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Informatik B.Sc. an der WBH

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Zwischenfazit nach zwei Semestern

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kawoosh

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Mittlerweile sind die ersten beiden Semester meines Informatik-Studiengangs an der Wilhelm-Büchner-Hochschule beendet. Es ist also für mich höchste Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen.

Das Studium habe ich nicht begonnen, um beruflich neu durchzustarten oder ähnliches. Genauso wie mein vorher bzw. parallel absolvierter staatlich geprüfter Techniker war es eher der Reiz etwas zu Lernen. Man könnte es als Hobby betrachten. Beruflich bin ich auf die Abschlüsse nicht angwiesen. Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung hinter mir und habe einen Vollzeitarbeitsplatz im öffentlichen Dienst. Ohne Studium kann ich noch ein einziges Mal befördert werden, allerdings bin ich auf die Stellen, die ich mit Studium besetzten könnte, auch überhaupt nicht scharf. Ich bin einfach nicht der Typ für Leitungspositionen und möchte lieber in der Basis mitarbeiten. Vielleicht ändert sich diese Einstellung irgendwann noch, allerdings bin ich zur Zeit mit meiner Arbeit absolut zufrieden.

Letztendlich habe ich bereits lange vor Beendigung meines Technikers mit einem Studium geliebäugelt, habe mich allerdings nie so recht getraut mich anzumelden. Im Nachhinein hätte ich es mal machen sollen. Der Techniker hat mich so gut wie gar nicht belastet, da hätte das Studium locker zwischen gepasst. Naja, daran lässt sich jetzt nichts mehr ändern, aber für alle, die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen, könnte das hier vielleicht der entscheidene Faktor sein.

Angemeldet habe ich mich dann im Agust 2011, also zwei Monate vor meinen Abschlussprüfungen des Technikers. Die Doppelbelastung war überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, die Mathehefte aus Mathe 1 haben mich sogar hervorragend auf meine Matheprüfung des Technikers vorbereitet.

Ich habe mich für die WBH aufgrund der sehr geringen Präsenztermine und der Flexibilität entschieden. Außerdem hat neben der WBH nur Hagen reine Informatik angeboten. Wirtschafts- oder Medieninformatik wollte ich nicht studieren, da ich beruflich damit wirklich nichts am Hut habe. Hagen fiel hauptsächlich wegen des Semesterbetriebs aus. Diesen Nachteil konnte nicht einmal der erhebliche Kostenvorteil ausgleichen. Da ich mir also ein Studium an einer privaten Fachhochschule leisten konnte fiel die Wahl auf die WBH. Bis jetzt habe ich das auch nicht im Geringsten bereut.

Zum Service der Hochschule kann man wirklich nur sagen: Hut ab! Von der Anmeldung bis zum Erhalt des ersten Pakets vergingen gerade mal fünf Tage, Anfragen an Dozenten, dem Studienservice, dem Prüfungsamt etc dauern in der Regel nur einen Tag. Man kann wirklich jede blöde Frage zum tausendsten Mal fragen und bekommt immer eine freundliche Antwort. Die Organisation der Prüfungen, Veranstaltungen etc. sind durchweg super. Bisher gab es bei mir nur einen Ausreißer: Eine A-Aufgabe in Theoretischer Informatik habe ich erst nach mehreren Wochen erhalten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon längst die Klausur geschrieben. Ich habe das dem Studienservice gemeldet und mich beschwert, da für mich die Korrekturen der A-Aufgaben ein Teil der Prüfungsvorbereitung sind und das somit ein wenig blöd für mich gelaufen ist. Aber auch hier gab es eine sehr schnelle und freundliche Antwort, dass der Tutor darauf hingewiesen wurde. Vielleicht hilft das ja in Zukunft den anderen Kommilitonen, die die A-Aufgaben ebenfalls als Vorbereitung nutzen. Also abgesehen von dieser Kleinigkeit kann ich nur eine 1 mit ganz vielen Sternchen für den Service vergeben!

