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2. Präsenzwoche

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Eastside

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Nach meinem letzten Blogeintrag sollte dieser eigentlich kurz darauf folgen, aber zeitlich war ich zu sehr mit dem zweiten Leistungsnachweis beschäftigt. Aber immer der Reihe nach…

Die zweite Präsenzwoche hatte Ende Mai stattgefunden und ein neues Gesicht hatte sich auch in der Gruppe eingefunden. Dafür fehlten aber auch schon zwei Kommilitonen. Die Themen dieser Woche waren mehr dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften einzuordnen und bestanden aus folgenden Haupthemen:

- Baugrund

- Finanzbuchhaltung

- Baustoffkunde / Bauchemie

- Kosten- Leistungsrechnung

- Baukalkulation

Am ersten Tag bekam man den obligatorischen DIN A4 Ordner mit den Inhalten dieser Woche. Dieser sah anfänglich noch recht leer aus, aber das sollte sich im laufe Woche noch ändern und zum Schluss war der Ordner auch wieder Randvoll. Also zu früh gefreut ;-)

In der Woche stand auch die erste Klausur an, mit meinem absoluten „Lieblingsgebiet“: Baustatik bzw. Tragwerkslehre. Wie ich im letzten Eintrag noch nicht erwähnt habe, hatte der Professor so ca. 1.5 Jahre meiner letzten Ausbildung in 10 Stunden durchgearbeitet. Die Geschwindigkeit war enorm und wer vorher noch nie damit zu tun hatte, für den war es sicherlich ein Schock bzw. eine eigentlich unlösbare Aufgabe 5 Wochen später die Klausur zu bestehen. Die Statik-Klausur wird nicht benotet und dient einzig und allein um alle Mitstudenten auf ein Level zu bringen. Für einen Bauingenieur sicherlich nicht alt zu schwer, aber für Architekten, Bautechniker doch eine Herausforderung. Wie bereits geschrieben findet keine Benotung statt, es gibt nur Bestanden oder nicht Bestanden. Im Falle des nicht Bestehens hat man noch 2 Chancen…

Stunde X kam und erst mal war ich überrascht, dass alle Hilfsmittel in der Klausur erlaubt waren, bis auf programmierbare Taschenrechnen und Laptops und es folgte auch gleich der nächste Schock: 7 Aufgaben in 60 Minuten. Um das Ganze in eine Relation zu bringen: In meiner Abschlussarbeit kamen 4 Aufgaben gleicher Größenordnung in 90 Minuten dran, ich gehöre eigentlich immer zu den schnelleren beim abarbeiten von Klausuren und trotzdem bin ich damals geradeso fertig geworden.

In der Klausur habe ich mit den einfachsten Aufgaben begonnen und habe ich mich dann den Schwierigkeitsgrad nach oben gearbeitet. Einen Wimpernschlag später waren die 60 Minuten schon um ;-) Schnell noch die möglichen Punkte gezählt und mir ahnte schon schlimmes, gerade mal die Hälfte der maximal erreichbaren Punkte. Gut, ich hoffte auf eine „40%-reichen-Regelung“ und dann gleich der nächste Schock 50 % :-( Jetzt waren die Chancen äußerst gering, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die restliche Themengebiete waren eigentlich nicht der Rede wert, alles schon mal irgendwie gehabt, nur nicht so ausführlich. Aber eine Menge gelernt besonders wenn darum ging über den Tellerrand hinaus zuschauen. Hat definitiv Spaß gemacht…

Der Freitagnachmittag nähert sich und wir bekamen endlich das Thema für den zweiten Leistungsnachweis: Fassadensanierung – Kostenschätzung nach DIN 276, Ausschreibungs-Leistungsverzeichnis und Angebot erstellen. Theoretisch jetzt nicht unbedingt die Herausforderung, aber da die Woche schon so einige Überraschungsmomente hatte, irrte ich mich in diesem Fall mal wieder gewaltig. Zum Glück hatte ich die anschließende Woche mal Urlaub…

Die vorgegebenen Eckdaten waren ziemlich bescheiden, die Mengen, die Rohlöhne, ein paar prozentuale Angaben und das war es auch schon. Hätte alles auf eine halbe DIN A4 Seite gepasst! Was es zu tun gab war klar, das Ziel war auch klar, nur der Weg dorthin war es nicht. Alles was nicht in der Aufgabenstellung stand musste als Annahme getroffen werden und entsprechend erklärt werden. Bearbeitungszeit waren 5 Wochen und wenn ich den Aufwand dafür Schätze komme ich bestimmt auf 120 Stunden, inkl. Recherche. Anfangsdachte ich: “1 Wochenende und das Ding ist fertig“.

Da wie schon beim ersten Leistungsnachweis alle ins kalte Wasser geworfen worden, bin ich mir sicher dass es so bleiben wird. Also wer sich für diesen Studiengang interessiert, dem sollte bitte bewusst sein, das es keine vorgefertigten Lösungen gibt, es gibt keine Beispiele, keine Muster oder ähnliches. Keiner sagt tue dies oder das! Die Vorlesungen zeigen grob die Möglichkeiten in der Theorie und Praktisch muss man es sich selbst erarbeiten. Ich persönlich finde diese Art der Lehre besser, es kommt nicht darauf an Dinge auswendig zu lernen sondern sie anzuwenden. Im Beispiel der Fassadensanierung fängt es an: Wo bekomme ich die Kostenkennwerte für die Kostenschätzung her, wie ist der Bauablauf und die Technik bei den auszuführenden Arbeiten, wie schreibe ich die Leistung aus und wie kalkuliere ich die Preise? All diese Sachen bekommt man nicht dazu, um die muss man sich selbst kümmern!!!

Also wer denkt er bekommt für seine Studiengebühren alles Brühwarm serviert, für den ist dieser Studiengang sicherlich nicht zu empfehlen. Man braucht trotzdem sekundär Literatur und muss sich in die einzelnen Themengebiete einlesen.

Das soll es auch schon wieder von mir gewesen sein. Der nächste Eintrag wird sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassen, immerhin schreibe ich ja immer in der Vergangenheit…

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