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Fernlehrgang SachbuchautorIn: "Schriftsteller sein ist toll - wenn nur..."

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Fernstudienakademie

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"Schriftsteller sein ist toll - wenn nur das Schreiben nicht wäre!"

Diesen Satz habe ich neulich in einem ganz witzigen und motivierenden Essay von Andreas Eschbach gelesen. In diesem Essay richtet sich Eschenbach zwar vornehmlich an Romanautoren, aber viele seiner Beobachtungen treffen sicherlich auch auf angehende Sachbuchautoren zu.

http://www.andreaseschbach.de/schreiben/page21/page25/page25.html

Das Schriftstellerdasein scheint einen gewissen Reiz auszuüben

Aber gibt es das wirklich: Menschen, die zwar liebend gerne ein Buch veröffentlichen würden, aber in Wirklichkeit gar nicht schreiben wollen?

Ich glaube ja! Mir geht es z.B. immer so, wenn ich in meinem weiteren Bekanntenkreis erzähle, was ich beruflich mache. Ich berichte dann, dass ich mein Geld mit dem Schreiben (von Lehrbriefen und Büchern) verdiene. Viele bekommen dann einen ganz verträumten Blick und murmeln: „Oooh, so was würde ich auch gerne machen!“

Der Schreiberalltag ist gar nicht so aufregend

Manche dieser verträumt dreinschauenden Gestalten fragen dann aber noch weiter: „Und wie machst Du das so?“

Dann berichte ich von meinem Autorenalltag, der nun soo spektakulär auch nicht ist:

  • Für jeden Text, den ich verfasse, muss ich recherchieren, sei es im Internet oder in Bibliotheken.
  • Bevor ich nur ein Wort zu meinem „aktuellen“ Thema verfasst haben, muss ich bestimmt 20-30 Bücher (zumindest „quer“) gelesen haben.
  • An der Gliederung meines Textes arbeite ich sehr intensiv – und bin nach jeder einzigen „Gliederungssession“ völlig (!) platt.
  • Ich versuche, dass ich jeden Tag (!), also möglichst auch am Wochenende, in die Tasten haue. So bleibe ich am besten auf Betriebstemperatur und muss mich nicht immer wieder neu in meine Texte einfinden.
  • Wenn der Text „an sich“ fertig ist, kommt noch jede Menge Kleinkram, der einfach dazugehört: Korrektur lesen, Layout überprüfen, Literaturverzeichnis checken usw., usw..

Watt mutt, datt mutt

Die meisten der schriftstellerischen Tätigkeiten sind sicherlich sehr spannend, manche aber auch erheblich weniger. Aber Kneifen gilt nicht: Wer, wenn nicht ich, sollte auch diesen langweiligeren Kleinkram übernehmen? Es ist eben so: „Watt mutt, datt mutt!“

Wenn ich dann von diesem – manchmal auch langweiligen – Autorenalltag erzählt habe, schwindet bei meinem Gegenüber der verträumte Gesichtsausdruck sehr schnell: „Ach, soooo hätte ich mir das nicht vorgestellt!“

Für mich (und die meisten meiner Schreiberkollegen) ist der Autorenberuf aber nach wie vor der tollste Job, den es gibt.

So viel Freiheit, so viel selbstbestimmtes Arbeiten und so viele Flow-Erlebnisse, wie sie die meisten Autoren aus ihrem Alltag kennen, gibt es mit Sicherheit nicht in jedem Beruf.

Allerdings hat dieser Job auch seine Schattenseiten: Man weiß nie, wie viel Geld man am Ende des Monats auf dem Konto hat, man muss sich immer wieder selbst motivieren und mit Kritik umzugehen lernen.

Anne Oppermann


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15 Kommentare


werkstattschreiber

Geschrieben

Man weiß nie, wie viel Geld man am Ende des Monats auf dem Konto hat, man muss sich immer wieder selbst motivieren und mit Kritik umzugehen lernen.

Das ist ja bei vielen anderen Jobs ähnlich, sowohl auf das Geld als auch auf die Selbstmotivation bezogen. Selbstständige, auf freiberuflicher Basis Tätige, etc.

