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Wunschdenken: Meine perfekte Studienbrief-Fehler-Meldestelle

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Cyrano

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Wer kennt das nicht: gemeckert wird gerne, schnell und unbedacht - konstruktive Vorschläge, die zur Verbesserung eines Produkts oder Prozesses beitragen könnten, lassen dann aber gerne auf sich warten. Auch ich hab mich in meinem letzten Blogbeitrag bzw. den Kommentaren dazu recht weit aus dem Fenster gelehnt und angedacht, einmal die Studienbrief-Fehler-Meldestelle (im Folgenden: "SFM") meiner Träume zu skizzieren und damit vielleicht eine Alternative der bislang bei der IUBH praktizierten Meldemechanismen in den Raum zu stellen. Ein paar Tage konnte ich mich anschließend hinter meinem "Institutionenökonomik"-Skript verstecken, aber heute hat sich das Gewissen gemeldet und mir dezent gedeutet, ich sollte den großen Worten auch Taten folgen lassen. Also, ran an den Speck!

Fangen wir einmal mit einer Bestandsaufnahme der eigentlichen Bedürfnisse der Nutzer an:

Der Student…

  • …steckt, wenn er einen möglichen Fehler im Skript findet, in der Regel mitten im Lernen. Eigentlich erhofft er sich von dem Lehrbrief Unterstützung und eine klare Referenz, auf die er sich ohne Einschränkung verlassen kann. Nun taucht aber eine Situation auf, die ihn verunsichert. Er sucht Hilfe.
  • …will auf diese Hilfe nicht lange warten. Der selbst aufgestellte Lehrplan ist bei Verzögerungen in Gefahr, eine Prüfung steht vielleicht vor der Türe und von der Aussage "Fehler ja oder nein" hängt ggf. für ihn die Entscheidung ab, ob er das Studienthema bereits verstanden hat oder nicht. Eine fachliche Bewertung muss also schnell her.
  • …glaubt eigentlich nicht an Fehler im Studienbrief, sondern sucht das Problem erst einmal bei sich selber. In so einer Situation offen direkten Kontakt zum akademischen Personal zu suchen bedarf einer gewissen Entschlossenheit.
  • …will den Fehler nicht öffentlich diskutieren, sondern eine klare Antwort auf die Frage, ob ein Fehler vorliegt oder nicht. Ist er doch motivationsfreudig, dann möchte er zumindest irgendwann eine verbindliche Antwort.
  • …will nicht durch Diskussionen von Kommilitonen über angebliche Fehler, die er selbst nicht erkannt hat, verwirrt werden.
  • …will auch kleine Fehler können (wie z.B. Tippfehler, fehlende Worte im Skript) melden können, ohne als Oberlehrer darzustehen.
  • …hat ein Interesse daran, über neue Fehler zeitnah informiert zu werden.

Der Fernstudienanbieter (Philipp, korrigier mich bitte, wenn ich falsch liege)…

  • …ist über Fehler zunächst einmal nicht glücklich und möchte diese gerne schnell korrigieren.
  • …ist auf die Mithilfe der Studenten angewiesen, um möglichst alle Fehler zu erkennen und zu korrigieren (hundert Augen sehen mehr als zehn).
  • …kann angebliche Fehler häufig selbst nicht beurteilen, sondern ist auf die Entscheidung der entsprechenden akademischen Kursbetreuer angewiesen.
  • …hat keine Möglichkeit, Studienbriefe sehr häufig zu aktualisieren, da hiermit auch immer Layout-Arbeiten verbunden sind.
  • …muss durchaus kämpfen, um über die hohe Anzahl der Studienbriefe den Überblick zu behalten.
  • …hat auch noch andere Dinge zu tun und möchte mit der Korrektur von Lernunterlagen nicht mehr Zeit als unbedingt nötig verbringen.
  • …möchte ungern großes Geld in teure Software für diesen Zweck investieren.
  • …möchte alternativ die Verantwortung für die Fehlerkorrektur aber vielleicht auch komplett an den akademischen Kursbetreuuer auslagern.

Der akademische Betreuuer des Kurses (wenn ich einer wäre)…

  • …freut sich über alle erkannten Fehler, die korrigiert werden können.
  • …möchte seinen Studenten Klarheit verschaffen und Probleme schnell aufklären können.
  • …kann andererseits nicht jede Anfrage eines Studenten im Detail diskutieren, wenn tatsächlich gar kein Fehler vorliegt.

Das Tolle an dieser Situation ist, dass eigentlich alle drei Seiten das gleiche Ergebnis erzielen wollen: schnelle Korrektur der Fehler mit möglichst geringem Aufwand. Interessenskonflikte gibt es vielleicht hier und da zwischen den Studenten (die gerne alle Fragen im Detail direkt mit dem Kursbetreuer klären würden) und eben diesem (der nicht zu viel Zeit aufwenden möchte, um über seine - korrekten - Skripte zu diskutieren), allerdings treten diese wohl unabhängig von der Wahl einer SFM auf, sobald der Betreuuer für die Studenten direkt erreichbar ist.

