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Interview mit H. Schoppelrey: Von der spezialisierten Verlagspflanze zur Generalistin

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In diesem Blog gab es schon einige Interviews mit „Büchermenschen“; so sind z.B. mehrere Autoren, eine Lektorin und ein Fan von E-Books zu Worte gekommen. Heute gibt es wieder einmal ein Interview mit einer erfahrenen Sachbuch-Lektorin, Heidrun Schoppelrey, die – eigenem Bekunden nach – eine echte „Verlagspflanze“ ist.

Anne Oppermann: Kannst du dich vielleicht zunächst einmal kurz vorstellen?

Heidrun Schoppelrey: Ich bin eine Verlagspflanze. Während meiner circa zwanzig Berufsjahre habe ich als Lektorin und Pressesprecherin mehrere Verlage von innen kennengelernt. Heute bin ich selbstständig als Lektorin, Texterin und Fachfrau für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (http://www.schoppelrey-kommunikation.de/).

A.O.: Du hast viele Jahre beim Verlag Bildung und Wissen als Lektorin und Pressesprecherin gearbeitet. Was sind die größten Unterschiede zwischen deiner früheren Tätigkeit im Verlag und deiner jetzigen freiberuflichen Tätigkeit?

H.S.: Im Verlag war ich Spezialistin; heute bin ich Generalistin. Während meiner Zeit als Angestellter beschäftigten mich zuletzt die Themen Bildung und Karriere; sowohl im Lektorat als auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Heute ist mein Spektrum größer. Mal geht es um Ernährung, mal um Mode, mal um technische Themen. Ich finde das sehr reizvoll, weil ich ständig etwas dazulerne. Das ist ja überhaupt das Schöne an den Medienberufen und speziell auch am Büchermachen.

A.O.: Du hast im Laufe deiner Lektoratstätigkeit bestimmt viele Exposés von Sachbuch-Autoren zugeschickt bekommen. Wie sieht deiner Erfahrung nach ein wirklich gutes und (aus Verlagssicht) markttaugliches Exposé aus?

Ein Wort vorab: Verlage bekommen oft Angebote für Bücher, die überhaupt nicht zu ihrem Programm passen. Die erste Aufgabe des Autors ist es deshalb, genau zu prüfen: Zu wem passt mein Projekt? Man marschiere also in die Buchhandlung des Vertrauens, studiere die relevanten Themenregale und notiere sich die Verlage. Vielleicht hat die Buchhandlung Prospekte des einen oder anderen Hauses vorrätig. Wenn nicht: Die so genannten "Verlagsvorschauen" stehen meist auch auf den Internetseiten. Viele findet man auch auf der Website des Branchenmagazins "Börsenblatt" (http://www.boersenblatt.net/template/bb_tpl_verlagsvorschauen_fruehjahr/).

Die Verlagssuche kann man mit dem Bewerbungsvorgang vergleichen. Auch hier gilt: Bevor man sein Exposé losschickt, ruft man an. Und zwar im Lektorat. Angebot kurz schildern, fragen, ob ein Exposé gewünscht ist und wie es aussehen soll. Nicht einfach Exposés losschicken – schon gar nicht per Post.

Aber jetzt zu deiner Frage ;): Ein Exposé sollte maximal zehn Seiten haben und diese Informationen enthalten: Projektbeschreibung, Inhaltsangabe, ein Probekapitel, Infos zum Autor (vielleicht Referenzen). Prima ist es, wenn das Exposé bereits ein paar Gedanken zum Vertrieb bzw. Marketing enthält. Wie sieht die Zielgruppe aus? Wie kann der Autor zum Verkauf beitragen (Kontakte zu Multiplikatoren oder Journalisten, Veranstaltungen als Plattform für das Buch, Veröffentlichungen, in denen das Buch erwähnt wird …)? Wie oben erwähnt: Es ist ein Bewerbungsvorgang. Es geht darum, sich und sein Projekt im besten und professionellsten Licht darzustellen.

Lektoren müssen wahnsinnig viel lesen. Sie merken sofort, wenn ein Buchprojekt nicht durchdacht ist. Sie haben keine Zeit. Neben unverlangt eingesandten Manuskripten prüfen sie Bücher aus dem Ausland, mögliche Taschenbuchausgaben, sie entwickeln eigene Projekte … Manchmal sind die Stapel neben den Schreibtischen meterhoch. Deshalb: Wer ein klares Angebot macht, wer sein Projekt so präsentiert, dass es leicht zu verstehen ist und die Vorteile für den Verlag sofort ins Auge stechen, hat die besseren Karten.

A.O.: Wer entscheidet in einem Verlag eigentlich letztendlich darüber, ob ein Buchprojekt tatsächlich umgesetzt wird?

Das ist unterschiedlich. Es hängt von der Größe des Verlages ab und davon, wie die Verantwortlichkeiten verteilt sind. Manchmal ist es der Verleger selbst, manchmal das Lektorat. Der Verleger / die Geschäftsleitung ist im Prinzip die letzte Instanz. Das Lektorat prüft, ob Thema und Autor ins Verlagsprogramm passen. Ob das Buch Marktchancen hat, muss zunächst auch das Lektorat klären. Irgendwann schalten sich dann Vertrieb und Marketing ein.

Im zweiten Teil dieses Interviews erzählt Heidrun Schoppelrey, wie man es hinbekommt, dass die Zusammenarbeit mit dem Lektorat gut klappt. Also: Fortsetzung folgt!

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