Blog Fernstudienakademie

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
  • Einträge
    133
  • Kommentare
    1.411
  • Aufrufe
    9.402

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Wie heilt man "Angeberitis"?

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Fernstudienakademie

59 Aufrufe

Im nächsten Schreibworkshop wird’s – wenigstens andeutungsweise – psychologisch. Keine Sorge: Es muss jetzt keiner auf die Couch und einen Seelenstriptease hinlegen. ;)

Mir ist es allerdings in Gesprächen mit vielen Autoren aufgefallen, dass fast allen irgendwann während des Schreibprozesses mal die „Pferde durchgingen“: Da strotzt der Text plötzlich nur so vor Fremdwörtern, die Sätze werden immer verschachtelter und die Inhalte immer hochgestochener.

Dies sind die typischen Anzeichen einer ernsthaften „Angeberitis“. ;)

Und woher kommt diese „Krankheit“?

Viele Autoren ertappen sich irgendwann mal dabei, dass sie gar nicht mehr ausschließlich für ihre Zielgruppe schreiben, sondern im Grunde jemand aus ihrem privaten, beruflichen oder verwandtschaftlichen Umfeld mit ihren – ach so ausgefeilten! – Texten beeindrucken wollen.

Das ist zwar absolut menschlich – aber es tut dem fertigen Text nicht gut: Er wirkt dann sehr schnell unverständlich, überkandidelt und überzogen.

Und bevor jemand fragt: Ja, ich habe auch schon akute Angeberitis-Schübe hinter mir, bei denen ich im Grunde meinen früheren Uniprof beeindrucken wollte – auch wenn der nach meinem Examen wohl nie auf die Idee käme, Nach-Studiumstexte von mir zu lesen. ;)

Und ja: Die Krankheit ist heilbar! ;)

Anne Oppermann

P.S: Kennt Ihr das eigentlich auch bei Euren (Examens-) Arbeiten, dass Ihr nicht nur Euren Prüfer beeindrucken wollt, sondern auch Euren Vater, Eure Mutter, Euren Bruder, Eure Schwester, Euren Frisör...?


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


16 Kommentare


KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich finde ja, der Schreibstil - und damit die Verwendung von Fremdwörten und anspruchsvollen Satzkonstruktionen - hängt von der Zielgruppe ab, die man bedient. Da kann ich es noch so mit kurzen, deutschen Sätzen haben. Wenn ich alle promierten und habilitierten Soziologen erreichen will, dann werde ich die für ein Fachbuch mit diesem Stil eher nicht erreichen.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Ich denke auch, dass die Zielgruppenorientierung ein ganz wichtiges Kriterium ist, ob ein Sachbuch "gut" und überzeugend ist.

Und bei der ein oder anderen sehr gut ausgebildeten Zielgruppe und bei dem ein oder anderen wissenschaftlichen Thema muss sicherlich so ein "Fremdwort-Budenzauber" sein.

Wobei ich aber da das Gefühl habe, dass die Fremdwörter-Nutzung eher abnimmt, je "arrivierter" der Autor in seiner Branche/seiner wiss. Umgebung ist. ;)

Und manches Mal passiert es dann - gerade bei Autoren-Neulingen - doch, dass da die sprachlichen Ebenen durcheinander geraten: Das abgedrehte Fachvokabular, das in der eigenen Examensarbeit abolut berechtigt und notwendig war, hat dann aber in Ratgebern, die sich an "ganz normale Menschen" wenden wollen, nicht mehr wirklich den passenden Platz.

Mir geht es vor allem darum, dass sich Autoren ab und an mal einen Schritt zur Seite stellen und genau überprüfen, ob sie noch wirklich zielgruppengerecht schreiben, oder ob sie im Grunde nur Vater/Mutter/Onkel/Tante/Frisör beeindrucken wollen.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Also ganz ehrlich, ich will wenn überhaupt meinen Prüfer beeindrucken , aber mein privates Umfeld ganz bestimmt nicht.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
krypt0lady

Geschrieben

Also, ich wurde von meinem Tutor, nach meinem ersten Essay sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als dieser mir erklärte, dass verschachtelte Sätze im Englischen ein Zeichen dafür seien, dass man sich nicht klar und deutlich ausdrücken kann.

Außerdem würde Ihn mein Schreibstil an den dieser fürchterlichen deutschen Fachaufsätze erinnern.

Oh je und ich war doch so stolz auf mein erstes Essay gewesen - insbesondere auf meine Satzgebilde, die ich einzeln auf richtige Satzstellung überprüft hatte. :blushing:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich glaube, es ist wirklich schwierig, den angemessen "einfachen" Stil zu finden, der nicht gleichzeitig platt ist, Sachverhalte verkürzt und eigentlich nur schlechtes Deutsch ist. Kennt jemand hier Wolf Schneider?

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Schneider

und hier zum Zuhören...

http://www.sueddeutsche.de/kultur/videokolumne-speak-schneider-in-teufelins-kueche-1.456064

Von ihm stammt, so glaube ich, der folgende Ausspruch zu verständlicher Sprache: "Einer muss sich quälen, entweder der Leser oder der Schreiber."

