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die Suche nach neuen Wegen

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paulaken

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Offensichtlich ist, dass ich momentan über meine Grenzen gehe und gewaltig damit Baden gehen werde.

Und nun?

Privat kann ich nichts ändern, die Aufgaben sind da, die Aufgaben haben höchste Priorität und können nicht ignoriert werden.

Jobsuche läuft, aber im Stillen bin ich für jeden Tag froh, wo ich keine Zusage bekomme. Ich schaffe es momentan einfach nicht. 50h unterwegs, Kinder, Familie, die zugehörigen Baustellen und meine eigene Belastungsgrenze im Auge zu behalten sind einfach erstmal nicht möglich. Der Doc heute, Facharzt seines Zeichens, empfahl eine Tagesklinik, weil ein stationärer Aufenthalt nicht möglich ist. Tagesklinik wird es sicher auch nicht, geht nicht, passt nicht in den Tag, dafür hat dieser deutlich zu wenig Stunden, aber er bestätigt mich, dass meine Herangehensweise die richtige ist. Da werde ich massiver mich hinter klemmen und dann sehen, ob es reicht.

Nur das Studium hat gerade gar keinen Platz. Anfang Januar ist schon die Prüfung für VWL, zwei Wochen später TI (und das ist ein richtiger Hammer) und eine Woche später ist schon Bunchführung dran.

Ich schiebe die verschiedensten Möglichkeiten im Kopf umher:

1. alle Prüfungen abmelden und den Rest des Semesters nichts tun. Nächstes hätte ich dann 2 Prüfungen und das danach 3. Und wäre damit wieder ganz regulär in der Regelstudienzeit. Ich bin ja erst zweites Semester und wollte nächstes schon ins Hauptstudium starten.

2. weiter machen und sehen, was klappt und was nicht. Notfalls durchfallen und dann am Ende des Semesters sehen, was noch offen ist. Dabei muss ich aber in Kauf nehmen, dass die Noten nicht meinen Vorstellungen und meinem Können entsprechen. Auch würde es am Ego kratzen. Ich bin gewaltig ehrgeizig in diesem Studium und will mir selbst beweisen, dass ich es schaffe.

Und dann bleibt noch die letzte Frage, ob ich nicht doch eine Härtefallantrag wegen Programmieren stelle.

Pro:

Die Note ist definitiv nicht das, was ich wirklich kann

Ich bewerbe mich mit der aktuellen Notenübersicht und da kommt das richtig schlecht

Contra:

Wo bringe ich das noch unter und ist es den Stress wert?

Den Dozenten habe ich angeschrieben, er hat sehr viel Verständnis und meint, dass es ein Härtefall ist, er gern eine erneute Prüfung stellen würde, ich mich aber an den Prüfungsausschuß (inklusive seiner Einschätzung) wenden soll.

Ich weiß es nicht, ich stehe nur noch vor einem Berg und drehe mich gedanklich im Kreis.

Aber ein wenig positives gibt es doch: da der Facharzttermin heute rund 2h Fahrtzeit entfernt war, habe ich 4h VWL gelesen und markiert. Nun muss ich die 250 Seiten (von 440) nur noch anhand der Beispielprüfungen zusammenfassen und lernen. Und die anderen 200 Seiten natürlich auch.


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6 Kommentare


Ich habe den Eindruck, wenn du wirklich etwas ändern willst, dann musst du deine Variante 1 durchziehen: ein Semester lang gar nichts für das Studium tun. Mir kommt es so vor als dass du zwar immer am Anschlag bist, aber trotzdem immer noch etwas reinquetschen willst, anstatt einmal etwas sein zu lassen (schnell den Dozenten anschreiben, schnell 4h VWL lernen,...).

Obwohl du deine Prioritäten klar setzt (und zwar auf eine Art, die ich sehr gut finde) werden deine Familie und dein übriges Umfeld deinen Stress spüren und früher oder später auf irgend eine Art darauf reagieren.

Allerdings ist das nur der Eindruck, den ich von deinem Blog habe. Ich kenne weder dich noch dein Umfeld, deswegen ist es unmöglich, etwas zur wirklichen Situation zu schreiben - nur zu dem, was du hier schreibst.

Wie auch immer, ich wünsche dir, dass du eine für dich und dein Umfeld gut gangbare Lösung findest!

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Markus Jung

Geschrieben

Nur das Studium hat gerade gar keinen Platz.

Meiner Meinung nach sagt dieser Satz doch schon, was jetzt hinsichtlich des Studiums das Beste wäre. Du schreibst ja nicht "wenig Platz", sondern "gar keinen Platz". Also Variante 1. Und wie Du schreibst, bleibst Du damit ja sogar noch in der Regelstudienzeit. Also, finde ich, ist da noch nichtmals ein schlechtes Gewissen nötig. Und wenn Du dann die Zeit nutzen kannst, um auf den anderen Baustellen was zu tun, vielleicht aber auch ganz besonders mal was für Dich persönlich zu tun, dann kannst Du danach auch mit neuer Energie an das Studium ran gehen.

