sie hat das Buch und sich selbst einer wirklich spannenden Zielgruppe vorgestellt, nämlich Euch Fernstudis, die in naher Zukunft mit ihrem Fernstudium auf dem Arbeitsmarkt Punkte machen wollen.

Ist (durch solche PR wie diese) das Buch von Sabine Kanzler-Magrit für Euch nun „spannender“ und interessanter geworden als vorher? Werdet Ihr jetzt die Buchhandlungen stürmen, um dieses Buch tatsächlich zu bestellen? ;)

Mir geht es dabei (für meinen Fernlehrgang) um die grundsätzliche Frage, was solche PR-Instrumente wie Interviews für einen Autor bzw. sein Buch wirklich bringen.

Vielleicht mögt Ihr dazu Eure Meinung äußern? Vielen Dank!

Anne Oppermann


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6 Kommentare


KanzlerCoaching

Geschrieben

Jetzt sind alle sprachlos, weil sie bestimmt denken, dass sie (verbal) eins auf die Zwölf bekommen von mir, wenn sie was Falsches schreiben.....

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Fernstudienakademie

Geschrieben

Sabine, Du bist in Deinem Kommentar so farblos heute... ;)

Hier kriegt aber keiner was auf die Zwölf, oder?????

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Das Farblose waren die Gedanken, die hier durchs Forum gewabert sind. Kaum laut auszusprechen und schon gar nicht kräftig schwarz zu schreiben!

Und ich finde ja, dass ich eigentlich NIE jemandem was auf die Zwölf gebe und dass ich von Zeit zu Zeit nur ne klare Ansage mache. Das wird aber manchmal falsch verstanden....:blushing:

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werkstattschreiber

Geschrieben

Ist (durch solche PR wie diese) das Buch von Sabine Kanzler-Magrit für Euch nun „spannender“ und interessanter geworden als vorher? Werdet Ihr jetzt die Buchhandlungen stürmen, um dieses Buch tatsächlich zu bestellen?

Ich habe es ja schon in der letzten Post geschrieben, da hatte es schon seinen Reiz: Unbedingt muss ich das Werk lesen. Ich habe gesehen, dass es schon erschienen ist, also ran ans Bestellen! Im Normalfall fällt das nicht in mein bevorzugtes Leserevier. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich bin gespannt. :)

Viele Grüße

werkstattschreiber

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Fernstudienakademie

Geschrieben

Hi Werkstattschreiber

Also so einn bisssssschen scheinen solche PR-Maßnahmen wie hier doch zu bringen! ;)

Dir viel Spaß beim Schmökern - vielleicht hast Du ja Lust, später ein wenig davon zu erzählen, wie Dir das Buch gefallen hat.

Wenn ich mich richtig erinnere, machst Du ja einen Fernkurs für belletristisches Schreiben. Sind dort eigentlich auch Lehrbriefe vorgesehen, in denen man erfährt, was ein Autor selbst für die Vermarktung seiner Werke tun kann?

Viele Grüße

Anne (Oppermann)

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Fernstudienakademie

Geschrieben

Übrigens: Ich habe heute "das gute Stück", also den Bewerbungsatgeber von Sabine Kanzler-Magrit, zum ersten Mal in "echt" in die Finger bekommen.

Er ist optisch wirklich gut gelungen, hat Unmengen von authentischen Bewerbungsunterlagen (natürlich anonymisiert) und lädt zum Mitdenken und Mittun auf. Hier gibts keine 0-8-15 Texte, die man in die eigenen Bewerbungsunterlagen rapp-zapp hineinkopieren könnte. So ist es ja bei den meisten anderen Bewerbungsratgebern üblich...

Nee, man muss sich wirklich selbst etwas überlegen ;) - und dabei wird man vom Buch (bzw. seiner Autorin) sehr gut unterstützt.

Und außerdem gibt es auch noch ein Interview mit mir in dem Buch mit dem wunderbaren Titel "Eigentlich, Frau Oppermann, müssten Sie und Ihr Mann ja zum Prekariat gehören..."

Danke für die Blumen... ;)

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