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

@krypt0lady

Ist doch gut, dass man sich so ein Feedback bereits im Studium abholt und nicht erst dann, wenn man wirklich im Beruf steht. ;)

Machst Du denn jetzt Deine Arbeiten "knackiger"?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

@Sabine

Danke für die Linktipps. Habe mir gerade das "Erpresser"-Video angeguckt. Recht hatta ja, der Herr Schneider, auch wenn er selbst auch nicht so 100 % "ungeschwätzig" daher kommt... ;) ;) ;)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Die Bücher sind aber klasse und sehr witzig!

Und er ist Journalist und bedient das Feuilleton......

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

@Sabine

Darf man im Feuilleton denn mehr schwätzen als anderswo? ;) Bestimmt, oder?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Weiß nicht, ob "mehr"....auf alle Fälle "anders", mehr Hölzchen und Stöckchen?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Wäre also genau unsere Branche, das Feuilleton, oder Sabine? ;)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Ja, bloß für die FAZ oder die ZEIT müssen wir das Niveau noch ein bisschen anheben....

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Leider hat die BILD (meines Wissens nach) ja kein Feuilleton. Sonst wären wir dafür bestimmt das Dream-Team....

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
krypt0lady

Geschrieben

Kennt jemand hier Wolf Schneider?

Ist ja witzig. Ich lese den Kommentar und denke mir "Der Name kommt mir aber bekannt vor ...". Dann schaue ich in mein Regal und da steht es "Deutsch für Profis". Dieses Buch hat mich zum schmunzeln, lachen und auch nachdenklich gestimmt.

Das Buch hab ich auf einem Bücherflohmarkt erstanden. "Man macht aus einem Zwischensatz einen Nebensatz" ist eine Regel, die ich häufig anzuwenden versuche. :rolleyes:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
krypt0lady

Geschrieben

Machst Du denn jetzt Deine Arbeiten "knackiger"?

Ich meine ja. Zumindest hat sich bisher kein Tutor mehr "beschwert". :rolleyes:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • der Pate
      Von der Pate in Von Zuhause aus an der Merseyside studieren 8
      als Fernstudent ist man zu einem nicht geringen Teil Einzelkämpfer. Gerade in der Thesis kommt dies nochmal verstärkt hinzu, denn ausser dem Betreuer hat man ja eigentlich mit sonst Niemandem mehr zu tun. Ich habe ja in meinem letzten Blogbeitrag von meinem Problem bei der Thesis, bedingt durch mein berufliches und privates Umfeld, geschrieben. Seitdem sind ein paar Sachen passiert. Die Auflagen um die Verlängerung zu bekommen habe ich erfüllt. Mein Proposal ist fertig. Das Proposal ist für meine Master Thesis das, was das Expose für die Dissertation ist. Mein Betreuer hat mein Proposal erhalten und war sehr zufrieden, er hatte nur 3-4 kleine Anmerkungen die ich heute noch ausarbeite und dann passt es so. Durch das Proposal habe ich auch schon die theoretischen Grundlagen für meine Thesis fast fertig. Ich muss noch ein paar Dinge weiter ausarbeiten, aber das ist alles überschaubar. Mein Betreuer hat mir Mut gemacht und eventuell brauche ich die Fristverlängerung garnicht. Aber soweit möchte ich noch nicht denken, es steht ein Haufen Arbeit vor der Tür. Aber und das macht mir Mut, ich kenne den Betreuer aus einem Modul, als er dort mein Prof war und er hat einen sehr hohen Anspruch, seine erste Rückmeldung ist für mich auf jeden Fall ein Zeichen das ich, wenn ich so weiter mache, die Chance habe das Ergebnis zu erzielen, welches ich mir wünsche. Ich spüre endgültig das Tief hinter mir gelassen zu haben. Diese Woche habe ich jeden Tag bis frühs um 3 - 4 Uhr am Proposal gearbeitet und war den ganzen Tag voller Energie. Am WE werde ich etwas mehr schlafen und weiter an der Arbeit bleiben und wenn ich dann doch die Verlängerung brauche (sie nehmen zu können befreit mich) werde ich mich deswegen auch nicht verrückt machen.
      Ich bin aktuell wieder ganz der Alte und werde am Wochenende ein beachtliches Stück meiner Thesis fertig machen. Ich selbst darf mich nicht hängen lassen und habe zumindest im Vorfeld (auch in einem alten Blogbeitrag beschrieben) wirklich recht behalten mir diesen Betreuer auszusuchen und bin noch immer dankbar, dass er mich genommen hat und mir so den Rücken stärkt und mich motiviert.
       