Was mir besonders gefällt sind die Online-Repetitorien. Da für mich eine Fahrt nach Pfungstadt immer einer halben Weltreise gleichkommt und ich sowieso Prüfungen an den externen Standorten schreibe, ist das für mich einfach eine super Alternative zu den normalen Reps. Leider gibt es immer noch nicht das gleiche Angebot wie in Pfungstadt, aber ich hoffe, dass sich das in nächste Zeit vielleicht ändert. Bisher habe ich an zwei Online Reps teilgenommen und war jedes Mal sehr zufrieden. Das Rep zu BWI hat mir wirklich den Hintern gerettet und mich nicht durchfallen lassen.

Ein toller Service sind auch die Sonderklausurtermine. Somit kann man ganz individuell Klausuren schreiben, wenn einem die normalen Termine nicht passen. Leider können diese Klausuren nur in Pfungstadt geschrieben werden, allerdings ist man hier mit der Uhrzeit sehr flexibel, sodass man die Anreise entspannter angehen kann.

Was ich bisher unterschätzt habe ist der Schwierigkeitsgrad der Klausuren. Ein Studium ist defintiv kein Vergleich zum Techniker und der Anspruch ist ziemlich hoch. Mit einer lapidaren Vorbereitung kann man froh sein zu bestehen oder noch eine drei zu bekommen. Bisher habe ich die Prüfungsvorbereitung viel zu sehr auf die leichte Schulter genommen, was dann auch in entsprechenden Noten resultierte. Ich habe da eigentlich einen höheren Anspruch an mich selbst und bin mit meiner eigenen Leistung derzeit sehr unzufrieden. Das soll sich definitiv in den nächsten Semestern ändern, was sich auch durch mein Lernsystem ziehen wird.

Ich habe gemerkt, dass ich mich sehr leicht ablenken lasse. Ablenkung Nummer 1 ist mein Laptop. Heute habe ich zum ersten Mal am Laptop ohne Internetverbindung gelernt, sprich ich habe eine Zusammenfassung geschrieben, und siehe da, man kann ja doch ganz konzentriert arbeiten. Sollte ich etwas online recherchieren müssen, dann wird der Laptop wieder verbunden, die Info gezogen und dann am Ende wieder alles getrennt. Mal sehen wie das zukünftig klappt. Sollte das auch nicht ohne Ablenkung des Internets funktionieren, werde ich meinen Freund beauftragen mich per Router zu sperren. Aber diese Notbremse ziehe ich wirklich erst, wenn es notwendig wird...

Mein Freund und meine Katzen sind ebenfalls ein Ablenkung. Da ich hauptsächlich im Schlafzimmer lerne lässt sich das eigentlich ganz gut kontrollieren. Allerdings höre ich ja doch die Geräusche von ihnen und werde häufiger mal abgelenkt. Dagegen hilft der Gang in einen Coffeshop meiner Wahl. In einer gemütlichen Ecke mit Kaffee in der Hand konnte ich bisher ziemlich konzentriert arbeiten, mich stören dann auch nicht die Geräusche der anderen Leute.

Es klingt irgendwie blöd, aber am meisten bringen mir die Fahrten zur Arbeit und wieder nach Hause. 30 Minuten durchgängig Zugfahren sind ideal um einige Kapitel zu lesen oder Definitionen auswendig zu lernen. Das werde ich weiterhin auch so machen.

Ansonsten habe ich es mit den Lernzeiten in letzter Zeit ganz schön schleifen lassen. Die Anfangsmotivation ist definitiv vorbei. Schade eigentlich. Lernzeiten habe ich anfangs erfasst und bin aber irgendwann davon abgekommen. Ich schätze aber, dass ich im Moment auf gerade mal zehn Stunden in der Woche kome. Und das auch nur, weil ich von Montag bis Freitag fünf Stunden mit Zugfahren verbringe. Also noch ein Punkt auf meiner Liste, mehr Zeit zum Lernen nutzen.

Ansonsten werde ich das modulweise Lernen beibehalten. Habe ich die Hefte eines Moduls durchgelesen folgt das Zusammenfassen, Üben und Lernen. Wenn es passt, lese ich beim Zugfahren schon die Hefte des nächsten Moduls. Damit bin ich bisher ziemlich gut gefahren und man hat auch einen besseren Überblick über den Studienverlauf, da man schneller Module abhaken kann.