Während ich mir über dieses Thema Gedanken gemacht habe, ist mir aufgefallen, wie unglaublich viele Analogien es zwischen der Entwicklung von Studienbriefen und Software gibt: Beide werden in der Regel von eher unbedarften Benutzern eingesetzt und von einer "höheren" Stelle ausgegeben und betreut. Beide erscheinen in der Regel in Versionsschritten, die aufeinander aufbauen. Und beide strotzen insbesondere am Anfang vor Fehlern.

Insbesondere bei Open Source Software, aber auch bei proprietären Systemen, kommen hier in der IT-Welt immer häufiger sogenannte Bugtracker zum Einsatz. Hierbei handelt es sich - im einfachsten Sinne betrachtet - um eine große Datenbank von gemeldeten Fehlern. Nutzer der Software können hier - auch ohne großes Know-How - Fehler in einem einfachen Formular melden, aber auch von anderen Nutzern bereits gemeldete Fehler kommentieren. Allerdings ist ein solcher Bugtracker keine Informations-Einbahnstraße: Auch die Entwickler der Software lesen natürlich die Fehlerberichte. Sie bewerten diese (Liegt ein Fehler vor? Wie schwerwiegend ist er?) und weisen sie einem Programmierer zu, der für die Behebung zuständig ist. Außerdem geben sie bekannt, in welcher zukünftigen Version der Software der Fehler voraussichtlich behoben sein wird.

Wäre es nicht wunderbar, ein solches System auch für Studienskript-Fehler zur Verfügung zu haben?

Das ganze könnte wie folgt ablaufen:

  • Klein-Cyrano findet heute in seinem Studienbrief "Forschungsökonomik" einen Fehler in einer Selbstkontrollfrage. Diese ist im Lösungsheft seiner Meinung nach falsch beantwortet.
  • Er sucht im SFM-System nach ein paar Stichworten, um festzustellen, ob ein solcher Fehler schon gemeldet wurde. Das ist nicht der Fall.
  • Er ruft ein einfaches, übersichtliches Formular auf und macht einige Angaben zum Fehler: Um welchen Kurs geht es? Auf welcher Seite befindet sich der Fehler? Handelt es sich um einen inhaltlichen Fehler oder um einen Tipp-/Satzfehler? Dazu kommt natürlich noch eine kurze Beschreibung und ab geht die Post. Ab diesem Zeitpunkt können andere Studenten, die mit dem gleichen Skript arbeiten, sehen, dass ein möglicher Fehler gemeldet wurde. Ggf. können Sie diesen sogar kommentieren.
  • Eine zentrale Fehlerannahmestelle beim Fernstudienanbieter wird automatisch über die neue Fehlermeldung informiert. Je nach Gestaltung der internen Prozesse oder Art des Fehlers wird nun entweder der Fehler in den Quelldateien des Studienbriefes direkt korrigiert oder der Betreuuer des Kurses mit einer Prüfung beauftragt (im System). Auch darüber werden Cyrano und alle anderen interessierten Studenten informiert.
  • Der Kursbetreuuer schaut sich die Meldung an, kommentiert diese und ändert den Status der Meldung beispielsweise auf "geprüft - kein Fehler" oder auch "geprüft - wird behoben in Studienbrief Ausgabe 2". Gleichzeitig kann er direkt in der SFM eine Korrektur zur Verfügung stellen, um alle Unklarheiten bei den Studenten zu beseitigen. Dann schließt er den Vorgang.
  • Cyrano wird über diese Änderung automatisch informiert und ist glücklich mit der Antwort des Betreuers.
  • Steht nun das Layout/der Druck der nächsten Studienbriefausgabe an, müssen nur noch alle Fehlermeldungen in die Quelldateien übernommen werden. Es geht definitiv kein Fehler verloren.

Was haben wir nun von dem ganzen Aufwand?

  • Der Student bekommt eine schnelle Antwort auf den gemeldeten Fehler. Kann gerade keine Antwort gegeben werden, weiß er zumindest, wo die Meldung gerade "hängt" und kann die zuständige Stelle notfalls direkt kontaktieren. Es gibt keine überflüssigen Diskussionen und alle bereits gemeldeten Fehler können einfach durchsucht werden.
  • Die Studiengangsadministration hat stets einen Überblick über den Zustand der Skripte und muss keine Angst haben, dass ein Kursbetreuuer seinen Studienbrief vernachlässigt. Fehler bleiben nicht unbemerkt, da die Studenten durch die einfache Meldemethode zum aktiven Melden von Fehlern animiert werden.
  • Der Kursbetreuer kann sich darauf verlassen, dass alle Fehler im Skript in der SFM auflaufen und bei Kontaktaufnahme über sonstige Kanäle direkt hierauf verweisen. Auch er behält den Überblick und kann mit wenig Aufwand direkt mit vielen Studenten kommunizieren.