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Ich würde auch zur 1. Variante greifen. Du wirkst abgehetzt. Wenn du so weitermachst kann es passieten das du im Burnout landest. Und ich finde du hast für das 1. Semester mehr als genug geschafft. Nimm dir die Zeit die du brauchst und atme erst mal durch. Entspanne dich und entferne die Baustellen welche dich möglicherweise im Studium ausbremsen. Das schaffst du schon und zwar auch mit weniger Druck. ;)

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Ihr habt Recht und das weiß ich eigentlich auch. Das Problem ist dabei nur, dass ich mich als Versager fühle, wenn ich mich von den Prüfungen abmelde.

Das ist ein Grundsatzproblem von mir: extrem Hohe Erwartungen an mich selbst und keine Chance, die zurück zu schrauben...

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nach meiner Meinung wärst du dann alles andere als ein Versager: es ist auch eine Fähigkeit und eine Leistung, eine Situation realistisch einzuschätzen, Prioritäten zu setzen und dann dementsprechende Entscheidungen zu treffen und zu diesen auch mit allen Konsequenzen zu stehen.

etwas probieren und wenn's dann nicht klappt, die Schuld auf andere und auf "die Umstände" zu schieben - das kann jeder

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Markus Jung

Geschrieben

Das Problem ist dabei nur, dass ich mich als Versager fühle, wenn ich mich von den Prüfungen abmelde.

Wie schlimm wäre es, wenn Du Dich ggf. dann so fühlen würdest? Und wie lange würde das Gefühl anhalten? Würde es vielleicht durch andere, positive Gefühle überstrahlt, wenn Du in anderen Bereichen schneller voran kommst und danach dann auch merkst, dass es im Studium noch besser läuft?

extrem Hohe Erwartungen an mich selbst und keine Chance, die zurück zu schrauben...

Etwas platt ausgedrückt: Besser selbst schrauben, als wenn andere oder der eigene Körper irgendwann schrauben.

Aber wie schon weiter oben von Rumpelstilz geschrieben: Wir kennen Dich nicht bzw. nur einen ganz kleinen Ausschnitt von Dir und können so auch nur unsere eigene Meinung und Erfahrung schildern.

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      als Fernstudent ist man zu einem nicht geringen Teil Einzelkämpfer. Gerade in der Thesis kommt dies nochmal verstärkt hinzu, denn ausser dem Betreuer hat man ja eigentlich mit sonst Niemandem mehr zu tun. Ich habe ja in meinem letzten Blogbeitrag von meinem Problem bei der Thesis, bedingt durch mein berufliches und privates Umfeld, geschrieben. Seitdem sind ein paar Sachen passiert. Die Auflagen um die Verlängerung zu bekommen habe ich erfüllt. Mein Proposal ist fertig. Das Proposal ist für meine Master Thesis das, was das Expose für die Dissertation ist. Mein Betreuer hat mein Proposal erhalten und war sehr zufrieden, er hatte nur 3-4 kleine Anmerkungen die ich heute noch ausarbeite und dann passt es so. Durch das Proposal habe ich auch schon die theoretischen Grundlagen für meine Thesis fast fertig. Ich muss noch ein paar Dinge weiter ausarbeiten, aber das ist alles überschaubar. Mein Betreuer hat mir Mut gemacht und eventuell brauche ich die Fristverlängerung garnicht. Aber soweit möchte ich noch nicht denken, es steht ein Haufen Arbeit vor der Tür. Aber und das macht mir Mut, ich kenne den Betreuer aus einem Modul, als er dort mein Prof war und er hat einen sehr hohen Anspruch, seine erste Rückmeldung ist für mich auf jeden Fall ein Zeichen das ich, wenn ich so weiter mache, die Chance habe das Ergebnis zu erzielen, welches ich mir wünsche. Ich spüre endgültig das Tief hinter mir gelassen zu haben. Diese Woche habe ich jeden Tag bis frühs um 3 - 4 Uhr am Proposal gearbeitet und war den ganzen Tag voller Energie. Am WE werde ich etwas mehr schlafen und weiter an der Arbeit bleiben und wenn ich dann doch die Verlängerung brauche (sie nehmen zu können befreit mich) werde ich mich deswegen auch nicht verrückt machen.
      Ich bin aktuell wieder ganz der Alte und werde am Wochenende ein beachtliches Stück meiner Thesis fertig machen. Ich selbst darf mich nicht hängen lassen und habe zumindest im Vorfeld (auch in einem alten Blogbeitrag beschrieben) wirklich recht behalten mir diesen Betreuer auszusuchen und bin noch immer dankbar, dass er mich genommen hat und mir so den Rücken stärkt und mich motiviert.
       
      Desweiteren gibt es auch sonst noch Neuigkeiten, die Türe mir noch Wünsche zu erfüllen für die ich das Studium benötige, hat sich ein Stück geöffnet und eventuell kann ich da auch bald noch sehr schöne Neuigkeiten präsentieren. 2017 wird ein wichtiges Jahr um meine Zukunft zu gestalten. Ich werde dieses Jahr den Masterabschluß erhalten, ich werde vorraussichtlich das Promotionskolleg beenden um dann (wenn die Thesis Note passt) Ende 2017, Anfang 2018 Doktorant zu werden und beruflich werden sich (nach aktuellem Stand zum Bestandsjob) neue Türen öffnen. Es ist unglaublich wie schnell sich die Welt innerhalb ein paar Tagen drehen kann. Hoffen wir sie behält die Richtung bei.