Der Umgang und das Jonglieren mit Wörtern, Sätzen, der Sprache und somit auch mit dem Leser hat etwas, alleine das würde es rechtfertigen, ein Schreiberdasein zu führen, zweitrangig, ob das angedachte Buch jetzt Geld in die Kasse spült oder nicht. Wenn ich vom Roman-schreiben leben müsste, würde ich wohl verhungern müssen, aber es gibt andere Jobs, bei denen geschrieben wird. Die Recherchearbeit ist ein notwendiger Teil des Schreibens. Ich empfinde das nicht als lästig. Ich erfahre oft Dinge über das Gefragte / Gesuchte hinaus.

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Wenn man so toll mit der Sprache umgehen kann wie du, Anne, dann ist das sicherlich ein Traumjob.:)

Bei meinen Haus- und erst recht bei den Diplomarbeiten ist mir immer wieder aufgefallen, wie aufwändig die Phase der Überarbeitung ist. Als das "Rohgerüst" erst mal stand, war das zwar erst mal befreiend, aber die eigentliche Arbeit kam danach. Und auch heute ist es so, dass es mir immer wieder passiert, dass ich den letzten Teil, der auch viel mit dem von dir beschriebenen "Fizzelkram" bestückt ist, unterschätze.

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich glaube, die Leichtigkeit, "toll mit Sprache umgehen können", also einen gut lesbaren Text schreiben zu können, der inhaltlich gewissen Anforderungen genügt, wird gewaltig überschätzt.

Die Recherche ist Arbeit, das Gliedern ist Arbeit - und das auch, wenn man sich schon mit der Thematik auskennt; das Schreiben ist dann erst recht Areit. Man stellt sich so vor, dass man jeden Tag ein paar Seiten in die Tastatur haut und freut sich an manchen Tagen dann ein Loch in den Bauch, wenn es grade mal eine Seite wird, die den eigenen Ansprüchen genügt.

Wie viele Seiten produzierst Du denn so im Durchschnitt am Tag? Von einem Lehrbrief? Text im Buch? Blogbeiträge?

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Ich denke, so ist es doch mit den meisten sogenannten Traumjobs: Für einige Leute ist es wirklich die Erfüllung eines Traumes, sie auszuführen. Dafür nehmen sie den "langweiligen Kleinkram" gerne in Kauf. Für diejenigen, die sich nur die schönen Seiten erträumen, häufig sogar nicht einmal die eigentliche Tätigkeit, sondern eher das drumherum und das Image, ist dieser Kleinkram abschreckend.

Weiterhin viel Erfolg, mit Traumhaftem und Kleinkram!

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Fernstudienakademie

Geschrieben

Danke schon mal für Euer nettes Feedback! :)

@Sabine: Mein Text-Output (bzw. mein Text-Ausschuss *g*) variiert sehr: An manchen Tagen kommt niente zusammen, wenn ich z.B. vornehmlich in Recherchedingen unterwegs bin.

An "normalen" Tagen kommen 5-6 Seiten raus, an guten 10 und manchmal gibt es Tage des "Kampfdichtens", an denen ich zwar wie wild in die Tasten haue, aber der Text nun nicht wirklich zu überzeugen weiß. Dann muss ich den verunglückten Text am nächsten Tag noch mal zeitaufwändig überarbeiten - oder neu schreiben.

Blogbeiträge kommen bei mir extra; da dauert das Schreiben eines Beitrags im Normfall ca. 20-30 Minuten.

Wie viel schafft Ihr denn so pro Schreibsession?

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Das ist ganz unterschiedlich. Aber für die Blogs, vor allem für die bei salesjob, brauche ich länger

Der hier ging schnell, da habe ich ca. 1 Stunde gebraucht. Aber Thema und Sinn und Zweck waren da klar:

https://www.salesjob.de/vertriebsinfo/magazin/blogs/kanzlerin/sind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-social-media/

Für den habe ich erheblich länger gebraucht.

Erstens: das Thema zu finden und so zu formulieren, dass niemand (vor allem nicht die aktuell in der Diskussion befindlichen Unternehmen) sich ganz offensichtlich auf die Zehen getreten fühlen. Schließlich weiß ich nicht, welche Unternehmen bei salesjob Kunde sind.