Zu schön, um wahr zu sein? Sicher lauern auf dem Weg zu einem solchen System sicher hier und da ein paar Gefahren, die primär in der Auswahl und Installation einer geeigneten Softwarelösung zu suchen wären. Zwar gibt es mittlerweile dutzende Bugtracking-Systeme, allerdings sind diese nach wie vor primär eben für Software und nicht für Printerzeugnisse ausgelegt. Wie aufwendig eine Anpassung wäre, und ob der Aufwand hierfür nicht sogar die Entwicklung (im Sinne von "Programmierung") einer kleinen eigenen SFM rechtfertigen würde, müsste in jedem Fall untersucht werden (ich gehe davon aus, dass für eine Eigenentwicklung ein Investment von vier bis fünf "Studenten" nötig wäre - das ginge doch noch, oder?). Letztlich steht und fällt der Erfolg einer solchen Lösung mit der Benutzerfreundlichkeit für die Endnutzer, für die die alternative Meldemethode (per E-Mail) immer nur einen Klick entfernt ist - und ist diese methodisch noch so unterlegen. Dennoch könnte ich mir insbesondere bei einem langfristig angelegten Fernstudienprojekt, das noch in den Kinderschuhen steckt, durchaus vorstellen, dass sich die Investition in ein solches System schon mittelfristig auszahlt - und das mit jedem neuen Studiengang, neuen Kurs und neuen Lehrbrief ein wenig mehr.

Beim Schreiben habe ich gemerkt, dass dieser Artikel und die darin geäußerten Wünsche sehr von meiner eigenen Arbeitsweise geprägt sind. Ich fände es daher sehr interessant, eure Meinungen dazu zu hören und zu erfahren, wie ihr mit (potentiellen) Fehlern im Lernmaterial umgeht. Ärgern sie euch? Tendiert ihr eher dazu, sie zu ignorieren, oder lasst ihr nicht locker, bis ihr ihnen auf die Schliche gekommen seid? Wie kommuniziert ihr sie an eure Hochschulen? Raus mit der Sprache, ich bin gespannt!


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4 Kommentare


Wow, was für eine Arbeit du dir gemacht hast, toll!

Wenn ich einen (vermeintlichen) Fehler im SB entdecke, markiere ich mir den am Rand und frage in der Präsenz nach, ob das so wie es da steht, richtig sein kann. Das kam allerdings (mal abgesehen von Tippfehlern) nicht so oft vor. In dem Fall hat die Dozentin sich das aufgeschrieben und an die HFH weitergegeben.

So ein SFM klingt aber wirklich gut, wenn es denn umgesetzt wird.

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Hallo Cyrano,

wow... bei so einem umfassenden Beitrag muss ich leider doch um etwas Geduld bitten... aber ich gehe auf die einzelnen Punkte gerne ein :). Würde allerdings vorschlagen, du bringst den Beitrag als Forenartikel ein weil ich denke, dass viele Nutzer die Blogs nicht lesen bzw. für die intensive Diskussion nutzen :).

Besten Dank auch jeden Fall für den tollen Input und besten Gruß,

Philipp

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Hallo Cyrano,

vielen Dank für die tollen Posts!! Jetzt bin ich natürlich neugierig, wie die letzten zwei Monate so gelaufen sind :) Wie sieht es mit Klausuren aus? Hast du schon welche geschrieben? Ich freue mich auf deine Posts!

Ich werde ab 1.6. auch den Master an der IUBH starten und freue mich immer, wenn ich hier von einigen "Erfahrenen" lesen kann.

Viele Grüße,

Esther

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Hallo Esther,

vielen Dank, dass du mich daran erinnerst, dass ich euch vernachlässige. ;-) Man nimmt sich immer so viel vor, und dann ist man schneller eine Blogleiche, als man "Fernstudium" sagen kann. Kurzfassung: alles prima, Studium macht Spaß und ist erfolgreich, aber viel zu tun. Langfassung folgt ganz hoffentlich bald. Wenn du konkrete Fragen hast, gern kurz per PN melden.

Viele Grüße

Joshua

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      Außerdem bin ich total undiszipliniert. 
       
      Ich habe in den zwei Jahren 44 Hefte bearbeitet. Angefangen habe ich damit, alles wichtige raus zuschreiben. Zusammenfassen, bunte Stifte benutzen, Mindmaps, Vokabeltrainer, usw.. Ich habe die ersten Hefte seehr gründlich bearbeitet. Das hat mich nach einiger Zeit demotiviert. Ich fand Fehler in den Heften, der Stoff wuchs mir über den Kopf hinaus, ich wurde nachlässig. Also wurde ich immer gröber in der Bearbeitung der Hefte, bis ich mein Ziel ganz aus den Augen verloren habe. Was ich von den Heften noch weiß? So gut wie nichts, würde ich sagen. Es ist kaum was hängen geblieben.
       
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