Blog Fernstudienakademie

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
  • Einträge
    133
  • Kommentare
    1.411
  • Aufrufe
    9.355

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Das Pech liegt auf der Treppe (Teil 1)

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Fernstudienakademie

67 Aufrufe

Die meisten Autoren kennen das Gefühl: Der Briefträger hat geklingelt, man geht zum Briefkasten – und schon auf dem Treppenabsatz merkt man, was die Uhr geschlagen hat: Wieder einmal liegt dort ein großer, brauner Umschlag mit dem Absender „Verlag XY“. Und wieder einmal wird dieser Briefumschlag (wie schon die vorherigen zehn von anderen Verlagen) eine Absage enthalten: Das Pech liegt eben auf der Treppe!

Absagen als Gute-Laune-Killer

Die ersten fünf Absagen nimmt man ja vielleicht noch sportlich, aber spätestens wenn Absage sechs bis zehn daheim eintrudeln, ist irgendwann Schluss mit der guten Laune. Manche Autoren fühlen sich durch solche Absagen wirklich bis ins Herz getroffen und zweifeln an ihren schriftstellerischen Fähigkeiten.

Die meisten Absagen sind vom Ton her freundlich gehalten, aber wenig individuell. Da liest man dann, dass das eigene Buchprojekt zwar „recht interessant“ sei, aber dass es leider nicht ins Programm des Verlages passe. Zum Schluss bekommt man dann noch ein paar gute Wünsche mit auf den Weg gegeben, dass es ja vielleicht bei einem anderen Verlag klappen könnte.

Es gibt inzwischen fast nur noch standardisierte Absagen

Viele Autoren bemängeln, dass solche standardisierten Absagen ihnen nicht wirklich weiter hülfen. Manche von ihnen möchten lieber konkrete Hinweise erhalten, was denn am jeweiligen Buchprojekt verbesserungswürdig wäre:

  • Ist die Zielgruppe vielleicht zu klein?
  • Ist das Thema nicht spannend genug?
  • Stimmt der Sprachgebrauch nicht?
  • Ist der Autor gar kein Fachmann/keine Fachfrau für das Thema?

Wenn das Lektorat in einer Verlagsabsage all diese Fragen beantworten würde, wäre das aus Autorensicht sicherlich ganz spannend – aber kaum ein Lektor hat so viel Zeit, sich derart lange mit einem Buchprojekt zu beschäftigen, das vom Verlag eh nicht angenommen werden wird.

Ein erfahrener Lektor kann einem Autor auf die Sprünge helfen

Selbstverständlich können solche Lektoren-Tipps enorm wertvoll sein: Ein erfahrener Lektor kann einem Autor wirklich auf die Sprünge helfen und ihm Hinweise geben, mit welchen Veränderungen aus dem Buchprojekt doch noch – vielleicht bei einem anderen Verlag – etwas werden könnte.

Allerdings muss man sich klar machen, dass jeder Lektor seinen ganz eigenen Zugang zum Text und seine ganz eigenen Kriterien zu dessen Bewertung hat. Wenn dem einen Lektor der Sprachstil eines Buches vielleicht zu „wissenschaftlich“ ist, kann genau dieser Sprachstil bei einem anderen Verlag und einem anderen Lektor gerade passend sein.

So kann es einem Autor passieren, dass er von verschiedenen Lektoren Tipps und Verbesserungsvorschläge bekommt, die sich ggf. sogar widersprechen. Und dann? Dann ist der Autor im Prinzip genau so schlau wie vorher und muss sich selbst überlegen, was er aus diesen Hinweisen macht.

Im nächsten Blogbeitrag soll es dann um die Frage gehen, wie man am besten mit Verlagsabsagen umgeht.

P.S.: Ihr kennt das "Pech-Treppe-Phänomen" ja vielleicht auch aus Euren Bewerbungszeiten. Wie geht Ihr damit um?


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


5 Kommentare


Wer trifft denn normalerweise den Entscheid über eine Absage? Derjenige, der das tut, muss ja seine Gründe haben. Wäre es nicht möglich, diese ganz knapp in die Absage einzufügen? Anstatt "passt nicht in das Programm des Verlages" wären ja sogar einfach andere Textbausteine möglich. Oder haben die Verlage Angst, ihre Gründe preiszugeben?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

@rumpelstilz

In den meisten Fällen ist es der Lektor, der darüber entscheidet, ob das Exposé überhaupt an die anderen Abteilungen des Verlags weiter gereicht wird. Er ist also die "erste Hürde", die es zu nehmen gilt. Manchmal scheitert ein Buchprojekt aber auch erst in der zweiten Runde, wenn die Programmkonferenz (mit allen Verlagsabteilungen) zusammentritt und über das kommende Programm entscheidet.

Zu den Absagen: Da lässt sich kaum ein Verlag allzu gerne in die Karten gucken. Textbausteine gibt es schon, z.B. dass man die avisierte Zielgruppe für zu klein hält.

Mit jeder individuelleren Antwort gibt ein Lektor dem Autor allerdings eine Steilvorlage für weitere Diskussionen - und dafür hat er meist keine Zeit.