Zweitens: keinen lesenden Vertriebler vor den Kopf zu stoßen - denn das ist die Zielgruppe der Plattform.

Drittens: Eine "Moral von der Geschicht" so zu formulieren, dass jeder zustimmend nicken und vielleicht noch lachen kann.

https://www.salesjob.de/vertriebsinfo/magazin/blogs/kanzlerin/die-sache-mit-der-identifikation/

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Eindeutig weniger!

Hinsichtlich recherchierter Texte benötige ich gefühlt "ewig" bis etwas zu Papier kommt. Das spontane Schreiben aus dem Kopf fällt mir wiederum gar nicht schwer. Eine Mail oder einen Geschäftsbrief tippe ich selbst bei schwierigen Situationen ziemlich schnell (gleiches gilt für Blogs).

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Das "spontane Schreiben aus dem Kopf" geht bei mir auch schnell - vor allem, wenn ich es unter einem Pseudonym schreibe oder der Leserkreis (wie bei einem geschäftlichen Brief) überschaubar ist.

Bei den Zugriffszahlen von der salesjob-Seite und aufgrund der Tatsache, dass die Beträge in deren Newsletter angeteasert werden, habe ich einen gewissen Hang zur Sorgfalt entwickelt! ;)

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Fernstudienakademie

Geschrieben

Interssant, wie Ihr das mit dem "Dichten" haltet; also scheint (wenig überraschend ;)) die Zielgruppe ein entscheidendes Merkmal zu sein:

Profs und Dozenten - da gibt man gerne alles

Kunden und Blogleser eines Corporate Blogs, denen man auf keinen Fall auf die Füße treten darf, sind auch nicht soo einfach zu bespaßen.

Private Blogleser sind eher kein Problem.

Geschäfstbriefe sind vielleicht deshalb relativ einfach zu wuppen, weil man da schon ein gewisses Inventar an Formulierungen im Hinterkopf hat, auf das man zurückgreifen kann?? (Wie siehst Du das, Chillie?)

Ich frage mich gerade, wie ich das Bloggen hier sehe: Da ich - anders als Sabine - nie "schlimmen Wahrheiten" zu überbringen habe, an denen die Leser vielleicht zu knacken hätten, kann ich in diesem Blog recht entspannt zur Sache gehen.

Weil es im Grunde ja ein "Corporate Blog" ist muss ich natürlich immer höflich sein - aber das bin ich eigentlich meistens. (Sabine oder sonst wer, wenn Ihr jetzt widersprecht, dann...;))

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich widerspreche nur bei "... MUSS ich natürlich immer höflich sein ..."

"Höflich" ist ja gerne auch ein Synonym für "glatt" und das ist dann eins für "langweilig". Dann liest mich aber keiner mehr. In diesem Sinne finde ich "höflich" einen unpassenden Begriff! Ein bisschen "auf die Füße treten" muss schon sein, mindestens aber so nahe kommen, dass sich die Leser aus ihrer Komfortzone heraus bewegen müssen.

Das gilt meiner Einschätzung nach aber für alle Texte.

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Markus Jung

Geschrieben

Du brauchst nur 20-30 Minuten für einen Blogbeitrag? Beachtlich, was in der Zeit für eine gut Qualität heraus kommt. Da bist Du wohl wirklich ein sehr effizient arbeitender Profi. Ich brauche deutlich länger.

In Deinem Beitrag schreibst Du, dass Du möglichst jeden Tag in die Tasten haust, auch am Wochenende. Ist es nicht so, dass Du manchmal auch Pausen brauchst, um den Kopf mal wieder komplett frei zu bekommen - zumindest mir geht es so.

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Geschäfstbriefe sind vielleicht deshalb relativ einfach zu wuppen, weil man da schon ein gewisses Inventar an Formulierungen im Hinterkopf hat, auf das man zurückgreifen kann?? (Wie siehst Du das, Chillie?)