Natürlich darf ich nicht vergessen etwas zu den Studienheften zu sagen. Meine Meinung dazu ist eigentlich bisher positiv. Es gibt viele gute, aber auch einige schlechte Hefte. Das ist zwar ärgerlich, aber bisher habe ich auch diese Hefte überlebt. Ich habe mir vor allem im Modul Theoretische Informatik einige Bücher gekauft, die mir sehr geholfen haben. Dass ich jetzt zusätzlich zu den teuren Studiengebühren noch Geld in Bücher investiere finde ich aber nicht schlimm. Außerdem kann man sie ja auch von der Steuer absetzen.

Sonst bleibt noch zu sagen, dass man das Forum im Online Campus immer besuchen sollte. Gerade in den Modulforen und in den Foren zu den Heften finden sich immer wieder super Infos und Tipps.

Kontakt zu den Kommilitonen halte ich hauptsächlich per internem Mailsystem oder hier bei FI.de. Persönlich habe ich bisher nur bei der Einführungsveranstaltung Kommilitonen kennen gelernt, allerdings haben sich da keine Kontakte ergeben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin zufrieden :)

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4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ich bin einfach nicht der Typ für Leitungspositionen und möchte lieber in der Basis mitarbeiten. Vielleicht ändert sich diese Einstellung irgendwann noch, allerdings bin ich zur Zeit mit meiner Arbeit absolut zufrieden.
Urlaubsanträge genehmigen, Bestellungen unterschreiben, Personalgespräche führen ist wirklich nicht jedermanns Sache. Aber technische ProjektLEITUNG, Planungspositionen oder Produktverantwortung sind oft an akademische Bildung gekoppelt. Irgendwann kommt vielleicht(!) die Zeit, da will man nicht die x-te neue Programmiersprache lernen, das tausendste Datenbankdesign machen oder den zwanzigsten Versionswechsel durchführen und dann bist du super vorbereitet für en Wechsel.

Mein Freund und meine Katzen sind ebenfalls ein Ablenkung. Da ich hauptsächlich im Schlafzimmer lerne lässt sich das eigentlich ganz gut kontrollieren. Allerdings höre ich ja doch die Geräusche von ihnen und werde häufiger mal abgelenkt. Dagegen hilft der Gang in einen Coffeshop meiner Wahl. In einer gemütlichen Ecke mit Kaffee in der Hand konnte ich bisher ziemlich konzentriert arbeiten, mich stören dann auch nicht die Geräusche der anderen Leute.

Es klingt irgendwie blöd, aber am meisten bringen mir die Fahrten zur Arbeit und wieder nach Hause. 30 Minuten durchgängig Zugfahren sind ideal um einige Kapitel zu lesen oder Definitionen auswendig zu lernen. Das werde ich weiterhin auch so machen.

Das geht mir genauso, in der S-Bahn können Kindergartengruppen mit 120dB lärmen und ich kann lernen. Aber zuhause schleichen die Kinder mal kurz vorbei, hauchen ein freundliches "Na, komst du voran?" und ich bin völlig raus.

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Urlaubsanträge genehmigen, Bestellungen unterschreiben, Personalgespräche führen ist wirklich nicht jedermanns Sache. Aber technische ProjektLEITUNG, Planungspositionen oder Produktverantwortung sind oft an akademische Bildung gekoppelt. Irgendwann kommt vielleicht(!) die Zeit, da will man nicht die x-te neue Programmiersprache lernen, das tausendste Datenbankdesign machen oder den zwanzigsten Versionswechsel durchführen und dann bist du super vorbereitet für en Wechsel.

Projektleitung und Teamleitung wird bei uns von der selben Person erledigt. Mir liegt aber beides nicht. Aber wie du schon meintest, vielleicht ändert sich das ja noch mit der Zeit.

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Ich habe mir vor allem im Modul Theoretische Informatik einige Bücher gekauft, die mir sehr geholfen haben.

Darf man fragen welche das waren und welches besonders hilfreich war?

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