Außerdem will ein Verlag ja auch keinen potenziellen Kunden (= den Autor) verlieren, weil man ihm mit einer individuellen Absage auf die Füße getreten ist. Solche Geschichten machen dann auch gerne (z.B. m Internet) die Runde, so dass im schlimmsten Falle das Image des Verlages Schaden nehmen könnte.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich sehe das ein bisschen wie bei Absagen auf eine Bewerbung - und schließe mich damit den Argumenten von Anne an.

"Passt nicht ins Programm" ist einen Absage, die alle möglichen Gründe enthält, mit der man nichts falsch machen kann und die endgültig ist.

"Sprachlich für die Füße - das kann kein Mensch mehr als fünf Seiten lang ertragen" öffnet die Tür für Diskussionen und Beschimpfungen aller Art, obwohl es vermutlich ziemlich oft einfach so ist.

"Inhaltlich zu flach" als Begründung führt zu einem Hickhack, wer nun wirklich der Fachmann ist zum Thema.

Standardabsagen bekommt man klassischerweise immer dann, wenn sich der Absender nicht wirklich mit einem auseinandersetzen will. Die Gründe kann man manchmal ganz einfach herausbekommen, wenn man sein "Werk" auch kritischen Lesern mit der Bitte um Ehrlichkeit gibt. Aber schimpfen auf die Unfähigkeit der Welt, den künftigen Bestsellerautor in einem zu erkennen, ist halt egoschonender.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Das habe ich mir beinahe gedacht: Dass man weitere Diskussionen (wohl zu Recht) fürchtet und dass alle Informationen schnell die Runde machen. Danke für die Anwort!

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Ich glaube die Standardabsagen bei Bewerbungen aller Art (also sowohl mit Büchern als auch um Stellen) haben neben den schon genannten Gründen Effizienz bzw. Vermeidung von Diskussionen auch immer noch einen rechtlichen Grund, dass man sich nicht angreifbar machen möchte. Dies vermutlich insbesondere bei Bewerbungen um Jobs. Wenn da in den Bewerbungen stehen würde "zu ungepflegt", "schlechte Umgangsformen", "mangelnde Beherrschung der deutschen Sprache" etc., würde sich mancher vermutlich diskriminiert fühlen und einige vielleicht sogar versuchen, rechtlich dagegen vorzugehen. Dann lieber ein Standard-Schreiben, das vom Hausjuristen "abgesegnet" wurde.

Aus meiner Bewerbungszeit um einen Ausbildungsplatz (ich habe mich auch nach meiner Zusage fleißig weiter beworben, weil das jedes Mal einen Tag schulfrei gab und ich die Tests und Gespräche ganz spannend fand) kann ich mich nur an einen einzigen Fall erinnern, wo mir in einer Absage nach einem Test angeboten wurde, telefonisch weitere Details zu erfragen. Das habe ich dann auch gemacht und mir wurde sehr freundlich erläutert, in welchen Bereichen ich Stärken gezeigt hatte und wo die Schwächen lagen.

Nach Gesprächen habe ich ein- bis zwei Mal ein direktes Feedback bekommen, wenn die Entscheidung direkt nach dem Gespräch erfolgt ist.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • FeThe
      Von FeThe in SRH Riedlingen: Medien- und Kommunikationsmanagement (B.A.) 5
      Es waren verrückte zwei Monate. Eine einzige Begegnung im Supermarkt (kitschig wie im Hollywood-Film) kann plötzlich alles durcheinander bringen. Und dann wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie viel Zeit das Fernstudium doch kostet.
       
      Irgendwie konnte ich mir die Zeit in den ersten Semestern gut organisieren. Das lag einfach daran, dass ich mich kaum nach jemandem richten musste. Der Arbeitgeber ist flexibel, ich bin in keinem Verein aktiv, der mir feste Termine vorschreibt, meine Familie wohnt so weit weg, dass ich den Kontakt häufig nur per Telefon pflege und auch meine Freunde nehmen so viel Rücksicht, dass sie mir bei Hausarbeiten und Klausurvorbereitung in keinster Weise „im Weg stehen". So war es kein Problem die Abende der Woche mal beim Sport oder mal vor der Studienbriefen zu verbringen. Ich kam gut durch und konnte meine selbst gesteckten Ziele einhalten.
       
      Doch dann kam der (zugegeben positive) Windstoß, der mein Kartenhaus-Zeitkonstrukt zusammenbrechen ließ. Plötzlich war da ein neuer Mensch mit dem man gern Zeit verbringen und ihn in den Alltag integrieren möchte. Und dann fällt auf, dass dafür im Fernstudien-Konstrukt gar kein richtiger Platz ist. Alle Wochentage waren mit Arbeit bis zum frühen Abend und mit Sport und Studium am Abend reserviert. Die Tage am Wochenende am Vormittag mit Studium, ab Nachmittag mit Freunden und Unternehmungen.
       