Das ist sicher ein Punkt, wobei ich mir selbst auferlegt habe jeden Brief (und das sind im Jahr 2012 meist nur noch WIRKLICH WICHTIGE Sachen) neu zu schreiben, nichts finde ich als Kunde schlimmer als Standardformulierungen und Baukästen.

Allerdings habe ich den Vorteil das ich die Beweggründe und meist auch die Person selbst ,die Empfänger ist, gut kenne. Somit ist es ja eher die besser ausformulierte Version eines Gesprächs.

Je größer der Adressatenkreis eines Dokumentes ist, desto höher ist auch bei mir der Aufwand. Wobei ich das tatsächlich eher daran fest mache, in wie weit ich die Reaktionen des Lesers einschätzen kann. Je diffuser das ganze ist um so mehr feile ich am Text. Insbesondere an Schulungsunterlagen die ich für meine Kunden erstelle - hieran muss ich ja nicht nur mich sondern die ganze Dienstleistung messen lassen. Dabei geht es auch deutlich weniger um geschliffene Formulierungen sondern um schnörkellose und unmissverständliche Kommunikation ... eines der für mich schwierigsten Dinge in der Textproduktion.

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Fernstudienakademie

Geschrieben

@Markus

Danke für die Blumen! ;)

Ich muss zugeben, dass ich natürlich noch die Zeiten hinzurechnen muss, in der ich mir Ideen für neue Blogbeiträge überlege.

Ich hab auf dem Schreibtisch ein Eckchen reserviert für Artikel, Internetbeiträge, Links, Ideen... was ich denn mal in nächster Zeit bebloggen könnte. Auf dem Stapel sammelt sich dann so einiges, was ich dann nach und nach abarbeite.

Zur Wochenendarbeit: Da mache ich schon weniger, auch weil dann natürlich die Familienzeit im Vordergrund steht. Aber wenn ich am Sonntag eine Idee für einen neuen Blogbeitrag habe oder ich in einem Internetforum Fragen finde, auf die ich einigermaßen gescheit antworten könnte, dann mache ich das auch.

Aber Du kennst es doch auch, Markus: Selbst und ständig - und oft eben auch am Wochenende! ;)

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Markus Jung

Geschrieben

wenn ich am Sonntag eine Idee für einen neuen Blogbeitrag habe oder ich in einem Internetforum Fragen finde, auf die ich einigermaßen gescheit antworten könnte, dann mache ich das auch.

Ja, ähnlich praktiziere ich das auch. Wenn eine Idee da ist, wird sie sofort schriftlich fixiert. Ausarbeiten würde ich sie dann evtl. aber erst später.

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Für mich wäre das nichts - ich empfand das Schreiben der Bachelorarbeit schon als wirkliche Arbeit. Ich hatte Spaß daran, mich in das Thema einzuarbeiten. Die Recherche war ultraspannend (und hat sogar dazu eingeladen, weit über das eigentliche Thema hinaus zu blicken) und das Zusammenfassen der Ergebnisse hat mir auch Spaß gemacht.

ABER: das eigentliche Tippen der Arbeit, die Überarbeitung, die Gliederung usw. waren wirklich Arbeit.

Wenn ich geschäftliche e-Mails schreibe (bei uns gibts keine Brief-Post - ich bin in der IT), dann geht das ultra schnell. Je nach Adressat variiert dann auch der Grad der Höflichkeit (hört sich jetzt doof an - ich schreibe natürlich mit jedem höflich, aber ein Vorstand verlangt andere "Floskeln" als ein normaler 08/15-Anwender) und die Ausführlichkeit technischer Erläuterungen. Diese Texte kann ich meist einfach runterschreiben - hier hilft mir natürlich die große Erfahrung.

Weiterhin verfasse ich natürlich technische Dokumentationen - dort sind aber Gliederungen häufig vorgegeben und man füllt lediglich (sinnvoll) aus.

Blogeinträge habe ich bisher nur auf FI.de verfasst - die gingen auch immer sehr schnell, ich musste mich dann aber zumindest zum nochmaligen Durchlesen aufraffen ;)

Aber: Hauptsache ist doch, man hat Spaß am Beruf - sonst artet der schließlich in Arbeit aus.

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      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
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      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.