      Desweiteren gibt es auch sonst noch Neuigkeiten, die Türe mir noch Wünsche zu erfüllen für die ich das Studium benötige, hat sich ein Stück geöffnet und eventuell kann ich da auch bald noch sehr schöne Neuigkeiten präsentieren. 2017 wird ein wichtiges Jahr um meine Zukunft zu gestalten. Ich werde dieses Jahr den Masterabschluß erhalten, ich werde vorraussichtlich das Promotionskolleg beenden um dann (wenn die Thesis Note passt) Ende 2017, Anfang 2018 Doktorant zu werden und beruflich werden sich (nach aktuellem Stand zum Bestandsjob) neue Türen öffnen. Es ist unglaublich wie schnell sich die Welt innerhalb ein paar Tagen drehen kann. Hoffen wir sie behält die Richtung bei.
    • graphita
      Von graphita in Zu Zweit zum Bsc - Wiwi an der FernUni Hagen 8
      Guten Morgen,
      ein bisschen hab ich überlegt, jetzt habe ich mich doch entschlossen einen Blog zu beginnen.  
      Mit Sommersemester 2017 beginne ich an der Fernuni Hagen Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Der Blog hat aber den Titel "zu zweit", jetzt die Erklärung warum: mein Verlobter, in 6 Tagen mein Ehemann, und ich haben beschlossen gemeinsam zu studieren.
      Wir arbeiten beide Vollzeit, deswegen werden wir in Teilzeit studieren. Ich möchte euch mal unsere Ausgangssituationen schildern.  
      Vor allem mein Verlobter sucht schon länger nach einer Weiterbildungsmöglichkeit. Woran ist es bisher gescheitert? Die Kosten. Und die Zeit. Mein Verlobter arbeitet im Öffentlichen Dienst und hat 10 Stunden Tage, die um 6 Uhr beginnen. Dh wir stehen um 5 Uhr auf, entsprechend müde ist man am Abend und fällt ins Bett. Da am Abend noch von 17-21 Uhr in der Schule oder FH zu sitzen... nicht realistisch. Und die gemeinsame Zeit wird auch nochmal weniger. 
      Ich selber arbeite an einer FH, ich habe nach der Schule schon an der Uni Wien studiert, aber das Leben kam dazwischen und habe mein Studium nicht abgeschlossen. Es war aber auch einfach das falsche Fach, egal. 
      Warum die Fernuni Hagen? Wie gesagt, Thema Weiterbildung war ein paar mal am Tisch. Wir sind beide erst in den 30igern, wir wollen mehr. Aber was tun? Ich selber habe Matura (also Abitur), mein Verlobter hat eine abgeschlossene Berufsausbildung und ist seitdem berufstätig. Im November 2016 bin ich das Thema nochmal angegangen, es musste ja etwas geben, was wir machen können. Und da landete ich auf www.fernstudien.at. 
      Ich war sofort Feuer und Flamme als ich festgestellt habe, dass mein Verlobter auch studieren könnte! Ich hab im Studienzentrum angerufen um abzuklären, ob ich eh nichts falsch verstanden habe und ob mein Verlobter tatsächlich mit Berufsausbildung (KFZ Mechaniker und Elektriker) studieren könnte. Ja, kann er! 3 Jahre Berufstätigkeit hat er ja locker erfüllt! 
      Ich hab ihm davon erzählt und es war beschlossen. Wir werden gemeinsam studieren. Er leitet seit 5 Jahren ein Referat, da hat er sich Wirtschaftswissenschaften für sich ausgesucht. Ich hab gesagt, ich mache auch Wirtschaft, ich würde gerne unterrichten, vielleicht hab ich an meinem Arbeitsplatz später eine Chance auf einen kleinen Lehrauftrag. Wir werden sehen. 
      Wir werden unsere Prüfungen in Linz machen, von Wien brauchen wir ca 2 Std hin. In Wien werden auch zusätzliche LVs im Studienzentrum angeboten, daran wollen wir auch teilnehmen. 
      Ich freue mich einfach auf den Start! 
      So, das war es für´s erste. Bis ganz bald!
       
    • Forensiker
      Von Forensiker in Projekt Master 8
      Hallo liebe Blogleser,
       
      hier ganz druckfrische Informationen aus meinem Mitarbeiterentwicklungsgespräch:
      Der Master geht von Arbeitgeberseite her klar!
       
      Für die Pflicht-Präsenztage bekomme ich Dienstbefreiung, das Anerkennungs-Praktikum darf ich in unserer Einrichtung absolvieren (falls von Seiten der Diploma/MEU zulässig) und die Masterarbeit darf ich auch hier schreiben. Außerdem wird mir unser Ltd. Psychologe während des Studiums für fachliche Fragen zur Seite stehen.
      Nur Geld gibt´s keines. Womit ich aber leben kann, da die Studiengebühren ja als Werbungskosten geltend gemacht werden können.
       
      Jetzt bleibt nur noch die Hürde, in den Studiengang aufgenommen zu werden. Genaue Infos gibt es aber leider noch nicht. Die Diploma geht davon aus, dass es in zwei Wochen soweit sein wird.
       
       
      Drückt mir die Daumen!
       
      So long...
      Forensiker