      In der Euphorie musste das Fernstudium in den letzten Wochen dann ganz hinten anstehen. Auf Dauer kann das nicht funktionieren, weshalb das Kartenhaus gerade neu zusammengesetzt wird. Mein Respekt vor denen, die neben sich selbst und ihrer Motivation noch den Partner, Kinder und den vielleicht nicht ganz so flexiblen Arbeitgeber organiseren müssen, ist gehörig gewachsen.
       
      Und mein Stolz darauf, hoffentlich im nächsten Jahr das Fernstudium abzuschließen, wird sicher auch nicht weniger werden
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Nanu, was ist das? Der Mount Everest vielleicht?
      Nein, es sind über 300 Seiten Statistik-Skripte aus MM1, die mir (inklusive die dazugehörigen Onlinevorlesungen) noch fehlen - bis Ende Januar. Nun ja, theoretisch würde bis Ende Februar ja ausreichen, denn die Klausur ist erst am 3.März. Aber daraus wird nichts, weil ich diesen Zeitraum für die Hausarbeit aus MM2 brauche. Als Vollzeit-Studi hat man ja gerade mal 3 Wochen Zeit, diese zu bewältigen  In 2 Wochen ist auch noch die dazugehörige Präsenzphase zur Hausarbeit vor Ort in Hagen. Glücklicherweise ist Hagen ja nur 1 Stunde Zugfahrt von hier entfernt - dennoch gibt es zum Teil nur mysteriöse Verbindungen dorthin. Teilweise habe ich schon überlegt, dort ein Hotel zu buchen, aber nee, ich mag nicht. 

      Irgendwie schade. Man klotzt, und klotzt, und klotzt....ran und wird doch nie fertig bzw. erreicht nie einen Modus, in dem man sich sicher genug für die PRüfung fühlt. Selbst wenn ich die Statistik noch ganz durch bekomme, bleibt keine Zeit, diese Unmengen an Skripten (es gibt ja noch mehr, nämlich die, die ich schon bearbeitet habe!) nochmal zu wiederholen. 
      Immerhin sitzen mal wieder alle in einem Boot, auch in anderen Foren ist zurzeit überall Panik wegen des Zeitdrucks ausgebrochen. Wenigstens hab ich zwei von 5 Kursen schon ganz abgeschlossen und ein weiterer ist nicht prüfungsrelevant, wenn auch Teil der Hausarbeit (wird aber reichen, sich währenddessen gezielt mit Fragestellungen daraus zu beschäftigen).
      Trotzdem ist da wieder dieses blöde Gefühl der Unvollständigkeit, des Zeitdrucks und des ganzen Oh-nein-ich-schaffs-nichts!. Wenigstens schweigt das schlechte Gewissen, denn ich kann wirklich behaupten, an jeder freien Minute dran zu sitzen.
      Muss man jetzt durch.  
    • Forensiker
      Von Forensiker in Projekt Master 10
      Hallo liebe Blogleser,
       
      mein Fahrplan zum Master steht.
      Die letzten Monate hatte ich einige (große) private (und kleine berufliche) Baustellen, die ich (mit externer Unterstützung!) erfreulicherweise mittlerweile alle zu meiner vollsten Zufriedenheit abarbeiten konnte. So bin ich aus der bewältigten (Lebens-)Krise tatsächlich gestärkt heraus gegangen.
       
      Wie dem auch sei. Vom Mitarbeiterentwicklungsgespräch mit meinem Chef am 20.01.2017 hängt es ab, wie es mit meinen Masterplänen weitergeht.
       
      Geplant habe ich, dass ich den Master nur mit dem Support meines Arbeitgebers stemmen möchte. Daher möchte ich meinen Chef von M.Sc. Psychologie der MEU/Diploma Hochschule überzeugen, was allerdings nach Rücksprache mit unserem Ltd. Psychologen kein Problem sein sollte, der sich den Studiengang näher angeschaut hat.
       
      Es geht mir nicht einmal um eine finanzielle Unterstützung, sondern einfach um etwas (moralischen) Beistand und die Möglichkeit, das psychologische Anerkennungspraktikum in unserer Ambulanz absolvieren zu können. Außerdem würde ich 3 Jahre auf meine Fortbildungstage inkl. Budget verzichten, um an den Pflichtseminaren des Studiengangs teilnehmen zu können.
       
      Sollten wir keinen gemeinsamen Nenner finden, würde ich privat allerdings kein Masterstudium absolvieren wollen.
       
      Aber auch die Aufnahme in den Studiengang mit einem Auswahlverfahren und begrenzten Studienplätzen (30) stellt noch eine weitere Hürde dar.
       
      Was die Entscheidung zum M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt "Klinische Psychologie") betrifft:
       
      Ganz ehrlich - was sollte ich sonst machen? Ich bin Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, das Bachelorstudium hatte einen großen klinischen Anteil und ich arbeite therapeutisch, habe viele therapeutische, klinische Weiterbildungen absolviert und bin beruflich seit Jahren in diesem Bereich fest im Sattel.
      Nichts liegt also näher, Synergieeffekte zu nutzen und die Praxis mit fundierter Theorie zu untermauern, um zusätzlich auch alles schwarz auf weiß auf dem Papier nachweisen zu können.
       
      So Long...
      Forensiker